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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: thovalo in 28. April 2012, 18:05:01

Titel: Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: thovalo in 28. April 2012, 18:05:01
 :-)

Gestern fand sich auch dieses Distalpartie eines Feuerschlagsteins der aus "nordischen Feuerstein" zu bestehen scheint.
Charakteristisch ist das verrundete Funktionsende das ggf. im Gebrauch abgebrochen ist.

glG thomas  :winke:
Titel: Re:Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: stereocidaris in 02. Mai 2012, 22:44:11
Hallo Thovalo,
Dein Beitrag eröffnet mir die Möglichkeit, einige Gedanken zu Feuerschlagsteinen zur Diskussion zu stellen. In letzter Zeit habe ich öfter über die Verwendung von Dolchgriffen als Feuerschläger nachgedacht, da ich selber einige Versuche des Feuerschlagens mit Pyrit, Flint und Zunder (bisher nur Baumwollzunder) gemacht habe, was auch recht gut gelungen ist. Habe neulich auf diese Art unseren Ofen angezündet, ein Lagerfeuer entfacht, etc...
Dabei mußte ich feststellen, daß nahezu jeder Feuerstein funktioniert, solange er nicht zu rissig ist, und außerdem habe ich festgestellt, daß auch "gute" Feuersteine bei mehrfacher beanspruchung nicht nur zum Verrunden, sondern auch zum Absplittern bzw. Zerbrechen neigen.
Dann dachte ich: warum wurden dann (laut Literatur) ausgerechnet die Griffenden von solch wertvollen Stücken wie Dolchen zum Feuerschlagen benutzt, was doch schließlich die Gefahr mit sich bringt, diese zu beschädigen oder gar zu zerstören, zumal auf neolithischen Siedlungsplätzen Flint im Überfluß vorhanden gewesen sein dürfte?
Also, wäre ich Neolithiker, dann würde ich nicht meinen Dolch für so eine profane Tätigkeit riskieren.
LG Stereo
Titel: Re:Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: Kelten111 in 02. Mai 2012, 23:17:18
Ja da gibts nichts zu bemängeln oder .
Mfg
Titel: Re:Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: thovalo in 02. Mai 2012, 23:24:45
Zitat von: stereocidaris in 02. Mai 2012, 22:44:11
Hallo Thovalo,
Dein Beitrag eröffnet mir die Möglichkeit, einige Gedanken zu Feuerschlagsteinen zur Diskussion zu stellen. In letzter Zeit habe ich öfter über die Verwendung von Dolchgriffen als Feuerschläger nachgedacht, da ich selber einige Versuche des Feuerschlagens mit Pyrit, Flint und Zunder (bisher nur Baumwollzunder) gemacht habe, was auch recht gut gelungen ist. Habe neulich auf diese Art unseren Ofen angezündet, ein Lagerfeuer entfacht, etc...
Dabei mußte ich feststellen, daß nahezu jeder Feuerstein funktioniert, solange er nicht zu rissig ist, und außerdem habe ich festgestellt, daß auch "gute" Feuersteine bei mehrfacher beanspruchung nicht nur zum Verrunden, sondern auch zum Absplittern bzw. Zerbrechen neigen.
Dann dachte ich: warum wurden dann (laut Literatur) ausgerechnet die Griffenden von solch wertvollen Stücken wie Dolchen zum Feuerschlagen benutzt, was doch schließlich die Gefahr mit sich bringt, diese zu beschädigen oder gar zu zerstören, zumal auf neolithischen Siedlungsplätzen Flint im Überfluß vorhanden gewesen sein dürfte?
Also, wäre ich Neolithiker, dann würde ich nicht meinen Dolch für so eine profane Tätigkeit riskieren.
LG Stereo

Tja, das ist auch mir ein Rätsel!
Wobei man nicht weiss WANN Jemand diese "Umwandlung" vorgenommen hat!

Im Mittelalter wurden Beilklingen sogar zermahlen und als Heilmittel in Flüssigkeiten gemischt "getrunken"!

Vielleicht sind die Dolche auch erst in späterer nachneolithischer Zeit zum Feuerschlagen umfunktioniert worden wobei man die hohe Steinbearbeitungsferstigkeiten überhaupt nicht achtete, sondern nur den praktischen Nutzen gesehen hat!

Wir werden es wohl nicht erfahren!
Leider

glG thomas  :winke:
Titel: Re:Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: steinwanderer in 03. Mai 2012, 21:36:14
Moin Moin,
daß Dolchbruchstücke Verwendung fanden hat vielleicht nur etwas mit Wertschätzung zu tun.
Gruß Klaus
Titel: Re:Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: Steinkopf in 04. Mai 2012, 21:52:08
OK - Es ist alles stochern im Nebel - aber auch heute sind doch viele
Gegenstände des Alltags Kult. Die Uhr, das Feuerzeug, die Schuhe etc.
Vom Auto, den Felgen usw. ganz zu schweigen.

Warum mit so einem nichtssagenden Feld-Wald-und-Wiesen-Flint auftreten,
wenn es etwas Besonderes wie ein Dolch-Rest auch tut.

So denk ich mir das.

LG

Jan
Titel: Re:Die abgebrochene Distalpartie eines Feuerschlagsteins
Beitrag von: stereocidaris in 05. Mai 2012, 12:54:30
Hallo Leute,
das ist für mich ein neuer, interessanter Aspekt, daß die Dolche erst im defekten Zustand, bzw. wenn sie schon "außer Betrieb" waren als Feuerschläger benutzt worden sein könnten. Bisher habe ich es immer so verstanden, daß Dolche im Benutzungszustand auch als Feuerschläger Verwendung fanden.
E. Lomborg (Die Flintdolche Dänemarks) macht ja sogar eine klare Trennung nach der Länge der Dolche - unter 13 cm werden sie von ihm als Feuerschläger angesprochen, darüber als Dolche. Er erwähnt dabei allerdings auch, daß es sich um eine künstliche Einteilung handelt, und schreibt weiterhin, daß die kurzen Exemplare sich in den Gräbern, anders als die längeren, in der Regel nicht in Hüfthöhe finden, und außerdem zusätzlich zu langen Dolchen in manchen Gräbern vorkommen - und schließt daraus auf Feuerschläger-Funktion.
LG Stereo