Mesolithische Dreiecksspitze, medium

Begonnen von Jondalar, 05. Oktober 2026, 09:11:21

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Jondalar

Hallo zusammen,

anbei eine basisretuschierte (nicht gut zu erkennen) mesolithische Dreiecksspitze, die mit Feuer in Kontakt kam und dabei ihre Farbe und Durchsichtigkeit im Gegensatz zu andern 'Feueropfern'

https://sucherforum.de/steinartefakte/erster-netter-fund-des-jahres-mesolithische-dreiecksspitze/
 
nicht gänzlich verloren hat. Vielleicht steckte sie ja in einem Kaninchen und wurde ohne direkte Feuerkontakt nur 'halb' geröstet...    ;) 

Länge: 18mm
Breite: 7mm
Höhe: 1,5mm
Gewicht: 1gr.

Fundort: Landkreis Gifhorn

Viele Grüße

Jondalar  
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Robert

aber trotzdem ein edles Teil.

 :winke:
wer alles weiß, bekommt keine Überraschung mehr

Jondalar

Hallo Robert,

vielen Dank für Dein wertschätzendes Feedback.
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

steinwanderer

Moin Jondalar,
wie kommst Du auf mesolithisch. Die Spitze weist doch fast schon eine Flächenretusche auf.
nach den Bildern zu urteilen gehe ich hier von einer spätneolithischen Spitze aus.
Gruß Klaus
Lewer duad üs Slav

Jondalar

#4
Hallo Klaus,

vielen Dank für Deine Einschätzung.

Wahrscheinlich liegt es mal wieder an der mangelnden Qualität meiner Fotos, aber ich denke nach wie vor, dass es sich bei dem Stück um einen mesolithischen Mikrolithen handelt. Das was Du vermutlich als eine Fast-Flächenretusche ansiehst (Foto 1: linke Laterale) ist 'nur' eine seitliche Retusche. Die Risse unterstützen vielleicht auch Deine Wahrnehmung einer Flächenretusche...
Das Stück ist in Größe und Habitus absolut vergleichbar mit anderen hiesigen Funden:

 https://sucherforum.de/steinartefakte/beil-oder-nicht-beil-das-ist-hier-die-frage-4-nebst-dreiecksspitze/

Zudem wäre es, zumindest nach meinen bisherigen Erfahrungen, für ein neolithische Projektil ein wenig zu grazil.
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

thovalo


Moin Jondalar!

Ja, es ist eine mesolithische Spitze, allerdings kein Dreieck, dafür sind nach meinem Eindruck die Seitenlinien zu gebeugt. Die Bilder finde ich super gelungen und das Carquellèe macht sie zu einem kleinen Kunstobjekt.

Fehlt was an der Basis? Das läßt sich schlecht erkennen.


lG Thomas  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

steinwanderer

Alles klar,ich hatte nicht auf die Größenangabe geachtet.
Gruß Klaus
Lewer duad üs Slav

Jondalar

Wow... dass ich zu meinen Fotos noch mal etwas Positives lesen darf....  ;)

Hallo Thomas,

Vielen Dank für Deine Einschätzung. Die Basis ist vollumfänglich retuschiert. Das Stück ist also bis auf die Spitze der Spitze komplett.
Viele Grüße 

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

thovalo

#8
Ich habe nochmal bei Arora nachgeschaut.   


Dreieckspitzen haben immer ein horizontal gerade Basis und sei die noch so kurz. Insofern ist es sicher keine DreieckSPITZE.

Dann gibt es die DREIECKE in verschiedenen Abstufungen nämlich: gleichschenklig, ungleichschenklig, schmal und lang-schmal.

Das führt zur Feststellung, dass Du sicher keinen Mikrolithen vorliegen hast der in die Typologie passt, denn es ist eine symmetrische Spitze mit gebogenen Seiten mit einer schrägen, und teils gebuchteter Basis. Dein Artefakt ist in keiner der gezeigten Perspektiven dreieckig.

Also typologisch kein Mikrolith, weder eine Dreieckspitze noch ein Dreieck, wenn auch ein kleines rundum steil retuschiertes Produkt, wobei ich auch bei intensiven Hinsehen im Bereich der "Basis" keine klare Retuschierung erkennen kann. Ist das nicht vielleicht doch eher eine Bruchstelle?


lG Thomas  :winke:


https://sucherforum.de/steinartefakte/spataltsteinzeitliches-federmesser-versus-mesolithischer-mikrolithen/msg462135/#msg462135

Das Artefakt in der Mitte ist eine DreieckSPITZE, an der Basis dorso-ventral retuschiert ist.


Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Furchenhäschen

Zitat von: thovalo in 09. Oktober 2026, 17:47:12Ich habe nochmal bei Arora nachgeschaut. 


