Hallo Forum,
klar, gehört eigentlich unter ein ganz anderes Dach. Aber nachdem es ziemlich speziell ist, hänge ich es mal hier auf.
In der letzten Zeit kam immer mal wieder die Frage nach Richtlinien zum zeichnen von Artefakten auf.
Der Artikel ist sicher nicht mehr ganz aktuell. Manchmal haben aber auch die alte Dinge ihre Reize. Er stammt aus dem Jahr 1988. Genauer gesagt : Quelle ist "Die Kunde", Neue Folge 39 - Jahrgang 1988.
Das ist die Zeitschrift für Ur- und Frühgeschichte des Niedersächsischen Landesvereins für Urgeschichte. Nur zu empfehlen!
Zum Artikel: Autor ist Dr. Stephan Veil. Natürlich gibt er den technischen Stand des Erscheinungsjahrs wieder. Aber es hat ja auch vor den PCs funktioniert. Vielleicht waren es auch die schöneren Zeichnungen.
Andere Artikel mögen umfangreicher sein oder gar Normen wiedergeben. Aber ich denke mal, dieser hilft auch schon weiter.
Leider ist die Datei zu groß für die Datenbank des Forums, daher ausnahmsweise der Link zum Herunterladen hier (ist sicher, ist meine Domain): http://www.girmen.de/Doku/Die_Kunde_Zeichnen.pdf (http://www.girmen.de/Doku/Die_Kunde_Zeichnen.pdf)
Quelle: Siehe oben
Gruß, Fritz.
Super.
M.E. eine ganz wertvolle und lohnenswerte Idee!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vor allem für Dilettanten wie mich....
Danke.
Michi
Moin,
das Landesamt für Denkmalpflege Hessen bietet zwei Kurse für Fundzeichnen an. Ich habe an beiden teilgenommen und muss sagen, es ist schon sehr schwer, aber es hat Spaß gemacht und jetzt kann ich zu meiner Fundmeldung auch mal eine Zeichnung vom Fund abliefern. Auf Zeichnungen kommen einige Details besser heraus als auf einem Foto.
Viele Grüße
Walter
Moin,
dieser Thread ist schon ein paar Tage älter, aber auf Wunsch eines einzelnen Users (http://www.sucherforum.de/index.php/topic,43343.msg265786.html#msg265786) wieder eröffnet :-D
Zitat von: chmoellmann in 05. Juli 2010, 12:02:34
Hallo nach Essen!
Mich würden die Zeichnungen interessieren. Kannst Du mal welche einstellen? Nach welcher Anleitung zeichnest Du?
Gruß aus Ostwestfalen
Christoph
Hallo Christoph,
als ich angefangen habe meine Artefakte zu zeichnen, war ich ganz alleine auf der Welt :dumdidum:
Zitat von: StoneMan in 23. Juni 2010, 00:05:13
...eines meiner Hobby ist die Archäologie. Angefangen hat diese leidenschaftslose Leidenschaft bereits
um 1975 auf der Insel...
Ich habe also nie nach einer Anleitung gezeichnet. Als ich so einiges fertig hatte lernte ich 1988 den Verantwortlichen
der Zeitschrift "ur-und frühzeit" (T. Schulte im Walde, Köln) kennen.
Der hatte mir unter anderem die "Hinweise zum Zeichnen von Steinartefakten" von Dr. Stephan Veil geschenkt.
Das mit dem
"nie nach einer Anleitung gezeichnet" muss ich richtig stellen.
Vor gefühlten 111y habe ich auch mal Technische Kommunikation gehabt, also Zeichnen nach DIN erlernt.
Das geht natürlich nicht raus aussem Kopp...
Also habe ich meine Artefakte schön brav nach DIN "abgerollt", also die Reihenfolge der Vorder-Seiten-und Draufsicht
entsprechend dargestellt.
Dr. S. Veil macht das aber gaaaanz anders :staun: (aber nicht alle fachlichen Publikationen machen es wie Veil)
Ich weiß auch bis heute noch nicht warum Veil das so macht und ob das überhaupt allgemein wahrgenommen wird?
