Klingen mit stumpfender Retusche des Rückens
kommen an manchen Erteböllefundplätzen vor.
Oft ist auch nur ein Teil der Klinge 'gestumpft'.
Jan
Ein sehr schönes Stück, auch wenn es sich dem Rheinländer nicht unmittelbar erschließt.
Die retuschierte, konvexe Kante ist nicht die Arbeitsfläche. Oder?
mfg
Moin,
mein lieber Jan, wat soll ich sagen...? :super: :super: :super:
@ hargo, ´die retuschierte, konvexe Kante ist tatsächlich nicht die Arbeitskante, sie ist das,
was es ´nicht geben darf´ oder zumindest nicht so genannt werden soll - "Fingerschutzretusche".
Messer mit gestumpftem Rücken > Klick < (http://www.sucherforum.de/index.php/topic,56210.msg349482.html#msg349482)
Gruß
Jürgen
Hallo Jan :winke:
Da hast du wirklich ein feines Werkzeug aus einem feinen Material gefunden. Eigenete sich wohl perfekt zum schneiden in dieser Sichelform. Kann man da sagen wo das Gestein herkommt?
liebe Grüße Daniel
Hallo Jan,
ein wirklich schönes, feines Werkzeug.
In de stumpfen Retuschen sind schwarze Anhaftungen, schon mal untersucht?
Könnte dieses Schneidewerkzeug möglicherweise nicht auch geschäftet gewesen sein?
Gruß
Peter
Hallo Jan,
Glückwunsch zu dem wirklich schönen Fund. Ein mustergültiges Exemplar einer flaekekniv med rygretouche.
Gruß
Holger
Hallo :winke:
Stimmt Peter hat ein gutes Auge. Das Stück erinnert an die Pfahlbaumesser aus dem Süden. Die gebogene Form hatte sicher einen positiven Effekt auf die Schneidewirkung
Liebe Grüße Daniel
Von allem mal abgesehen ist der Silex auch eindrucksvoll. Regelrecht "marmoriert" wie an barocken Stucksäulen. :glotz:
Gegenüber unserem mesolithischen MIKROlithikum sind das vom Format her richtige ErteBÖLLER
Selten so etwas unbeschädigt auflesen zu können!
Der kleine ausschwingende Zipfel hat einen gewissen krumsäbelig-orientalischen Charme! :zwinker:
Guten Abend - endlich komm ich zur Beantwortung einiger Fragen.
Zum Material: Es ist 'Baltischer Flint' von der Ostseeküste. In diesem Fall etwas hell- und dunkelgrau gescheckt.
Dem Flintknapper konnte diese Marmorierung egal sein, es war gut zu bearbeiten.
Bei der Patinierung unter Einfluss von Salzwasser mit evtl. weiterer Chemie und Licht kamen
die Farbeffekte zustande.
Auf dem zweiten Foto ist eine kleine rezente Macke bei der das dunkelgraue Material hervorschaut.
Bei den Erteböllesiedlungen im westlichen Ostseeraum war guter Rohstoff reichlich vorhanden.
Zur Anhaftung: Es war feiner Sand oder Staub, der sich mit einem Pinsel fortwischen ließ.
Birkenpechanhaftungen auf die ich durchaus schaue, hab ich bisher noch nicht gefunden.
Zur Handhabe: Man geht in der Literatur davon aus, dass die Arbeit mit diesen Rückenmessern,
manchmal auch als Bogenmesser (Buekniv / knife with shaped back) bezeichnet,
durch ihre ausgeprägte Stumpfung keine Schäftung benötigten.
Auch von der Unterwasserarchäologie, die in DK sehr viel organisches Material gefunden hat,
gibt meines Wissens keine Hinweis auf Schäftungen - bis auf den Fund von Timmendorf Nordmole.
Das alles sind letzte Wahrheiten - bis ein neuer Fund vielleicht alles auf den Kopf stellt!
Ich danke Euch: hargo, Jürgen, Daniel, Peter, Holger und Thomas für die aufmerksame Begleitung!
Schöe Grüße
Jan