Hallo zusammen,
als ich vor ein paar Jahren begann, mich für die steinernen Artefakte zu interessieren, beging ich einen in diesem Bereich lehmigen Acker. Ein etwa 50m² großes, sandiges, leicht erhabenes Areal wahrnehmend, ging ich darauf zu und sah 'sie' sitzen. Die rational veranlagten unter Euch werden nun natürlich verzweifelt mit dem Kopf schütteln... Wenig später hielt ich dieses Stück in den Händen...
Auch wenn ich davon ausgehe, dass das Ausgangsstück eine Klinge war und der Proximalbereich mit seinen Schlagflächenresten ja oft schon Kratzer ähnlich aussieht, so scheint mir bei diesem Stück auch diese Seite retuschiert worden zu sein. Ich halte das Stück demzufolge für einen Doppelkratzer. Wie schätzt Ihr es ein?
l= 25mm
b= 23mm
h= 7mm
Gewicht= 6 gr.
Fundort= Landkreis Helmstedt
Viele Grüße
Jondalar
Ja, wär dabei, bipolarer Kratzer. :super: LG
Moin Jondalar,
jau, passt gut. Wie im Bilderbuch :super:
Deiner ist sogar typischer, als meiner (https://sucherforum.de/index.php?msg=473830). :Danke2:
Gruß
Jürgen
Hallo Nano,
vielen Dank für Deine bestätigende Einschätzung!
Viele Grüße
Jondalar
Hallo Jürgen,
vielen Dank für Deine Einschätzung und den Hinweis auf Deinen Beitrag. Dort gibt es ja noch diverse Hinweise und Überlegungen zu der Nutzung dieses Typus. Auf dem Fundareal meines Stückes gibt es Nachweise von der Bronzezeit bis mindestens zur Hamburger Kultur. Eine gesicherte zeitliche Einordnung ist somit nicht möglich...
Viele Grüße
Jondalar
Hallo, Jondalar,
was für ein Winzling von deinem Doppelkratzer! In der Größe habe ich so etwas noch nicht gesehen. Cool! :super:
Viele Grüße
Frank
Moin Jondalar!
Der ist wirklich knuffig und ich meine auch weißlich patiniert. :glotz:
Vergleichbar kleine Doppelkratzer gibt es durchaus, doch handelt es sich dann weit überweigend um Abschlagkratzer. Von einem spätaltsteinzeitlichen Fundplatz hier liegt auch ein Beispiel für so ein kleines Exemplar vor.
Tatsächlich ist Dein Fundbeleg aus einer Klingengrundform gefertigt worden. Kleine Kratzer an Klinge sind ja auch schon im Mesolithikum vertreten und zu erwarten, was die Patinierung mit einschließen würde.
Da eine Patinierung, ohne Kenntnis des Platzes, nicht datierend ist, könnte das Stück jedoch ebenso gut aus dem späten Neolithikums stammen, eine Zeit in der, aus unerklärten Gründen, sehr umfangreiche Mengen dieser kleinen Kratzer vorkommen.
Jedenfalls ist das ein schöner, klarer Beleg für eine feine Kleinarbeit!
lG Thomas :winke: