Hallo habe hier meine versprochen Quarzitklingen aus der Altsteinzeit! :super:
Gruß Vorum :winke:
Hi,
schöne Stücke. Wusste gar nicht, dass es die Klingen
auch aus Quarz gibt.
Naja man lernt eben nie aus.
Sehr interessante und schöne Teile, Kelte !! :staun:
Ist das Material eindeutig als Quarzit bestimmt worden ?? :kopfkratz:
Ich frage, weil Flint ab und zu in einer "Verfallsphase" strukturen wie diese annehmen kann !
:winke:
Hallo Forum, hallo Kelten 111,
lass das noch einmal prüfen. Ich glaube nicht, das es Quarzit ist. Und warum Altsteinzeit? Welche Periode?
Immer interessiert an Ergebnissen.
Gruß, Fritz.
Hallo ja ist eindeutig Quarzit!
Und ja Altsteinzeit die Fundstelle wurde lange geheim gehalten da diese Fundstelle einzigartig gewesen ist!
Soviel ich weiß sind sie von Professor Züchner bestimmt worden frage nochmal genau nach der Zeit ok?
Auf diesen Acker hat man sehr viele solcher Klingen gefunden auch viele Bohrer
Hmmm, OK ...
.... mir wundert nur immernoch, dass man aus Quartzit so lange und gerade Klingen schlagen kann !! :staun: :super:
Sehr impossant ! :winke:
Ja genau das ist das besondere an diesen Stücken!
Habe gehört das manche 15cm gewesen sein sollen
Salaam!
Das sind in der Tat schöne Klingen, Kelten111, und dass es sich bei dem Material um veritablen Quarzit handelt, kann nicht weiter bezweifelt werden. Was mich allerdings wundert, ist die nonchalante Datierung ins Paläolithikum. Wenn allerdings Christian Züchner einen Blick auf das Ensemble geworfen und diese Zeitstellung erschlossen hat, dann soll es wohl so sein. Gewiss kann es sich dabei aber nur um eine jungpaläolithische Zeitstellung handeln.
Quarzit ist ein prinzipiell dem Flint ebenbürtiges Material, vor allem, wenn es sich um feinkörnige Varianten handelt. So kann es nicht weiter wundern, dass wir aus dem jüngeren Paläolithikum, hier dem Magdalénien, einige Siedlungsplätze kennen, wie z.B. Gönnersdorf oder Andernach im Neuwieder Becken am Mittelrhein, bei denen neben Flint auch eine sehr feinkörnige Quarzitvariante, bekannt unter der Bezeichnung "Süsswasserquarzit" bzw. "Blümchenquarzit", zur Klingenherstellung verwendet worden ist.
Dieses Material findet sich im Rheinschotter eingeschlossen, auch in grösseren Brocken. Aus Andernach kennen wir mehrere sog. Vollkerne für Klingen (d.h. präparierte, aber noch nicht abgebaute Kerne) aus diesem Material. Sie erlauben problemlos die Herstellung von Klingen mit Längen bis zu 20 cm. Die Form dieser sog. segmentförmigen Kerne, die Stellung ihrer Schlagfläche zur potentiellen Abbaufläche sowie entsprechende Merkmale an den Klingen (Form der Schlagflächenreste und spezielle Präparationsmerkmale) belegen fraglos, dass diese Klingen in direkter weicher Schlagtechnik unter Verwendung von Schlaginstrumenten (Hämmern) aus der Basis von Rengeweihen abgetrennt worden sind. Solche Hämmer sind seit dem mittleren Jungpaläolithikum (Solutréen) bekannt.
Diese Methode widerspricht einer früheren Annahme des leider viel zu früh verstobenen Prof. Dr. Joachim Hahn (ehemals Inst. UFG Tübingen), der in den frühen 1970ern bei der Bearbeitung des Andernacher Steinmateriales - zusammen mit dem Ausgräber von Gönnersdorf, Prof. Dr. Gerhard Bosinski - zu der Ansicht gelangte, dass derartige jungpaläolithische Klingen mittels eines meisselartigen Zwischenstückes (sog. punch) aus einer Geweihsprosse oder einem Abschnitt aus einer Geweihstange abgetrennt worden seien.
Diese Meinung findet sich übrigens noch in dem Buch zur Artefaktmorphologie von Hahn aus den frühen 1990ern. In der für dieses Jahr von Dr. H. Floss (Inst. UFG Tübingen) versprochenen Nachfolgepublikation "Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis zur Neuzeit" wird dieser lapsus gewiss korrigiert werden! Na, warten wir´s mal ab.
Quarzit wurde nicht nur im Jungpaläolithikum, sondern auch im Mesolithikum und Neolithikum verwendet. Das bekannte mesolithische Beispiel ist der sog. Wommersom-Quarzit, der in Belgien unweit von Brüssel in einem begrenzten Vorkommen bei Tienen (Tirlemont) ansteht und im späten Mesolithikum ein bevorzugtes Rohmaterial war.
Wer einmal Wommersom-Quarzit gesehen und gefühlt hat, der wird mir zustimmen, dass dieses Material keinen Vergleich mit Flint zu scheuen braucht. Der besondere Vorteil dabei ist, dass er viel zäher ist als Flint, was sich bei der Bearbeitung ausgesprochen positiv bemerkbar macht. Denn Wommersom-Quarzit ist sogzusagen "gutmütig" und verträgt noch die Retuschierschläge, die ein vergleichbares Stück Flint nie und nimmer verzeihen und durch sofortigen Bruch quittieren würde! Ich rede aus praktischer Erfahrung.
Schliesslich gibt es im von Flint nicht gerade verwöhnten Hessen ein Quarzitvorkommen bei Wernswig, das ausgiebig in der LBK ausgebeutet worden ist. Dieser Quarzit ist jedoch relativ rauh - vergleichbar mit dem hier präsentierten Material. Trotzdem wurde er intensiv verwendet, da die Beschaffung von Flint in dieser Region allem Anschein nach teurer war als die Nutzung dieser einheimischen Ressource.
Herzliche Grüsse KIS
Zitat von: Khamsin in 30. Oktober 2008, 18:58:33
Salaam!
Das sind in der Tat schöne Klingen, Kelten111, und dass es sich bei dem Material um veritablen Quarzit handelt, kann nicht weiter bezweifelt werden. Was mich allerdings wundert, ist die nonchalante Datierung ins Paläolithikum. Wenn allerdings Christian Züchner einen Blick auf das Ensemble geworfen und diese Zeitstellung erschlossen hat, dann soll es wohl so sein. Gewiss kann es sich dabei aber nur um eine jungpaläolithische Zeitstellung handeln.
Quarzit ist ein prinzipiell dem Flint ebenbürtiges Material, vor allem, wenn es sich um feinkörnige Varianten handelt. So kann es nicht weiter wundern, dass wir aus dem jüngeren Paläolithikum, hier dem Magdalénien, einige Siedlungsplätze kennen, wie z.B. Gönnersdorf oder Andernach im Neuwieder Becken am Mittelrhein, bei denen neben Flint auch eine sehr feinkörnige Quarzitvariante, bekannt unter der Bezeichnung "Süsswasserquarzit" bzw. "Blümchenquarzit", zur Klingenherstellung verwendet worden ist.
Dieses Material findet sich im Rheinschotter eingeschlossen, auch in grösseren Brocken. Aus Andernach kennen wir mehrere sog. Vollkerne für Klingen (d.h. präparierte, aber noch nicht abgebaute Kerne) aus diesem Material. Sie erlauben problemlos die Herstellung von Klingen mit Längen bis zu 20 cm. Die Form dieser sog. segmentförmigen Kerne, die Stellung ihrer Schlagfläche zur potentiellen Abbaufläche sowie entsprechende Merkmale an den Klingen (Form der Schlagflächenreste und spezielle Präparationsmerkmale) belegen fraglos, dass diese Klingen in direkter weicher Schlagtechnik unter Verwendung von Schlaginstrumenten (Hämmern) aus der Basis von Rengeweihen abgetrennt worden sind. Solche Hämmer sind seit dem mittleren Jungpaläolithikum (Solutréen) bekannt.
Diese Methode widerspricht einer früheren Annahme des leider viel zu früh verstobenen Prof. Dr. Joachim Hahn (ehemals Inst. UFG Tübingen), der in den frühen 1970ern bei der Bearbeitung des Andernacher Steinmateriales - zusammen mit dem Ausgräber von Gönnersdorf, Prof. Dr. Gerhard Bosinski - zu der Ansicht gelangte, dass derartige jungpaläolithische Klingen mittels eines meisselartigen Zwischenstückes (sog. punch) aus einer Geweihsprosse oder einem Abschnitt aus einer Geweihstange abgetrennt worden seien.
Diese Meinung findet sich übrigens noch in dem Buch zur Artefaktmorphologie von Hahn aus den frühen 1990ern. In der für dieses Jahr von Dr. H. Floss (Inst. UFG Tübingen) versprochenen Nachfolgepublikation "Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis zur Neuzeit" wird dieser lapsus gewiss korrigiert werden! Na, warten wir´s mal ab.
Quarzit wurde nicht nur im Jungpaläolithikum, sondern auch im Mesolithikum und Neolithikum verwendet. Das bekannte mesolithische Beispiel ist der sog. Wommersom-Quarzit, der in Belgien unweit von Brüssel in einem begrenzten Vorkommen bei Tienen (Tirlemont) ansteht und im späten Mesolithikum ein bevorzugtes Rohmaterial war.
Wer einmal Wommersom-Quarzit gesehen und gefühlt hat, der wird mir zustimmen, dass dieses Material keinen Vergleich mit Flint zu scheuen braucht. Der besondere Vorteil dabei ist, dass er viel zäher ist als Flint, was sich bei der Bearbeitung ausgesprochen positiv bemerkbar macht. Denn Wommersom-Quarzit ist sogzusagen "gutmütig" und verträgt noch die Retuschierschläge, die ein vergleichbares Stück Flint nie und nimmer verzeihen und durch sofortigen Bruch quittieren würde! Ich rede aus praktischer Erfahrung.
Schliesslich gibt es im von Flint nicht gerade verwöhnten Hessen ein Quarzitvorkommen bei Wernswig, das ausgiebig in der LBK ausgebeutet worden ist. Dieser Quarzit ist jedoch relativ rauh - vergleichbar mit dem hier präsentierten Material. Trotzdem wurde er intensiv verwendet, da die Beschaffung von Flint in dieser Region allem Anschein nach teurer war als die Nutzung dieser einheimischen Ressource.
Herzliche Grüsse KIS
Hallo KIS , was heißt eigentlich Salaam ? Nichts gegen Kelten 3 aber unter schön verstehe ich was anderes. Gruß clovis
Servus,
Wommersom kenne ich, Blümchen-Quarzit habe ich schon von gehört, aber noch nie gesehen. Von großen, langen, ebenmäßigen Klingen aus Quarzit habe ich weder gehört, noch habe ich sie je gesehen.
Da sieht man wieder, wozu unser Forum doch gut ist! War mal wieder eine erkenntnisreiche Leseminute, danke Khamsin.
Salaam ist Teil der arabischen Begrüßungsformel und bedeutet nicht mehr oder weniger als Frieden, genau wie das hebräische shalom.
Servus bedeutet übrigens "zu Diensten".
HG bedeutet "herzliche Grüße"
RP bedeutet "Rolf Peter"
Hallo Allerseits,
und ich habe es gewagt, dem Quarzit diese Fähigkeiten abzusprechen. Dabei habe ich doch zum Vergleich Wommersom-Quarzit in meiner Sammlung! Asche auf mein Haupt.
Gruß, Fritz.
Salaam Forum!
Zitat von: clovis in 30. Oktober 2008, 19:41:39
Zitat von: Khamsin in 30. Oktober 2008, 18:58:33
Salaam!
Das sind in der Tat schöne Klingen, Kelten111, und dass es sich bei dem Material um veritablen Quarzit handelt, kann nicht weiter bezweifelt werden. Was mich allerdings wundert, ist die nonchalante Datierung ins Paläolithikum. Wenn allerdings Christian Züchner einen Blick auf das Ensemble geworfen und diese Zeitstellung erschlossen hat, dann soll es wohl so sein. Gewiss kann es sich dabei aber nur um eine jungpaläolithische Zeitstellung handeln.
Quarzit ist ein prinzipiell dem Flint ebenbürtiges Material, vor allem, wenn es sich um feinkörnige Varianten handelt. So kann es nicht weiter wundern, dass wir aus dem jüngeren Paläolithikum, hier dem Magdalénien, einige Siedlungsplätze kennen, wie z.B. Gönnersdorf oder Andernach im Neuwieder Becken am Mittelrhein, bei denen neben Flint auch eine sehr feinkörnige Quarzitvariante, bekannt unter der Bezeichnung "Süsswasserquarzit" bzw. "Blümchenquarzit", zur Klingenherstellung verwendet worden ist.
