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#21
Steinartefakte / Aw: Flintplanke mit bewegter V...
Letzter Beitrag von Neos - 26. Januar 2026, 21:38:58
Moin, Michael,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Halbfabrikat! Klasse!  :Danke2:

Sollte es ein Beil werden? Möglicherweise. Ich könnte mir aufgrund der Formgebung auch gut vorstellen, dass es sich hier eventuell um die Vorarbeit zu einem Meißel handelt.

Auf alle Fälle ist es meiner Meinung nach eines: In der Ausführung/Qualität recht selten.

Viele Grüße

Frank
#22
Steinartefakte / Aw: Ein Hiebgerät aus einem gr...
Letzter Beitrag von Wiedehopf - 26. Januar 2026, 21:27:31
Hallo Thomas,

sehr schön und anschaulich dargestellt und beschrieben. Irgendwie erinnern mich die Stücke auch an die nordischen Scheibenbeile.

Viele Grüße
Michael
#23
Steinartefakte / Aw: Flintplanke mit bewegter V...
Letzter Beitrag von Wiedehopf - 26. Januar 2026, 21:13:23
Hallo Fischkopp,

ZitatGrundsätzlich lohnt es sich hier alles zu zeigen und du machst mich ganz neugierig

Ich hänge gerne ein Bild an. Falls dich etwas davon besonders interessiert mache ich gerne auch weitere Fotos. Weitere fragliche Stücke von Stränden der Ostsee sind auch noch vorhanden.

ZitatWas mich sehr fasziniert ist die Länge gemessen an der "rohen" Planke. Und die Frage warum es eine Planke geblieben ist.

Ich habe nochmal nachgemessen, es sind genau 19,2 cm Länge bei 775 Gramm. Ich denke es ist die Vorarbeit für ein dicknackiges Beil der Einzelgrabkultur mit hängender Schneide (PVP Nr. 167). Die Muschelung ist extrem grob ausgefallen, weniger als 50 eindeutige Abschläge an den vier Schmal- und Breitseiten zur Formgebung. Eine Breitseite ist sehr eben, die andere steht seitlich etwas heraus. Vielleicht war das der Grund es nicht weiter zu bearbeiten. Auch hier kann ich gerne noch Fotos in korrekter Darstellung machen. Andererseits wurden ja auch solch unvollendete Stücke weitergereicht und auch in Horten niedergelegt.

Viele Grüße
Michael   
#24
Hi.

Wenn es Silber ist muss es gestempelt sein.

Ansonsten wird es wie Strato vermutet Messing versilbert sein. An der Vorderkante schimmert es auch golden bzw. Messingfarben.

Gruß CR
#25
Steinartefakte / Aw: Flintplanke mit bewegter V...
Letzter Beitrag von Fischkopp - 26. Januar 2026, 18:08:04
Hallo Michael,
zuerst einmal möchte ich dir wiedersprechen. Grundsätzlich lohnt es sich hier alles zu zeigen und du machst mich ganz neugierig.
Ein wirklich ansehnliches Artefakt.
Was mich sehr fasziniert ist die Länge gemessen an der "rohen" Planke. Und die Frage warum es eine Planke geblieben ist.
Vielen Dank fürs Zeigen!
LG Fischkopp
#26
Hallo  :winke:
40 Cent für 1 Gramm 800er Silber ist ja ein Witz. Sieh Dir mal den Silberankaufspreis von heute an  :irre:
Sind das die beiden einzigen Punzen?
Aber: Je länger ich mir die Bilder ansehe, habe ich Zweifel ob das wirklich massives Silber ist. Kein versilbertes Messing?

