Dechselklinge?

Begonnen von Sesterz, 25. August 2026, 13:44:35

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Sesterz

Hallo zusammen,

über die Jahre sind neben den Metallfunden auch ein paar Steinwerkzeuge zusammengekommen. Diese würde ich hier auch gerne nach und nach zeigen.

Ich fange mal mit diesem Stück an. Ich denke es handelt sich um eine Art Dechselklinge aus Amphibolit.
Über eine genaue Ansprache zu dem Stück würde ich mich freuen.

Im Bereich der Schneide gibt es leider ein paar Abplatzungen.

Länge: 13,5 cm
Breite: 8,5cm
Höhe: 2,5cm

Jeweils an der breitesten/längsten Stelle gemessen.

Viele Grüße
S.

Herlitz

Na klar! Eine flach-breite Dechselklinge, wie sie für das frühe Neolithikum typisch ist. Sicher Amphibolit.
 :daumen:
Viele Grüße
Sven

Danske

Kann Sven nur beipflichten, ein feiner Fundbeleg :super:

Die Fundstelle würde ich regelmäßig begehen, da kommt sicher noch mehr, auch Keramik, mit der sich der zeitliche Horizont eingrenzen ließe.

LG
Holger
Ignoramus et ignorabimus.

Nanoflitter


Sesterz

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. :-)

Also kann man sagen, dass die Klinge etwa in die Zeitstellung 5600 bis 4900 v. Chr. (Linienbandkeramik) passt?

Weitere Funde sind auf der Fläche leider nicht mehr möglich, da eine Wiese draus gemacht wurde. :besorgt:

Danske

Zitat von: Sesterz in 26. August 2026, 09:48:32Also kann man sagen, dass die Klinge etwa in die Zeitstellung 5600 bis 4900 v. Chr. (Linienbandkeramik) passt?

Es kommt darauf an, wo die Fundstelle liegt. 5600 v.Chr. ist schon ziemlich hoch gegriffen, nach neueren Forschungsergebnissen liegt der Beginn der Bandkeramik (älteste LBK) in Mitteleuropa eher um 5500 - 5400 v.Chr. Und links des Rheins erst um 5300 v.Chr. (Stufe Flomborn). Das berühmte Kriegergrab von Schwanfeld als ein Beleg für den Beginn der ältesten LBK in Mitteleuropa war lange Zeit zu früh datiert (56. Jhd. vor Chr.) und wurde nun auf das 54. Jhd. korridiert.

Zudem existierte diese Form der Dechselklingen noch im anschließenden Mittelneolithikum bis hin zur Rössener Kultur. Daher kommt es für eine genauere Datierung immer auf begleitende Keramikfunde an.

LG Holger
Ignoramus et ignorabimus.

Sesterz

Hallo Holger,

Danke für die ausführliche Rückmeldung.

Begleitkeramik hatte ich keine dabei.

Der Fundort liegt im südlichen Niedersachsen.

thovalo

Zitat von: Danske in 26. August 2026, 10:39:21Es kommt darauf an, wo die Fundstelle liegt. 5600 v.Chr. ist schon ziemlich hoch gegriffen, nach neueren Forschungsergebnissen liegt der Beginn der Bandkeramik (älteste LBK) in Mitteleuropa eher um 5500 - 5400 v.Chr. Und links des Rheins erst um 5300 v.Chr. (Stufe Flomborn). Das berühmte Kriegergrab von Schwanfeld als ein Beleg für den Beginn der ältesten LBK in Mitteleuropa war lange Zeit zu früh datiert (56. Jhd. vor Chr.) und wurde nun auf das 54. Jhd. korridiert.

Zudem existierte diese Form der Dechselklingen noch im anschließenden Mittelneolithikum bis hin zur Rössener Kultur. Daher kommt es für eine genauere Datierung immer auf begleitende Keramikfunde an.

LG Holger

Sehr gut argumentiert und ich sehe in der Aufsicht eher eine Tendenz in Richtung Rössener Kultur. Was aber auch noch vorhanden ist, sind anscheinend zwei Narbenfelder im Gebrauch als Retuscheur oder als Amboßunterlage, die auf dem zweiten Bild erkenbar sind. Unten rechts und rechts darüber. LEider wird das Bild bei Vergrößerung unscharf, aber Du als Finder könntest das gut identifizieren.

Das bedeutete eine Zweitverwendung des Stücks.


lG Thomas  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Danske

Zitat von: thovalo in 26. August 2026, 20:26:12Was aber auch noch vorhanden ist, sind anscheinend zwei Narbenfelder im Gebrauch als Retuscheur oder als Amboßunterlage, die auf dem zweiten Bild erkenbar sind. Unten rechts und rechts darüber. LEider wird das Bild bei Vergrößerung unscharf, aber Du als Finder könntest das gut identifizieren.

Das bedeutete eine Zweitverwendung des Stücks.

lG Thomas  :winke:

Sehr gut gesehen :glotz:

LG Holger
Ignoramus et ignorabimus.