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#11
Hallo Michael,

ich war auch völlig überrascht von geschliffenen mesolithischen Beilklingen und es war daher für mich einer der interessantesten Vorträge. Anbei, damit auch andere sehen können, wovon wir schreiben, die geschliffene mesolithische Klinge (Grünschiefer) aus Bad Dürrenberg mit einem Knochenfutteral aus Hirschgeweih für eine andere Klinge, ebenfalls aus der Bestattung.
Zur Verbreitung der Technologien und Wissen gibt es unterschiedliche Modelle. Für die Mesolithiker gilt zumeist, Herrn Spies zufolge, eine regionale 'Abgeschlossenheit', die dann aber im Falle der Innovationen auch 'überwunden' wurde, was für die überregionale Verbreitung sorgte.
Viele Grüße

Jondalar
#12
ZitatDort hielt Benjamin Spies (Museum für Franken, Würzburg) einen Vortrag über mesolithische Innovationen. Demzufolge kamen die geschliffenen Beilklingen von Osten (Australien und Japan) und erreichten dann über Nordeuropa (Norwegen) gegen 7.400 v. Chr. Zentraleuropa.

Hallo Jondalar,

das war bestimmt ein sehr spannender Vortrag. Ich höre zum ersten mal von diesem 'Technologietransfer' und kann und will die These deshalb nicht beurteilen.

Ich kann mir aber alternativ auch gut vorstellen, dass zunächst andere Materialien geschliffen wurden (Holz, Muscheln, Rötel ...) und dann irgendwann mal jemand auf die Idee kam, die Technik auch auf Stein zu übertragen. Und zwar, als man erkannte, welche Vorteile eine geschliffene Steinschneide bietet.

Das kann natürlich zu verschiedenen Zeiten und an ganz verschiedenen Orten passiert sein, wobei ich eine Verbreitung der Technik durch Abgucken von den Nachbarn natürlich nicht ausschließen will.   

Spannendes Thema !

Viele Grüße
Michael   
#13
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von Robert - 31. März 2026, 08:18:31
Zitat von: Neos in 30. März 2026, 22:24:26Hallo, Robert,

da es Kernbeile im Mesolithikum meines Wissens ausschließlich in nördlicheren Gefilden gegeben hat, wird das der Grund dafür sein. Falls es dich jedoch einmal in den Norden verschlagen sollte: Sei sehr gerne mein Gast, Robert!  :prost:

Viele Grüße nach Bayern

Frank

das ist leider in meiner besonderen Lage micht mehr möglich, aber trotzdem herlichen Dank für
die Einladung.

Grüße
Robert
#14
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von steinwanderer - 31. März 2026, 07:30:24
Moin Frank,
ja, ich gehe auf Grund der blauen Patina von einem höheren Alter aus. Es ist doch durchaus möglich, das schon viel früher Kernbeile in Benutzung waren.
Gruß Klaus
#15
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von Neos - 30. März 2026, 22:39:09
Moin, Holger,

Zitat von: Danske in 30. März 2026, 19:39:18Bei der Typisierung bin ich unsicher, Kernbeil mit symmetrischem Querschnitt könnte passen, aber ich tendiere eher zu einem Kernbeil mit rhombischem Querschnitt. Aber das kannst du anhand des Originals sicher am besten beurteilen.

nun, er ist rhombisch und somit symmetrisch. :-D  Aber hatten wir das nicht schon einmal:kopfkratz:

ZitatWünsche dir auch ein gutes Fundjahr!

Dank dir!  :super:

Viele Grüße

Frank
#16
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von Neos - 30. März 2026, 22:35:51
Moin, Klaus,

Zitat von: steinwanderer in 30. März 2026, 20:36:29bist Du dir mit dem Mesolithikum wirklich sicher. Habe mir die Sachen des Platzes angeschaut. Die sind alle blau patiniert. Das kenne ich so aus dem Mesolithikum nicht.

eine für mich in mehrfacher Hinsicht spannende Frage!

Sollte ich schätzen, würde ich meinen, dass maximal fünf Prozent der Artefakte, die ich hier gefunden habe, eine bläuliche Pantina besitzen. Heißt im Umkehrschluss: Die überwiegende Mehrheit der Fundstücke ist andersfarbig patiniert; in diesem Fall vorwiegend rötlich und bräunlich.

Und, ja, ich bin mir sehr sicher bei der Ansprache "Mesolithikum". Wohin würdest du dieses Kernbeil denn verorten und warum? Und sicherlich nicht aufgrund seiner Patina, oder?

Viele Grüße

Frank
#17
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von Neos - 30. März 2026, 22:24:26
Hallo, Robert,

Zitat von: Robert in 30. März 2026, 12:30:47das ist was besonderes, sowas hab ich nie gefunden !!!

da es Kernbeile im Mesolithikum meines Wissens ausschließlich in nördlicheren Gefilden gegeben hat, wird das der Grund dafür sein. Falls es dich jedoch einmal in den Norden verschlagen sollte: Sei sehr gerne mein Gast, Robert!  :prost:

Viele Grüße nach Bayern

Frank
#18
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von Neos - 30. März 2026, 22:19:01
Moin, Jan,

Zitat von: Steinkopf in 30. März 2026, 10:21:23das kleine Kernbeil wurde zwar vom Pflug geküsst - aber es sieht unbeschädigt aus.

absolut richtig erkannt – es ist vollkommen unbeschädigt.

ZitatWenn Du von diesem Meso-Fundplatz schon weitere Artefakte hast, kann dieses
das Bild vervollständigen.

Es ist eines von 22 Kernbeilen unter bis dato in Summe 3.241 Fundstücken dieses Fundplatzes. Das Bild, das ich von speziell diesem Fundplatz habe, ist somit schon recht rund, ja.  :zwinker:

ZitatWenn ich ds Bild richtig 'lese', wurden beide Flanken von der gleichen Fläche aus
behauen. Es wäre dann wohl ein Kernbeil mit symmetrischen Querschnitt (P.V.P).

Du liest es absolut richtig. Der Querschnitt ist recht symmetrisch (rhombisch).

Viele Grüße

Frank
#19
Steinartefakte / Aw: Ein buntes, mesolithisches...
Letzter Beitrag von Neos - 30. März 2026, 22:09:39
Moin, Jürgen,

Zitat von: StoneMan in 30. März 2026, 00:00:25Glückwunsch dazu.  :Danke2:

Vom Feinsten dokumentiert - besser geht nicht.  :glotz:  :super: 

besten Dank!  :super:

Viele Grüße

Frank
#20
Hallo Michael, Du wandelndes Lexikon,

vor nicht langer Zeit hätte ich zu Deiner Frage nichts sagen können, aber vor kurzem war ich ja auf der Tagung der mesolithischen AG in Köln. Dort hielt Benjamin Spies (Museum für Franken, Würzburg) einen Vortrag über mesolithische Innovationen. Demzufolge kamen die geschliffenen Beilklingen von Osten (Australien und Japan) und erreichten dann über Nordeuropa (Norwegen) gegen 7.400 v. Chr. Zentraleuropa. Das Beil in der Bestattung von Dürrenberg wurde explizit erwähnt und ist somit eines der frühesten Nachweise von geschliffenen mesolithischen Beilklingen in unseren Breiten.
Viele Grüße

Jondalar