Nur, wenn man Zeichnungen lesen kann, dann verwirrt das mitunter... :belehr:
Wenn gewünscht, zeige ich auch im Detail den Unterschied dieser verschiedenen Reihenfolge der Ansichten.
Und - dass Schraffuren Pflicht sind (?!), habe ich natürlich auch damals nicht gewußt. Ich habe es eben so gemacht,
dass die wesentlichen, wichtigen Merkmale gut herausgestellt werden - so gut ich konnte.
Ich verwende als Hilfsmittel Schieblehre (Messschieber), Geodreieck, Zirkel und auch mal diesen Profilkamm (Dank Dr.S. Veil),
Papier nehme ich preiswertes Copy-Papier
160g , Bleistift HB, B3 (für die Schatten).
Egal, ich zeige nun ein paar meiner Zeichnungen mit Original zum Vergleich.
Sicher ergeben sich daraus Fragen und hoffe auch Diskussionen.
Groot
Jürgen
:winke:
Uiiii....das sind ja schon kleine Kunstwerke!! :staun:
Super gemacht, echt klasse! :super:
ich finde die zeichnungen sehen ( fast ) immer besser aus als die steine !
gruss
steinadler
Respekt vor diesen kleinen Kunstwerken. :staun:
Man könnte evtl. noch erwähnen,daß solche Profilschablonen,die ich allerdings mehr für Blecharbeiten am Auto nehme,ab und zu für kleines Geld bei Lidl,Norma,und Co. angeboten werden.
Zwar in einer Kunststoffausführung aber der Zweck heiligt die Mittel. :zwinker:
Gruß Daniel
Schönen Dank für die Antwort! Und Respekt!!
@steinadler: eigentlich ist es ja dann schade, wenn die Zeichnungen nicht auf dem Acker liegen und stattdessen diese mickrigen Steine... :-D
Danke Steinsucher!
Nun, ich mache euch ein Angebot: "...ihr schickt mir die ollen originalen Steine, dafür gibbet eine Original Zeichnung von mir" :-D :irre: :jump:
Vielen Dank für die Blumen zu meinen Zeichnungen.
Ich hatte durchaus erwartet, dass die nicht vorhandene Schraffur Anlaß zur Diskussion sein könnte (kommt ja vielleicht noch).
Manchmal habe ich selber Zweifel, ob es prägnanter werden würde (mit Schraffur), ja ja, ich weiß, ich könnte ja mal beides zeichnen.
Macht mir aber nicht so viel Spaß ^^
Groot
Jürgen
Na dann fang halt ich an zu "nörgeln"..StoneMan.
Gar Nichts gegen Deine Zeichnungen!
Als persönliche Zeichnungen haben sie ihren Charme...aber es geht um die Fakten und nicht um das Gefallen.
Eine Artefaktzeichnung sollte klare Fakten ohne persönliche Stilnuancen und geschmäcklerische Attitüden aufweisen.
Man beschreibt das was man sieht und jeder Wissenschaftler und interessierter Laie kann die Informationen ablesen.
Da hat "Schummern und Akzente setzen" keinen Platz.
Für den persönlichen Gebrauch kann man aber durch Zeichnen viel lernen....
Der Star ist halt das Artefakt....das kann man nicht verschönern...
glaubt Edi
Zitat von: Silex in 24. Juli 2010, 21:19:41
Na dann fang halt ich an zu "nörgeln"..StoneMan.
Na endlich :-D :zwinker:
An der Ausage gibbet nix dran zu mäkeln.
Insbesondere hiermit, Silex wrote:
Eine Artefaktzeichnung sollte klare Fakten [...] aufweisen.Es ist eben so, dass ich ja wie Du treffend sagtest
für den persönlichen Gebrauch angefangen habe zu zeichnen,
und da hatte ich noch keine Artefakten-Zeichnungs-Hinweise.
Nur genau mit den
"klaren Fakten", da tue ich mich schwer, denn ich zeichne
was ich sehe :glotz: und ich sehe keine Schraffur...
