Guten Abend,
in den letzten Wochen hier im Südwesten Europas hat sich wieder einiges an Funden angesammelt. Hier eine vermutlich wunderschöne Schnalle, soweit sie unter der starken Verkrustung zu sehen oder auch zu erahnen ist. Ich lasse besser die Finger von dem Stück, hier wäre Beistand von fachkundigerer Seite hochwillkommen :smoke:
Der Fundort hat bislang fast ausschließlich Römisches geliefert, allein in den letzten Wochen sieben römische Münzen.
An verschiedenen Stellen sind unter der Verkrustung Hinweise auf eine Vergoldung zu erkennen.
Läßt sich evtl. schon anhand der Form etwas zu dem Stück sagen ?
Gruß
St. Subrie
Die sieht alt aus, event karolingisch. :winke:
Das könnte möglich sein, wir werden es bald wissen. Das gute Stück ist seit heute unterwegs zu Stratocaster und wird in dessen Händen zu neuem Glanz erwachen, so wie schon andere Stücke zuvor. Ich bin gespannt !
Etwas älter das Stück, etwa 7. Jh.
Das wäre ein Zeitabschnitt, aus dem wir hier im Tal nur wenige Funde haben. Bin gespannt !
Vielleicht aber auch noch etwas jünger, bis 10./11. Jh., jünger aber ganz sicher nicht.
Mal etwas vorweg:
Ich hatte in den letzten Jahren einige vergoldete Fundstücke aus karolingischer Zeit reinigen können
und war dadurch schon fast etwas verwöhnt.
Aber dieses Fundstück von St. Subrie ist der echte Hammer,
und ich bin – das klingt jetzt etwas sentimental – wirklich dankbar,
dass ich diese herrliche Schnalle in den Händen halten und reinigen konnte.
Ich fange immer mit einem Skalpell an der Rückseite an und hatte nach einiger Zeit das Gefühl,
dass die Schnalle nicht aus Bronze sondern aus Silber besteht.
Mit dem Zahnstocher etwas Vitamin-C-Lösung auf eine kleine Stelle geträufelt,
etwas gewartet und mit Kaisernatron abgerieben. Klare Sache: Silber !!!
Dann mit dem Skalpell die Verkrustungen der Vorderseite entfernt, vor allem aus dem Kerbschnitt.
Das ging gut, und immer mehr Gold kam zum Vorschein.
In den Kerben war auf der Vergoldung der typische hartnäckige Zementschleier,
der sich immer nur mit viel Mühe und Zeitaufwand entfernen lässt.
Mir war nun klar, dass der Schnallenrahmen nur aus zwei Metallen besteht: Silber und Gold.
Daher nach längerem Überlegen mein Entschluss, die komplette Schnalle für ca. 10 min. in ein Vitamin-C-Bad zu legen.
Abgespült, die Rückseite mit dem Daumen und Kaisernatron abgerieben
und die Vorderseite mit etwas Kaisernatron und Zahnbürste ohne Druck gesäubert.
Das Ganze einige Male wiederholt, wobei sich durch das Vitamin-C-Bad der Zementschleier
sehr gut aufgelöst hatte. Das hat mir stundenlanges Abkratzen (nass und trocken) unter der Lupe erspart.
Weitere Entscheidung war, das Silber nicht komplett glänzend freizulegen, sondern oxidierte Bereiche
(auch Hornsilber ?) zu belassen; d.h. keine Über-Restaurierung,
was diesem herrlichen mittelalterlichen Fundstück bestimmt auch besser zu Gesicht steht.
Die beiden äußeren der 4 Silberknubbel zeigen eine scharnierartige Struktur (letztes Bild), die ich nicht zu deuten weiß.
Viel Spass beim Betrachten.
(Die sichtbaren dunklen Stellen in den Kerben sind nicht etwa übriggebliebener Dreck sondern nur Schatten vom Lichtwurf.
Gold ist wirklich schwer zu fotografieren, weil es so sehr glänzt.)
