Schlagstein

Begonnen von Persephone, 08. Januar 2026, 18:01:13

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Persephone

Das ist ein Schlagstein (? ich tue mich schwer mit der Abgrenzung zu z. B. Mahlsteinen) aus dem Norden Niedersachsens.
Es ist anspruchsvoll, die Gebrauchsspuren angemessen fotografisch wiederzugeben,
hoffe aber, dass es einigermaßen hinhaut. Er hat eine nahezu doppelkonische Form, wie man exemplarisch auf Bild 2 sehen kann.
Primär würde mich das Gestein interessieren.
Schlagsteine habe ich so einige über die Jahre finden dürfen, allerdings ist mir dieses Gestein bisher nicht untergekommen. Sieht sehr fein und weiß aus.
Falls es sonst Anmerkungen zu dem Stück gibt; immer gerne!

:winke: Persephone


Persephone


Herlitz

Hallo Persephone,

ja, das ist doch ein eindeutiger, viel genutzter Schlagstein. Es wird sich um einen Gangquarz handeln, ein dafür gern genutztes Material. Damit konnte man sicher Silex bearbeiten.
 :winke:  Sven

Nanoflitter

Ja toll! Ein schönes Stück. Quarzit würde ich sagen. Ich denke, die Dinger wurden hauptsächlich zum aufrauhen von Schiebemühlen verwendet, so viel Steinartefakte gibt es gar nicht, um so eine Abnutzung zu generieren. LG

Herlitz

Zitat von: Nanoflitter in 08. Januar 2026, 18:14:40Ja toll! Ein schönes Stück. Quarzit würde ich sagen. Ich denke, die Dinger wurden hauptsächlich zum aufrauhen von Schiebemühlen verwendet, so viel Steinartefakte gibt es gar nicht, um so eine Abnutzung zu generieren. LG

Ja, als Quarzit kann man es sicher auch ansprechen, das ist für den Archäologen sicher kein wesentlicher Unterschied.
Meines Wissens geht man davon aus, dass Silex-Klopfsteine zum Aufrauhen verwendet wurden, diese haben schärfere Kanten, während man mit ihnen wohl nur schlecht Feuersteine bearbeiten konnte, da das dann auch den Schlagstein zersplittert. Dafür brauchte man andere Gesteine wie eben Quarzit, Amphibolit oder auch Grauwacke, die zäher sind.
 :winke:  Sven

Persephone

Klasse, danke!
Dann werde ich mich mal ans Recherchieren machen :Danke2:

Danske

Ja, ein klassisch schöner Klopfer aus Felsgestein, würde auch feinkörniger Quarzit sagen, der hat ja auch einen sehr hohen Anteil an Quarz.

Schön die flachen Griffseiten und die dachförmig facettierte Arbeitsfläche. Ein feines Stück :super:

LG
Holger
Ignoramus, ignorabimus.

Neos

#7
Hallo, Persephone,

bei Klopfstein und Quarzit bin ich auch dabei. Da du u. a.

Zitat von: Persephone in 08. Januar 2026, 18:01:13Sieht sehr fein und weiß aus.

schreibst, könnte man auch Milchquarz-Kiesel vermuten. Das würden die Fotos (für mich) jedoch nicht hergeben. Aber wie wir alle wissen, können Fotos auch sehr gerne mal täuschen. Von daher: Schau' doch mal, wenn du magst, ob das auch eine Option sein könnte.

Auf alle Fälle ist das ein wirklich schönes, klassisches Exemplar, das du uns da zeigst, mit einer tollen Facettierung! Herzlichen Glückwunsch dazu und dank dir fürs Zeigen!  :super:

Viele Grüße

Frank

Übrigens: 1a Fotos!  :super:

Persephone

@Holger, das mit dem feinkörnig kann im Abgleich mt anderen Exemplaren gut hinkommen.

@Frank, ein Kompliment für meine Fotos nach all den Jahren, das läßt mich sprachlos zurück :narr:
Danke für die zusätzlichen Informationenecuh allen!

Bei den geläufigen Schlagsteinen, die ich finde, sollte es sich um klassischen Quarzit handeln.
Von daher werde ich ncohmal ein paar Vergleichsfotos nachreichen bei Tageslicht.


Schönen Abend,

Persephone

Persephone

So, hier mal Fotos im Abgleich mit anderen Quartzgesteinen, die hier weitaus geläufiger sind,
als der milchige. Man sieht deutlich, dass es sich um eine andere Erscheinungsform bzgl Farbe und Konsistenz handelt.
Vielleicht hat auch jemand Informationen über die anderen Varietäten, besonders den unansehnlichen körnigen Schlagstein (der wirklich schwer zu fotografieren ist), oben auf den Fotos.

 :winke: Persephone


Danske

Hallo Persephone,

also, um es vorweg zu sagen, bei der Materialfrage kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen. Für mich gestaltet sich die Bestimmung des Materials mitunter schwieriger als die Bestimmung des Artefakts.

Du bezeichnest das Gestein des ersten gezeigten Klopfers als milchig, ist das richtig? Er ist aber doch gar nicht milchig, wie die ausgebrochene Stelle auf dem zweiten Foto und die dunklen Flächen auf den Griffseiten zeigen. So sieht bei mir der Taunusquarzit aus, der aber kein echter Quarzit, sondern durch Kieselsäure = quarzitisch gebundener Sandstein ist, mit einem gleichwohl hohen Anteil an Quarz und fast ebenso hart wie echter Quarzit.

Das Material des von dir so bezeichneten unansehlichen Schlagsteins würde ich als echten grobkörnigen Quarzit bezeichnen.

Aber wie gesagt, ist alles von mir gesagte mit Vorsicht zu genießen und soll eher als Anstoß dazu dienen, weiter zu recherchieren.

LG
Holger
Ignoramus, ignorabimus.

Persephone

Moin Holger,

ja, ich bezeichne die Oberfläche des Gesteins als milchig. Und ja, die ausgebrochenen Stellen legen wiederum den Blick auf eine ganz andere Struktur und Farbe offen.
Ich habe mir einmal Taunusquarzit angeschaut und es gibt tatsächlich, zumindest was die Farbe angeht, Ähnlichkeit. Deine dazu geschrieben Erklärung ergibt Sinn.
Petrologie oder auch Geologie sind Professionen, die mir regelmäßig Grenzen in der Ansprache bestimmter Stücke aufzeigen.
Danke für deine Gedanken!

 :winke: Persephone