Nun aber im ernst, ich sagte ja bereits, dass ich selber Zweifel habe, ob es (nur) mit Schraffur nicht doch prägnanter werden könnte.
Auch im ernst, "verschönern" der Artefakte, war nie meine Intention, mit einer(1) Zeichnung kann man eben das darstellen,
was man mit vielen Fotos und verschiedenen Lichteinfällen nicht mal gut hinbekommt.
Ungünstige Lichtreflexe bleiben aus, ein Grat der nur mit der Lupe zu sehen ist wird dargestellt etc. das ist kein Verschönern.
Bei den Pilzen ist es ebenso, ich habe einen halben Meter Pilzbücher, kaum können Fotos das hergeben, was ein ordentliches
Aquarell erreicht.
Bei den nächsten Zeichnungen werde ich es mal mit Schraffur versuchen...
Danke jedenfalls für Deinen Kommentar Edi.
@ll, wer zeichnet denn sonst noch hier? Mich interessiert was ihr für "Werkzeuge" benutzt, sonstige Vorgehensweisen/Techniken, Tricks usw.
Groot ut Essen
Jürgen
Hi :-)
Ich finde deine Zeichnungen auch super! :super: Kann selber nicht mal einen geraden Strich ziehen -mit Lineal! Also kannst du mit meinen :Danke2: vermutlich nicht viel anfangen.... :-) Offtoppic, ich weiss .... neulich sollte ich einen Knopf an einer Hose rannähen, meine Mutter bekam den Lachkrampf ihres Lebens..... zwei linke Hände :dumdidum: Schuster bleib bei deiner Last .... ich bin nur zum einsammeln von Artefakten gedacht! :-D
LG
R.
Zitat von: Roskva in 25. Juli 2010, 00:38:55
Hi :-)
Ich finde deine Zeichnungen auch super! :Danke2:
Kann selber nicht mal einen geraden Strich ziehen -mit Lineal...
Dann müssten Dir doch krumme Schraffuren liegen :winke:
Gruß
Jürgen
- ja! :narr:
:winke:
R.
Hallöle,
ich hab mal zur Anschauung und zum Vergleich ein paar meiner Zeichnungen von Artefakten aus den Zeichenkursen hochgeladen.
Das Stück auf Bild 5 ist ein Rundstabfragment (franz. baguette demi-ronde).
Schönen Abend/ Morgen,
Markus
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Zitat von: Mark77 in 25. Juli 2010, 04:11:22
Teil 2
Moin Markus,
Deine Zeichnungen finde ich gut, sehen so professionell aus wie in den Fachbüchern.
Zum ersten Bild (Z1) ganz oben, zur Kenntlichmachung von nicht vorhandener Schlagfläche/-punkt, aber erkennbarer
Schlagrichtung, bedarf es kein Fragezeichen, der kleine Kreis sagt das schon aus. War aber vermutlich
nur für Dich eine Frage/Notiz?
Ich werde auch, wie Du es machst, dazu übergehen, die Schlagfläche/-punkt -richtung nach
Dauvois zu kennzeichnen.
Hast Du mal zu dieser Zeichnung (2a) das Original zum Vergleich zur Hand? Das wäre interessant.
Rundstabfragment (franz. baguette demi-ronde)? Ist das was Bau-Architektonisches?
Groot
Jürgen
Moinsen Jürgen,
das Fragezeichen stammt glaub ich nicht aus meiner Feder.. :kopfkratz:
Allerdings hast du recht, der Schlagpunkt nicht vorhanden wird mit einem leeren Kreis dargestellt.
Nur sollte der Punkt ja wirklich ganz unten liegen und nicht wie bei mir leicht seitlich unten. Daher vielleicht das Fragezeichen!?!
