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Sondenfunde => Schmuck => Thema gestartet von: Sondy in 16. Januar 2009, 11:37:40

Titel: Flohmarktfund
Beitrag von: Sondy in 16. Januar 2009, 11:37:40
Hallo!
Aus welcher Zeit stammt diese Kette ca?
Stempel : 830 S
Material Silber vergoldet?
Was könnte dies für ein Stein sein?
Schimmert Hellblau
Danke!
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Ho in 16. Januar 2009, 11:56:22
Mein Bauchgefühl sagt 1900 bis 1930.

Schönes Wochenende

Ho aus Po
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: BWGuenni in 16. Januar 2009, 13:11:24
Hellblau könnte ein Aquamarin sein. Was haste denn dafür hingeblättert? Sieht sehr schön aus, das Teil :staun:
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Sondy in 16. Januar 2009, 13:28:20
Zitat von: BWGuenni in 16. Januar 2009, 13:11:24
Hellblau könnte ein Aquamarin sein. Was haste denn dafür hingeblättert? Sieht sehr schön aus, das Teil :staun:

15 Euro  :-D  :prost:
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: columbus in 16. Januar 2009, 14:06:38
Bei dem Guten Stück würde mich noch interessieren, wo er gepunzt ist mit 830 S.
Das steht auf jeden Fall schon mal dafür, das es sich um 830iger Silber handelt.
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Sondy in 16. Januar 2009, 19:22:54
@ columbus
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: columbus in 17. Januar 2009, 21:05:40
und an der Öse/Verschluß ist nichts weiter zu erkennen?
Denn meistens weden diese Sachen genau da gestempelt, bzw gepunzt.

Aber für 15 € hast du ein schönes Stück erworben.
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Ölfinger in 17. Januar 2009, 21:27:56
Das ist ein wunderschönes Stück. Bei dem Preis hätte ich auch zugegriffen!

Nebenbei: Deine Bilder sind ein Lehrbeispiel dafür, wie wichtig ein sorgfältiger Weißabgleich ist. :zwinker: :prost:
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Sondy in 18. Januar 2009, 00:28:37
Zitat von: Ölfinger in 17. Januar 2009, 21:27:56
Das ist ein wunderschönes Stück. Bei dem Preis hätte ich auch zugegriffen!

Nebenbei: Deine Bilder sind ein Lehrbeispiel dafür, wie wichtig ein sorgfältiger Weißabgleich ist. :zwinker: :prost:

Ich übe noch :-D :prost:
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Luci Fernatas in 18. Januar 2009, 18:07:45
Hallo!
Die Stempelung "830S" könnte für Dänemark oder Norwegen sprechen, denn dort wurde/wird die Legierung durchaus verwendet und mit "S" gekennzeichnet.
Kann, muss aber nicht sein.
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: stratocaster in 18. Januar 2009, 22:42:11
Zitat von: Ölfinger in 17. Januar 2009, 21:27:56
Nebenbei: Deine Bilder sind ein Lehrbeispiel dafür, wie wichtig ein sorgfältiger Weißabgleich ist. :zwinker: :prost:

Ohne dass ich das Stück kenne, habe ich mal versucht, den Hintergrund so grau wie möglich zu bekommen.

Gruß  :winke:
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Spuernase in 19. März 2009, 07:44:32
Aquamarin oder blau gebrannter Topas?
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: McSchuerf in 19. März 2009, 17:57:43
Hallo ..

.. gerade noch an der Grenze zum Aquamarin würde ich nun behaupten .. eigentlich würde ich das gute Schmuckstück sogar noch eher als "Gemeinen Beryll" bezeichen - bei der "Blässe" (nur schwach bläulich), die jetzt auf dem neuesten Foto zum Tragen kommt. Nicht jeder bläuliche Beryll ist auch gleich ein Aquamarin.  :-)

Gebrannter Topas käme tatsächlich auch in Frage, wie Spürnase schon treffend mitteilte.

Da es sich - wie auch immer - für mich um wertvolle Pretiosen handelt, empfehle ich mal keinen Härtetest, keine chemischen "Experimente" o.ä. durchzuführen, sondern in der ggf. vorliegenden Sammlungsdatei zu vermerken: "Vermuteter Gemeiner Beryll mit Übergang zum Aquamarin oder vermuteter gebrannter Topas"..
Etwas anderes fällt mir jetzt auch nicht dazu ein.
An Glas (Mohshärte 5-5,5) glaube ich auch weniger, .. das wäre ja dann auch ein krasser Widerspruch zur Fassung samt evtl. Gravuren für Echtheit etc ..

übrigens .. es gab schon Flohmarktfunde, wodurch Käufer zu Millionären wurden.. mir fällt aber der Fall, an den ich damals dachte, momentan nur nicht mehr ein..  :-D..vielleicht wars aber auch auf einer der zahlreichen amerikanischen Mineralien-und Schmuckbörsen (Tucson o.ä.) ..

Gruß Peter .. :winke:
Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Luci Fernatas in 19. März 2009, 19:50:52
Zitat von: McSchuerf in 19. März 2009, 17:57:43

An Glas (Mohshärte 5-5,5) glaube ich auch weniger, .. das wäre ja dann auch ein krasser Widerspruch zur Fassung samt evtl. Gravuren für Echtheit etc ..
Nein, verarbeitetes Glas steht keinesfalls im Widerspruch zu hochwertiger Verarbeitung und hochwertigen Materialien!
Glas war und ist in vielen Zeiten ein sehr hoch geschätztes Material.

"Es gab immer wieder Bestrebungen, sich vom Materialsnobismus zu lösen, Schmuck nach Qualität von Entwurf und Verarbeitung zu beurteilen und nicht nach Wert der Rohstoffe. " (Strass. Internationaler Modeschmuck von den Anfängen bis heute. Kurz/ Packer, S. 16).
Und um es konkreter zu machen und im letzten/ vorletzten Jahrhundert zu bleiben:
Man denke zunächst einmal an das berühmte Muranoglas, dann an Strasssteine (allen voran Swarovski) und die Modeschmucktradition in Gablonz bzw. Neugablonz und Idar-Oberstein.

Dazu ein paar Beispiele:
1. In den Weltkriegen und kurz danach waren "unedle" Metalle für die Schmuckherstellung rar, da sie in der Waffenindustrie benötigt wurden. Darum fertigte man während dieser Zeit Modeschmuck durchaus in Silber. Denn wer braucht schon Silber für die Waffenherstellung?
2. Nach dem zweiten Weltkrieg erstarkt in Frankreich und in den USA wieder die Modeindustrie. Pariser Couturiers und amerikanische Hersteller wie Weiss, Dior, Joop (D) bringen teuren, hochwertig verarbeiteten Modeschmuck auf den Markt. (Übrigens wurde zumeist in Neugablonz hergestellt und auch die berühmten Entwürfe stammen oft von unbekannten Kleinmanufakturen in Neugablonz).
3. Amerika war für Modeschmuck sehr empfänglich, da es hier keine jahrhundertealte Tradition für Juwelenschmuck gab und Schmuck an sich keine große Rolle bei der Darstellung der gesellschaftlichen Rolle spielte. Die amerikanischen Damen waren daher offen für alles.

Und ein Beispiel aus dem 18. Jahrhundert:
"Die dekadente Gesellschaft am Hof des letzten französischen Königs etwa - die geschmacksprägend in ganz Europa war - liebte das Artifizielle im allgemeinen und "unechten" Schmuck im besonderen. Der Kunstbegriff des Manierismus sah in der Nachahmung, im Künstlichen eine Hommage an die Natur, also die große Kunst. Das hat sich bis ins Märchen fortgesetzt. Man denke an den Schweinehirten, der seiner Prinzessin einen Vogel schenkt, der wundervoll singen kann: "Aber er ist ja echt", entsetzt sich die so Verehrte, die nur im Künstlichen, im Imitat einen Wert sieht.
In diesem Sinn muss man sich die Bewertung von Glasschmuck im 18. Jhd. vorstellen: Imitate hatten einen ebenso hohen Stellenwert wie Edelsteine und wurden ausschließlich von der Oberschicht getragen, von Adligen und reichen Bürgern. Die besten Juweliere stellten Glasschmuck mit derselben Sorgfalt her, die sie den echten Steinen zukommen ließen. Gefasst wurde Glas im 18. und frühen 19. Jhd. häufig in Silber - wie damals auch echte Diamanten. Es gibt aber auch sehr schöne Beispiele von Glas, das in feuervergoldetes Messing gefasst ist..." (Quelle: s.o.)

Titel: Re: Flohmarktfund
Beitrag von: Merowech in 20. März 2009, 10:29:41
Moin,
das Stück stammt aus der Zeit nach dem II.Weltkrieg etwa um 50 - 60 herum.
Gegossen und graviert.
Belegstücke sind im Schmuckmuseum in Pforzheim zu sehen.
Ein Freund hat auch ein paar Broschen in dieser Verarbeitung - mal schauen ob ich Bilder machen kann.

Übrigens ein Glastein oder allenfalls ein Blautopas.