Doppelkratzer?

Begonnen von Jondalar, 02. Februar 2026, 10:31:04

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Jondalar

Hallo zusammen,

als ich vor ein paar Jahren begann, mich für die steinernen Artefakte zu interessieren, beging ich einen in diesem Bereich lehmigen Acker. Ein etwa 50m² großes, sandiges, leicht erhabenes Areal wahrnehmend, ging ich darauf zu und sah 'sie' sitzen. Die rational veranlagten unter Euch werden nun natürlich verzweifelt mit dem Kopf schütteln... Wenig später hielt ich dieses Stück in den Händen... 

Auch wenn ich davon ausgehe, dass das Ausgangsstück eine Klinge war und der Proximalbereich mit seinen Schlagflächenresten ja oft schon Kratzer ähnlich aussieht, so scheint mir bei diesem Stück auch diese Seite retuschiert worden zu sein. Ich halte das Stück demzufolge für einen Doppelkratzer. Wie schätzt Ihr es ein?

l= 25mm
b= 23mm
h= 7mm
Gewicht= 6 gr.
Fundort= Landkreis Helmstedt

Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Nanoflitter

Ja, wär dabei, bipolarer Kratzer. :super: LG

StoneMan

Moin Jondalar,

jau, passt gut. Wie im Bilderbuch  :super:

Deiner ist sogar typischer, als meiner:Danke2:

Gruß

Jürgen
Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
Antoine de Saint-Exupéry

Jondalar

Hallo Nano,

vielen Dank für Deine bestätigende Einschätzung!
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

#4
Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine Einschätzung und den Hinweis auf Deinen Beitrag. Dort gibt es ja noch diverse Hinweise und Überlegungen zu der Nutzung dieses Typus. Auf dem Fundareal meines Stückes gibt es Nachweise von der Bronzezeit bis mindestens zur Hamburger Kultur. Eine gesicherte zeitliche Einordnung ist somit nicht möglich...
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Neos

Hallo, Jondalar,

was für ein Winzling von deinem Doppelkratzer! In der Größe habe ich so etwas noch nicht gesehen. Cool!  :super:

Viele Grüße 

Frank 

thovalo


Moin Jondalar!

Der ist wirklich knuffig und ich meine auch weißlich patiniert.  :glotz:

Vergleichbar kleine Doppelkratzer gibt es durchaus, doch handelt es sich dann weit überweigend um Abschlagkratzer. Von einem spätaltsteinzeitlichen Fundplatz hier liegt auch ein Beispiel für so ein kleines Exemplar vor.

Tatsächlich ist Dein Fundbeleg aus einer Klingengrundform gefertigt worden. Kleine Kratzer an Klinge sind ja auch schon im Mesolithikum vertreten und zu erwarten, was die Patinierung mit einschließen würde.

Da eine Patinierung, ohne Kenntnis des Platzes, nicht datierend ist, könnte das Stück jedoch ebenso gut aus dem späten Neolithikums stammen, eine Zeit in der, aus unerklärten Gründen, sehr umfangreiche Mengen dieser kleinen Kratzer vorkommen.


Jedenfalls ist das ein schöner, klarer Beleg für eine feine Kleinarbeit!


lG Thomas  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Jondalar

Hallo Frank,

wenn DU einen Doppelkratzer in dieser Größe noch nicht gesehen hast, dann 'adelt' das das Stück für mich. Vielen Dank für den Zuspruch!
Viele Grüße

Jondalar
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(Konfuzius)

Jondalar

#8
Hallo Thomas,

vielen Dank auch für Deine wertschätzenden und einordnende Zeilen. Und Du hast mit der Patinierung völlig recht. Von dem Fundort habe ich schon einige Stücke eingestellt:

https://sucherforum.de/steinartefakte/ein-fur-mich-besonderer-fund-x-mutmassliche-klinge-eines-scheibenbeils/

https://sucherforum.de/steinartefakte/definitiv-kein-flintenstein/

https://sucherforum.de/index.php?msg=537332

Wie sich allein an diesen Stücken zeigt, ist die Patinierung hinsichtlich der zeitlichen Einordnung aussagelos. Ein wenig patiniertes Scheibenbeil aus dem Mesolithikum und eine deutlich stärker patinierte neolithische Pfeilspitze... Ich führe dies, zumindest teilweise, auf die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, mal sandig, mal überwiegend lehmig, zurück...
Viele Grüße

Jondalar
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(Konfuzius)

StoneMan

Zitat von: Jondalar in Heute um 10:26:39Wie sich allein an diesen Stücken zeigt, ist die Patinierung hinsichtlich der zeitlichen Einordnung aussagelos. Ein wenig patiniertes Scheibenbeil aus dem Mesolithikum und eine deutlich stärker patinierte neolithische Pfeilspitze... Ich führe dies, zumindest teilweise, auf die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, mal sandig, mal überwiegend lehmig, zurück...
Viele Grüße

Jondalar



Moin Jondalar,

das hast Du richtig beobachtet.

Zumindest ist die Patina kein sicheres Merkmal für die Alterseinstufung.
Siehe meine Anmerkungen dazu.

Neuere Kenntnisse dazu, hatte ich hier verlinkt.


Gruß

Jürgen
Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
Antoine de Saint-Exupéry

Steinkopf

Moin in die Runde,

ist das schöne Fundstück denn nicht aus hellem Flint?
Was spricht denn hier für Patinierung?

LG
Jan