Hallo zusammen,
über die Jahre sind neben den Metallfunden auch ein paar Steinwerkzeuge zusammengekommen. Diese würde ich hier auch gerne nach und nach zeigen.
Ich fange mal mit diesem Stück an. Ich denke es handelt sich um eine Art Dechselklinge aus Amphibolit.
Über eine genaue Ansprache zu dem Stück würde ich mich freuen.
Im Bereich der Schneide gibt es leider ein paar Abplatzungen.
Länge: 13,5 cm
Breite: 8,5cm
Höhe: 2,5cm
Jeweils an der breitesten/längsten Stelle gemessen.
Viele Grüße
S.
Na klar! Eine flach-breite Dechselklinge, wie sie für das frühe Neolithikum typisch ist. Sicher Amphibolit.
:daumen:
Viele Grüße
Sven
Kann Sven nur beipflichten, ein feiner Fundbeleg :super:
Die Fundstelle würde ich regelmäßig begehen, da kommt sicher noch mehr, auch Keramik, mit der sich der zeitliche Horizont eingrenzen ließe.
LG
Holger
Sehr schön! LG
Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. :-)
Also kann man sagen, dass die Klinge etwa in die Zeitstellung 5600 bis 4900 v. Chr. (Linienbandkeramik) passt?
Weitere Funde sind auf der Fläche leider nicht mehr möglich, da eine Wiese draus gemacht wurde. :besorgt:
Zitat von: Sesterz in 26. August 2026, 09:48:32Also kann man sagen, dass die Klinge etwa in die Zeitstellung 5600 bis 4900 v. Chr. (Linienbandkeramik) passt?
Es kommt darauf an, wo die Fundstelle liegt. 5600 v.Chr. ist schon ziemlich hoch gegriffen, nach neueren Forschungsergebnissen liegt der Beginn der Bandkeramik (älteste LBK) in Mitteleuropa eher um 5500 - 5400 v.Chr. Und links des Rheins erst um 5300 v.Chr. (Stufe Flomborn). Das berühmte Kriegergrab von Schwanfeld als ein Beleg für den Beginn der ältesten LBK in Mitteleuropa war lange Zeit zu früh datiert (56. Jhd. vor Chr.) und wurde nun auf das 54. Jhd. korridiert.
Zudem existierte diese Form der Dechselklingen noch im anschließenden Mittelneolithikum bis hin zur Rössener Kultur. Daher kommt es für eine genauere Datierung immer auf begleitende Keramikfunde an.
LG Holger
Hallo Holger,
Danke für die ausführliche Rückmeldung.
Begleitkeramik hatte ich keine dabei.
Der Fundort liegt im südlichen Niedersachsen.
Zitat von: Danske in 26. August 2026, 10:39:21Es kommt darauf an, wo die Fundstelle liegt. 5600 v.Chr. ist schon ziemlich hoch gegriffen, nach neueren Forschungsergebnissen liegt der Beginn der Bandkeramik (älteste LBK) in Mitteleuropa eher um 5500 - 5400 v.Chr. Und links des Rheins erst um 5300 v.Chr. (Stufe Flomborn). Das berühmte Kriegergrab von Schwanfeld als ein Beleg für den Beginn der ältesten LBK in Mitteleuropa war lange Zeit zu früh datiert (56. Jhd. vor Chr.) und wurde nun auf das 54. Jhd. korridiert.
Zudem existierte diese Form der Dechselklingen noch im anschließenden Mittelneolithikum bis hin zur Rössener Kultur. Daher kommt es für eine genauere Datierung immer auf begleitende Keramikfunde an.
LG Holger
Sehr gut argumentiert und ich sehe in der Aufsicht eher eine Tendenz in Richtung Rössener Kultur. Was aber auch noch vorhanden ist, sind anscheinend zwei Narbenfelder im Gebrauch als Retuscheur oder als Amboßunterlage, die auf dem zweiten Bild erkenbar sind. Unten rechts und rechts darüber. LEider wird das Bild bei Vergrößerung unscharf, aber Du als Finder könntest das gut identifizieren.
Das bedeutete eine Zweitverwendung des Stücks.
lG Thomas :winke:
Zitat von: thovalo in 26. August 2026, 20:26:12Was aber auch noch vorhanden ist, sind anscheinend zwei Narbenfelder im Gebrauch als Retuscheur oder als Amboßunterlage, die auf dem zweiten Bild erkenbar sind. Unten rechts und rechts darüber. LEider wird das Bild bei Vergrößerung unscharf, aber Du als Finder könntest das gut identifizieren.
Das bedeutete eine Zweitverwendung des Stücks.
lG Thomas :winke:
Sehr gut gesehen :glotz:
LG Holger
Ich habe nochmal Bilder von den Narbenfeldern gemacht. Vielleicht sind diese Bilder etwas besser.
Bin da eher skeptisch, könnten auch ursprüngliche Bruchstellen sein, die zweckmäßig einfach nicht überschliffen wurden, weil es ist anstrengend :zwinker: LG
Zitat von: Nanoflitter in 28. August 2026, 20:48:29Bin da eher skeptisch, könnten auch ursprüngliche Bruchstellen sein, die zweckmäßig einfach nicht überschliffen wurden, weil es ist anstrengend :zwinker: LG
Das denke ich eigentlich auch. Allerdings kenne ich mich damit zu wenig aus.