Pfeilspitze 1 -LBK-

Begonnen von Catweazle, 28. September 2026, 21:08:43

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Catweazle

Hallo zusammen,

hier möchte ich euch eine Pfeilspitze zeigen, die ich schon 2024 gefunden hatte. Seitdem lag sie beim Archäologen, der sie in der Zwischenzeit gezeichnet und mir (zum Glück  :-D  ) wiedergegeben hat.

Fundort: Münsterland in Gewässernähe

Länge: 2,7 cm
Breite: 1,6 cm
Dicke: 0,4 cm

Feststellung des Archäologen:
,,1 asymmetrische Pfeilspitze, Rohmaterial vermutlich nicht Geschiebe, vielleicht
Rijckholt, rechtslateral leicht gezähnt retuschiert."

Der Archäologe ordnet sie als bandkeramische Spitze ein, was sehr interessant ist, da die Linearbandkeramiker nicht bis in diese Region vorgestoßen sind. Die nächsten nachgewiesenen Siedlungen sind n der Soester Boerde zu finden, wo es Lössböden gibt (knapp 50 km südlich vom Fundort). Nun kann man natürlich mutmaßen, wie die Spitze ihren Weg fand: getauscht mit den mesolithischen Jäger und Sammlern oder bei einer Erkundungstour verloren??? Eher unwahrscheinlich, dass die Bandkeramiker hier gesiedelt haben.

Ein zweiter Fund, den ich hier auch noch vorstellen möchte, macht die Sache noch spannender für mich.

Viele Grüße

Christian

,,Wer weiß, was er sucht, hat schon viel gefunden.'

Danske

#1
Hallo Christian,

eine sehr schöne Pfeilspitze, Glückwunsch zum Fund. :super:

Diese asymmetrischen Dreieckspitzen aus der LBK werden in spätmesolithischer Tradition stehend angesehen.

Ich glaube nicht, dass die mesolithischen Jäger und Sammler bandkeramische Spitzen eingetauscht haben. Das hieße ja, "Eulen nach Athen tragen". Die Mesolithiker verstanden sich viel besser auf die Herstellung von Pfeilbewehrungen als ihre neolithischen Nachbarn.

Pfeilbewehrungen sind grundsätzlich keine Siedlungsanzeiger und lassen sich eher in Gräberfeldern oder sonst außerhalb der Siedlungen finden. Ich denke, bei deinem Fundstück könnte es sich um einen Verlust bei einem Jagdausflug handeln.

LG Holger
Ignoramus et ignorabimus.

Catweazle

Hallo Holger,

danke für die ausführliche Antwort und den Glückwunsch.  :Danke2:

"Diese asymmetrischen Dreieckspitzen aus der LBK werden in spätmesolithischer Tradition stehend angesehen." Heißt das, dass sich diese Form von Pfeilspitzen in den Ursprungsregionen der LBK entwickelt haben, als die Linearbandkeramiker vom Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft übergingen? Oder fand die Entwicklung eher in diesen Regionen statt?

Liege ich denn richtig in meiner Vermutung, dass Dechsel oder typische LBK- Keramik ein Beleg für Siedlungsaktivitäten wären. Eher unwahrscheinlich hier so etwas zu finden, interessieren würde mich es trotzdem. Du schreibst von Gräberfeldern, diese wären wiederum nur im Siedlungskontext zu finden, wenn ich es richtig verstehe. Die nächsten bekannten Siedlungsgebiet sind einiges entfernt, daher würde eine Bestattungsfläche ohne Siedlungen im Umfeld weniger Sinn machen, oder? 

Lieben Gruß

Christian
,,Wer weiß, was er sucht, hat schon viel gefunden.'