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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: Silex in 02. August 2005, 21:49:34

Titel: Brummer 800gr
Beitrag von: Silex in 02. August 2005, 21:49:34
Servus aus Bavarica transdanubica
Leibeigener Nichtsondler sucht Euren Steinweisen. Schuhleistenkeil mit Bohrung?? Schädelknacker? Bodenbearbeitungsgerät? Fällaxt? Grabbeigabe- Kultobjekt? -Lesefund an Flussterrasse
Titel: Re: Brummer 800gr
Beitrag von: rolfpeter in 03. August 2005, 14:36:01
Hei!

Hübsches Gerät!
Ich würde sagen, daß es sich um einen Setzkeil mit Kernbohrung handelt. Material ist wohl was schieferähnliches.
Zum Schädelspalten tät's natürlich auch gut funktionieren. Bodenbearbeitungsgeräte waren m.W. nicht aus Stein, sondern aus Holz.

Neolithikum, ist klar.

Beste Grüße, beste Funde!

RP
Titel: Re: Brummer 800gr
Beitrag von: Silex in 12. August 2005, 12:47:37
Danke rp, Ich hab schon bei Heimdall die Setzkeil undSchuhleistenkeikontroversen verfolgt und irgendwo aufm Comp. sind auch die Erörterungen Khamsins versilext. aber wer würde sich der schier unverhältnismäßigen arbeit unterwerfen dieses gerät zu picken und anschließend fast flächendeckend, makellos zu Überschleifen um es dann als schnöden Setzkeil zu malträtieren? Kann ich einfach nicht glauben.. Auch wenn Roden und Spalten eine heiligmäßige Handlung gewesen wäre. Obwohl "kultiges" in Erwägung zu ziehen ist- die Schneide ist makellos  und der Bruch scheint modern
Titel: Re: Brummer 800gr
Beitrag von: Khamsin in 13. August 2005, 13:10:37
Moin Jungs!
`Ne Detailaufnahme vom Bruch wäre fein. Wenns modern wäre - was wahrhaftig nicht auszuschliessen ist - dann lauf bloss immer mal wieder über den Acker. Mir sind etliche Fälle von Sammlern bekannt, wo - z.T. Jahre nach dem Erstfund eines Fragmentes - das zweite passende Fragment gefunden wurde.
Nun, glauben ist eine Sache, Wahrscheinlichkeitsaussagen eine andere. Und nach letzteren - wohlbelegt - spricht aber auch alles für die von RP genannte Funktion.
Die grössten bekannten Setzkeile haben Längen von rd. 45 cm. Damit stehen sie in einer Gruppe steinzeitlicher Grossgeräte, die mit guten Argumenten als "Prestigeobjekte" beschrieben werden. Allerdings lassen sich für die Gruppe der Setzkeile gleichermassen gute Argumente nennen, die zu der Einsicht führen, dass es sich in diesen Fällen nicht um Prestigestücke, sondern - unbeschadet ihrer nachgerade enormen Dimensionen - noch immer um profane Geräte handelt.
Beste Grüsse
Titel: Re: Brummer 800gr
Beitrag von: Silex in 09. Oktober 2005, 20:54:04
Verspätet der "Bruch" wobei ich mir jetzt gar nicht mehr sicher bin ob es  ein "moderner" selbiger war.
Das Foto gibt auch nicht arg viel her.

Danke für die Hinweise

es
Titel: Re: Brummer 800gr
Beitrag von: rolfpeter in 09. Oktober 2005, 20:57:55
Immer wieder ein goiles Teil!

Naja, ein Bruch vor 150 Jahren ist ja auch noch modern - oder?

Gruß
RP
Titel: Re: Brummer 800gr
Beitrag von: Silex in 09. Oktober 2005, 21:41:12
servus rp. Mehr als höchstens 5 Jahre hat das Dingens die Jetzthorizonte noch nicht geatmet sonst sähs nicht mehr so gut aus (zB im Schneídenbereich)
Die Fundstelle liegt übrigens nur ca 30 m von einer markanten (ehemaligen) menhirähnlichen Steinformation entfernt - die mitten im Acker- erst vor 4 Jahren  -laut Auskunft des Bauern -in die Luft gesprengt wurde. Das Sichelfragment (auch im Forum) stammt auch aus diesem Umkreis +- 50 Meter.
Vielleicht wurden sie  dadurch in die Jetztzeit katapultiert