Kleine Steinaxt

Begonnen von Sesterz, 26. August 2026, 20:33:10

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Sesterz

Weiter geht es mit einer kleinen Steinaxt, die noch gut erhalten ist.

Es handelt sich um einen Kiesgrubenfund.

Länge: 9,1 cm
Breite: 4,0 cm
Höhe: 3,0 cm

Da es ein Kiesgrubenfund war, gibt es leider keine Begleitfunde.

Ist hier eine zeitliche Einordnung möglich?

Viele Grüße
S.

Nanoflitter

Die könnte gut in die LBK passen, bei mir hab ich davon schon sehr viele Fragmente und auch ein einigermaßen zusammenhängendes Stück gefunden. Spätere Kulturen haben jedoch auch solche Äxte, z.B. Rössener Kultur. LG

thovalo

Moin!

Ich halte sie für sehr viel jünger!
Ich würde vom Eindruck her, sehr viel eher in Richtung der ausgehenden Jungsteinzeit gehen.

Trotz fehlener spezifischer Merkmale ist das ein sehr schöner Fundbeleg!


lG Thomas  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Danske

LBK sehe ich hier nicht. Da kenne ich nur die flach-breiten bis mittelhohen, im Querschnitt D-förmigen und quer zur Schneide durchlochten rechteckigen bis leicht trapezförmige Klingen.

Für mich scheidet daher LBK aus. M.E. nach gibt es in der LBK keine parallel geschäfteten Axtklingen.

Mit Beginn des Mittelneolithikums tauchen dann die schmal-hohen, parallel zur Schneide durchlochten Dechselklingen mit D-förmigem Querschnitt auf.

Dazu gibt es im Mittelneolithikum noch die Rössener Breit- oder Setzkeile, symmetrische, annähernd dreieckige Geräte mit parallel zur Schneide liegender Durchlochung und oft abgeschrägtem Nacken.
Allerdings waren neue Breitkeile deutlich massiver als diese Axtklinge hier. Eventuell könnte es sich bei dem gezeigten Fundstück um einen solchen, allerdings stark abgenutzten, mehrfach nachgearbeiteten und verrundeten Breitkeil handeln. :kopfkratz: 

Dem Gefühl nach tendiere auch ich eher zu einer Zeitstellung Spät-/ Endneolithikum.

LG Holger :winke:
Ignoramus et ignorabimus.

Nanoflitter

#4
Also ich finde hier regelmäßig solche Teile in allen möglichen Zuständen auf LBK Plätzen. Jedoch so gut wie gar keine Anzeichen jüngeren Neolithikums. Können aber auch gelochte Breitkeile im Endstadium sein, die ja massenhaft zum Bau der Häuser in der LBK genutzt wurden. LG

Sesterz

Danke auch hier für Eure Rückmeldungen.

Finde das alles sehr Interessant, da ich mich bisher noch nicht viel mit Äxten/ Beilen beschäftigt habe.

Ich habe noch eine weitere Steinaxt. Da mache ich morgen mal Bilder von.

Sesterz

Hier noch die Bilder der anderen Steinaxt, die ist etwas größer.

Höhe: 4,8 cm
Breite: 5,0 cm
Länge: 10,8 cm

Danske

Hallo Sesterz,

stammen beide Axtklingen von der gleichen Fundstelle?

LG
Holger
Ignoramus et ignorabimus.

Sesterz

Hallo Holger,

ja, beide Axtklingen stammen aus der selben Kiesgrube.

Viele Grüße
S.

Danske

Danke für die Info.

Bei der 2. Axtklinge sehe ich deutlicher einen Rössener Breitkeil als bei dem zuerst gezeigten Stück. Es gibt im Internet und der Fachliteratur Beispiele, die der 2. Axtklinge sehr ähneln. Eventuell ist die 1. Axtklinge ebenfalls ein abgearbeiteter Breitkeil.

Zeitstellung wäre dann Mittelneolithikum, 4.700 bis 4.400 v.Chr.

LG Holger
Ignoramus et ignorabimus.

Wiedehopf

Moin,

wenn die beiden Äxte auch aus Niedersachsen sind (wie dein kürzlich hier gezeigter Dechsel) würde
ich auch Degenerationsformen von Streitäxten der Einzelgrabkultur in Erwägung ziehen.

Diese liefen bis in die Bronzezeit.

Viele Grüße
Michael 

Nanoflitter

#11
So ungefähr wurden die Breitkeile nachgearbeitet, meist sind sie ja im Loch gebrochen. Deswegen finde ich so viele Stücke mit Lochanteil und nix ganzes. Verwendet wurden diese zum Spalten von Stämmen,also nicht zum zuschlagen. LG

Danske

Nach den Göttinger Typentafeln erscheint die Form der hier gezeigten Axtklingen in mehreren Kulturen des Neolithikums vom Mittel- bis Endneolithikum. Ohne datierende Beifunde dürfte eine zeitliche Einordnung, vor allem anhand von Fotos, nur schwer möglich sein.

Eine Vorlage der beiden Stücke beim zuständigen Landesamt könnte vielleicht Klarheit bringen.

LG Holger :winke:
Ignoramus et ignorabimus.