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Allgemeines => TV-Tips und Mediennews => Thema gestartet von: mike 81 in 04. September 2020, 16:05:32

Titel: Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: mike 81 in 04. September 2020, 16:05:32

https://www.welt.de/kultur/article214964608/1000-Jahre-juenger-Archaeologen-zweifeln-Alter-der-weltberuehmten-Himmelsscheibe-von-Nebra-an.html

Gruß Mike
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: stratocaster in 04. September 2020, 19:34:10
Das kommt von Gebhard und Krause und wundert mich überhaupt nicht.
Das läuft nach dem Motto:

"Wenn Du mir ans Bein pinkelst, pinkle ich Dir auch ans Bein"


Vorweg: Ich gehöre auch zu denjenigen, die an der Echtheit des "Bernstorf-Schatzes"
erhebliche Zweifel haben, und zwar aus metallkundlicher Sicht (davon verstehe ich was).

Die "Nebra-Archäologen" gehören zu denen, die Zweifel an der Echtheit des "Bernstorf-Schatzes"
geäußert hatten. Da haben dann die "Bernstorf-Archäologen" gekontert und in ihrem
"Rechtfertigungsbuch" über Bernstorf (habe ich Zuhause; war recht teuer  :dumdidum:)
gleich ganz am Anfang die Nebra-Funde in Zweifel gezogen, und zwar was den Fundort betrifft
und auch den Zusammenhang zwischen Himmelsscheibe und den Beifunden.

So werden aus Männern Kinder  :zwinker:
Ja-ja: Die Eitelkeit  :frech:

PS: Einen sehr umfangreichen Bernstorf-Beitrag haben wir ja hier
http://www.sucherforum.de/index.php/topic,64599.0.html
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: sauhund in 04. September 2020, 20:30:16
Zitat von: stratocaster in 04. September 2020, 19:34:10
Das kommt von Gebhard und Krause und wundert mich überhaupt nicht.
Das läuft nach dem Motto:

"Wenn Du mir ans Bein pinkelst, pinkle ich Dir auch ans Bein"


Vorweg: Ich gehöre auch zu denjenigen, die an der Echtheit des "Bernstorf-Schatzes"
erhebliche Zweifel haben, und zwar aus metallkundlicher Sicht (davon verstehe ich was).

Die "Nebra-Archäologen" gehören zu denen, die Zweifel an der Echtheit des "Bernstorf-Schatzes"
geäußert hatten. Da haben dann die "Bernstorf-Archäologen" gekontert und in ihrem
"Rechtfertigungsbuch" über Bernstorf (habe ich Zuhause; war recht teuer  :dumdidum:)
gleich ganz am Anfang die Nebra-Funde in Zweifel gezogen, und zwar was den Fundort betrifft
und auch den Zusammenhang zwischen Himmelsscheibe und den Beifunden.

So werden aus Männern Kinder  :zwinker:
Ja-ja: Die Eitelkeit  :frech:

PS: Einen sehr umfangreichen Bernstorf-Beitrag haben wir ja hier
http://www.sucherforum.de/index.php/topic,64599.0.html


:friede:
Sehe ich genauso. Sehr gut zusammengefasst. Letztendlich sind bei beiden Funden Zweifel durchaus berechtigt - insbesondere bei Bernstorf.
Aber auch die Selbstinszenierung Mellerts bzgl. der Scheibe und dem damit verbundenen Hype darum, fand ich schon immer wissenschaftlich gesehen irgendwie suspekt.
Gab es eigentlich metallurgische Untersuchungen von Pernicka oder anderen Koryphäen bzgl. der Echtheit der Scheibe?

Gruß
sauhund
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: lord3d in 05. September 2020, 01:57:45
Zeugt aber von vernünftigem Journalismus, dass die Aussagen in den bestehenden Konflikt eingeordnet wurden. Wohlgemerkt ein dpa-Text, nicht, dass das hier noch jemand als Kompliment für die Springer-Presse auffasst. :dumdidum:
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: mike 81 in 05. September 2020, 08:16:27
Zitat von: sauhund in 04. September 2020, 20:30:16

Gab es eigentlich metallurgische Untersuchungen von Pernicka oder anderen Koryphäen bzgl. der Echtheit der Scheibe?