Die einzelnen Stücke habe ich leider nicht vorliegen, da der Kurs im SoSe 2006 stattfand und die Stücke aus der Vergleichssammlung stammen. Aber ich könnte mich mal auf die Socken machen, wenn ich wieder im Institut bin das besagte Stück herauszusuchen. Welche Fragen beschäftigen dich denn dazu? Man muss auch sagen, es ist wohl meine beste Zeichnung, bin da nicht so gut drin. :dumdidum:
Rundstabfragmente sind halbrunde Stäbe verschiedenster Länge aus Elfenbein. Mit höchster Wahrscheinlichkeit wurden aus ihnen Elfenbeinperlen in Serie hergestellt. Das erklärt auch das massenhafte Auftreten gleichartiger Perlen im Fundbeleg.
Schöne Grüße,
Markus
Zitat von: Mark77 in 25. Juli 2010, 14:28:41
.... Aber ich könnte mich mal auf die Socken machen, wenn ich wieder im Institut bin das besagte Stück herauszusuchen. Welche Fragen beschäftigen dich denn dazu? Man muss auch sagen, es ist wohl meine beste Zeichnung, bin da nicht so gut drin. :dumdidum:
Nichts spezielles, nur zum Vergleich Foto-/-Zeichnung. Keine Verrenkung :zwinker:
Guat goahn
Jürgen
Zitat von: StoneMan in 24. Juli 2010, 23:58:26
... ich sagte ja bereits, dass ich selber Zweifel habe, ob es (nur) mit Schraffur nicht doch prägnanter werden könnte.
[...]
Bei den nächsten Zeichnungen werde ich es mal mit Schraffur versuchen...
Ich war neugierig und hab´s getan. Bitte um Kritik, was besser gemacht werden kann/muss
(außer, dass ich mir vielleicht nicht genug Mühe gegeben habe).Und bitte mal frei von Vorgaben machen, dabei auch mal ein Zugeständnis an unvorbelastete "Schauende" machen - was ist anschaulicher?
Groot
Jürgen
Hallo Jürgen,
fürs erste richtig gut! Und das v.a. ohne die komplette Anleitung :super:
Was noch zu verbessern wäre ist, der Schlagpunkt kommt immer nach unten, der Lichteinfall auf das Artefakt ist imaginär von links oben zu sehen, d.h. die Wallnerlinien kommen immer von links und von oben und die Wallnerlinien sollten schön gleichmäßig und geschwungen über die Fläche laufen.
Schöne Grüße,
Markus
P.S.: Da das was ich eben angemerkt habe bei meinen Zeichnungen nicht immer stimmt, das liegt daran, dass das meine ersten und einzigen sind/ waren und sich an die Vorgaben zu halten bei den ersten Versuchen nicht einfach war. :schaem: :zwinker:
Jau, danke Markus,
fange ich mal von hinten an. Die ganzen Fehler, die sich bei mir eingeschlichen haben, rühren ja auch aus einer Zeit,
als ich noch keinerlei Vorgaben hatte.
Lichteinfall weiß ich ja, aber es bereitet oft Schwierigkeiten, da gerade dieser Lichteinfall für das
Artefakt subobtimal ist - für´s Foto (!). Da meist ein Foto zuerst gemacht wird, fällt es mir schwer mich von dieser
visuellen Wahrnehmung zu trennen.
Und Hand aus´s Herz, von einem zweidimensionalen Foto abzeichnen ist einfacher als vom Original - obwohl, ich kann es durchaus.
Bei der nächsten Zeichnung liegt nur noch das Original daneben - versprochen.
Wobei meine ganz oben abgebildeten (schraffurlosen) Zeichnungen vom Original sind.
Schlagpunkt nach unten, ich habe ja die "Orientierung" von Veil hier liegen... ich gelobe Besserung :schaem:
Allerdings tue ich mich auch damit schwer, wenn es heißt, "...alle übrigen Werkzeuge mit dem Arbeitsende oder der Spitze nach oben..."
Ich weiß doch nicht immer, welches das Arbeitsende ist :kopfkratz:
So damit Du Deinen Monitor nicht wieder um 180° drehen musst, habe ich das Bild gedreht, möchte aber gerne noch mal
an die Community meine Frage richten :winke:
"Was ist anschaulicher?"
