Fund 2 von der Fundstelle des Kernbeils: Bohrer für/vom Grobmechaniker

Begonnen von neolithi, 31. März 2025, 15:14:01

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neolithi

Hallo zusammen,

in meinem letzten Thema (https://sucherforum.de/steinartefakte/mal-etwas-eindeutiges-kernbeil/)
hatte ich ja von 3 Fundstücken gesprochen. Hier nun Nr. 2: nicht schön, aber auch irgendwie charmant in seiner Grobheit, finde ich.
Ich mag an dem Teil, dass es zunächst wie irgendeine abgesprungene Ecke eine größeren Steines aussieht (was es vermutlich auch war)und erst beim Umdrehen offenbart sich die Bearbeitung.

Schöne Grüße
Anke

Neos

Hallo, Anke,

ich würde meinen, dass hier Mutter Natur ganze Arbeit geleistet hat. Sprich: Ich denke, dass es sich hierbei um ein Geofakt handelt.

Viele Grüße 

Frank 

neolithi

Das glaube ich nicht. Vielleicht bekomme ich demnächst bessere Bilder hin. Aber heute nicht mehr.
Liebe Grüße
Anke

hargo

Hallo,

...917.jpg ist zweifelhaft.
...415 + 406 stimmen mich nachdenklich.

Warte auf die neuen Bllder  :glotz:

Mal unabhängig davon, der ist (wenn es einer wäre) offfensichtlich riesig!

mfg

neolithi

Hier die neuen Bilder.
Ich kann die Zweifel an meiner Bohrer-/Spitzgerät-Diagnose verstehen, aber ich denke immer noch an eine grobe menschliche Bearbeitung.

Liebe Grüße
Anke

Furchenhäschen

Hallo,
tut mir Leid aber ich sehe und erkenne hier nur Trümmerstücke von Hornsteinmaterial wie sie beispielsweise im Jura an oberflächennahen Hornsteinvorkommen welche durch Erdbewegungen (Landwirtschaft usw.) entstanden sind. Einen artifiziellen Charakter vermag ich leider nicht zu erkennen.

Grüße Peter

hargo

Hallo,

ich tendiere schon zu Bohrer.
Was soll es sonst sein, zumal Hornstein nicht gegeben scheint.

Wo suchst du nochmal?

Ich  sehe ihr hier keinen Nachweis für ein Geofakt.


mfg

Danske

Hallo Anke,

schließe mich den Einschätzungen von Frank und Peter an. Auch ich sehe leider keine eindeutigen Anhaltspunkte für eine menschliche Bearbeitung des Fundstücks.

LG Holger :winke:
Ignoramus, ignorabimus.

hargo

Möchte nicht ausschließen, dass ich es bin, der blind ist.
Lege es mal einem Fachmann / einer Fachfrau vor.

mfg

Fischkopp

Hallo neolithi,

schwieriges Teil. Kenne ähnliche Stücke aus einem Niedermoor wo jeder Stein von Menschen eingebracht wurde und man somit ausschließlich Artefakte findet und keine Geschiebesteine. Ich würde hier zu Bronzezeit tendieren.

LG Fischkopp

neolithi

Ich danke euch für die vielen Hinweise,  Argumente und Anregungen.  :super:
Ich denke auch am ehesten an ein Spitzgerät aus der Bronzezeit, als die Fertigkeiten verlorengingen.
Ich werde es aber mal live jedem  vorlegen oder Fotos ans Landesamt schicken (wenn die das machen). Vielleicht kannst du, Frank, mir noch einen Tipp geben,  wer da im Amt zur Zeit auf Steinartefakte spezialisiert ist. Und wenn doch ein Geofakt sein sollte,  geht meine Welt auch nicht unter.  :-)

Liebe Grüße
Anke

Danske

Zitat von: neolithi in 03. April 2025, 12:58:37Ich danke euch für die vielen Hinweise,  Argumente und Anregungen.  :super:
Ich denke auch am ehesten an ein Spitzgerät aus der Bronzezeit, als die Fertigkeiten verlorengingen.
Ich werde es aber mal live jedem  vorlegen oder Fotos ans Landesamt schicken (wenn die das machen). Vielleicht kannst du, Frank, mir noch einen Tipp geben,  wer da im Amt zur Zeit auf Steinartefakte spezialisiert ist. Und wenn doch ein Geofakt sein sollte,  geht meine Welt auch nicht unter.  :-)

Drücke dir beide Daumen. Wenn du eine Ansprache vom Amt hast, informiere uns bitte.

