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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: Sesterz in 26. August 2026, 20:33:10

Titel: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Sesterz in 26. August 2026, 20:33:10
Weiter geht es mit einer kleinen Steinaxt, die noch gut erhalten ist.

Es handelt sich um einen Kiesgrubenfund.

Länge: 9,1 cm
Breite: 4,0 cm
Höhe: 3,0 cm

Da es ein Kiesgrubenfund war, gibt es leider keine Begleitfunde.

Ist hier eine zeitliche Einordnung möglich?

Viele Grüße
S.
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Nanoflitter in 26. August 2026, 21:07:59
Die könnte gut in die LBK passen, bei mir hab ich davon schon sehr viele Fragmente und auch ein einigermaßen zusammenhängendes Stück gefunden. Spätere Kulturen haben jedoch auch solche Äxte, z.B. Rössener Kultur. LG
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: thovalo in 27. August 2026, 18:17:11
Moin!

Ich halte sie für sehr viel jünger!
Ich würde vom Eindruck her, sehr viel eher in Richtung der ausgehenden Jungsteinzeit gehen.

Trotz fehlener spezifischer Merkmale ist das ein sehr schöner Fundbeleg!


lG Thomas  :winke:
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Danske in 28. August 2026, 16:01:10
LBK sehe ich hier nicht. Da kenne ich nur die flach-breiten bis mittelhohen, im Querschnitt D-förmigen und quer zur Schneide durchlochten rechteckigen bis leicht trapezförmige Klingen.

Für mich scheidet daher LBK aus. M.E. nach gibt es in der LBK keine parallel geschäfteten Axtklingen.

Mit Beginn des Mittelneolithikums tauchen dann die schmal-hohen, parallel zur Schneide durchlochten Dechselklingen mit D-förmigem Querschnitt auf.

Dazu gibt es im Mittelneolithikum noch die Rössener Breit- oder Setzkeile, symmetrische, annähernd dreieckige Geräte mit parallel zur Schneide liegender Durchlochung und oft abgeschrägtem Nacken.
Allerdings waren neue Breitkeile deutlich massiver als diese Axtklinge hier. Eventuell könnte es sich bei dem gezeigten Fundstück um einen solchen, allerdings stark abgenutzten, mehrfach nachgearbeiteten und verrundeten Breitkeil handeln. :kopfkratz: 

Dem Gefühl nach tendiere auch ich eher zu einer Zeitstellung Spät-/ Endneolithikum.

LG Holger :winke:
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Nanoflitter in 28. August 2026, 16:44:35
Also ich finde hier regelmäßig solche Teile in allen möglichen Zuständen auf LBK Plätzen. Jedoch so gut wie gar keine Anzeichen jüngeren Neolithikums. Können aber auch gelochte Breitkeile im Endstadium sein, die ja massenhaft zum Bau der Häuser in der LBK genutzt wurden. LG
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Sesterz in 28. August 2026, 20:39:19
Danke auch hier für Eure Rückmeldungen.

Finde das alles sehr Interessant, da ich mich bisher noch nicht viel mit Äxten/ Beilen beschäftigt habe.

Ich habe noch eine weitere Steinaxt. Da mache ich morgen mal Bilder von.
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Sesterz in 29. August 2026, 18:48:57
Hier noch die Bilder der anderen Steinaxt, die ist etwas größer.

Höhe: 4,8 cm
Breite: 5,0 cm
Länge: 10,8 cm
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Danske in 29. August 2026, 23:24:21
Hallo Sesterz,

stammen beide Axtklingen von der gleichen Fundstelle?

LG
Holger
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Sesterz in 30. August 2026, 12:21:38
Hallo Holger,

ja, beide Axtklingen stammen aus der selben Kiesgrube.

Viele Grüße
S.
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Danske in 30. August 2026, 13:07:55
Danke für die Info.

Bei der 2. Axtklinge sehe ich deutlicher einen Rössener Breitkeil als bei dem zuerst gezeigten Stück. Es gibt im Internet und der Fachliteratur Beispiele, die der 2. Axtklinge sehr ähneln. Eventuell ist die 1. Axtklinge ebenfalls ein abgearbeiteter Breitkeil.

Zeitstellung wäre dann Mittelneolithikum, 4.700 bis 4.400 v.Chr.

LG Holger
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Wiedehopf in 30. August 2026, 14:55:08
Moin,

wenn die beiden Äxte auch aus Niedersachsen sind (wie dein kürzlich hier gezeigter Dechsel) würde
ich auch Degenerationsformen von Streitäxten der Einzelgrabkultur in Erwägung ziehen.

Diese liefen bis in die Bronzezeit.

Viele Grüße
Michael 
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Nanoflitter in 30. August 2026, 16:28:08
So ungefähr wurden die Breitkeile nachgearbeitet, meist sind sie ja im Loch gebrochen. Deswegen finde ich so viele Stücke mit Lochanteil und nix ganzes. Verwendet wurden diese zum Spalten von Stämmen,also nicht zum zuschlagen. LG
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Danske in 30. August 2026, 21:55:10
Nach den Göttinger Typentafeln erscheint die Form der hier gezeigten Axtklingen in mehreren Kulturen des Neolithikums vom Mittel- bis Endneolithikum. Ohne datierende Beifunde dürfte eine zeitliche Einordnung, vor allem anhand von Fotos, nur schwer möglich sein.

Eine Vorlage der beiden Stücke beim zuständigen Landesamt könnte vielleicht Klarheit bringen.

LG Holger :winke:
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Sesterz in 31. August 2026, 06:43:30
Die beiden Stücke wurden natürlich auch beim zuständigen Landesamt gemeldet und zur Dokumentation abgegeben.
Leider hat man die meisten Funde kommentarlos und ohne zeitliche Einordnung zurück bekommen. So auch diese Stücke.
Titel: Aw: Kleine Steinaxt
Beitrag von: Danske in 31. August 2026, 07:45:29
Zitat von: Sesterz in 31. August 2026, 06:43:30Die beiden Stücke wurden natürlich auch beim zuständigen Landesamt gemeldet und zur Dokumentation abgegeben.
Leider hat man die meisten Funde kommentarlos und ohne zeitliche Einordnung zurück bekommen. So auch diese Stücke.

Nicht zu fassen :nono: