Die Fundstellen liegen nur 1 km Luftlinie auseinander. Das klingenförmige Relikt stammt von einer solitären, hochwasserfreien Insel im Urstromtal welche Funde vieler vorgeschichtlichen Epochen beherbergt.
Das kompaktere Teil wurde auf einer Hochterrasse ausgeackert und gehört einem reichen endpaläolithischen Ensemble an (wobei Lydit- wie schon mal gesagt- bei uns ein endpaläolithisches "Leitmaterial" darstellt und auf fast allen Wanderrouten , der von Werner Schönweiß "Atzenhofener Gruppe" genannten Kultur, zu finden ist ).
Bei beiden "Instrumenten" kann ich mir die genaue Funktion nicht eindeutig erklären obwohl sie von den Archäologen als Klinge und Kratzer bestimmt wurden.
Euch wollte ich nur mal das Material zeigen , das bei dem "Kratzer" mit dieser nasenartigen Retuschierung am ehesten die Charakterisierung dieses Rohstoffs ermöglicht..
Große Geräte dieses Werkstoffs sind in unseren Gefilden von außerordentlicher Seltenheit da dem Lydit eine seltsame Inhomogenität eignet , die sich in kaum sichtbaren Klüften und Bruchlinien erst bei der Bearbeitung in fataler Weise erweist.
Aber diese fernen Jäger liebten dieses glasig-spröd-schiefrige Material aus unbekannten(?) Gründen.
Obwohl behauptet wurde (wird) dass Lyditwerkstoffe unserer Fundlandschaft ausnahmslos aus dem Frankenland stammen , vermute ich dass mancher, hiesige, diesbezügliche Flußkiesel zur Freude des kundigen Sammlers erst hier geköpft wurde.....
Wenn jemand was weiss....
Danke!
Edi
"Wenn jemand was weiss...."
Nur dass hier - im Frankenland - Lydit als Notrohstoff Verwendung fand.
Bei Dir vllt. als begehrt galt.
Warum auch nicht? Tolle Farbe, scharfe Eigenschaften. Dem Feuerstein in nichts hintanstehend.
Danke, CptAhab, für Deine Einlassung. Es gibt wissenschaftlich, fundierte Publikationen die auf possibilitäre , saisonale Treffen der Jägersippen verweisen. Demnach gab es an singulären, markanten Höhenplätzen "Volksfeste" der prähistorischen Art (vielleicht zu Sonnwendereignissen) die dem Tausch und Handel von Rohstoffen (Geräten) , Zaubermitteln (?) , Fellen und anderen Desideraten dienten.
Ein ferneres, exotischeres Werkstück könnte durchaus Statuscharakter besessen haben....
aber bei uns heissts: "Nix Gwieß woaß ma niad"
Servus, bis bald
Edi
Salaam Jungs!
Also, wenn mir seinerzeit jemand ´n Kubikmeter Kieselschiefer zur Verfügung gestellt hätte - nicht das verdammte Zeut mit den vielen Quarzadern, wie man´s halt so kennt - sondern die hier gezeigte Qualität, ja dann hätt ich nicht gemosert!
Klasse Edi, dass man das mal hier richtig sieht, vor allem auf dem 2. Bild.
Beste Grüsse KIS
Da spricht das experimentelle Silicat, hm.
Deine Stücke bist Du noch schuldig. :heul:
Könnt mir vorstellen, bei den Postings muß ich mir dann nen Packen Kleinste Sächsische Raubtiere bereitlegen.
Und weil unser agersoe so wunderbar geordnet hat kann ich hier mal einen neuen Lyditkern mit einfügen.
Das Ding wurde wohl aufgegeben weil die Qualität zum Naturrücken hin zusehends "schlechter" wird.
Aber umso besser sind die Charakteristika dieses "schwierigen" Materials zu erkennen.
Vermutlich und wahrscheinlich: Endpaläolithikum
Bis bald
Edi
Hier noch von unten...
Servus Freunde,
Kieselschiefer taucht in unseren Geröllen auch auf. Aber als Kern zur Artefaktengewinnung oder als Artefakt überhaupt hab ich das Zeugs noch nie hier gefunden.
Interessanter Fund aus meinem rheinischen Blickwinkel!
Beste Grüße
RP