Dieses Material findet sich im Rheinschotter eingeschlossen, auch in grösseren Brocken. Aus Andernach kennen wir mehrere sog. Vollkerne für Klingen (d.h. präparierte, aber noch nicht abgebaute Kerne) aus diesem Material. Sie erlauben problemlos die Herstellung von Klingen mit Längen bis zu 20 cm. Die Form dieser sog. segmentförmigen Kerne, die Stellung ihrer Schlagfläche zur potentiellen Abbaufläche sowie entsprechende Merkmale an den Klingen (Form der Schlagflächenreste und spezielle Präparationsmerkmale) belegen fraglos, dass diese Klingen in direkter weicher Schlagtechnik unter Verwendung von Schlaginstrumenten (Hämmern) aus der Basis von Rengeweihen abgetrennt worden sind. Solche Hämmer sind seit dem mittleren Jungpaläolithikum (Solutréen) bekannt.
Diese Methode widerspricht einer früheren Annahme des leider viel zu früh verstobenen Prof. Dr. Joachim Hahn (ehemals Inst. UFG Tübingen), der in den frühen 1970ern bei der Bearbeitung des Andernacher Steinmateriales - zusammen mit dem Ausgräber von Gönnersdorf, Prof. Dr. Gerhard Bosinski - zu der Ansicht gelangte, dass derartige jungpaläolithische Klingen mittels eines meisselartigen Zwischenstückes (sog. punch) aus einer Geweihsprosse oder einem Abschnitt aus einer Geweihstange abgetrennt worden seien.
Diese Meinung findet sich übrigens noch in dem Buch zur Artefaktmorphologie von Hahn aus den frühen 1990ern. In der für dieses Jahr von Dr. H. Floss (Inst. UFG Tübingen) versprochenen Nachfolgepublikation "Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis zur Neuzeit" wird dieser lapsus gewiss korrigiert werden! Na, warten wir´s mal ab.
Quarzit wurde nicht nur im Jungpaläolithikum, sondern auch im Mesolithikum und Neolithikum verwendet. Das bekannte mesolithische Beispiel ist der sog. Wommersom-Quarzit, der in Belgien unweit von Brüssel in einem begrenzten Vorkommen bei Tienen (Tirlemont) ansteht und im späten Mesolithikum ein bevorzugtes Rohmaterial war.
Wer einmal Wommersom-Quarzit gesehen und gefühlt hat, der wird mir zustimmen, dass dieses Material keinen Vergleich mit Flint zu scheuen braucht. Der besondere Vorteil dabei ist, dass er viel zäher ist als Flint, was sich bei der Bearbeitung ausgesprochen positiv bemerkbar macht. Denn Wommersom-Quarzit ist sogzusagen "gutmütig" und verträgt noch die Retuschierschläge, die ein vergleichbares Stück Flint nie und nimmer verzeihen und durch sofortigen Bruch quittieren würde! Ich rede aus praktischer Erfahrung.
Schliesslich gibt es im von Flint nicht gerade verwöhnten Hessen ein Quarzitvorkommen bei Wernswig, das ausgiebig in der LBK ausgebeutet worden ist. Dieser Quarzit ist jedoch relativ rauh - vergleichbar mit dem hier präsentierten Material. Trotzdem wurde er intensiv verwendet, da die Beschaffung von Flint in dieser Region allem Anschein nach teurer war als die Nutzung dieser einheimischen Ressource.
Herzliche Grüsse KIS
Hallo KIS , was heißt eigentlich Salaam ? Nichts gegen Kelten 3 aber unter schön verstehe ich was anderes. Gruß clovis
Unnötiges Komentar!!!!!!!!!!!!!
Hallöle!
Das ist es, was ich unter anderem an diesem Forum so schätze: guten Humor. Danke RP!
KIS heisst übrigens Khamsin Ibn Saud, LBK heisst Linearbandkeramik, LAIC heisst Look At It Crooked.
Letzteres ist ein ausgesprochen hilfreicher, ja nachgerade weiser Rat, dem ich seit etlichen Jahre erfolgreich folge. Und zwar immer dann, wenn ich nicht mehr so ganz weiter weiss oder sozusagen mein Pulver verschossen glaube. Wenn Ihr mich nur fragen würdet, auf wen das zurück geht, dann muss ich regelrecht errötend gestehen: auf Tom Clancey (if you know what I mean!). Und der ist nun wirklich nicht als philosophierender Zeitgenosse bekannt, sondern als eine der Galeonsfiguren aller rednecks, und der wird - ohne wenn und aber - am nächsten Dienstag auch McCain wählen.
Das tut aber dem - wie er es nennt "LAIC-manoeuvre" eben keinen Abbruch. Versucht es mal, und Ihr werdet über das Ergebnis staunen.
HG (heisst übrigens Herzliche Grüsse) KIS