Hallo zusammen,
in meinem Beitrag
https://sucherforum.de/steinartefakte/beil-oder-nicht-beil-das-ist-hier-die-frage-2-nebst-dreiecksmikrolith/?PHPSESSID=q274s7c0ftu2v3l4k4nnuech0r
wurde auch das Thema 'Löffelschaber' erörtert. Ich konnte so, quasi en passent, noch lernen, dass diese Werkzeuge zeitlichen Leitcharakter haben. Vielen Dank! Leider bin ich in meinem 'Revier' nicht gerade mit endneolithisch/bronzezeitlichen Funden gesegnet. Anbei aber ein Stück, dass bei mir im Verdacht steht, ein kleiner Löffelschaber zu sein.
Länge: 42mm
Breite: max. 22mm
Höhe: max. 9mm
In dem zeitlich gemischten Fundareal ließ sich die fragliche Zeitspanne eindeutig belegen. Was mich ein wenig stutzen lässt, ist die etwas 'kantige' Form des Kopfes. Was meint Ihr?
Viele Grüße
Jondalar
Hallo, Jondalar,
das schaut mir schon sehr nach einem Löffelschaber aus! :super: Interessant wären die beiden Lateralen des Fundstücks, und zwar in der Seitenansicht, sowie die Fundgegend. Dass ein Löffelschaber auch zum Teil recht ,,kantig" ausfällt ist übrigens gar nicht so selten. Ich habe auch ein paar solcher Exemplare.
Viele Grüße
Frank
PS: Der Link zu einem älteren Beitrag von dir sollte idealerweise hinter dem letzten Slash aufhören (also ohne die Parameter dahinter).
Hallo Frank,
vielen Dank für Deine Einschätzung. Die Lateralen sind nur leicht retuschiert und mit meinen fotografischen 'Fähigkeiten' bekomme ich das vermutlich nicht abgebildet... :(
Es gibt auf der rechten Lateralen aber auch einen kleinen kristallisierter Bereich. Vielleicht ist er ja vom gleichen Girl... :zwinker:
Apropos, lässt sich über eine spezifische Nutzung dieser Schaberform in Abgrenzung zu den Kratzern etwas sagen?
Der Fundort ist der Landkreis Gifhorn.
Viele Grüße
Jondalar
p.s.: vielen Dank auch für den Hinweis zur Verwendung von links
Moin Jondalar,
Glückwunsch zum Fundstück!
Ich sehe eine Klinge, dorsal zwei Grate. Am Ende retuschiert.
Seitlich sieht es nach einer Beschädigung aus, die vielleicht vom Ackergerät stammt.
Typisch für solche 'Pflugretuschen' ist der Verlauf von geringer 'Retusche' hin zu stärkeren
Absplissungen - oft schräg verlaufend.
Einen intentionell gearbeiteten 'Löffel' sehe ich nicht.
LG
Jan
Moin moin,
ich stimme dem Jan zu.
das ist kein Löffelschaber.
LG Klaus
Moin,
soweit die Fotos das zulassen, sehe ich an der Stirn schon eine retuschierte Arbeitskante.
Er passt in die unerschöpfliche Vielfalt der nordischen "Löffelschaber".
Gruß
Jürgen
Hallo, Jondalar,
du siehst: Die Meinungen über dieses von dir vorgestellte Stück gehen weit auseinander. Und das zu Recht, denn eindeutig ist das Stück nicht. Wie ich schon schrieb: Die Lateralen wären interessant bzw. entscheiden m. E. hier über pro oder kontra Löffelschaber. Bitte versuche doch mal bei etwas besserem Licht die Lateralen zu fotografieren und hier zu posten, auch wenn in dir eventuell kein Profi-Fotograf schlummert (was nicht ist, kann ja noch werden :-D ). Bei einigermaßen guten Fotos sollten wir alle Klarheit gewinnen, denke ich.
Zitat von: Jondalar in 29. Juni 2024, 12:25:27Es gibt auf der rechten Lateralen aber auch einen kleinen kristallisierter Bereich. Vielleicht ist er ja vom gleichen Girl... :zwinker:
So MUSS es sein! Wir verstehen uns... :zwinker:
ZitatApropos, lässt sich über eine spezifische Nutzung dieser Schaberform in Abgrenzung zu den Kratzern etwas sagen?
In diesem Zusammenhang ist mir einmal ein Artikel über Holzbearbeitung untergekommen. Den finde ich jedoch leider nicht mehr. Vorstellen könnte ich mir gut, dass auch dieser Schaber-Typus als "Multitool" Verwendung fand. Wenn jemand Online-Artikel oder Paper über Löffelschaber (gefunden) haben sollte: Bitte gerne einmal in diesem Thread (natürlich ordnungsgemäß :belehr: :-D ) zitieren.
ZitatDer Fundort ist der Landkreis Gifhorn.
Klasse, dank dir!
Viele Grüße
Frank
Hallo zusammen,
vielen Dank für Euere ja durchaus kontroversen Meinungen. Oft sind sie Ausdruck meines eigenen Für und Wider. Ist eine 'Rundumretuschierung', also auch an den Lateralen, ein Kennzeichen für einen Löffelschaber?
Wenn ich nächstes Mal an der Vervollkommnung meiner fotografischen Fähigkeiten ;) arbeite, mache ich vielleicht noch einmal ein Bild davon...
