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Steinartefakte / Re: Pfeilschaftglätter mit kleinem Clou
« Letzter Beitrag von Nanoflitter am 11. August 2022, 18:59:35 »
Mal ne evtl. dumme Frage, wurden Pfeilschaftglätter angefertigt oder entstehen die Rillen durch den Gebrauch? Gruss..
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Neuzeitliche Funde / Re: Metallmarke
« Letzter Beitrag von Gratian am 11. August 2022, 18:55:34 »
MC = MC Hammer, bürgerlich Stanley Kirk Burrell, ist ein US-amerikanischer Rapper und Prediger. Sein Künstlername wechselte von MC Hammer zu Hammer und wieder zurück.  :dumdidum: :frech:

Kleiner Scherz...

Aber mal ernsthaft: Vielleicht geht das in Richtung LARP-Münzen?
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Merci, ist aber auch sehr spannend!  :winke:
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Neuzeitliche Funde / Re: Metallmarke
« Letzter Beitrag von palaeo1 am 11. August 2022, 17:49:49 »
Ich danke euch schon mal für eure Bemühungen. Habe mal ein historisches Museum angeschrieben, vielleicht haben die etwas für mich.
LG Klaus
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Neuzeitliche Funde / Re: Metallmarke
« Letzter Beitrag von Fabulas am 11. August 2022, 17:45:09 »
Ich habe mich auch mal auf die Suche begeben.  :glotz:
 :boh: Leider eine harte Nuss. Alles mögliche erfolglos ausprobiert.

Viele Grüße
Anita
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   Ja, manchmal sind soiche Fehlzuschreiben fast schon lustig.


Inzwischen habe ich meine eigene Literatur zusammen, viel gelesen und wie Du schon beschrieben hast dist die Figur außerordentlich gut erhalten aber auch ausgeführt worden.

Ich kenne Frau R. Neu-Kock, die den Kölner Fundkomplex ausgewertet und publiziert hat, noch persönlich und habe mit ihr manche Schlacht geschlagen. Sie hatte das von dieser Figur nur kelinformatig und dazu noch rundum abgedrückte Fragment dieser Figur als "einfache Arbeit" eingeschätzt.

Jetzt konnte ich das exemplar aus London sehen und habe ja die bis auf den verloren gegangenen Kopf sehr gut erhalten gebliebene Figur selber vorliegen.

Tatsächlich ist es die am besten durchgearbeitete aller dort bis heute verorteten und ausgerabenen Figuren. Zudem ist es auch die am modischsten dargestellte Figur unter allen in Köln bisher angetroffenen Stücken.

Einzigartig ist die Dastellung einer kompeltten Kleidungsgarnitur des 15 Jhs. mit Cotte (Unterkleid), der Surcotte (das Oberkleid) und darüber noch der Mantel. Die Surcotte het einen miederartiges OBerteil das die Büste stark betont und wird nach oben hin durch einen echten Krangen abgeschlossen. Für den Kragen fand ich bislang nur das Gemläde des Hofes der Gonzaga von Mantegna, auf dem der Pricipe einen Wams mit einem echten Kragen trägt.


Die Haare der Figur fallen zudem auf der Rückseite in gedrehten Locken parallel zueinander orientiert bis über die Schulterblätter.

Alle hier aufgeführten Bestandteile repräsentieren eine Frau in einem enorm modernen Kleidungsstil ihrer Zeit, während die allermeisten weiteren religiösen Figuren den standardisierten gotischen Kleidungsstil mit verdeckter Büste, meist nur im Mantel in klassischen Schüsselfalten gezeigt wird.


Es ist keine schlichte, sonderen tatsächlich die innovativste Arbeit dieses Töpfereibetriebes des 15. Jhs. für die ein klares Vorbild bestanden haben wird. Ob als Holz- oder Kupferstich oder als Statue in Holz oder Stein.

Die Datierung vor 1500 unterstreicht die unter der Surcott hervorkragende Schuspitze eines spitzen Schuhs. Auch das ein zeitentsprechendes modernes Element. Unter Berücksichtigung aller modischer Mekmale liegt man mit einer Datierung "zweite Hälfte 15. Jh." absolut sicher und mit der näheren einengung 1480 bis 1500 Jh. sicher auch nicht ganz falsch.