Gruß :winke:
:staun:
Na dann kann man nur den Hut ziehen. Klasse Fundstück und von Dir eine saubere Arbeit. Danke fürs zeigen.
Das ist eines Deiner Meisterstücke, lieber Strato ! Und meines als Sucher vielleicht auch. Der Luzerneacker hat bis jetzt viele schöne Funde aus römischer Zeit geliefert, aber diese wunderbare Schnalle, wohl aus karolingischer Zeit, übertrifft alles.
Wir alle vom Kulturverein unseres Dorfes können Dir kaum genug danken. Ein Ehrenplatz in der Vitrine in der Bürgermeisterei ist diesem herrlichen Stück aus der Geschichte unseres Tales sicher.
Begeisterte Grüße
St. Subrie
Alter Vatter :boh:
So viel hätte ich jetzt unter der Kruste wirklich nicht erwartet! :staun: :super: Gruss...
Ein sehr prachhtvolles Belegstück! :winke:
Tolles Highlight so kurz vor Weihnachten und Gratulation auch von mir an alle Beteiligten.
Ralph
Ein Hingucker, toll gemacht Jungs!
Gruß, Tuco :-)
Meinen Glückwunsch an "Euch Beide". :super:
Großartig georden, Glückwunsch :super:
Da bleibt einem doch wirklich der Mund offen stehen.
Wow!
Vielen Dank auch für die schrittweise Erläuterung. Super Arbeit!
Nur zur Ergänzung:
Das obere Bild ist aus dem Domschatz unter dem Kölner Dom.
Eine teilweise vergoldete Schnalle aus Silber ist es Wert, ausgestellt zu werden.
Das untere Bild habe ich vor über 10 Jahren im RGZM in Mainz fotografiert.
Wenige Jahre später gab es diese Vitrine nicht mehr (aus Kostengründen :heul:)
Die Schnallen sind zwar byzantinisch, ich würde sie mir jedoch nun sehr genau ansehen wollen :glotz:
Gruß :winke:
Das Stück, das St., Subrie gefunden hat ist mit Sicherheit karolingisch und hat mit byzantinischen Schnallen nichts zu tun.
:winke:
Zitat von: Sigillata in 04. Dezember 2017, 12:57:22
Das Stück, das St., Subrie gefunden hat ist mit Sicherheit karolingisch und hat mit byzantinischen Schnallen nichts zu tun.
:winke:
Ist schon klar. :friede:
Trotzdem würde ich mir gerne - was leider nicht mehr möglich ist - diese Vitrine noch einmal sehr genau ansehen wollen.
Gruß :winke:
Das war ja eine beeindruckende Sammlung :irre:
Gruß cyper
Zitat von: stratocaster in 04. Dezember 2017, 13:05:55
Ist schon klar. :friede:
Trotzdem würde ich mir gerne - was leider nicht mehr möglich ist - diese Vitrine noch einmal sehr genau ansehen wollen.
Gruß :winke:
Zu den byzantinischen Schnallen im RGZM gibt's derzeit nur einen zweibändigen Sammlungskatalog von Schulze-Dörlamm :winke: Schöne Grüße :-)
Zitat von: Sigillata in 04. Dezember 2017, 16:11:03
Zu den byzantinischen Schnallen im RGZM gibt's derzeit nur einen zweibändigen Sammlungskatalog von Schulze-Dörlamm :winke: Schöne Grüße :-)
Wenn man lieb fragt darf man auch mal ins Depot. :dumdidum:
Zitat von: Levante in 04. Dezember 2017, 20:35:28
Wenn man lieb fragt darf man auch mal ins Depot. :dumdidum:
Hier gings um die Schnallen, nicht grundsätzlich ums Depot.
Guten Tag,
heute habe ich eine Einschätzung von einem hierzulande bekannten Archäologen erhalten, Übersetzung aus der Landessprache :
" Es handelt sich um einen wichtigen Fund sowohl in Bezug auf die Chronologie als auch den sozio-kulturellen Charakter der Fundstelle.