Dreieckspitzen haben immer ein horizontal gerade Basis und sei die noch so kurz. Insofern ist es sicher keine DreieckSPITZE.
Dann gibt es die DREIECKE in verschiedenen Abstufungen nämlich: gleichschenklig, ungleichschenklig, schmal und lang-schmal.



Also typologisch kein Mikrolith, weder eine Dreieckspitze noch ein Dreieck, wenn auch ein kleines rundum steil retuschiertes Produkt, wobei ich auch bei intensiven Hinsehen im Bereich der "Basis" keine klare Retuschierung erkennen kann. Ist das nicht vielleicht doch eher eine Bruchstelle?


lG Thomas  :winke:


https://sucherforum.de/steinartefakte/spataltsteinzeitliches-federmesser-versus-mesolithischer-mikrolithen/msg462135/#msg462135

Das Artefakt in der Mitte ist eine DreieckSPITZE, an der Basis dorso-ventral retuschiert ist.




Hallo,
da hat der Thomas Recht, den Bereich einer möglichen Bruchstelle habe ich Rot eingefasst. Dort sieht das Gestein auch etwas (schlag-)frischer, heller aus.

Grüße Peter

steinwanderer

Moin moin,
wie die Thomas schon schrieb passt die Spitze typologisch nicht ins Mesolithikum. Das hatte auch ich in meinem Beitrag zu verstehen zu geben. Die Rundumretusche mit der konkaven Basis, passt eben eher zu einer neolithischen Spitze. Auch deine andere Spitze weist diese Merkmale auf.
Gruß Klaus
Lewer duad üs Slav

Jondalar

#11
Hallo Thomas,

Vielen Dank für Deine spannenden Erörterungen. Ich bin momentan für einige Zeit unterwegs. Nach meiner Rückkehr werden ich mir die Spitzen in meiner Sammlung, die für meine (bisherigen) Augen alle zum gleich Typus gehören, anhand Deiner Anmerkungen noch einmal genau ansehen. Und auch deren Basis.... Bisher dachte ich, dass es einen Typ mit und einen ohne Basisretusche gibt. Ich bin mir, ohne jetzt das hier thematisierte Stück vor Augen zu haben, eigentlich sicher, dass die Basis retuschiert ist. Du zweifelst, da sie leicht schräg und nicht gerade ist?. Das Stück, welches ich bereits einmal gezeigt hatte sollte ebenfalls Basisretusche aufweisen und eine einseitige laterale Retusche:

https://sucherforum.de/steinartefakte/beil-oder-nicht-beil-das-ist-hier-die-frage-4-nebst-dreiecksspitze/

Ich werde aber auch da noch mal einen Blick 'drauf werfen. Das nun gezeigte Stück ist nur an der linken Lateralen (Foto 1) retuschiert, die rechte weist keine Retuschen auf.

Ich kann auch gerade nicht nachlesen, aber ich meine mich zu erinnern, dass derartige Funde in hiesigen Gefilden der spätmesolithischen Boberger Kultur zugeordnet werden.

Aber auf jeden Fall erst einmal vielen Dank für Deine differenzierte Einschätzung.
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

Hallo Peter,

Vielen Dank für Deinen genauen Blick. Wie schon geschrieben bin ich, vorbehaltlich einer neuerlichen Prüfung nach meiner Rückkehr, der Meinung, dass die Basis retuschiert ist. Aber Du scheinst mir Recht zu haben, dass der von Dir markierte kleine Bereich anders aussieht. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich hierbei nicht um einen Bruch handelt, sondern dass aufgrund der Hitze ein Stück abgesprengt wurde, wie ja auch an der Spitze. Einen vollständigen Eindruck vermittelt das bereits in der Vergangenheit gezeigte Stück, bei dem ich aus der Erinnerung ebenfalls denke, dass die Basis retuschiert ist und bei dem es auch dort keine Beschädigungen gibt.

https://sucherforum.de/steinartefakte/beil-oder-nicht-beil-das-ist-hier-die-frage-4-nebst-dreiecksspitze/

Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

Hallo Klaus,

Vielen Dank für Deine Einschätzung. Wunderbar, dass sich eine Diskussion ergeben hat. Das schärft den Blick und man kann etwas lernen...

Beide gezeigten Spitzen weisen nur eine einseitige laterale Retusche auf. Meiner Erinnerung nach werden diese Spitzen in meinen Breitengraden der mesolithischen Boberger Kultur zugeordnet, die, und das ist jetzt alleine MEINE Mutmaßung, ja vielleicht bereits von den Neolithikern beeinflusst waren... 
Viele Grüße

Jondalar
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(Konfuzius)