Steinfund 32: Klinge oder Korrekturabschlag

Begonnen von Shard, 12. Juni 2026, 10:49:22

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Shard

Servus,

der vermutlich letzte Fund für diese Saison.
Gefunden auf dem Acker auf dem ich auch Steinfund 17 (den schönen weiß grau gebänderten) gefunden habe.

Das Stück hat Dorsal links mindestens drei Schlagbahnen anderer Abschläge. Man erkennt Lateral einen Schlagkegel und eine Mini Schlagnarbe.

Fällt das Stück in die Kategorie Klinge oder ist das nur ein Korrekturabschlag?

Fundort: Landkreis Neuburg Schrobenhausen

Vielen Dank im voraus für eure Antworten!

Gruß Shard

Furchenhäschen

Hallo,
da ist ziemlich viel Kortex zu sehen, deswegen vermute ich eher ein Abfallprodukt aus der Kernpräparation welche zur Vorbereitung von Hornsteinknollen herrührt um daraus später Klingen oder Abschläge sauber und zielgerichtet herzustellen zu können.

Grüße
Peter

Nanoflitter

Abschlag wäre hier ok, da die Kantenparallelität zu wünschen übrig lässt. Korrektur ist meistens richtig, da das Teil nicht weiterverwendet wurde, oder zur weiteren Verwendung eingelagert. Es entsteht sehr viel Abfall beim Klingenabbau, alles irgendwie Korrektur um zum Ziel zu kommen. LG

Shard

Hallo Peter,

danke für deine Einschätzung.
Tut mir leid, die Bilder habe ich nicht besser hinbekommen, aber da ist kein Cortex. Das Material ist sehr rauh. Ich bin mir auch nicht sicher was das ist. Könnte das Quarzit sein?

Ich hab noch ein besseres Bild von der "Cortex" Seite gemacht.

Gruß Shard

Shard

Servus Nanoflitter,

danke für deine Einschätzung. Also Kantenparallelität ist ein weiteres Merkmal, welches für eine Klinge erfüllt sein muss?

Gruß Shard

Nanoflitter

Ja, eine "ännähernde Kantenparallelität", eine Klinge, die wirklich parallel ist, gibt es aus technischen Gründen nicht. Der größere Teil davon sollte halt möglichst parallel sein und doppelt so lang wie breit. Die Bezeichnung Klingenfragment ist auch fragwürdig, vor allem bei kurzen Stücken. Diese können auch aus einem Abschlag stammen. Jedoch benutze ich die auch, man weiß ja, was gemeint ist. Erbsenzählerei.. :zwinker: LG

Neos

Hallo, Nanoflitter,

ich stimme dir bei diesen Sätzen hier 100-prozentig zu:

Zitat von: Nanoflitter in 12. Juni 2026, 13:02:34Der größere Teil davon sollte halt möglichst parallel sein und doppelt so lang wie breit. Die Bezeichnung Klingenfragment ist auch fragwürdig, vor allem bei kurzen Stücken. Diese können auch aus einem Abschlag stammen. Jedoch benutze ich die auch, man weiß ja, was gemeint ist. Erbsenzählerei..

... allerdings nicht, weil ich's (noch) nicht verstehe, bei diesem Satz hier:

Zitat... eine Klinge, die wirklich parallel ist, gibt es aus technischen Gründen nicht.

Magst du so nett sein und kurz einmal erläutern, wie du das meinst?

Viele Grüße

Frank

Nanoflitter

Es sind halt handgeschlagene Objekte, eine wirklich geometrische Parallelität sind zwei Geraden mit gleichem Abstand. Durch den Einzug zur Schlagfläche und den distalen Auslauf kann eine Klinge technisch nie komplett parallel gefertigt werden. LG

Neos

#8
Hallo, Nanoflitter,

ok, verstehe, du meintest also den Herstellungsprozess einer Klinge, und dass bei diesem eine Klinge nie kantenparallel ausfallen kann. Das ist natürlich richtig. Woran ich dachte und denke ist an den Medialteil einer Klinge oder genauer: an eine Klinge, bei der das Proximal- und das Distalende fehlen. Und zwar egal, ob absichtlich so hergestellt, oder durch rezente Beschädigung entstanden. Dann kann eine Klinge natürlich durchaus absolut kantenparallel sein. Ich denke hier insbesondere an Mikroklingen.

Damit sich auch ein Laie vorstellen kann, was ich meine, habe ich unten eine Fotomontage angehängt, bei der ich beispielhaft eine von mir im nördlichen Schleswig-Holstein gefundene, beidseitig endretuschierte Klinge einmal digital geteilt habe.

Ich finde, wir haben beide Recht. Oder was meinst du?  :-D

Viele Grüße

Frank

Nanoflitter

#9
Das ist dann ein Klingenfragment...oder Endretusche, also eine Weiterverarbeitung, nicht die Grundform Klinge :-) LG

Neos

Hallo, Nanoflitter,

Zitat von: Nanoflitter in Heute um 14:55:24Das ist dann ein Klingenfragment...oder Endretusche, also eine Weiterverarbeitung, nicht die Grundform Klinge :-) LG

selbstverständlich handelt es sich bei dem, was ich beschrieben habe, nicht um die Grundform. Von dem Begriff ,,Grundform" war auch bis dato nicht die Rede.

Du hast in diesem Thread den Begriff ,,Erbsenzählerei" erwähnt. Lass gut sein und uns beide nicht dahin abdriften lassen.

Viele Grüße

Frank

Nanoflitter

Ja, belassen wir es dabei, ist ja eigentlich nicht so kompliziert, im Thread ging es ja um Klinge oder nicht, das ist ja geklärt. Steht ja auch alles recht verständlich in der Literatur. LG

StoneMan

Zitat von: Nanoflitter in 12. Juni 2026, 14:52:55... eine wirklich geometrische Parallelität sind zwei Geraden mit gleichem Abstand.

Moin,

einen schmunzelnden Abschluss zum Thema Parallelität. :friede:

Parallelität gibt es auch bei geschwungenen Linien.

Gruß

Jürgen

Un wat seggt KI dazu?
ZitatParallelen sind wie gute Vorsätze und der Feierabendverkehr: Sie laufen oft kilometerweit nebeneinander her,
doch kaum wollen wir, dass sie sich berühren, tun sie es nie. Und falls doch, endet das meistens im Chaos!

Zwei parallele Linien treffen sich im Unendlichen. Sagt die eine zur anderen: ,,Hey, wir haben uns ja ewig nicht gesehen!"
Antwortet die andere: ,,Ja, Wahnsinn! Aber ich hatte irgendwie immer das Gefühl, wir gehen den gleichen Weg."
Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
Antoine de Saint-Exupéry