@Frank: Lassen sich denn anhand der kristallverzierten Werkzeuge Schlüsse auf das Alter, den Status oder das Aussehen der Lady, an deren Gürtel das Stück baumelte, ziehen? :kopfkratz: :zwinker:
Viele Grüße
Jondalar
"@Frank: Lassen sich denn anhand der kristallverzierten Werkzeuge Schlüsse auf das Alter, den Status oder das Aussehen der Lady, an deren Gürtel das Stück baumelte, ziehen? :kopfkratz: :zwinker: "
Auf jeden Fall zu alt für dich...
HG
Anke
Herrlich!!!
Vielen Dank, Anke!
Hallo, Jondalar,
Zitat von: Jondalar in 02. Juli 2024, 07:26:55@Frank: Lassen sich denn anhand der kristallverzierten Werkzeuge Schlüsse auf das Alter, den Status oder das Aussehen der Lady, an deren Gürtel das Stück baumelte, ziehen? :kopfkratz: :zwinker:
was für eine Frage!
Selbstverständlich kann man das! Also ... meine Glaskugel sagt mir ... sie war mittleren Alters, sah natürlich phantastisch aus, trug immer die neuste Mode UND sie hatte ein stark ausgeprägtes Faible für kristallbesetzte Werkzeuge. Aber leider, leider ... wie Anke schon erwähnte ...
etwas zu alt für dich... :ups:
Beste Grüße
Frank
PS: Ich freue mich auf deine Fotos der Lateralen... :zwinker:
Hi, Jondalar,
sorry, ich hatte eben ganz vergessen hierauf einzugehen:
Zitat von: Jondalar in 02. Juli 2024, 07:26:55Ist eine 'Rundumretuschierung', also auch an den Lateralen, ein Kennzeichen für einen Löffelschaber?
"Rundumretuschierung" trifft es nicht 100-prozentig. So muss das Proximalende, also das Stielende, nicht retuschiert, der Stiel hingegen klar herausgearbeitet – sprich: retuschiert – sein.
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank,
Zitat von: Neos in 02. Juli 2024, 20:13:15was für eine Frage! Selbstverständlich kann man das! Also ... meine Glaskugel sagt mir ... sie war mittleren Alters, sah natürlich phantastisch aus, trug immer die neuste Mode UND sie hatte ein stark ausgeprägtes Faible für kristallbesetzte Werkzeuge. Aber leider, leider ... wie Anke schon erwähnte ... etwas zu alt für dich...
was Du so alles sehen kannst... ;) Tatsächlich würde ich die Lady, wie wahrscheinlich alle hier im Forum, ja sehr gerne einmal kennenlernen. Ihr Alter wäre mir völlig egal... ;)
Vielen Dank auch zu Deinem Erläuterungen zu den Retuschierungen an einem Löffelschaber. An dem fraglichen Stück gibt es seitlich keine Retuschierungen, die maßgeblich dazu beigetragen haben den Stiel zu verjüngen. Da übe ich das Fotografieren wohl lieber an einem anderen Stück... ;)
Viele Grüße
Jondalar
Hallo, Jondalar,
Zitat von: Jondalar in 03. Juli 2024, 09:52:15was Du so alles sehen kannst... ;) Tatsächlich würde ich die Lady, wie wahrscheinlich alle hier im Forum, ja sehr gerne einmal kennenlernen. Ihr Alter wäre mir völlig egal... ;)
das geht mir – natürlich – ebenso. Ja, das wäre wirklich toll.
ZitatVielen Dank auch zu Deinem Erläuterungen zu den Retuschierungen an einem Löffelschaber. An dem fraglichen Stück gibt es seitlich keine Retuschierungen, die maßgeblich dazu beigetragen haben den Stiel zu verjüngen.
Sehr gerne. Schade, was die "fehlenden" Retuschen angeht, denn dann bin ich tatsächlich bei Jan und Klaus. Next time, Jondalar! :super:
Wenn Jürgen übrigens
ZitatEr passt in die unerschöpfliche Vielfalt der nordischen "Löffelschaber".
schreibt, dann trifft er damit (natürlich) voll ins Schwarze, denn tatsächlich gibt es nicht DEN "genormten" Löffelschaber-Typus. Alle gemein haben sie natürlich eine Löffelform und der Stiel ist, wie ich schon schrieb, herausgearbeitet. Aber manche sind eher kurz und gedrungen, andere haben einen langen Stiel, wiederum andere haben eine sehr breite Arbeitskante usw., usw.
Falls du sie nicht eh schon längst entdeckt hast, hier ein paar Beispiele:
- Löffelschaber 1 (https://sucherforum.de/steinartefakte/loffelschaber-79786/)
- Löffelschaber 2 (https://sucherforum.de/steinartefakte/nordisch-by-nature-ein-klassischer-loffelschaber/)
- Löffelschaber 3 (https://sucherforum.de/steinartefakte/miniaturloffelschaber-mit-netter-banderung/)
Den vierten von unserer Lady kennst du ja definitiv schon. :-D
Letztes Jahr habe ich einen Löffelschaber-Typ gefunden, den ich noch nicht kannte: Er ist sehr filigran gearbeitet und für einen Löffelschaber relativ dünn. An die Fotodokumentation für dieses Stück werde ich mich die nächsten Wochen mal ransetzen und es dann hier zeigen.
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank, Du Unermüdlicher,
vielen Dank für Deine neuerlichen Hinweise. Ich werde also vorsichtshalber mal einen Löffelschaber auf der 'Liste' der noch zu findenden Stücke, die wahrscheinlich jeder von uns hat, belassen ;)
Freue mich schon auf Deinen Löffelschaber, den Du noch vorstellen willst und sah gerade, dass Du etwas Neues eingestellt hat. Ein tolles Stück!
Viele Grüße
Jondalar