Gruß
sauhund

Gab es wohl schon. Bei Wiki steht einiges dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelsscheibe_von_Nebra

Gruß Mike
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: mike 81 in 05. September 2020, 08:17:25
Zitat von: stratocaster in 04. September 2020, 19:34:10

"Wenn Du mir ans Bein pinkelst, pinkle ich Dir auch ans Bein"



:narr: Sehe ich auch so :narr:

Gruß Mike
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: Herlitz in 05. September 2020, 08:25:59
Hallo,

das Problem fängt doch bei der Raubgräberei an. Ohne diese wäre die Scheibe zwar gar nicht gefunden worden (noch nicht), aber Meller hätte diese Probleme nicht. Zugegebenermaßen ist es fraglich, ob die sensationellen Beifunde wirklich vom gleichen Fundort stammen, aber wer, außer die Finder und Meller? wissen das schon so genau? Ob sich da mal jemand offenbart? Und Meller hat wirklich viele Experten beauftragt, die Echtheit und das Alter der Scheibe zu bestätigen.
Nun bin ich ja ein Fan von Verschwörungstheorien, aber ich weiß auch, daß es solche sind. (Bis sie bewiesen sind  :zwinker: )...
Ich bitte also alle, die noch ohne Genehmigung sondeln, beziehungsweise keinen Kontakt zu Fachleuten haben, besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn sie auf vorgeschichtliche und historisch bedeutende Funde stoßen. Da man das vorher aber nicht so genau wissen kann, ist es dann oft schon zu spät.
Flächendenkmale und Wälder sollten tabu sein!
:winke: Sven

Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: Gratian in 05. September 2020, 12:04:28
 Schön zu sehen das es auch einen Schwanzlängenvergleich bei Archäologen gibt und infantiles Zickengehabe....  :narr: :irre:
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: Jacza in 05. September 2020, 14:03:01
Den originalen Bericht findet man als PDF hier, sehr lesenswert:

https://www.dguf.de/himmelsscheibe.html
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: stratocaster in 05. September 2020, 14:15:18
Zitat von: Jacza in 05. September 2020, 14:03:01
Den originalen Bericht findet man als PDF hier, sehr lesenswert:

https://www.dguf.de/himmelsscheibe.html

Hat 9 MByte.
Werde ich heute abend mal in Ruhe lesen.
Bin sehr gespannt.

Hab gelesen. Richtig überzeugt hat mich der Artikel nicht. Es wird in den Krümeln gesucht.

Meiner Ansicht nach haben Nebra und Bernstorf folgende Gemeinsamkeiten:
- Die Fundumstände sind unklar und sehr zweifelhaft
- Die Analysen am Fund anhaftender Bodenreste zur Fundumgebung sind nicht recht eindeutig
- Die Metallanalysen sind schwierig, aufwändig und erfordern grosse Sachkunde
- Der Interpretationsspielraum der Metallanalysen lässt viel zu
- Die kunsthistorische bzw. archäologische Analyse ist schwierig und stützt sich auf Vergleiche

Es ist um beide Funde wahrscheinlich viel zu viel Brimborium gemacht worden.

Gruß  :winke:
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: Steinkopf in 05. September 2020, 22:13:34
Stratocaster

"So werden aus Männern Kinder"

Diese Feststellung ist sowas von treffend!!!  - nicht nur in diesem Fall!

LG
Jan
Titel: Re:Himmelsscheibe doch nicht bronzezeitlich?
Beitrag von: Jacza in 05. September 2020, 23:17:42
Kennt eigentlich jemand den "fiktiven Fundbericht" (der Titel wurde wohl aus rechtlichen Gründen gewählt) von Mario Renner, einem der beiden Finder? Man findet Auszüge davon in dieser Veröffentlichung (https://www.academia.edu/33052909/Authentizit%C3%A4tspr%C3%BCfungen_Methoden_M%C3%B6glichkeiten_Grenzen_Kapitel_2_aus_Rupert_Gebhard_und_R%C3%BCdiger_Krause_Bernstorf_Arch%C3%A4ologisch_naturwissenschaftliche_Analysen_der_Gold_und_Bernsteinfunde_vom_Bernstorfer_Berg_bei_Kranzberg_Oberbayern_) von Gebhard und Krause (S. 28-29). Demnach haben sie den Hort aus verschieden Funden zusammengestellt (die Scheibe allein wäre wohl zu uninteressant gewesen) und dem Hehler Achim Stadtmüller nur eine fingierte und nicht die tatsächliche Fundstelle gezeigt (welcher Sondler tut so etwas auch). :dumdidum: