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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: rolfpeter in 09. Mai 2005, 16:10:14

Titel: Neolithische Dechselklinge aus Flint
Beitrag von: rolfpeter in 09. Mai 2005, 16:10:14
Hei Freunde!

Ich sags ja immer: Der Mai mit seinen abgeregneten Rübenfeldern ist die beste Sucherzeit!
Diese schöne Dechselklinge aus dunklem Flint hat mich heute förmlich angesprungen.

Form: Dechselklinge aus einer Feuersteingrundform?
Material: Dunkelgrauer Feuerstein mit hellgrauen Einschlüssen
Größe: 113*50,5*20,5 mm
Gewicht: 115 g

Das Stück ist, bis auf einen modernen Ausbruch an der Schneide, unversehrt. Typisch für einen Dechsel, also ein quergeschäftetes Beil, ist auch die aufgewippte Schneide, man sieht es auf dem Bild in den Seitenansichten.
An den Längsseiten sieht man Retuschen, die teilweise tief in die Fläche hineinragen. Diese sind nur ganz leicht überschliffen. Die Schneide allerdings ist fein geschliffen, teilweise hochglänzend. Auch am Nacken findet man auf den Graten der Retuschen einige glänzende Stellen (Schäftungsglanz?)
Was mich wundert, ist der große Rindenrest auf der Dorsalseite. Wenn man das Gerät von der Seite betrachtet, könnte man meinen, die Rinde läge auf der Ventralseite. Seltsam.

Ich werde bei meinem nächsten Besuch bei den Bodendenkmalschützern, die Klinge auf jeden Fall dem für mich zuständigen Archäologe zeigen. Das ist nämlich Jürgen Weiner, DER Experte für solche Dechselklingen.

Literatur:

J.Weiner: Neolithische Dechselklingen aus Feuersteingrundformen? Anmerkungen zu einem kaum beachteten, einzigartigen Gerätetyp
aus: Beiträge zur Ur- und Frühgeschicht Mitteleuropas 20 "Den Bogen spannen..."
Titel: Toller Fund
Beitrag von: Eldorado in 10. Mai 2005, 15:46:54
:super:

Respeckt

Gruss Eldorado:staun:
Titel: Re: Neolithische Dechselklinge aus Flint
Beitrag von: Khamsin in 03. Juli 2005, 11:29:45
Moin Jungs!
Kann mir mal jemand sagen, warum ich erst jetzt über diesen Eintrag stolpere? Wie blind muss man eigentlich sein, wenn man hier im Forum - zugegebenermassen in grösseren Intervallen als bei Heimdall - rumgeistert und so was tolles übersieht? Na gut, besser spät, als gar nicht!
Kurzum: RP hat alles hinreichend beschrieben und bezieht sich überdies auf Standardliteratur aus bekannt seriöser Feder! Schliesse mich also RPs Interpretation vorbehaltlos an. 

So verbleibt mir nur noch ein herzlicher Glückwunsch an RP zu einem in mancherlei Hinsicht herausragenden Fund, aber derlei Finderglück kennen wir ja von ihm! Deshalb steht zu erwarten, dass wir in der Zukunft noch mit manch spektakulärem Artefakt aus dem Westen konfrontiert werden; freue mich schon drauf!
Beste Grüsse und immer schön rollen