Ein Stichel der spätenaltsteinzeitlichen Federmesserkultur vom Niederrhein

Begonnen von thovalo, Heute um 16:06:00

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thovalo

Moin!

Neues Laptop, neues Glück ....... mal sehen wie es sich einspielen wird.


Vorgestern war endlich eine Feldflur am rechten Niederrhein mit inzwischen über 1.000 Artefakten der späten Altsteinzeit frei und leicht abgeregnet.

Da Kartoffeln geerntet waren und die Flur weitgehend plattgefahren war fanden sich, wie es dort aber auch die Regel ist, nur wenige, insgesamt 13 Artefakte. Darunter befinden sich zwei spätaltsteinzeitliche Stichel und fein retuschierter, kleiner Kratzer.

Hier erst einmal Bilder eines der Stichel. Es handelt sich um einen "einfachen Stichel an Endretusche". Durch die hellweißliche Patinierung ist es nicht so leicht bei den Aufnahmen die Akzente gut herausarbeiten zu können. Auch bei der Skalierung muss ich mich noch eingewöhnen.

Ich hoffe die Formate sind geeignet und die Details herkennbar.

Die Flur überliefert zwei neue Stichel. Der Fundplatz hat ohnehin schon die größte Anzahl von Sticheln dieser Kultur in ganz NRW und weit darüber hinaus überliefert, zu denen die zwei Exemplare nun hinzukommen.

Wenn auf einem Fundplatz bestimmte Werkzeugtypen das Fundaufkommen deutlich domninieren, bezeichnet man diese Aufenthalte als "special task camp".

Der Fundort ist der bislang Einzige im Gesamtverbreitungsgebiet der Federmesserkultur, bei dem im OBERFLÄCHENfundaufkommen die Stichel derart weit im Vodergrund des Geräteinventars stehen. Stichel dienten insbesondere der Bearbeitung von Geweih und Knochen. Die meisten Stichel des Fundinventars sind extrem kleinformatig, so wie dieser Neufund. Die kleinen Formate eigneten sich z.B. sehr gut für die Herstellung von Nähnadeln aus kleinen Knochenspänen.

Möglicherweise waren die Menschen hier erst frisch aus Westfalen an den Rheinlauf gewechselt, denn das für die Geräteherestellung verwendete Material ist ausschließlich nordischer Geschiebefeuerstein.  Vielleicht mussten sie erst einmal ihre Grundausstattung wieder in Stand bringen und ergänzen.

Erste kleinpunktuelle Grabungen zeigten bislang, dass die eigentliche Fundschicht weitgehend  erodiert zu sein scheint.


Die Länge des Stichels   3   cm
Die maximale Breite.     1.1 cm


lG Thomas
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

steinwanderer

Moin Thomas,
ich halte das Stück eher für einen Kern.
Gruß Klaus
Lewer duad üs Slav