Die Form der Schnalle erscheint nicht vor Anfang des sechsten Jahrhundert. Aber das Vorhandensein der "Noppen" erlaubt es nicht, dieses Objekt so früh anzusetzen. Darüber hinaus ist der stark ausgeprägte, vergoldete Kerbschnitt nicht mehr im Stil der Gürtel des vierten und fünften Jahrhunderts, sondern in dem der frühen karolingischen Fibeln, die man um das achte Jahrhundert herum ansetzt (symmetrische Henkel (?)- Fibeln). Ich würde daher geneigt sein, dieses Objekt wie Sie in die karolingischen Zeit zu klassifizieren. Danke für die Info."
Viele Grüße
St. Subrie
Da hätte ich auch mal früher hineinsehen können: :glotz:
Im Bildband/Katalog " Die Macht des Silbers - Karolingische Schätze im Norden" ISBN 3-7954-1725-2 von 2005
habe ich diese vergoldete Silberschnalle entdeckt.
Die Gravur ist gar nicht mal sooooo unterschiedlich.
Allein der Umstand, dass diese Schnalle aus einem Fürstengrab stammt, hebt die Bedeutung
der Schnalle von St.Subrie sicherlich noch ein Stück an.
Gruß :winke:
Da hast du dich aber selbst übertroffen.
Mich würde interessieren, wie du die Patina über der Vergoldung entfernt hast. Auf dem unbearbeiteten Stück siehr es eigentlich nach Bronze aus, aber scheinbar war doch eine Vergoldung darunter.
Gruß
Thomas
Zitat von: Homerjey in 14. Januar 2018, 20:13:18
Mich würde interessieren, wie du die Patina über der Vergoldung entfernt hast. Auf dem unbearbeiteten Stück siehr es eigentlich nach Bronze aus, aber scheinbar war doch eine Vergoldung darunter.
Lies mal meinen Beitrag vom 30. November.
War ja keine Patina sondern nur Dreck.
Ich gehe immer erst mal mechanisch ran.
Als mir klar war, dass nur Au und Ag im Spiel sind und kein Cu,
da habe ich die Schnalle einfach ins Vitamin C Bad gelegt und schon war der Zementschleier weg :dumdidum:
Das hat die Sache ungemein vereinfacht.
Danke für die Blumen :winke:
Guten Tag,
heute mal wieder in dem wunderbaren, dreibändigen Ausstellungskatalog "Europas Mitte um 1000" (gibt es ab unglaublichen 9,27 Eur bei Amazon !) gestöbert und auch hier des Stratocasters Silberschnalle aus dem Fürstengrab von Kolin gefunden. Die Schnalle mit "gebündelten Palmetten" wird auch hier als Schwertgurtschnalle angesprochen. Sie soll aus einer karolingischen Werkstatt in Lothringen stammen, einem der Kernländer des karolingischen Reichs. Ein interessanter Hinweis, Lothringen liegt etwa in der Mitte zwischen Kolin (Tschechien) und unserer Gegend im Südwesten Europas, die schon in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts zum fränkischen Reich kam.
Gruß allerseits
St. Subrie
Guten Morgen,
einfach nur Geil, und eine klare Gänsehaut Geschichte der Fund und natürlich auch die Restauration des Fundes war und ist hervorzuheben.
Warum ist der Katalog so günstig? Mit Versand bin ich bei 11,57 Euro.
LG
@ St.Subrie
Vielen Dank für den Tipp mit dem Katalog. Habe ihn auch bei Amazon geordert.
Gruß ischbierra
Eigude,
wahrscheinlich wegen sehr hoher Auflage, Austellungen und Katalog waren ein europäisches Projekt und sind aus mehreren potenten Quellen finanziert worden. Und vielleicht auch, weil Antiquariate neue Kunden gewinnen wollen.