Bitte frei von Vorgaben machen, dabei auch mal ein Zugeständnis an unvorbelastete "Schauende" machen.
(Es geht mir dabei nicht um´s Bauchpinseln)
Schiet Wedder hier, trotzdem
Groot
Jürgen
Hm....ich versuche es auch immer wieder, mit teils erschreckend schlechten Ergebnissen, welche den Aufwand in keinster Weise rechtfertigen......
Habe versucht dem Hahn zu folgen:
Licht von links oben.
Bleistiftvorzeichnung (von Transparentpapier ist m.E. abzuraten)
Und dann die sündteuren und nicht immer zuverlässigen Rapidografen, wobei anzumerken ist, daß gerade die feineren nach zu häufigem Gebrauch zu einer ungleichmässigen Breite des Strichs tendieren.
Die klassische (Stahl)Feder ist vielleicht gar nicht zu unterschätzen, wenn man mal dran gewöhnt ist.
Als zusätzliche Anmerkung: evtl. gilt es einen Spagat zu schaffen zwischen mögl. schematischer (wissenschaftlicher) und "gefühlter" plastischer Darstellung.
Auf jeden Fall kann ich Edi zustimmen, daß das Zeichnen der Erkenntnis dient, d.h. das Lesen des Artifakts vereinfacht...hierfür genügt aber manchmal die einfache schnelle Skizze, die z.B. Proportionen getrost vernachlässigen kann - schliesslich dient die Zeichnung dann nur dem Selbstzweck.
Anbei ein paar halbwegs rezente Versuche.: neol. Kratzer von einem mitteld. FO.
Gute Nacht
Michi
Hey Michi, die Stücke sehen doch richtig gut aus!! :super:
Das mit der Tusche stimmt, ist echt stressig und man könnte meinen, man macht sich seine Bleistiftzeichnung kaputt mit! :heul: :winke:
Aber naja, ich fand Vorzeichnungen auf Transparentpapier immer gut, da man sie schneller abzeichnen konnte und nicht bei einem groben Schnitzer immer wieder ganz von vorne anfangen musste.
Übung macht den Meister und ein solcher ist auch noch nicht vom Himmel gefallen! Doch ich weiß, ich werd keiner drin! :narr:
Schöne Grüße,
Markus
Zitat von: a.k.a. rentner in 24. Juli 2010, 20:12:01
Danke Steinsucher!
Hallo Michi, for what?
ich habe ja nie das Zeichnen gelernt. Ich habe aber gelernt, wie man ältere Dokumente scannen kann oder mit dafür vorgesehenen Programmen einlesen kann. Ich gebe ja auch Quellen an. Das gibt vielleicht Probleme mit den Urheberrechtsgesetzen. Möge man uns davor schützen.
In diesem Sinn,
Fritz
Zitat von: a.k.a. rentner in 27. Juli 2010, 00:48:40
Hm....ich versuche es auch immer wieder....
...und mit gutem Erfolg. Ich finde Deine Zeichnungen gut :super:
N8
Jürgen
Nee, die sind zuviel Aufwand.
Simpler ist besser.
m.
Der Nachteil von Transparentpapier besteht darin, dass es Tusche/Farbe nicht gut saugen kann, d.h. wenn man nach Durchführung der Linienzeichnung mit Tusche/Farbe die Vorzeichnung wegradiert, nimmt man Tusche/Farbe weg.....auf den ersten Blick fällt das nicht auf.....beim Scannen schon.
Was zum Nächsten Punkt führt:der Digitalisierung der Zeichnung.
Eine optimale Lösung habe ich nicht gefunden........mag zum Teil am Scanner liegen.
Auf jeden Fall empfiehlt es sich in Graustuen zu scannen.
Evtl. bietet sich .bmp als reine Schwarz/w. Geschichte an........
Da eignet sich dann ein Stift mit gleichmässigem Schwarz gut........gerade die dynamisch auslaufenden Wallnerlinien gehen in meiner Digitalisierung schnell verloren, die Balance der "Grauwerte" stimmt dann oft nicht mehr.
