Moin, zusammen,
normalerweise ärgere ich mich, wenn ein landwirtschaftliches Gerät seine Spuren auf einem Artefakt hinterlassen hat. Nicht jedoch bei dem Fundstück, das ich euch heute vorstelle: Ein kleines, knubbeliges, mesolithisches Kernbeil.
Tatsächlich finde ich sogar, dass die rostbraunen "Farbtupfer", die der Pflug hinterlassen hat, diesem Gerät das gewisse "Etwas" verleihen. Das Material, aus dem es hergestellt wurde, ist ein hellbläulich-grauer, gebänderter Flint.
Das Kernbeil stammt vom selben Fundplatz wie die meisten meiner mesolithischen Fundstücke (u. a. die gestielte Klinge (https://sucherforum.de/steinartefakte/ungewohnliches-gerat-eine-gestielte-klinge/), ein Kernstein (https://sucherforum.de/steinartefakte/rundherum-abgebauter-mesolithischer-kernstein/), eine mehr als 10 cm lange Klinge (https://sucherforum.de/steinartefakte/mesolithische-klinge-die-sich-sehen-lassen-kann/)) und ist der Ertebølle-Kultur zuzurechnen (ca. 5.300 - 4.100 v. Chr.).
Hier die Daten des Kernbeils:
- Fundgebiet: Nördliches Schleswig-Holstein
- Länge: 93 mm
- Breite: 17,1 - 40,9 mm
- Dicke: max. 35,5 mm
- Gewicht: 119 g
Viele Grüße von der Küste und euch allen "Gut Fund!" zum Saisonstart
Frank