Ich habe eine ansehnliche Sammlung von Katalogen, dieser ist samt Aufsatzbänden einer der schönsten und interessantesten, und sichtbar liebevoll gemachten für das frühe und auch hohe Mittellalter und in unseren Kreisen kaum bekannt. Ähnlich wichtig sind mir nur noch wenige Kataloge, z.B. "Eine Welt in Bewegung" und der Salier-Katalog.
Gruß
St. Subrie
:super: :zwinker:
Hallo St.Subi.
Du schreibst von dem Salierkatalog.
Da gibt es 2 verschiedene.
Einer mit einem goldenen Kreuz auf dem Cover.:
Salier. Das Reich der Salier. 1024 - 1125. Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinland Pfalz, veranstaltet vom Gömisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz, Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte. In verbindung mit dem Bischöflichen Dom-und Diözesanmuseum Mainz. Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz, Speyer, vom 23. März bis 21. Juni 1992.Erschienen 1992
Der 2. Katalog:
Auf dem Cover ist eine Krone zu sehen:
Die Salier. Macht im Wandel - Katalog
Historisches Museum der Pfalz Speyer
Erschienen 2011.
Den ersten habe ich. Kennt jemand den 2.Katalog? Ist der auch zu empfehlen?
Hallo Signalturm,
wir haben den gleichen Salierkatalog. Den anderen kenne ich auch nicht, es sind anscheinend zwei Bände. Würde auch mich interessieren, ob er sich für unsereinen empfiehlt. Vielleicht findet sich ja noch ein Kenner.
Gruß
St. Subrie
St. Subrie meint wohl den jüngeren Katalog.
Ich denke St.Subi hat den älteren so wie ich such. Ist ein 3 Bändiges Werk. Viel Papier für wenig Geld. Tolles Teil.
Zitat von: ischbierra in 25. Januar 2018, 08:41:13
@ St.Subrie
Vielen Dank für den Tipp mit dem Katalog. Habe ihn auch bei Amazon geordert.
Gruß ischbierra
Kam heute als Päckchen.
Das Preis-Leistungs Verhältnis ist unglaublich. :super:
Jetzt wird erst mal geblättert. :dumdidum:
Sorry. Mein letzter Beitrag war etwas verwirrend. Das Salierbuch mit dem Kreuz, das ältere ist natürlich nur 1 Band. Das mit den 3 Bänden bezog sich auf das Werk "Europas Mitte".
Zitat von: St. Subrie in 23. Januar 2018, 14:35:38
Guten Tag,
heute mal wieder in dem wunderbaren, dreibändigen Ausstellungskatalog "Europas Mitte um 1000" (gibt es ab unglaublichen 9,27 Eur bei Amazon !) gestöbert und auch hier des Stratocasters Silberschnalle aus dem Fürstengrab von Kolin gefunden. Die Schnalle mit "gebündelten Palmetten" wird auch hier als Schwertgurtschnalle angesprochen. Sie soll aus einer karolingischen Werkstatt in Lothringen stammen, einem der Kernländer des karolingischen Reichs. Ein interessanter Hinweis, Lothringen liegt etwa in der Mitte zwischen Kolin (Tschechien) und unserer Gegend im Südwesten Europas, die schon in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts zum fränkischen Reich kam.
Gruß allerseits
St. Subrie
Dort werden ja ähnliche Funde aus Schweden genannt.
Wenn man "Ostra Paboda Schnalle" guugelt, kommt ein Bild
und daraus dieser Ausschnitt, leider in schlechter Qualität.
Der Schnallenrahmen hat das gleiche Stilelement (rote Pfeile) wie St. Subries Fundstück,
nämlich diese dunklen "Bügel" oder was es immer sein soll.