Dennoch ist nat. Transparentpapier zu empfehlen, gerade um die Rückseitenumrisse des Artefakts mal einfach zu übertragen.
Am schwierigsten finde ich die Wallnerlinien hinzukriegen.....die Abstände zwischen ihnen, die Regelmässigkeit (irgendwie sind sie pinzipiell parallel, aber dann verschieben sie sich doch........).
Und Seitenansichen/bzw. Querschnitte ohne das unbezahlbare Hilfsmittel des Kamms.
tja, die techn. Probleme eines Amateurs.
m.
Hallo Michi,
da hast du Recht mit dem Transparentpapier. Darum macht man darauf auch nur die Bleistiftvorzeichnung , paust diese auf Papier durch und arbeitet dann mit Tusche nach.
Das mit dem Einscannen hat bei mir immer gut geklappt. Aber ich habe auch die fertige Zeichnung auf Papier (sollte etwas härteres Papier sein) eingescannt. Scannst du die auf Transparentpapier ein? :kopfkratz:
Schöne Grüße und viel Erfolg,
Markus
Das ist wirklich eine interessante Diskussion!
Michis Zeichnungen sind sehr anschaulich...das erste Ding und das rechts in der Mitte stechen positiv hervor weil sie mit annähernd gleicher Strichdicke agieren und nur im letzten Abstrich verebben. Dort wo die Lineaturen sehr in der Dicke variieren wird es unübersichtlich und man will nicht mehr analytisch suchen woher die Schläge rührten und in welcher Reihenfolge. Und das ist m. E. die wichtigste Aufgabe einer Artefaktzeichnung. Da sollte selbst die allgemeine Erkennbarkeit des Artefakts dahinter zurücktreten.
Die Linie trägt und erregt den Gedanken... die Fläche eben eher das Gemüt.
Vielleicht findet sich hier noch ein erfahrener Zeichner der diese Diskussion noch vertiefen könnte.
Ich habe mal eine Zwischenfrage zu der Reihenfolge der Ansichten, z. B. Vorderansicht und Seitenansicht.
Wie werden die laut Vorgaben/Hinweise von Autor XY gedreht/abgerollt, bzw. wie macht ihr das mit dem Abgerollen/Drehen?
Klare Frage? Nein?
Wenn ihr eure beiden Hände vor euch haltet und in in die Handinnenfläche schaut sind beide Daumen außen
(Eine Hand ist nun euer Artefakt - die Vorderseite).
Welche Hand dreht ihr um auf die Seitenansicht zu kommen? In jedem Falle schaut ihr dann auf euren Daumen.
Einmal schaut ihr auf die linke Kante des Artefaktes (Daumen linke Hand), einmal auf die rechte Kante (Daumen rechte Hand).
Wie macht ihr es, macht ihr es immer gleich?
Die gleiche Frage gibbet dann bei der Draufsicht/Untersicht... :dumdidum:
Groot
Jürgen
Hallo Jürgen,
zuerst kommt die Dorsalansicht, also der Rücken mit den Graten und so weiter.
Dann zeichnest du die nächste Kante, also die rechte Kante von der Dorsalseite aus.
Das ist wie bei einem Würfel, einfach eine Seite weiterdrehen.
Dann abschließend kommt die Ventralseite dran.
...
Was genau du bei deiner Zeichnung zeigen willst, hängt vom Artefakt und dem was es zu bieten hat ab. :glotz:
Wenn z.B. der Querschnitt und die Veränderung des Querschnitts interessant ist, dann zeichnest du den ein, usw.
Schöne Grüße,
Markus
Zitat von: Mark77 in 29. Juli 2010, 01:07:59
Hallo Jürgen,
zuerst kommt die Dorsalansicht, also der Rücken mit den Graten und so weiter. Ja OK, das ist die "Vorderansicht"
Dann zeichnest du die nächste Kante, also die rechte Kante von der Dorsalseite aus. Ja OK, das ist die "Seitenansicht"
Das ist wie bei einem Würfel, einfach eine Seite weiterdrehen. NE ne ne ne ne :cop: das ist dann nicht "einfach weiterdrehen"
- weiterdrehen, wäre doch nach "rechts klappen", aber dann (!) sieht man die linke Kante.