Gruß  :winke:
#27
Antiquarisches & Flohmarktschnäppchen / Langer Winter und Aufräumfunde
Letzter Beitrag von Fabulas - 26. Januar 2026, 16:15:15
Kennt Ihr das auch? Da gibt es Schubladen oder Gefäße, in die man jahrelang alles mögliche an Kleinkrusch gelegt hat. Doch kommt es mir gerade so vor, als würde ich zusammen mit diesen Stellen verstauben. Also habe ich mich mal aufgerafft und eine davon auseinandergenommen. Zum Vorschein kamen diverse handgeschriebene Postkarten, die mir lieb und kostbar waren, Quittungen, von denen ich glaubte, sie evtl. nochmal hervorholen zu müssen, Eintrittskarten, Gutscheine aller Art und von Geschäften, die es nicht mehr gibt, und ein kleines Visitenkartenetui, das ich bestimmt schon nahezu 30 Jahre beherberge. Nachdem ich es aus seinem Stoffumschlag genommen hatte, sah ich, dass es dunkel angelaufen war. Ich rieb und oh Wunder es strahlt in schönstem Silber. Zwei Punzen geben mir immer noch Rätsel auf.

Mittlerweile habe ich die Altonaer Silberwerkstatt angeschrieben, denn die haben genau so ein Ding auf ihrer Website für über 500 Euro und sie haben mir auch geantwortet. Das Visitenkartenetui ist aus 800er Silber (nach der Punzierung). Sie würden es abkaufen nach Gewicht: für 1 Gramm 40 Cent. Da lasse ich es doch noch bei mir und hebe es auf. Vielleicht aber kann ich einen Zettel reinlegen, auf dem steht, von wann das Teil ungefähr ist und vielleicht sogar wo es hergestellt wurde. Wenn also jemand hier Lust und Zeit hat, dies alles zu lesen und sich mit den Punzen auskennt, würde ich mich über Antwort freuen.

Viele liebe Grüße
Anita
#28
Steinartefakte / Aw: Ein Hiebgerät aus einem gr...
Letzter Beitrag von thovalo - 26. Januar 2026, 13:58:15


Hier noch ein Bild des verbrannten, zusammengesetzten Exemplars mit einer Miniaturform dieser Machart, die auch Schliffpartien aufweist und einer gleichfalls dem Feuer ausgesetzt gewesenen kräftigen und vollkommen beschliffenen Dechselklinge aus Feuerstein. Alle Fundbelege stammen vom selben Fundareal,


Die Zeitstellung all dieser Fundstücke ist die der Michelsberger Kultur (etwa 4.300 - 3.650 v. Chr.). Die MK entwickelte sich im Pariser Becken und breitete sich in ihrer älteren Ausprägung zunächst über die Maasregion bis nach Westfalen nach Osten aus. Ihre Bezeichnung erhielt sie dann durch Grabungen auf dem Michaelsberg in der Nähe von Heilbronn, ein Platz der allerdings nur die jünger Michelsberger Kultur repräsentiert.

Möglicherweise ist die Tradition des Gebrauchs von Dechselklingen aus der älteren Tradition der Bandkeramik und der mittelneolithischen Rössener Kultur von den Vertretern der älteren Michelsberger Kultur in die Machart dieser Hiebgeräte aus Feuersteinabschlägen transferiert worden.

Da mein altes Bildarchiv komplett verloren gegangen ist, kann die die älteren Fundstücke hier nicht mehr in ihren Details zeigen. Die Sammlung, mit über 3ß.000  lithischen Artefakten, liegt vollständig im Magazin des Landesamtes für Bodendenkmalpflege.



lG Thomas  :winke:
#29
Steinartefakte / Aw: Ein Hiebgerät aus einem gr...
Letzter Beitrag von thovalo - 26. Januar 2026, 13:48:26


Der schönste Beleg dieser Dechselkingen aus einer Feuersteingrundform aus dem Rheinland stammt auch von dieser Feldflur und wurde in etwa 20 Meter Entferung von dem Neufund innerhalb einiger Jahre verbrannt,  in zwei anpassenden Hälften aufgelesen.
#30
Steinartefakte / Aw: Ein Hiebgerät aus einem gr...
Letzter Beitrag von thovalo - 26. Januar 2026, 13:45:07

Dies ist eine weitere und geichartig gestaltete Dechselklinge aus einer Feursteingrundform vom Fundareal. Sie ist deutlich besser erhalten, leicht hell patiniert und weist gleichfalls heftige Ausschlagspuren auf, die in diesem Fall von Ventral nach Dorsal verlaufen.