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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: thovalo in 22. Mai 2021, 19:05:15

Titel: Eine Steinperle des späten Paläolithikums
Beitrag von: thovalo in 22. Mai 2021, 19:05:15


Guten Abend!

Nach der Ausleihe an die Universtiät Köln kam die Steinperle in der Mitte des Bildes nach eineinhalb Jahren wieder in das Fundinventar zurück.
Die Lochung ist bikonisch ausgeführt worden und es sind laut der Bearbeiterin im Mikrobereich auch Drehriefen erkennbar.

Gelochte Perlen aus Mammutelfenbein, Hirschgrandeln und Gesteinen haben eine sehr lange Tradition.
Als Oberflächenlesefunde sind sie allerdings extrem selten anzutreffen.

Die Steinperle stammt von einem Fundplatz mit zwei leider rezent deutlich beschädigten Federmessern (rechts, ursprüngliche Länge ca. 3cm) und der Distalpartie einer "geraden Rückenspitze" (links). Daneben vom selben Fundplatz noch eine Rückenspitze mit die Basis umlaufender stielartiger Retuschierung. Zu diesem Projektil gibt es bislang nur sehr wenige Vergleichsbeispiele aus Federmesserkulturzusammenhängen u.a. aus dem Landkreis Rothenburg/Wümme. Das Gesamtfundexemplar des Paltzes enthält noch eine größere Anzahl der Belege von Rückenmessern, Sticheln, kurzen Kratzern, Kernsteine und eine umfangreiche Menge an Debitage. Aus Felsgestein ein "Ambossstein" auf dem Feuerteine gesetzt eund beschlaen wurden, ein Schlagstein aus feinkörnigen Quarzit und ein großes Tonschierfergeröll mit zwei gegenständig geschliffenen Facetten.

Die Funde stammen von einem Fundplatz der "Federmesserkultur" mit der Lage an einem Mäander eines dem Rhein zuleitenden kleineren Fliessgewässers am rechten Niederrhein.

Ein räumlich wenige Kilometer weiter süd-östlich gelegner "Federmesserfundplatz" überlieferte zwei gravierte Schieferstücke die im selben Projekt näher untersucht worden und auch den "Federmessergruppen" zugesprochen worden sind. Das kleinere Fragment war bereits publiziert.

Von diesem zweiten Fundplatz stammt u.a. auch das große Federmesser links im Avatar!


lG Thomas  :winke:
Titel: Re:Eine Steinperle des späten Paläolithikums
Beitrag von: Steinkopf in 23. Mai 2021, 01:05:39
Moin Thomas,

Das ist eine  Botschaft aus einer interessanten Zeit.
Aus welchem Material maf diese Steinperle sein?

LG
Jan
Titel: Re:Eine Steinperle des späten Paläolithikums
Beitrag von: RockandRole in 23. Mai 2021, 13:31:09
Hallo Großer,

ein Glück hast du auch einen Blick für das ganz Besondere, nicht nur für das Besondere  :zwinker:  Ich habe die Uni Köln im letzten Jahr auch lieb gewonnen.

liebe Grüße Daniel
Titel: Re:Eine Steinperle des späten Paläolithikums
Beitrag von: Neos in 23. Mai 2021, 20:39:50
Moin, Thomas,

das ist schon wirklich etwas ganz Besonderes, was du uns hier zeigst. Super!  :super:

Könntest du die beiden Artefakte vielleicht noch etwas größer darstellen, so dass man die Details besser betrachten kann?

Viele Grüße

Frank
Titel: Re:Eine Steinperle des späten Paläolithikums
Beitrag von: thovalo in 24. Mai 2021, 20:05:23
Zitat von: Steinkopf in 23. Mai 2021, 01:05:39
Moin Thomas,

Das ist eine  Botschaft aus einer interessanten Zeit.
Aus welchem Material maf diese Steinperle sein?

LG
Jan

Das Material ist quarzitisch gebundener Sandstein. Es gibt sie viel älter, aus dem Aurignacien auch aus Tonschiefer und Nephrit was Gesteine angeht sowie aus Mammutelfenbein und Hirschgrandeln asu tierischen Überresten. Im Rheinland gibt es auf Federmesserfundstellen immer wieder mal durchbohrte oder gravierte Artefakte.

lG Thomas
Titel: Re:Eine Steinperle des späten Paläolithikums
Beitrag von: thovalo in 24. Mai 2021, 20:06:10
Zitat von: Neos in 23. Mai 2021, 20:39:50
Moin, Thomas,

das ist schon wirklich etwas ganz Besonderes, was du uns hier zeigst. Super!  :super:

Könntest du die beiden Artefakte vielleicht noch etwas größer darstellen, so dass man die Details besser betrachten kann?

Viele Grüße

Frank


Ich versuche das die Tage mal. mit dem handy ist das schwierig detailgerecht näher kommen zu können.
Aber ich versuche es mal.


lG Thomas