Dann abschließend kommt die Ventralseite dran... Ja OK, hier ergibt sich kein Problem
Die Seitenansicht ist das Problem.
Ich sehe keine Einheitlichkeit in diversen Publkationen.
Mal wird in der Seitenansicht die rechte Kante gezeigt, mal die linke Kante - in beiden Fällen jedoch rechts neben der ersten Vorderansicht (Dorsalseite).
Sollte das noch niemandem aufgefallen sein? Deshalb schrieb ich ja das hier:
Zitat von: StoneMan in 23. Juli 2010, 23:31:20
...habe ich auch mal Technische Kommunikation gehabt, also Zeichnen nach DIN erlernt.
Das geht natürlich nicht raus aussem Kopp...
Also habe ich meine Artefakte schön brav nach DIN "abgerollt", also die Reihenfolge der Vorder-Seiten-und Draufsicht
entsprechend dargestellt.
Dr. S. Veil macht das aber gaaaanz anders :staun: (aber nicht alle fachlichen Publikationen machen es wie Veil)
Ich weiß auch bis heute noch nicht warum Veil das so macht und ob das überhaupt allgemein wahrgenommen wird?
Nur, wenn man Zeichnungen lesen kann, dann verwirrt das mitunter... :belehr:
Wenn gewünscht, zeige ich auch im Detail den Unterschied dieser verschiedenen Reihenfolge der Ansichten.
Ist etwas schwierig, dies alles schriftlich zu formulieren, wir werden sehen, ob wir das klären können.
Bis dahin.
Jürgen
Sorry Jürgen,
was ich vergessen hatte zu erwähnen war, wie ein Würfel den man nach links dreht! Sorry :schaem:
Normalerweise zeigt man die recht Kante! Aber das mit der einheitlichen Nomenklatur kennt man ja von überall her. *seufz*
Wenn man die linke Seite anschauen will, sollte man diese ganz links anbringen. Ob das auch wirklich so zu amchen ist, k.A.
Soweit kenn ich mich da nicht aus. :smoke:
Hab ich eine Frage übersehen? Wenn ja, gib mir Bescheid! :zwinker:
Schöne Grüße,
Markus
Ich denke, soweit sind erstmal alle Klarheiten beseitigt - wenigstens zwischen uns :super:
Wenigstens für Vorder- und Seitenansicht.
Das heißt aber auch für mich, dass ich mich demnächst verbiegen muss bei den Ansichten?
Eine Draufsicht ist schließlich eine Draufsicht, ist eine Draufsicht, ist eine Draufsicht, ist eine Draufsicht...
Und was ist mit den anderen Zeichnern :schlaeger: :belehr:
Groot
Jürgen
So.........
danke Edi, für das Kompliment.
Im folgenden beschreibe ich mal einfach mein Procedere, ich habe v.a. versucht effektiv zu werden (ich folge in den meisten Punkten wohl Hahn).
Beginnen sollte man mit der Aufsicht (abgesehen von bifacialen Artefakten ist relativ klar welche Seite, bei Mikrolithen wohl die Rückenseite der ursprünglichen Klinge, bzw des Abschlags)
1. Umriss mit Druckbleistift nachziehen.........das erforderert Fingerspitzengefühl:die weit ausgefahrene Mine bricht gerne....d.h. besser eine dicke und weiche wählen.
2. Korrektur des Umrisses. Gerade an Retuschen und markanten Ecken lohnt sich eine Überprüfung durch hinkucken. Gerade an Spitzen -entscheidenden- Kanten empfiehlt sich die visuelle Überprüfung des haptischen 1. Schritts.
Eine angemessene Übertreibung an wichtigen Stellen (z.b. einer Spitze, einer Kerbung, eines Schlagpunktes an einer Stichelbahn) ist oft absolut gerechtfertigt.