Liebe Grüße
Holger
Ignoramus, ignorabimus.

neolithi

Das mache ich,  kann aber länger dauern,  bis ich dazu komme.
Liebe Grüße
Anke

Herlitz

Hallo,

es ist übrigens keineswegs so, dass die Kenntnisse der Feuersteinbearbeitung in der Bronzezeit verloren gingen, im Gegenteil. Hier mal nur ein Beispiel:
https://st.museum-digital.de/object/11155
 :winke:  Sven

neolithi

Hallo Sven,

danke für den Hinweis und den Link zum Beispiel der schönsten Steinwerkzeuge der Welt (wie ich finde). Natürlich weiß ich auch um die hohe Kunst der Bronzezeit-Steinschmiede, welche die Metallschmiede mit ihren Steinbearbeitungen imitieren konnten.
Aber gleichzeitig ging bei vielen nicht so Ehrgeizigen doch auch die Steinfertigkeit verloren, als zunehmend Metallwerkzeuge zur Verfügung standen und nur noch gelegentlich auf das Material Stein zurückgegriffen werden musste.
Habe ich jedenfalls von Archäologen hier im Norden gelernt und es scheint mir auch schlüssig.

Liebe Grüße
Anke

Wiedehopf

Guten Abend,

mir fehlt noch die Erklärung, wie eine so explizite Spitze auf natürliche Art und Weise entstanden sein soll (tendiere auch zu Bohrer).

Viele Grüße
Michael

Nanoflitter

Das Problem an manchen vermutlich menschengemachten Stücken sind auch die Negativmuster, wie hier. Versucht mal, an so einer fragilen Spitze so breitflächige Abschläge zu machen... :glotz:  :zwinker:  LG

Furchenhäschen

Hallo,
sorry,
mir fehlt das Verständnis oder auch  die Sichtweise wie man auf den Gedanken kommen könnte das es sich bei diesem Stück um einen Bohrer handeln könnte. Ich sehe dahingehend weder eine zielgerichtete, zweifelsfreie Bearbeitung, noch sieht man keinerlei
für einen Bohrer typische Gebrauchsspuren.
Beste Grüße Peter

Silex

Wenn man mit diesem Monstrum was gebohrt hätte .. dann höchstens  morsches Holz... aber wer macht das schon
Die Hoffnung trübt das Urteil, aber sie stärkt die Ausdauer.

Nanoflitter

Holz (nicht gerade morsches) war einer der wichtigsten Werkstoffe in der Steinzeit, man sollte die Steinzeit eigentlich umbenennen... und Löcher kann man darin immer gebrauchen.. obwohl das Ding nicht gerade angefertigt scheint, würde es sicher diesen Zweck auch erfüllen, kenne viel filigranere Teile. LG

Wiedehopf

Zitatsorry,
mir fehlt das Verständnis oder auch  die Sichtweise wie man auf den Gedanken kommen könnte das es sich bei diesem Stück um einen Bohrer handeln könnte. Ich sehe dahingehend weder eine zielgerichtete, zweifelsfreie Bearbeitung, noch sieht man keinerlei für einen Bohrer typische Gebrauchsspuren.

Guten Abend,

ich persönlich kam auf diesen Gedanken weil das von Anke gezeigte Stück durchaus in das Muster der von mir und anderen Suchern gefundenen und als Bohrer interpretierten Stücke aus dem Ostseeraum passt. Vielleicht hat der Norden aufgrund des dortigen Flintreichtums auch hier seine eigenen Gesetze.   

Viele Grüße
Michael