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#21
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit ventraler Ret...
Letzter Beitrag von Schabersucher - 25. Februar 2026, 09:31:49
Zitat von: Steinkopf in 25. Februar 2026, 06:10:40Ein Fundstück wirft Fragen auf.
Dieser spitz zulaufender Abschlas ist an Spitze und Kanten sehr verrundet.
Das kann  beim Gebrauch ,es läuft spitz zu, als auch während der Lagerung
(am Strand?) entstanden sein.
Moin Jan und Holger,

vielen Dank für Eure Antworten und Hinweise!

Bei diesem Stein ist vor allem der Grat auf der Dorsalseite stark verrundet und vernarbt. Das sieht man ganz gut auf dem ersten Foto oben. Auch die Kante zwischen Dorsalseite und Schlagflächenrest ist stark verrundet. Die lateralen Kanten, die Spitze und die Kanten zwischen Ventralseite und Schlagflächenrest sind viel weniger verrundet. Ich hänge noch ein paar Fotos an, auf denen man die Kanten und Retuschennegative sieht.

Mir scheint deshalb, dass die Dorsalseite viel älter sein muss als die Ventralseite und die Retuschen. Der leichte Glanz der Ventral- und Dorsal-Flächen und die Farbe sind ähnlich, aber bei genauer Betrachtung ist die Ventralseite doch etwas heller. Das hiesse, es wäre ein Primärabschlag (?) von einem Kern-Stein, an dem sich die Form durch natürliche Abplatzungen ergeben hat. Dieser Abschlag wäre dann retuschiert worden.

Vielen Dank auch für den Hinweis auf den Glanz an der Spitze! Dieser stärkere Glanz scheint mir an Spitze, Bucht auf der unretuschierten Kante und in den Retuschen in der oberen Hälfte der retuschierten Kante vorhanden zu sein. Das hiesse, vor allem der obere Teil des Steins wäre tatsächlich viel in Benutzung gewesen (?), wahrscheinlich eher zum Schneiden oder Schaben als zum Feuerschlagen, weil sonst die retuschierte Kante stärker verrundet sein müsste (?).

Viele Grüße,
Sven
 
#22
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit ventraler Ret...
Letzter Beitrag von Danske - 25. Februar 2026, 07:51:28
Die Verrundung und der Glanz am distalen Ende könnten eventuell für eine Nutzung als Feuerschlagstein sprechen. Vernarbungen, die durch das Schlagen auf den Pyritknollen entstehen, kann ich auf den Fotos allerdings nicht erkennen. Möglicherweise ein "Funkenzieher"?? Die Diskussion, ob Funken schlagend oder ziehend erzeugt wurden, hatten wir hier im Forum ja schon. Wobei in der Literatur nur von Perkussions- also Schlagfeuerzeugen gesprochen wird.

LG Holger
#23
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Facetten
Letzter Beitrag von Danske - 25. Februar 2026, 07:10:08
Zitat von: Schabersucher in 24. Februar 2026, 22:05:52Wenn ich das richtig verstehe, ist die einzige Ähnlichkeit mit einem Levallois Abschlag die Kappung der Dorsalnegative durch weitere Abschlagsnegative.

Moin Sven,

gemeint ist hier die Kappung der Dorsalnegative am proximalen Ende des Abschlags. Der Kern wurde durch die Feinpräparation im Schlagflächenbereich etwas verkürzt, so dass die Negative vorheriger Zielabschlage nicht mehr komplett vorhanden sind, sondern quasi gekappt wurden.

LG Holger :winke: 
#24
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit ventraler Ret...
Letzter Beitrag von Steinkopf - 25. Februar 2026, 06:10:40
Moin Sven,

Ein Fundstück wirft Fragen auf.
Dieser spitz zulaufender Abschlas ist an Spitze und Kanten sehr verrundet.
Das kann  beim Gebrauch ,es läuft spitz zu, als auch während der Lagerung
(am Strand?) entstanden sein.

LG
Jan
#25
Steinartefakte / Abschlag mit ventraler Retusch...
Letzter Beitrag von Schabersucher - 24. Februar 2026, 22:43:28
Liebe Leute,

hier kommt ein weiterer Stein, den ich am gleichen Ort wie den hier gezeigten 
Zitat von: Schabersucher in 23. Februar 2026, 19:14:27Stein
gefunden habe.
Eine Laterale des Abschlags ist auf der Ventralseite ziemlich regelmäßig und ziemlich steil (70-90 Grad schätze ich) retuschiert, mit 3 - 5 mm langen Absplissen. Die Retusche zieht sich von der Basis bis zur Spitze hin. Diese ergibt durch eine retuschierte Bucht auf der anderen Lateralen. Diese ansonsten unbearbeitete Laterale hat einige kleine unregelmäßige Absplitterungen. Die retuschierte Laterale hat einen deutlich unregelmäßigeren Verlauf als die unretuschierte, zumindest im oberen Bereich. Die Dorsalseite ist unbearbeitet. Die Basis bzw. der Schlagflächenrest scheint mir leicht bearbeitet. Der Abschlag ist mit knapp 2 cm an der dicksten Stelle, die sich etwa im Zentrum befindet, ziemlich dick.