3. Kanten/ Binnenumrisse von Abschlagsnegativen/Rücken etc......
Hier ist Transparentpapier mit unterliegendem Raster natürlich unschlagbar.
3.a Man markiere die Schnittpunkte der Abschlagsflächen per x und y Achse. (Sprich: das Artefakt liegt wieder auf der Umrisszeichnung, man setzt mit Bleistift rechts/links und ober/unterhalb je eine auf der Rasterlinie liegende Markierung. Der Schnittpunkt derselben wird dann auf der Binnenfläche markiert.
3.b nun werden die Linien gezogen. Dieser Schritt ist der erste schwierige, denn leichte Nuancen in der Krümmung müssen adäquat getroffen werden, um die Plastizität darzustellen. Kurvenzeichner helfen kaum, da die Linie gerne hin und her schwankt.
Aber nach zwei,drei Bleistiftlinien kriegt man ein gutes Gefühl dafür.
4. Wallnerlinien
Die sind natürlich superwichtig: über sie definiert man die Schlagrichtung, manchmal lassen sie sogar eine Vermutung des Schlagpunktes zu.
Natürlich ist es hier manchmal wichtig das "Auslaufen", d.h. den wachsenden Abstand und "Wellen" festzuhalten.
Andererseits hat man über die Darstellung derselben die Möglichkeit unter Berücksichtung der Lichtquelle Plastizität zu reinzupacken.
Z.B. am Bsp. einer Klinge: der Abstand der Linien und ist links am grössten, rechts in der Schattenseite am dichtesten.
Links gehen sie kaum bis zur Begrenzung, rechts fast, bzw ganz.
Generell: Abstand/Länge etc MÜSSEN UNBEDINGT noch in der Bleistiftzeichung festgelegt werden. Das Temperament geht sonst zu schnell mit einem durch und man versucht die Mängel mit immer mehr Linien zu beheben, was zu einem grauen Brei führt.
Beim Nachziehen der Wallnerlinien misslingen mir die meisten Zeichnungen.
4.b. Es gibt bestimmte regeln wie kortex, bzw nicht bearbeitete flächen darzustellen sind. Auf jeden fall müssen die deutlich anders, als bearbeitete dargestellt werden.
5. Strichdicke/nachziehen.Umriss und Kanten mit einem dickeren Strich ziehen. Wallnerlinien mit einem Dünnen.
Wie Edi anmerkte. auf eine Homogenität der Dicke achten!!!!!!!!!!!
6. Seitenansichten etc.: Evtl. macht es Sinn zumindest die Vorzeichung dieser, noch vor der Durchführung von Schritt 5 durchzuführen, da manchmal bis zu diesem Schritt wichtige Aspekte, die sich erst aus veränderter Perspektive ergeben miteinfliessen.
Man sollte sich bei jedem Artefakt überlegen, wieviele Ansichten genügen.
Mikrolithen benötigen nicht zwangsläufig eine Seitenansicht (aber meist vorder und rück), bei einem Rückenmesserchen ist diese wiederum unverzichtbar, wohingegen auf "Rückseite" verzichtet werden kann.
Und dann noch drei Anmerkungen:
1. bei grösseren artefakten (a la kernbeil) empfehle ich. Fotografieren, nachbearbeiten, ausdrucken, unter transparentpapier legen. Schritt 1-3 lassen sich so super zeitsparend erledigen, natürlich sollte man best. momente überprüfen.
2. artefakte aus Felsgestein/Beile/dechselklingen:
Macht euch nicht die mühe zu "pünkteln", geht schematisch/reduziert vor.
3. Man nehme sich gute Vorbilder, am besten von ähnlichen Artefakten, und am besten aus der heimischen Region, merkwürdigerweise scheint es in best. Punkten Unterschiede zu geben.
Bis dann
michi
:super: :super: :super:
Danke für die sehr schöne, ausführliche Arbeitsbeschreibung.
Die Schraffur mal außen vor lasseen, da ich die ja bis dato nicht gemacht habe, gehe ich im Wesentlichen auch so vor.
Gruß
Jürgen