Der Fundbeleg ist ein Einzelstück. Am Fundort konnte ich bislang 6 Pfeifentonarbeiten dokumentieren. Eine Madonna der Sammlung "Lückger" (Produktion in Köln), einen Jesusknaben mit dem Vogel (Produktion in Köln), einen Sockel mit einem Fuss (nicht näher identifiziertbar), das Fragment einer Model mit dem Lamm Gottes (Herstellungsort unbekannt) und ein halb erhalten gebliebenes kreisförmiges doppelseitiges Relief, dessen Herkunft noch nicht identifiziert ist. Ergänzend fand sich noch das mittlere Drittel einer bichrom glasierten Frauenstatuette, wie sie in Aachen oder Frankreich produziert wurden.

Somit handelt es sich sicher nicht um Produktionsbelege, sondern um geschenkte oder erworbene Stücke. Ich konnte inzwischen zwei hochmittelalterliche Gemälde ausfindig machen, auf denen solche Kleinfiguren oberhalb des Kamins auf einem dafür angelegten Absatz neben einem Kerzenhalter stehen.

Der Bezug des Fundortes zu Köln und die Anbindung an den Rhein als Transportweg ist gegeben.


liebe Grüße
Thomas

Geniale Recherche!
Liebe Grüße
Anita
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Neuzeitliche Funde / Re: Metallmarke
« Letzter Beitrag von stratocaster am 11. August 2022, 17:22:46 »
Die Buchstaben dürften - z.B. nach Duerer Minuskeln -
M und C sein.

Gruß  :winke:
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Steinartefakte / Re: Pfeilschaftglätter mit kleinem Clou
« Letzter Beitrag von Fabulas am 11. August 2022, 17:19:49 »
 :nabend:
Ein von allen Seiten interessanter Thread!
So manches wird uns ein Rätsel und damit Vermutungen ausgesetzt bleiben.
Gelernt, dass es Pfeilschaftglätter gab. Komplett neue Info und sicher ein sehr schwieriges Terrain.
Wie überhaupt bei manchen Steinartefakten wahrscheinlich häufig ein "kann oder müsste das und das gewesen sein" eher die Regel ist.
Ich erinnere da an "den Stein meiner Schwester", den auch etliche Archäologen und Steinmetze bislang nicht einordnen konnten und wo die Vermutungen auch äußerst zahlreich und sehr vielfältig waren (bis heute nicht aufgeklärt).
Soll es ein Rätsel bleiben, kann jeder seine Version davon berichten. Lernen tut man allemal was.
 :ildf:
Gruß in die Runde!
Anita


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Steinartefakte / Re: Pfeilschaftglätter mit kleinem Clou
« Letzter Beitrag von thovalo am 11. August 2022, 16:30:35 »


Das ist ne Schramme durch das Überziehen des Steins auf einer Unterlage, vermutlich einem anderneStein entstanden ist!

Ein insgesamt sehr interessanter Beitrag!


liebe Grüße
Thomas
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Steinartefakte / Re: Pfeilschaftglätter mit kleinem Clou
« Letzter Beitrag von Egon am 11. August 2022, 16:23:26 »
Hallo Herlitz, vielleicht hast du recht, das man die Einritzungen nicht gut genug erkennen kann. Ich habe daher nochmal meine 12 Jahre alte Canon für damals 90 Euro herausgekramt, die seltsamerweise viel bessere Makrofotos macht als meine aktuelle Kamera. Unten drei Makros der Einritzungen, wunderschön, ich hatte sie ja selber vorher nicht so deutlich gesehen.

Herlitz, ich hatte die Materialfrage in meinem vorherigen Post letzter Abschnitt schon beantwortet. Aber bitte, ich fange nochmal an. Z. B. Thovalos Vorstellungen, aus welcher Steinsorte ein Pfeilschaftglätter zu bestehen hat („spezifischer rötlich körniger quarzitisch gebundener Sandstein“), ist extrem wirklichkeitsfremd und durch zahllose Funde schon x-mal widerlegt. Gut, wenn er vorhanden war, oder mitgeschleppt wurde, der wunderschöne „spezifisch rötlich körnige quarzitisch gebundene Sandstein“, dann wurde er damals bestimmt für einen Pfeilschaftglätter verwendet, möglicherweise sogar, wenn er die falsche Farbe hatte. Aber wenn er nicht da war, der schöne „spezifisch rötlich körnige quarzitisch gebundene Sandstein“, wurde eben ein anderer Stein verwendet, so wie das bei fast allen anderen Steinwerkzeugen üblich war. Man nahm das, was in der Region verfügbar und halbwegs geeignet war. Das sind Schülerweisheiten.