L x B x H, M ~= 9 cm x 4 cm x 2 cm, 57 g
Fundort: Schleswig-Holstein

An diesem Stein fallen mir die Retusche auf der Ventralseite und der ungewohnte Kontrast der im Vergleich so unscheinbaren Erscheinung der Dorsalseite auf.

Habt ihr Hinweise zur Funktion oder zur Herstellung?

Viele Grüße,
Sven
#26
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Facetten
Letzter Beitrag von Schabersucher - 24. Februar 2026, 22:05:52
Zitat von: Danske in 24. Februar 2026, 20:39:11Bei der Levallois-Technik wurde eine Kante des Kerns sorgfältig retuschiert, so dass er eine leicht bogenförmige Schlagfläche erhielt. Der Schlagpunkt lag nahe an der Kernkante, wodurch ein gleichmäßig dünner Abschlag gewonnen werden konnte. Der SFR des Abschlags war daher fein facettiert und in der Aufsicht wellen- bzw. sinusförmig schmal. Der Winkel zwischen SFR und Dorsalfläche beträgt regelmäßig 90°. Ein weiteres Kennzeichen sind die durch die Schlagflächenpräparation gekappten Dorsalnegative.

Den Winkel zwischen SFR und Dorsalfläche kann ich bei deinem Fundstück auf den Fotos nicht einschätzen. Aber alle anderen Merkmale, die für einen Levallois-Abschlag sprechen würden, sehe ich bei deinem Stück nicht.
Moin Holger,
vielen Dank für die hilfreichen Erklärungen! Der Winkel zwischen Dorsalfläche und Schlagflächenrest ist tatsächlich eher ~120 Grad, schätze ich... und eine Facettierung der Schlagfläche ist überhaupt nicht vorhanden. Wenn ich das richtig verstehe, ist die einzige Ähnlichkeit mit einem Levallois Abschlag die Kappung der Dorsalnegative durch weitere Abschlagsnegative. Auf alle anderen notwendigen Merkmale hatte ich nicht geachtet... es kann also kein Levallois Abschlag sein.
Viele Grüße,
Sven
PS. ich stelle gleich noch einen Abschlag ein, den ich interessant finde... bitte um Nachsicht, wenn da für euch nichts Beeindruckendes dabei ist...
#27
Steinartefakte / Aw: Stein mit Zeichen aus Nach...
Letzter Beitrag von Carolus Rex - 24. Februar 2026, 21:43:01
Zitat von: stratocaster in 24. Februar 2026, 19:59:18Interessant  :super:
Ich frage mich, ob die KI die beiden Bilder verwechselt hat  :nixweiss:
Bei dem Gewicht aus dem Louvre sind doch die Einschnitte viel heller als die Umgebung
und nicht bei Daniels Gewicht ???

Gruß  :winke:

Das war auch mein Gedanke.
#28
Steinartefakte / Aw: Stein mit Zeichen aus Nach...
Letzter Beitrag von Wiedehopf - 24. Februar 2026, 21:23:50
Hallo zusammen,
 
ein Einpicken der Schriftzeichen kann ich mir hier aufgrund der zur Verfügung stehenden begrenzten Fläche überhaupt nicht vorstellen. Eher das Gravieren mit einer Art Stichel oder Meißel. Und das von Daniel vorgestellte Stück sieht für mich viel authentischer aus als das Stück aus dem Louvre und zwar aufgrund der dort fehlenden Patinierung der Gravierung. Das Gesamtbild müsste nach 4000 Jahren doch viel homogener ausfallen, genau so wie bei Daniels Stück.   

Viele Grüße
Michael
#29
Steinartefakte / Aw: Ein Artefakt mit ungewöhnl...
Letzter Beitrag von Danske - 24. Februar 2026, 20:51:53
Moin Thomas,

ein interessantes Stück!

Bei einer stufigen Schuppenretusche denkt man sofort an eine Quina-Retusche. Allerdings sind deren Bearbeitungsmerkmale zunächst grobe Abschlagnegative, die in Richtung Kante zunehmend feiner werden.
Hier sehen die Negative aber durchgängig relativ gleichmäßig aus. :glotz:

LG
Holger 
#30
Steinartefakte / Aw: Abschlag mit Facetten
Letzter Beitrag von Danske - 24. Februar 2026, 20:39:11
Moin Sven,

auch von mir Glückwunsch zum Fund.

Jan hat ja schon alles gesagt.

Bei der Levallois-Technik wurde eine Kante des Kerns sorgfältig retuschiert, so dass er eine leicht bogenförmige Schlagfläche erhielt. Der Schlagpunkt lag nahe an der Kernkante, wodurch ein gleichmäßig dünner Abschlag gewonnen werden konnte. Der SFR des Abschlags war daher fein facettiert und in der Aufsicht wellen- bzw. sinusförmig schmal. Der Winkel zwischen SFR und Dorsalfläche beträgt regelmäßig 90°. Ein weiteres Kennzeichen sind die durch die Schlagflächenpräparation gekappten Dorsalnegative.

Den Winkel zwischen SFR und Dorsalfläche kann ich bei deinem Fundstück auf den Fotos nicht einschätzen. Aber alle anderen Merkmale, die für einen Levallois-Abschlag sprechen würden, sehe ich bei deinem Stück nicht.

LG
Holger