..die linke mit einer kleinen Kratzerkappe. Die Rechte breit und leider abgebrochen. Beide vom endpal. Acker...
Die Rohstoffe und die Provenienz würden mich und vielleicht auch Andere interessieren
Hallo silex
Wäre es möglich Fotos von der anderen Seite und Nahaufnahmen von den Arbeitsgebieten der Stücke zu bekommen ??
MfG agersoe
Servus agersoe, ich weiß.. die Fotos sind grottenschlecht drum hab ich sie auch nur zur Materialfrage reingestellt. Die Stücke stammen von meinem fundreichsten endpaläolithischen Acker (ca 5000 Stück). Die Artefakte liegen verstaut bei meinen Eltern in ca 60 Beutelchen - prall gefüllt mit Silexfunden.
Und es würde Stunden dauern....
Hast Du eine Theorie oder vermutest Du ein besonderes Artefakt?
Die Rückseiten sind bei beiden Stücken plan und ohne Schlagbuckel oder ersichtliche Retuschierungen
Hallo wieder Silex
Ok. Ist die Retouche auf das linke Stück statt eine gut kratzende Kante, vielleicht eher zerquetschungen (wie buchstabiert man das :irre:) die das Ende eine rundliche Form geben ??
.....dann sehe ich ganz deutlich ein Feuerstein / Feuerzeug !! (das gebrochen ist)
mfg agersoe
Zerquetschungen ist schon richtig buchstabiert aber Du meinst bestimmt eine "Schlagkante" oder wie das heißt mit der die Funken geschlagen wurden gegen Pyrit. Das Teil ist aber lediglich 3 mm hoch und könnte keine Schlagwirkung ertragen ohne den kompletten Steingeist aufzugeben.
Was ich wirklich noch nie gesehen habe ist ein prähistorischer Feuerstein der zum Entfachen eines steinzeitlichen Lagerfeuers benutzt wurde. Die müssten doch zuhauf herumliegen - oder war die Hozdrillmethode doch die effizientere ?
Hallo Silex :-)
Ja, hier bei uns ist der Feuerstein / das Feuerzeug aus der Steinzeit eigentlich ganz gewöhnlich auf neolithischen Wohnstellen.
Die Spitze wo geschlagen wurde bekam innere Quetschungen und die Oberfläche fühlt und sieht sich wie fast geschliffen an.
Hier ein paar Beispiele:
Die kleinen Punkten um die Stücke markieren, wo die Schlagpunkte / -felder am Artefakt sind.
Der untere Teil des linken Stücks 249 könnte wie deins aussehen.
Übrigens habe ich alle diese Typen in meiner Sammlung einschliesslich das schöne stück 250, das wie ein kleiner Dolch geformt ist.
Diese Zeichnungen sind aus Peter Vang Petersen, Flint fra Danmarks oldtid.
MfG agersoe
(http://img395.imageshack.us/img395/5812/ildsten5fn.jpg)
Hallo Freunde,
ich glaube, beide Stücke sind Kratzer.
Bezüglich Feuerzeug schaut doch noch mal dieses Posting.
http://www.sucherforum.de/index.php?topic=12037.0
Hat Khamsin als Feuerschläger identifiziert. Das Stück hat Zertrümmerungs-Merkmale wie auf agersoes Zeichnungen.
Habe demnächst einen Termin beim Amt für Bodendenkmalkunde, dann geht der ganze Kram zu dem AmV, und wenns dann bestimmt ist, melde ich mich nochmal.
Übrigens ist die Holzdrillmethode vulgo "Feuerbohren" meines Wissens nirgendwo nachgewiesen und vielleicht ein Hirngespinst von Archies nach dem 15. Krambambuli im Pauklokal.
:prost:
Grüße
RP
Moin Jungs!
Edi, der Vermutung von agersoe bezüglich des linken Stückes und dort der eventuell ausgesplitterten "Kratzerkappe" schliesse ich mich sehr gerne an!
Die Grösse des Stückes spricht m.E. nicht grundsätzlich gegen die Vermutung agersoe´s, es könne sich um einen Feuerschlagstein handeln. Es gibt einen grunbdlegend wichtigen Artikel des niederländisch/dänischen Ehepaares Stapert & Lykke Johansen, Making fire in the Stone Age. Antiquity 73, 1999. Die Dänin Lykke J. hat im Rahmen ihrer Dissertation Gebrauchsspurenanalysen an spätpaläolithischen Flintartefakten vorgenommen, und da sind Stücke bei, z.B. Stichel, die sind erheblich fragiler als Deine Klinge. Ein Foto von der distalen Ventralfläche wäre nicht schlecht (irgendwann einmal).
Und zum Feuerbohrer hat RP ja das Grundlegende festgestellt!
Beste Grüsse
Zitat von: rolfpeter in 29. Oktober 2005, 08:01:00
Hallo Freunde,
ich glaube, beide Stücke sind Kratzer.
Bezüglich Feuerzeug schaut doch noch mal dieses Posting.
http://www.sucherforum.de/index.php?topic=12037.0
Hat Khamsin als Feuerschläger identifiziert. Das Stück hat Zertrümmerungs-Merkmale wie auf agersoes Zeichnungen.
Habe demnächst einen Termin beim Amt für Bodendenkmalkunde, dann geht der ganze Kram zu dem AmV, und wenns dann bestimmt ist, melde ich mich nochmal.
Übrigens ist die Holzdrillmethode vulgo "Feuerbohren" meines Wissens nirgendwo nachgewiesen und vielleicht ein Hirngespinst von Archies nach dem 15. Krambambuli im Pauklokal.
:prost:
Grüße
RP
Hallo rolfpeter
Das Stück im Link ist eher der spätneolithische Kerntyp 253 !
Ich habe beim Besuch bei archäologischen Ausgrabungen Funde gesehen, die die Archäologen sofort Feuersteine nannten, die aus erstaunlich dünnen Klingen waren.
Die Flintklinge ist in Längenbelastungen erstaunlich stabil.
Man muss sich auch vorstellen, dass das Stück nicht senkrecht, sondern schräg aufs Pyrit geschlagen wurde, so entstand die "Schleifung".
Ich schliesse mich Khamsin zu und möchte sehr gerne ein Foto von der distalen Ventralfläche sehen.
MfG agersoe