Liebe Leute,
ein Frohes Neues Jahr!
Hier kommen Fotos von einem Stein (vom SH Strand), der rundum behauen und schön schwarz patiniert ist. Die Maße sind ca 12 cm x 4 cm x 4 cm. Im Floss findet sich folgende Beschreibung (Hartz und Lübke, S.649), die ganz gut auch auf meinen Stein passen würde: "In der jüngeren Erteboellekultur sind unsystematisch zugeschlagene Stücke mit zwei Graten und unregelmäßigem Querschnitt am häufigsten (Abb 2.1)". Wobei die genannte Abbildung ein ca 15 cm langes "Kernbeil mit unregelmäßigem Querschnitt" zeigt. Eine eventuelle Bewegung in der Brandung hatte auch bei diesem Stein nicht allzuviel Einfluss: weder gibt es an diesem Stein Absplitterungen mit fehlender Patina, noch gibt es starke Verrundungen der Kanten/Grate.
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Viele Grüße,
Sven
Hallo Sven,
auch ich wünsche Dir für das neue Jahr alles Gute und -natürlich- viele schöne Funde.
Ich halte das von Dir gezeigte Stück für ein Geofakt. Ich kann zwar nicht davon künden, bisher viele Kerngeräte gefunden zu haben und daher steht meine Einschätzung von vornherein auf sehr wackligen 'Beinen', aber intentionelle Bearbeitungsspuren können zumindest meine Augen nicht erkennen. Ich wünsche dir aber, dass ich mich irre...
Viele Grüße
Jondalar
Zitat von: Jondalar in 08. Januar 2026, 10:01:14Hallo Sven,
auch ich wünsche Dir für das neue Jahr alles Gute und -natürlich- viele schöne Funde.
Ich halte das von Dir gezeigte Stück für ein Geofakt. Ich kann zwar nicht davon künden, bisher viele Kerngeräte gefunden zu haben und daher steht meine Einschätzung von vornherein auf sehr wackligen 'Beinen', aber intentionelle Bearbeitungsspuren können zumindest meine Augen nicht erkennen. Ich wünsche dir aber, dass ich mich irre...
Viele Grüße
Jondalar
Hallo Jondalar,
vielen Dank!
Ich kann deine Einschätzung gut verstehen. Ich wollte diesen Stein eigentlich auch am Strand liegen lassen. Der Typ eines "Beils mit unregelmäßigem Querschnitt" war mir nicht wirklich bekannt. Ich habe den Stein dann nur eingesteckt, weil mir die relativ regelmäßigen Absplitterungen, die man in Bild 5 sieht, auffielen.
Was bei diesem Stein gegen ein Geofakt sprechen könnte, ist:
* fast alle großen und kleinen Facetten sind Negative von Absplitterungen mit negativen Wallnerlinien und negativen Schlagbeulen
* die Patina aller Facetten ist sehr einheitlich, die Facetten sind also (auf Zeitskalen der Patinierung) etwa gleichzeitig entstanden
* es ergeben sich durch die Absplitterungen/Abschläge zwei gegenüberliegende Grate, die sich jeweils über die gesamte Länge des Steins etwas unregelmäßig hinziehen (der eine Grat in der Ansicht Bild 2 rechts und in Bild 3 links am Stein, der andere Grat in Bild 3 rechts und in Bild 4 zentral)
* die grobe Form des Steins entspricht in etwa der eines Kernbeils wie im Floss beschrieben (wo auch steht, dass dies die häufigste Form aus dieser Zeit ist) oder wie auch im Museum Kopenhagen ausgestellt (siehe angehängte Bilder / das zentrale Beil im Detailausschnitt, das hier, wenn ich es richtig zuordne, als "Maglemose/Konglemose, 8500-5500 BC" ausgeschildert ist)
Viele Grüße,
Sven
Hallo Sven,
ein interessantes Stück, das sicher einer näheren Betrachtung wert ist. Dennoch halte auch ich das durchaus an ein Kernbeil denken lässt, für ein Artefakt. Zum einen scheinen mir die "Abschlagbahnen" nicht zielgerichtet genug zu sein, zum anderen kann ich an ihnen keine Bulbusnegative erkennen. Ein Schneidenschlag ist ja ohnehin nicht vorhanden, der das Stück dann wohl schon zu einem Kernbeil gemacht hätte.
:winke: Sven