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#21
Steinartefakte / Aw: Glänzende Arbeit: Ein endn...
Letzter Beitrag von Neos - 07. Januar 2026, 17:34:20
Moin, Michael,

Zitat von: Wiedehopf in 06. Januar 2026, 15:36:06Nee, ich habe die Kryoturbation so verstanden, dass dabei nicht das Artefakt bewegt oder gar permanent gewendet wird sondern der umgebende Boden:
...

manchmal erwische ich mich dabei, dass ich mich mit manchen Dingen noch intensiver hätte auseinandersetzen können/müssen/sollen. Das Thema ,,Kryoturbation" scheint so ein Fall zu sein.

Wenn meine Recherche richtig ist, dann kam es in Schleswig-Holstein das letzte Mal während der sog. Weichsel-Kaltzeit zur Kryoturbation. Die war allerdings zwischen 115.000 und 11.500 vor heute und passt zeitlich somit nicht wirklich zu dem Dolch-Fragment.

Losgelöst davon hier für alle Interessierten der erste Absatz zu diesem Thema bei Wikipedia:

,,Kryoturbation (griech. kryos ,Frost' und lat. turbare ,umherwirbeln') ist die Durchmischung des oberflächennahen Untergrundes durch Gefrieren und Wiederauftauen. Die Kryoturbation ist ein Phänomen der Periglazialgebiete, das heißt, der Prozess ist wesentlich an das Vorhandensein von Permafrost gebunden, es handelt sich um eine Periglazialmorphologie." — Wikipedia, Artikel ,,Kryoturbation", abgerufen am 07.01.2026 unter https://de.wikipedia.org/wiki/Kryoturbation

Viele Grüße

Frank
#22
Steinartefakte / Weidenblattförmige Pfeilspitze
Letzter Beitrag von StoneMan - 07. Januar 2026, 15:58:38
Aus meiner Reihe: "Alte Funde neu entdeckt".

Die Rehe kennen mich, sind vertraut.
Das Wetter war gut, der Boden fast trocken. Der "Abschlag" den ich aufhob, war mit Lehm verkrustet,
wollte ihn schon verwerfen – war da nicht doch eine Retusche ...?
Ich sackte ihn ein.

Zu Hause sah ich die Retuschen, konnte dieses spitzovale Teil aber nicht einordnen.
2019, beim Tag der Archäologie in Schleswig, hatte Sönke es als "Weidenblattförmige Pfeilspitze" bestimmt.

Funddatum / Ort: 2017 / Fehmarn
Daten: 37,5 x 18,8 x 5,0 mm, 3,3 g

Im "Kühn" wurde ich fündig.

Zitat Kühn, Hans Joachim, "Das Spätneolithikum in Schleswig-Holstein":
ZitatTyp 4. Lanzett- und breitlanzettförmige Pfeilspitze. OberfIächenretuschiert.
Variante a. Schlanke, lanzettförmige Pfeilspitze mit gerader, gerundeter oder
spitz auslaufender Basis (Abb. 16).

[...]

Dieser Variante entsprechende, weidenblattförmige Pfeilspitzen mit nur randlicher Retusche
hat I. Nilius der Trichterbecherkultur zugewiesen und in die Periode MN IV datiert (StoneMan ca. 4200 - 2800 v. Chr. ( 1*).
Somit würden diese oberflächenretuschierten Pfeilspitzen der Einzelgrabkultur wiederum nur älteren Vorbildern nachgebildet sein,
für die sich nach I. Nilius Entsprechungen in den Flintinventaren karelischer Jägergruppen finden.
Zitat Ende

(1*)  Anmerkung StoneMan:
MN = Mittelneolithikum,  Phase IV = Kugelamphorenkomplex (TBK).

Mehrere eigene Funde, vom ALSH bestimmt und erfasst, decken einen Zeitraum von der frühen
Bronzezeit (~ 1.500 v.Chr.) bis zum Spätpaläolithikum (~ 12.500 v.Chr.), auf diesem Platz ab.
# # # # #

Aber meine Peilspitze war doch deutlich anders  :kopfkratz:  also weiter recherchiert.

Alternativ zu Bildern von Vergleichsfunden zwei Hinweise / PDFs mit Grafiken.
In den beiden Arbeiten sind Weidenblattförmige Pfeilspitzen mit nur randlicher Retusche
die mehr Ähnlichkeit zu meinem Fund aufweisen.
Leider liegen mir keine Rechte zur Bildveröffentlichung aus den beiden PDFs vor.

"Das Neolithikum in Mecklenburg der Trichterbecherkultur" Ingeburg Nilius 1971, Abb. 7.
(Ein Auszug liegt mir vor - finde ich nicht öffentlich).

Noch mehr Ähnlichkeit zu meinem Fund in dieser Arbeit:
"Neolithische Siedlungsstrukturen im südöstlichen Schleswig-Holstein" Martin Hinz,
Seite 134, Abb. 8.41.


