Neueste Beiträge

#72
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Ältere gelbtonige Drehsche...
Letzter Beitrag von Levante - 23. Februar 2026, 14:48:03
Hallo nochmal,

Du brauchst am besten etwas Anschauungsmaterial. Das Adaptieren am Objekt hilft mir immer enorm weiter...

Ich bin gerade im Forum am Suchen. Leider bin ich die Woche auf Geschäftsreise, daher kann ich dir kein Material im Depot heraussuchen.

Grüße
Patrick
#73
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Retuschen
Letzter Beitrag von thovalo - 23. Februar 2026, 14:42:29

Danke für Deine Mühe!

Die Bilder sind gut geworden. Ich wäre nicht bei einer Pfeilspitze und die zu beiden Seiten etwas einziehende "Basis" läßt mich auch nicht an ein abgebrochenes Endstück einer Sichelklinge denken.

Es gibt manchmal neolithische "Spitzgeräte" die eigenwillig sein können ......  hmmmmm


Ich bin gespannt was dabei herauskommen wird, wenn Dein Fund einmal im Original näher betrachtet und eingeschätzt werden kann, wobei sich ja  hier im forum noch einige gute Kenner von Vielem sich noch nicht zu Wort gemeldet haben.


Es bleibt spannend!


lG Thomas   :winke:
#74
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Ältere gelbtonige Drehsche...
Letzter Beitrag von Rheinpirat - 23. Februar 2026, 14:39:40
Super, vielen Dank für die schnelle Antwort  :zwinker:
#75
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Ältere gelbtonige Drehsche...
Letzter Beitrag von Levante - 23. Februar 2026, 14:37:06
Hi,

ja ja die ältere gelb tonige Drehscheibenware...

Fluch und Segen, meist eher ein Fluch, da oft parallelen gezogen werden, wo leider keine sind.

Das linke Fragment ist neuzeitlich, am ehesten 18. Jahrhundert.

Anhand der Randausformung am ehesten eine Apotheke bzw. Salbengefäß. Bei Tiegeln kommt die Form auch sehr häufig vor, dazu passt jedoch der Scherben nicht.

Das rechte Fragment ist schon etwas älter, ich würde es ggf. als karolingisch einstufen. Aber für eine klare Zuordnung ist so ein einfaches Fragment kaum geeignet, vor allem nicht ohne einen entsprechenden Kontext. Damit meine ich beispielsweise mehrere karolingische Randfragmente von derselben Fundstelle. Daher würde ich es vorsichtig vom 9. bis in das 13. Jahrhundert datieren.

LG

Patrick
#76
Keramik, Glas und Porzellan / Ältere gelbtonige Drehscheiben...
Letzter Beitrag von Rheinpirat - 23. Februar 2026, 10:58:35
Guten Morgen,

ich habe in meinem Scherbenfundus zwei Fragmente, die sich optisch deutlich von der üblichen hier überwiegend neuzeitlichen Masse abheben.
Nach einiger Recherche bin ich auf die ältere gelbtonige Drehscheibenware aus FMa und HMa gestoßen. Tatsächlich scheint das rechte Fragment (Bild1, Bild2 und Bild3) sehr gut auf die Beschreibungen zu passen. Der Typ Runder Berg oder Kirchhausen wären hier auch nicht unüblich.
Das linke Randfragment (Bild1, Bild2, Bild4 und Bild5) stellt mich hingegen eher vor ein Rätsel. Weder bei Gross noch bei Schreg taucht die Randausformung für diese Art Keramik auf. Ist das ggf. auch etwas anderes? Ich hatte schon an den Hals eines Siegburger Trichterhalses gedacht, aber dafür scheint es weder fein noch hart genug zu sein. Fühlt sich eher an wie Tafelkreide.

Danke Euch schon vorab und einen guten Start in die Woche!
#77
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Retuschen
Letzter Beitrag von Schabersucher - 22. Februar 2026, 23:47:47
... und Bilder von der zweiten Kante ...
#78
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Retuschen
Letzter Beitrag von Schabersucher - 22. Februar 2026, 23:46:46
... und hier Bilder von der ersten Kante ...
#79
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Retuschen
Letzter Beitrag von Schabersucher - 22. Februar 2026, 23:45:45
Zitat von: thovalo in 22. Februar 2026, 15:42:26Moin und Glückwunsch ...... ein besonderes Artefakt in jedem Fall!

Hast du das Stück selber gefunden? Und wenn, wie waren die Fundzusammenhänge (gab es von dort schon Funde, ist es ein Acker, sind Großsteingräber in der Nähe usw.?)

Die beidseitig vorhandenen Bearbeitungsspuren wirken "kräftig" von den Seiten eingeschlagen, jedenfalls nicht fein und gleichmäßig formend. Die Basis scheint abgebrochen zu sein. Im Format von 6 x 4 cm und mit 24 g liegt das Stück an der äußeren Kante des Formats einer regulären Pfeilspitze.

Durch die eher groben seitlichen Schlagnegative und die Umrißform hat das Stück auch etwas von einem "kleinen Faustkeil" mit abgebrochener Basis.

lch glaube einige Bilder mehr, auch von der Seite und dem Basisverlauf, der ja irgendwie einseitig retuschiert wirkt, bei TAGESLICHT und nicht bei KUNSTlicht mit Gelbeffekten, helfen bei der Einordnung


lG Thomas
Moin Thomas und Frank,

vielen Dank für Eure Antworten!
Ja, den Stein habe ich selbst gefunden. Es gibt in der Gegend tatsächlich Großsteingräber, Funde aus dem Neolithikum und dem Mesolithikum. Hier rutscht die Steilküste ab und so kommen Steine, die bisher noch wenige bis viele Meter unter der Erdoberfläche gelegen haben, an die Oberfläche.

Ich habe den Stein nochmal mit einer leuchtstärkeren Lampe fotografiert, das hat leider die Farbwiedergabe nicht verbessert, aber jetzt sind vielleicht mehr Details zu erkennen. Die Bilder sind jetzt mit Namen versehen. "Kante1" ist die, die in der Ventralansicht links liegt. Diese Kante ist von beiden Seiten bearbeitet. Die Basis ist, glaube ich, nicht gebrochen, sondern hier gibt es auf der Dorsalseite eine relativ große Facette, die sich nach unten verjüngt. An den Wallnerlinien auf dieser Facette (und einem hinge kurz vor der Basis) sieht man, dass sie schon angelegt war, als dieser Stein mit einem Abschlag vom Kern abgetrennt wurde. Die Basis ist leicht konkav gekrümmt, auf die Ventralseite gibt es einige ziemlich kleine Absplitterungen an der Basis.



Viele Grüße,
Sven
#80
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Retuschen
Letzter Beitrag von Neos - 22. Februar 2026, 16:04:06
Moin, Sven,

da kann ich Thomas nur zustimmen: Weitere Fotos wären definitiv von Vorteil, insbesondere die beider Lateralen.

Mein erster (!) Eindruck von dem Fundstück: Ein beidseitig flächenretuschiertes Sichel-Fragment oder das Fragment einer Sichel-Vorarbeit. Das sieht auf jeden Fall wirklich mal spannend und vielversprechend aus!  :super:

Viele Grüße

Frank