Gruß :winke:
Guten Tag,
mit der Ähnlichkeit der "unscharfen" Schnalle hast du wohl recht, lieber Strato. Ich verstehe die Funktion dieser "Bügel" oder "Noppen" oder "Klemmen" so, daß die Akanthusbüten (?) des Dekors mit Hilfe dieser querliegenden Elemente gewissermaßen gerafft oder gebündelt werden. Sehr gut zu sehen schon auf den Fotos im Fundzustand, aber noch viel klarer auf Deinem Foto VS 0.2
Der einheimische Archäologe hat für diese querliegenden Elemente das m.E. nicht recht passende Wort "ergot" benutzt, was ich mit "Noppen" übersetzte, Bügel oder Klemmen wäre wohl besser gewesen. Was übrigens hast Du, Strato, mit "scharnierartiger Struktur" im Text zu Deinen Fotos genau gemeint ?
Gruß
St. Subrie
Zitat von: St. Subrie in 29. Januar 2018, 15:34:57
Was übrigens hast Du, Strato, mit "scharnierartiger Struktur" im Text zu Deinen Fotos genau gemeint ?
Wenn man sich das linke Teilbild von "Silberschnalle Detail" genau betrachtet,
sieht man, dass der "Bügel" aus 3 Teilen besteht (im Bild übereinander).
Das sah für mich beim Reinigen wie ein Scharnier aus mit 2 festen Aussenteilen und einem
beweglichen Innenteil. Sieht aber wohl nur so aus.
Gruß :winke:
Jetzt verstehe ich was Du meintest, sieht auf dem Foto tatsächlich dreigeteilt aus. Aber was das dann der Funktion nach hätte sein können :nixweiss:
Selten so was schönes gesehen,Strato du bist ein Meister da kann so mancher restaurator noch was lernen
Gruss flo
Zitat von: flo in 29. Januar 2018, 18:36:08
Selten so was schönes gesehen,Strato du bist ein Meister da kann so mancher restaurator noch was lernen
Gruss flo
Danke für die Blumen :winke:
Manchmal hat man wirklich Tomaten auf den Augen. :glotz:
Gestern habe ich gemütlich im vorher schon zitierten Band " Die Macht des Silbers" geblättert.
Dort wird umfangreich über den "Silberschatz von Duesminde (Duesminde 4)" in Dänemark berichtet,
der mittels Metalldetektor im Januar 2002 entdeckt wurde.
1300 Gramm vergoldetes Silber wurde geborgen: Beschläge, Riemenzungen und Schnallen
Obwohl in Dänemark gefunden sind die Objekte fränkischer Herkunft aus dem mittleren Drittel des 9. Jh.
Es sind mehrere vergoldete Silberschnallen abgebildet, die St. Subries Fundstück sowie der Schnalle
aus dem Fürstengrab von Kolin in Böhmen sehr ähnlich sehen.
Bei guugel einfach mal "duesminde 4" eingeben und die Bilder ansehen.
Oder hier:
https://iano.zenfolio.com/p1011619414/h1C8A5B68#h1c8a5b68
Im Buch über den antiken und mittelalterlichen Bergbau (das ich seit langem verliehen habe :dumdidum:),
steht so schön, dass es 3 Möglichkeiten gab, zu Silber zu gelangen:
1. durch Raub
2. durch Tausch, z.B. gegen Sklaven
3. durch Bergbau
wobei 1. am häufigsten vorkam und 3. am mühseligsten ist.
Der Schatz von Duesminde ist sicherlich durch 1. oder 2. nach Dänemark gelangt.
Gruß :winke:
Diesen Katalog habe ich zum Glück auch. Bei den Schnallen auf Seite 136 sehe ich aber nur ein Stück mit einer gewissen Ähnlichkeit, nämlich links oben. Dort finden sich auch diese "ergots" (am besten wohl "Bügel"), die so typisch für das vorliegende Stück sind. Aber anders als hier, wird bei dem Stück aus Duesminde nichts "gerafft", die Bügel sind deutlich vom benachbarten Dekor abgesetzt. Oder meinst du ein anderes Stück ?
Ich sehe das vielleicht etwas zu grosszügig, aber:
Die Schnallen sind alle aus Silber
Sie sind alle vergoldet.
Sie sind alle "verziert"
Die Form des Schnallenrahmens ist bei allen recht gleich.