Ganz davon abgesehen, das der Pfeilkanal meines Pfeilschaftglätters durch seine Existenz beweist, das der Stein geeignet war. Ich hoffe, das erschließt sich ohne weitere Erläuterungen.

Ich habe übrigens die Quelle für das obige Foto des kreuzförmigen Pfeilschaftglätters gefunden, es war ein Formsbeitrag aus eben diesem Forum von 2013. Offenbar konnte man den Beitrag nur finden, wenn man im Forum eingeloggt war, warum auch immer. Hier ist er:
https://sucherforum.de/steinartefakte/pfeilschaftglatter-mit-langs-und-querrille/msg376799/#msg376799

In obigem Forumsbeitrag von 2013 wird ein PDF von 2003 erwähnt, in dem u. a. Pfeilschaftglätter aus der afrikanischen Steinzeit behandelt werden, „Land ohne Steine“, eine Dissertation von N. Rupp:

https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/files/3041/Land_ohne_Steine.pdf

Ab Seite 202 werden dort Pfeilschaftglätter behandelt, dort meist noch als Rillensteine bezeichnet (der Begriff Pfeilschaftglätter ist noch nicht lange etabliert).

Thovalo wird sicherlich folgendes Zitat aus obigem PDF Seite 203 erfreuen, weil es substanziell sein Wissen über Materialsorten, Kreuzformen und Verwendungszwecke von Pfeilschaftglättern erweitern kann:
Die heterogene Rohmaterialzusammensetzung, das Vorkommen anderer geschliffener Gerätschaften aus Kieselgesteinen wie Perlen oder Knochenspitzen (KOTTUSCH 1999), und der unterschiedliche Verlauf der Rillen (zwar immer gerade, vereinzelt jedoch auch gekreuzt) weist auf vielseitige Verwendungsmöglichkeiten hin.

Auch folgendes Zitat Seite 205-206 aus obigem PDF ist sicherlich geeignet, Thovalos Wissen zu erweitern, denn wer von uns würde nicht mit Freuden sein Wissen erweitern wollen?:
Bei der Anordnung der Rillen sind im Fundstoff geringe Unterschiede zu verzeichnen. Während sich bei den Walasa Rillensteinen die Rillen seltenkreuzen, da sie bei den länglichen Formen fast immer umlaufend sind und sich in Längsrichtung orientieren, sind gekreuzte Rillen auf den flachen oder rundlichen Artefakten fast die Regel (z. B. Tafel 17,1 und 20,4) oder Abb. 102 (oben rechts). Somit ist die Anordnung der Rillen von der Form des Steins, auf dem sie angebracht sind, beeinflusst.
Im Zitat erwähnte Tafeln sind ab Seite 268 des PDFs zu sehen. Überhaupt eine interessante Dissertation, auch interessanter Bildteil.

Übrigens ist es ja nur meine Vermutung gewesen, dass die kreuzförmigen rückwärtigen Einritzungen auf meinem Pfeilschaftglätter tatsächlich die Orientierung für die Herstellung von kreuzförmigen Pfeilkanälen sein sollten. Ich hatte das oben nur als Möglichkeit erwähnt und war und bin weit davon entfernt, darauf zu bestehen. Es kann sein, aber ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Vielleicht sollte nur die rückwärtige Längsritzung Orientierung für einen weiteren Pfeilkanal sein. Es kann auch sein, das die beiden Einritzungen einem völlig anderem Zweck dienen sollten, der dann nicht verwirklicht wurde. Vielleicht waren die Einritzungen auch nur eine Spielerei. Natürlich ist es reizvoll, über den Zweck der rückwärtigen Einritzungen zu spekulieren, aber wir werden es niemals definitiv herausfinden. Aber die Einritzungen, sie sind da, sie sind Wirklichkeit, und das finde ich fast noch schöner als den Pfeilschaftglätter als solchen. Eigentlich würden die Einritzungen mir sogar besser gefallen, wenn sie nur zwecklose Spielerei gewesen wären. Weil das völlig unerwartet wäre. Ein Pfeilschaftglätter aus der Steinzeit ist ja schön und gut, aber keine Überraschung. Eine Spielerei aus der Steinzeit wäre hingegen ganz unerwartet, damit sehr viel interessanter. Aber auch das bleibt Spekulation.


neolithi@
Ich würde hier dem Expertenurteil trauen.

Nanana.
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