Bohrer, Zinken oder kann das weg?

Begonnen von Jondalar, 22. Juni 2026, 14:31:12

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Jondalar

Hallo zusammen,

auf einem leicht geneigten, abschnittsweise sandigen und auf einen kleinen Fluss bezogenen Fundplatz, auf dem sich Artefakte vom Spätpaläolithikum bis zur Bronzezeit nachweisen lassen und von dem ich auch schon Einiges eingestellt habe, stammen diese Stücke, die ich typologisch (sofern sie sich überhaupt zuordnen lassen) nicht so recht 'fassen' kann. Gelegentlich sehe ich in der Literatur (hier im Forum kann ich mich an nichts Derartiges erinnern) Beispiele von Zinken, an die mich zumindest das eine Stück erinnert. Und natürlich könnte für die anderen Funde eine Nutzung als Bohrer in Frage kommen...
Was sagt Ihr?

Länge: 34-61mm
Breite: 22-34mm
Höhe: 5-10mm
Fundort: Landkreis Helmstedt

Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Nanoflitter

Könnten auch Stichel dabei sein, kann ich aber nicht gut sehen  :glotz: LG

StoneMan

Moin,

zu einigen meiner "zinkenähnlichen" Artefakte wurde im ALSH der Kopf geschüttelt.
Zwar wiesen einige intentionelle Retuschen auf, aber keine Zinken.

Dieser hier ist auch fraglich.

@ Jondalar,

meine "Miststücke" sehen Deinen ähnlich.

Gruß

Jürgen
Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
Antoine de Saint-Exupéry

thovalo

Moin!

Das sind keine "Zinken" noch sehe ich darunter einen möglichen Stichel.

Bohrer haben idealerweise gegenständig retuschierte Seiten des ausgezogenen Dorns und/oder weise auch einige Ausplatzer auf, die beim Drehen entstanden sein könnten.

Es kann auch so ausgehen wie Jürgen es geschrieben hat.


lG Thomas
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

thovalo

Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

thovalo



Da Zinken der Bearbeitung von Geweih und Knochen gedient hatten, brauchten sie eine Größe, die dieser duckbelastenden Arbeit auch standhalten konnte. Dafür erschienen mir die Formate der vorgestellten Stücke als deutlich zu gering.


lG Thomas  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Merle2

Moin,

Würde für mich auch Mesolithikum passen,  dann wären es zwar keine Zinken aber das sind schon tolle Teile in der Ausprägung und Menge!!
Viele Grüße

Jondalar

Hallo Nano,

vielen Dank für Dein Statement. Beim Thema 'Stichel' muss ich komplett passen. Ich wäre ja neugierig, wie viele sich unerkannt in meiner kleinen Artefakte-Kollektion befinden...
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deinen Beitrag und vor allem für den Hinweis auf den, wie ja immer bei Dir, exquisit aufbereiteten Beitrag zu einem ähnlichen Stück, den ich bei meiner 'Rückwärtsrecherche' der Beiträge des Forums offensichtlich nicht angeschaut habe...
Viele Grüße

Jondalar
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

Hallo Thomas, 

vielen Dank für Deine Einschätzung, die Erläuterung und den Hinweis auf den Wikipedia-Eintrag zu Zinken. Eigenartig, dass diese Werkzeuggattung so wenig Niederschlag im Fundgut findet oder täuscht mein Eindruck? Naja, es liegt sicherlich auch daran, dass jungpaläolithische Funde, zumindest in meiner Gegend, nicht sooo häufig sind...
Viele Grüße

Jondalar 
'Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen!'
(Konfuzius)

Jondalar

Hallo Merle,

vielen Dank für Deinen wertschätzenden Beitrag. Aber, damit kein falscher Eindruck entsteht, ich fand sie über einige Jahre und habe sie dann, den 'Artefaktecharakter' zwar nicht bezweifelnd, aber dennoch jeweils mit einem Achselzucken in die dafür vorgesehene Schubladenunterteilung gelegt...
Viele Grüße

Jondalar
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Nanoflitter

Zumindest bei den beiden könnten Stichelschläge eine Rolle gespielt haben, ob man das dann als Stichel bezeichnet, ist eine andere Frage. Dafür bräuchte es Details. LG

Danske

Zitat von: Nanoflitter in Heute um 11:11:21Zumindest bei den beiden könnten Stichelschläge eine Rolle gespielt haben, ob man das dann als Stichel bezeichnet, ist eine andere Frage. Dafür bräuchte es Details. LG

Für mich sind das schmale Absplissnegative, die den Eindruck von Stichelbahnen erwecken, aber keine echten Stichelbahnen sind. Sie sind eigentlich charakteristisch für Becs.

Ich halte einen artieziellen Charakter der Stücke für gegeben. Ob Bohrer mit Bearbeitung nur von einer Fläche aus, also hier dorsal, oder Bec oder Zinken, die Übergänge sind mitunter fließend und selbst von Fachleuten nicht immer eindeutig anzusprechen. Würde die Stücke auf jeden Fall im Amt vorlegen.

LG
Holger
Ignoramus et ignorabimus.