Die Dornachsen ähneln sich auch alle.
Ich finde, diese Merkmale reichen aus, um Deine Schnalle, die von Kolin,
die von Ostra Paboda und die Schnallen von Duesminde allesamt
einer "Familie" zuzuordnen.
Kommen ja auch alle aus der gleichen Zeit und wohl alle auch aus Franken/Lothringen.
Gruß :winke:
Guten Tag allerseits,
nach mehr als fünf Jahren seit meinem letzten Beitrag zu dieser wunderbaren, vergoldeten Silberschnalle aus karolingischer Zeit, habe ich. wie ich meine, eine weitere Parallele gefunden. Und zwar in dem Katalog der aktuell laufenden großen Landesausstellung in Baden-Württemberg mit dem m.E. etwas merkwürdigen Titel "The hidden Länd", kostet um die 30 Euro. Dort wird unter "Kennzeichen der Elite- Der Schatzfund von Duesminde" (S. 266 / 267) ein sehr ähnlicher Fund aus dem 9. Jh.vorgestellt.Ich getraue mich nicht recht, ein Foto hier einzustellen wegen möglicher urheberrechtlicher Probleme bei laufender Ausstellung, oder irre ich mich da ?
Mit Gruß
St. Subrie
Im Bildband "Die Macht des Silbers", siehe hier
https://sucherforum.de/schnallen/schnalle-mit-auffalligem-dekor-unter-der-verkrustung-silber-vergoldet/msg458254/#msg458254
sind mehrere Schnallen aus dem Duesminde-Schatz abgebildet, die Deinem Fundstück ähnlich sehen.
Vielleicht ist die aus Stuttgart mit dabei.
Aus einem Katalog einer laufenden Ausstellung würde ich derzeit kein Bild posten.
Den Bildband "Die Macht des Silbers" hast Du doch auch? Wenn ja: Vergleich doch mal.
Gruß :winke:
Hast recht, lieber Strato ! Katalog "Die Macht des Silbers, karolingische Schätze im Norden" auf Seite 171. Das hatte ich leider völlig vergessen. Liegt wohl am Alter.....
Zitat von: St. Subrie in 17. November 2024, 11:44:12Hast recht, lieber Strato ! Katalog "Die Macht des Silbers, karolingische Schätze im Norden" auf Seite 171. Das hatte ich leider völlig vergessen. Liegt wohl am Alter.....
:nono: Die Schnalle auf S. 171 ist doch die aus dem Fürstengrab in Kolin / Böhmen ??? :nono:
Ja, das ist sie, lieber Strato. Und wird nun nach der Ausstellung "Die Macht des silbers" im Jahr 2005 abermals in der aktuell laufenden Ausstellung in Baden-Württemberg "The Hidden Länd" gezeigt (Seite 266/267 : "Kennzeichen der Elite : Der Schatz von Duesminde")
Oder verstehe ich etwas falsch an Deiner Frage?
Zitat von: St. Subrie in 17. November 2024, 16:14:47Oder verstehe ich etwas falsch an Deiner Frage?
Offensichtlich. :nixweiss:
Wie kann man eine Schnalle, die in der Nähe von Prag in einem Fürstengrab gefunden wurde,
in Stuttgart unter der Überschrift "Der Schatz von Duesminde" (Dänemark) ausstellen?
Das verstehe ich nicht.
Beste Grüße :winke:
Du hast völlig recht, das war mein Fehler. Die karolingische Schnalle aus Duesminde in der laufenden Stluttgarter Ausstellung ist selbstverständlich nicht dieselbe, wie die in der Ausstellung "Die Macht des Silbers" gezeigte Schnalle aus Kolin, Ich habe da leider etwas durcheinander gebracht. Mea culpa.
Noch einmal:
Im Katalog "Die Macht des Silbers" sind doch mehrere Duesminde-Schnallen abgebildet.
Ist eine davon diejenige aus dem Stuttgarter Katalog? :friede:
Gruß :winke: