Felszeichnungen im Valcamonica

Begonnen von Jondalar, 11. Mai 2026, 20:11:03

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Jondalar

Hallo zusammen,

es sollte im Urlaub zu den oberitalienischen Seen gehen und an Archäologie habe ich dabei nicht gedacht. Auf dem Weg besuchte ich jedoch bereits das Leubinger Fürstengrab über das ich schon berichtet habe:

https://sucherforum.de/ausstellungen-museen-historische-veranstaltungen/leubinger-furstengrab-ein-bisschen-archaologie-tanken/

Und am Lago d' Iseo wurde mir bewusst, dass im nördlich davon gelegenen Valcamonica die Menschen bereits vor mehr als 10.000 Jahren Felsritzungen hinterlassen haben und so mussten einige in Augenschein genommen werden...

Angeblich 300 000 'Zeichnungen', wohl die größte Ansammlung steinzeitlicher Kunst in Europa, haben dazu geführt, dass das Tal als erste italienische Stätte in das Weltkulturerbe der Menschheit der UNESCO aufgenommen wurde. Das Dorf Capo di Ponte bietet sich für einen Besuch an. Die auf dem Fotos sichtbaren Ritzungen oder aus meiner Sicht eher 'Pickungen' sind wohl deutlich jünger...
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Schabersucher

#1
Hallo Jondalar,

vielen Dank für die Eindrücke aus den Alpen! Im April war ich in ganz in der Nähe, in Brescia, leider nicht mit genug Zeit für einen Abstecher zu den Felszeichnungen im Valcamonica ... aber ich habe einen Werbeprospekt mitgenommen, der noch ein paar Informationen zu den verschiedenen Fundstellen verschiedener Zeiten im Tal gibt, wovon ich hier ein paar Fotos teilen möchte. Die Ritzungen im Park in Capo di Ponte werden da tatsächlich als viel jünger datiert als zB die in dem anderen beschriebenen Park. Außerdem ein (leider einziges) Foto von in Brescia gefundenen Werkzeugen aus dem dortigen Museum (wo hauptsächlich aber Funde aus römischer Zeit ausgestellt sind).

Viele Grüße, Sven

thovalo


Moin und Danke für die Vorstellung(en)!

Norditalien ist extrem reich an bedeutenden steinzeitlichen Denkmälern. In Garda de Riva wurden z.B. beim Bau eines Krankenhauses antropomorph ausgearbeitete neolithische Stelen entdeckt, die nun im dortigen Museum untergracht worden sind. Und etwas oberhalb des Ortes finden sich ebenfalls Felsgravuren.


lG Thomas 
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Jondalar

Hallo Sven,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Möchte noch ergänzen, dass die 'Freilichtritzungen' meist nicht sonderlich gut zu erkennen sind. Die zwei besser zu erkennenden sind zwar frei zugänglich stammen aber von sehr großen Felsen, die zu einem mutmaßlichen, ausgegrabenen Heiligtum gehören.

Anbei noch ein paar Beispiele aus dem dortigen Museum, von kleineren Stelen, die ebenfalls ausgegraben wurden.

Im Museum sind auch andere steinzeitliche Funde zu begutachten. Die mesolithischen Mikrolithe erscheinen mir noch kleiner als in meinen Gefilden und eines der neolthischen Projektile hattest Du ja schon gezeigt...
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine Ergänzungen. Ich werde nicht mehr so 'blauäugig' nach Norditalien fahren... Und natürlich war ich neugierig. Vermutlich sehen die von Dir erwähnten Stelen so ähnlich aus wie diese, oder?

https://www.museoaltogarda.it/de/il_museo/permanenti/archeologia

Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Schabersucher

Zitat von: Jondalar in 12. Mai 2026, 14:58:38Hallo Sven,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Möchte noch ergänzen, dass die 'Freilichtritzungen' meist nicht sonderlich gut zu erkennen sind. Die zwei besser zu erkennenden sind zwar frei zugänglich stammen aber von sehr großen Felsen, die zu einem mutmaßlichen, ausgegrabenen Heiligtum gehören.

Anbei noch ein paar Beispiele aus dem dortigen Museum, von kleineren Stelen, die ebenfalls ausgegraben wurden.

Im Museum sind auch andere steinzeitliche Funde zu begutachten. Die mesolithischen Mikrolithe erscheinen mir noch kleiner als in meinen Gefilden und eines der neolthischen Projektile hattest Du ja schon gezeigt...
Viele Grüße

Jondalar
Hallo Jondalar,
Vielen Dank für die großartigen Bilder! Da werde ich das nächste Mal unbedingt auch hinfahren!
LG

thovalo

Zitat von: Jondalar in 12. Mai 2026, 15:03:29Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine Ergänzungen. Ich werde nicht mehr so 'blauäugig' nach Norditalien fahren... Und natürlich war ich neugierig. Vermutlich sehen die von Dir erwähnten Stelen so ähnlich aus wie diese, oder?

https://www.museoaltogarda.it/de/il_museo/permanenti/archeologia

Viele Grüße

Jondalar

Gutne Morgen!

Ja die sind denen ähnlich. Sie datieren in etwa in die Zeit des "Ötzis", entstanden also schon im Übergang um verstärkten Gebrauch von Kupfer. Eine sehr spanende Eopche aus der es sowas nicht im nördlichen Deutschen Raum gibt.


lG Thomas  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.