Gruß

Jürgen


 

 
#23
Wir begrüßen unsere neuen Mitglieder / Hallo Svenson ...
Letzter Beitrag von Sucherforum - 07. Januar 2026, 14:40:41
... ein :welcome II:

Hallo Svenson,

es wäre nett, wenn Du Dir ein paar Minuten Zeit nimmst um Dich im Board Neuvorstellungen kurz vorzustellen.

Gruß
Das Team des Sucherforums
#24
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Wandscherbe mit toniger Ve...
Letzter Beitrag von Levante - 06. Januar 2026, 20:21:35
Guten Abend,

derartige keramische Fragmente mit einem roten Tonüberzug auf der Außen und Innenseite laufen bei mir in Nord und Mittelhessen bis in das 6./7. Jahrhundert. Daher bin ich hier mit Datierungen mittlerweile sehr, sehr vorsichtig.

LG

Patrick
#25
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Glasrandfragment, grünlich...
Letzter Beitrag von Levante - 06. Januar 2026, 20:18:35
Guten Abend,

Es ist ein Bodenfragment eines Glases, hier kommt als Grundform beispielsweise ein Stangenglas des 15. / 16. Jahrhunderts infrage. Die Böden dieser Gläser waren oft relativ dick. 

Mit Römisch oder Frühmittelalter hat das vermutlich wenig zu tun.

Die Waldglashütte hat vermutlich nicht in bester Qualität gearbeitet. Das hat mit der Glasschmelze begonnen und der Glasbläser hat hier auch keine so gute Arbeit geleistet, da das Bodenfragment relativ dick ist.
Die Lagerung im Boden war bedauerlicherweise ebenfalls nicht optimal für das Fragment. Daher wirkt es tatsächlich älter als es vermutlich ist.
Bei Glas ist es sehr schwierig, anhand der Erhaltung auf das mögliche Alter zu schließen. Bei der Berücksichtigung der zugrundeliegenden Gefäßform kann man eher auf das mögliche Alter Rückschlüsse ziehen.

LG

Patrick
#26
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Spinnwirtel?
Letzter Beitrag von Levante - 06. Januar 2026, 20:08:44
Guten Abend,

die Wirtelform lässt sich typologisch sehr gut in das Formenspektrum des 14./15. Jahrhunderts einordnen, später eher nicht.

LG

Patrick
#27
Keramik, Glas und Porzellan / Aw: Scherbe zu bestimmen
Letzter Beitrag von Levante - 06. Januar 2026, 20:04:43
Guten Abend,

es handelt sich sehr wahrscheinlich um ein Fragment eines modernen reduzierend gebrannten Ziegels. Ich finde in Mittelhessen ständig diese Fragmente. In Nordhessen habe ich in über 20 Jahren kein einziges gefunden. Leider ist die Zuordnung meist relativ schwierig, da dieses Material tatsächlich der Grauware aus dem Spätmittelalter sehr ähnlich ist. Noch mehr ist man am Zweifeln, wenn man es auf Merowinger zeitlichen Fundplätzen findet. Jedoch wenn man die relativ ungewöhnlich dicke Wandstärke berücksichtigt, sowie die Oberfläche , dann kommt Mann mit etwas Erfahrung schnell dahinter.

An größeren Fragmenten erkennt man, dass die Fragmente nicht auf der Töpferscheibe hergestellt wurden, sondern in Form gepresst wurden.
Ich suche weiterhin ein intaktes Exemplar als Vergleichsstück, was ich beispielsweise hier zeigen könnte.

LG  :winke:

Patrick
#28
Schmuck / Ring mit unbekannter Gravur Sc...
Letzter Beitrag von Derknopfandeinerbluse - 06. Januar 2026, 19:00:10
Ein Frohes Neues Jahr !

ich habe da einen rechtgroßen Ring aus Messing oder Bronze (innendurchmesser 22 mm) mit einer ungewöhlichen Inschrift innen.
Ich habe nirgends eine ähnliche Schrift finden können.
Keilschrift, Runen??? Ich habe echt keine Ahnung.
Ich hoffe man kann auf den Bildern etwas erkennen und es kann jemand weiterhelfen.

#29
Schnallen / Aw: Schnalle sucht Bestimmung
Letzter Beitrag von Derknopfandeinerbluse - 06. Januar 2026, 18:53:39
Super und danke für die Bestimmungen
das PDF ist ja echt der Hammer
#30
Steinartefakte / Aw: Facettiertes Schiefergeste...
Letzter Beitrag von Persephone - 06. Januar 2026, 15:54:52
Hallo Holger,

es freut mich, dass es auch für dich ein interessantes Thema ist. Wenn man die Annahme zugrunde legt, dass es sich nicht um Artefakte handelt, ist statistisch wohl die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens des jeweilige Gesteins in der spezifischen Gegend der einzige Hinweis, um welches Gestein es sich handeln kann.
Das wird allerdings schon wieder obsolet, wenn man den Amphiboliten nicht von dem anderen -bzw seiner Untergruppe- unterscheiden kann.

Wenn ich eine Ansprache habe, melde ich mich :winke:

Persephone