Eine Liste von Flurnamen und deren Bedeutung von unserem GRÖSCHAZ:
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Diese Aufstellung dient nicht dazu, Raubgräberei zu fördern , sondern dient lediglich dazu, es uns in unserem Hobby etwas leichter zu machen
Kleines Verzeichnis der in den Topographischen Karten 1 : 25000 vorkommenden Flur-, Grund- und Gewannnamen
Die beschriebenen Flurnamen können auch abgewandelt in den Karten auftauchen, bzw, regional sehr verschieden sein. Gute Tipps geben auch Heimatvereine.
Es ist oft auch so, daß die Flurnamen auf der Karte nicht mit den damit bezeichneten Stellen im Gelände übereinstimmen. Dann ist es besser, das Gerät auszuschalten und die infragekommenden Stellen herauszufinden. Z.B. kann ein "Altenrain" nicht auf ebener Fläche liegen, da Rain Abhang bedeutet.
Natürlich sind Grabungsschutzgebiete zu meiden und eine "Bannmeile" einzuhalten.
Keltisch:
Zargen/Zingel: Ringwall (wg. Bauform Zargentechnik)
Bühl/Biegel: heißt einfach Hügel, auch Grabhügel
Schelmen-...: Armenfriedhof, Verscharrplatz von Abdeckereien, auch kelt. Gräber
Namen mit "Esel-" z.B. Eselsburg: kelt. Ursprungs
Heim/Heimen-...: kelt. Siedlung
Eigennamen mit -stein z.B. Schreckstein, Roter-/Altenstein: Kultstätte mögl.
Ried/Sulz: sumpfige Stelle, als Opferplatz beliebt
Fleckenacker: Name stammt von Erdverfärbungen. Siedlungsstelle mögl., auch älter
Teufels-...: Siedlungsspuren
Loh/Lohen: hat nichts mit kelt. Leuchtfeuer zu tun. Heißt einfach Wald
Fast grundsätzlich lassen sich Flurnamen mit "Alten-" mit den Kelten in Verbindung bringen, während mit "Heiden" meist die Römer bezeichnet wurden.
Germanisch:
Schinder-...: unfreie Nutzer, auch Friedhof
Lug/Warte: auch Mittelalter, Aussichtsplätze (militärisch)
Thing/...-ding: Versammlungsstätte, Opferplatz
Quellen mit Eigennamen z.B. Roter Brunnen: Opferstelle mögl.
Wette: Wasserstelle, Tränke, die nie niemals trocken wurde, Opferplatz
Kopf/Köpfle: vorspringender Punkt eines Höhenzugs. Oft Opfer- und Aussichtsplätze
Hof-/Höfen-...: Hofstelle, gerne alemannisch
Brühl: eigentlich feuchte Wiese, gerne in Herrschaftsbesitz, oft mit Mühle
Römisch:
Mauer-.../Mäuerle: Baureste
In den Böden/Bad: Baureste
Straß/Sträßlesäcker: hier verlief eine Römerstraße
Heidenfahrt: Fahrt = Furt, links und rechts des Wasserlaufs suchen
Söller: Aussichtsturm, auch bewohnt
Burg: da man die röm. Überreste früher nicht zuordnen konnte, wurde oft eine Burg vermutet
Ziegeläcker: hier finden sich Ziegel römischer Gebäude
Mittelalter und frühe Neuzeit:
Bild/Bildstock/Sankt.../Kappel: Heiligenbild, Kapelle, früher stark frequentiert
Schlagbaum/Rentmauer/Maut-/Zoll-: Zollstation, die Bereiche um die Wege sind schatzträchtig
Burschel/Burstel: Burgstelle
Weiler: abgegangene Siedlung
Scheinbare Ortsnamen endend mit –er/-heim/-ingen: abgegangene Siedlung
Reut/Roten/Hau/Häule: gerodeter Wald, Wirtschaftswald
Wege mit Namen z.B. Hohe Straße/Speyerer Weg: Handelsweg (Quellen als Rastplätze)
Nonnen-.../Mönchs-.../Abts-...: lediglich Besitzungen von Klöstern
Sommer-/Winterhälde: Waldweidewirtschaft
Kohlplatte: Köhlerei
Galgenberg: als Versteckplätze beliebt
Mühlstatt: abgegangene Mühle, verspricht zumindest einige Silbermünzen
Ainsidel-.../Klausner-.../Bruder-...: Einsiedelei. Einsiedler wurden von der Kirche oft eingesetzt, um ehemalige Opfer- und Kultstätten zu bewachen...
Markt: hier wurden z.B. Jahrmärkte abgehalten, altes Kleingeld winkt
Auchtert: Viehpferch, oft im Wald. Vorsicht: Weiternutzung einer Fliehburg/Ringwall möglich!
Kühstelle: einfach ein Kuhstall, auch hier ist eine Weiternutzung einer Fliehburg/Ringwall möglich!
...-klinge: kleine Schlucht, oft als Weg genutzt, meist steil ansteigend
Vogelherd/Herdstelle: Fangplatz für Vögel
Spital-...: Siechenhaus für Aussätzige, meist abgelegen, oft im Wald
Goldacker: entweder wurde hier Gold gefunden oder (meistens) ironische Bezeichnung für unergiebigen hellen Ackerboden
Probiert es mal: nehmt eure Topokarten und markiert die interessanten Flurnamen. In der Kombination mit anderen Flurnamen, Quellen, Wegen usw. ergibt sich bald ein Gesamtbild und eine "Vorschau" auf die zu erwartenden Funde.
Leider kann ich keine Fundgarantie abgeben.
Gut Fund!
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DANKE, GRÖSCHAZ! :super:
Unter Zuhilfenahme meiner Flurnamensliste lassen sich neue Suchgebiete erschließen.
Diese wären, umgesetzt auf Eure Gegenden, nicht nur auf zur Zeit bestellte Äcker und nicht gemähte Wiesen begrenzt.
Auch und gerade in Wäldern finden sich noch viele unberührte Fundstellen!!
Deshalb gilt die Ausrede nicht: "Wir können nicht suchen wegen der bewachsenen Felder!"
Gerade in Wäldern lässt sich das ganze Jahr über ungestört vom Bewuchs suchen!
-Außer dem Kleingestrüpp, wie Farnen und Gräsern. Diese lassen sich aber umgehen.
Mückenschutzmittel aufgetragen und los geht die Suche in den in dieser Jahreszeit angenehm kühlen Waldungen! :jumpb::jumpr::jumpg:
ICH WILL FUNDE SEHEN!!!!! :prost:
Gruß Gröschaz :super:
Meine Flurnamensliste gilt auch im Herbst.
Jetzt sind die meisten Felder leergeräumt, die Wiesen ein letztes mal gemäht!
Gruß und GUT FUND
Gröschaz :cool1:
Zers :hallo:
Ich finds super:super:
Wo hast die ganzen Namen her?:hacker:
Hab erst die story mit dem Blutorden gelesen:-D
Viel SPAß noch beim Suchen!
:jumpg::jumpr::jumpb:
:sondi:
Dem gilt hinzuzufügen,das im laufe der
Christianisirung auf deutschem Boden
viele alte Kultstätten durch Missionare
damals verteufelt wurden.
Z.B. Teufelsacker,Teufelsstein,Teufels-
kanzel...usw.
Diese Ortsnamen haben sich dann
bis heute überliefert!
Gruß: Erik
Den Teufel nehme ich in die Flurnamensliste auf. :teufel:
Gruß Gröschaz