Hallo,
habe dieses Stück neulich zusammen mit Schnatzenputz aus dem
Acker gefischt. Das Stück ist erstmal aus Blei.
Wenn man sich nur die Vorderseite anschaut, könnte man meinen,
das es eine Marke oder Rechenpfennig ist.
An eine Plombe oder Siegel glaube ich ihrgendwie nicht.
Kann vielleicht jemand mehr dazu sagen ?
Gruß
nobody
Verschluß von Weihwasser (Gratian?) oder Medizin Teriak :winke:
Hallo zusammen,
siehe auch folgende Beiträge:
http://www.sucherforum.de/index.php?topic=3447.0
http://www.sucherforum.de/index.php?topic=366
Gruß
tholos :super:
Danke euch beiden,
warum zum Teufel hat man Flaschen mit Blei verschlossen?
Korken und Wachs gegen austrocknen kenne ich, aber Blei?
nobody
ZitatVerschluß von Weihwasser (Gratian?) oder Medizin Teriak
Also wir hatten bei Heimdall mal die ausführliche Diskussion - mittlerweile denke ich es handelt sich um Theriacumverschlüsse. Ich hatte zu Heimdallszeiten mal begonnen die Fotos verschiedener Stücke zu archivieren; leider bin ich nicht fertig geworden bevor Heimdall offline ging. Hier ein paar Kostproben und auch aus meiner Sammlung:
und weiter gehts:
Und dazu noch dieser link:
http://members.aon.at/ch.gugl/feldk2.htm
Theriak Electuarium theriacale, Electuarium theriaca; wichtiges Arzneimittel das Mittelalters, dessen Erfindung dem König Mithridates VI. Pontus (132 - 63 v. Chr.) zugeschrieben wird (verbessert von Andromachus, dem Leibarzt Neros.). Theriak bestand zunächst aus 64 versch. Ingredenzien, denen man im Laufe der Jahrhunderte noch zahlreiche weitere hinzufügte. Die Herstellung erfolgte unter behördlicher Aufsicht in den Apotheken, zuletzt in der Kugel-Apotheke zu Nürnberg 1754. Th. war noch mit 12 Bestandteilenin der Pharmacopoea Germanica von 1882 und im EB 6 verzeichnet (Geh. 1% Opium)
Theriak venezian
fein gepulvertes Opium 10 Teile
Xereswein 60 Teile
fein gepulverte Angelikawurzel 60 Teile
fein gepulverte Schlangenwurzel 60 Teile
fein gepulverter Baldrian 20 Teile
fein gepulverter Cylonzimt 20 Teile
fein gepulverte Meerzwiebel 20 Teile
fein gepulverte Zitwerwurzel 20 Teile
fein gepulverter Malabar-Kardamom 10 Teile
mittelfein gepulvertes Ferrosulfat 10 Teile
gereinigter Honig 720 Teile
Zubereitung: Das Opium wird mit dem Xereswein angerieben, dann mit den anderen Bestandteilen gemischt und anschließend die gesamte Mixtur im Wasserbad erwärmt.
Dieser zusammengebraute Cocktail ist von schwarz-brauner Farbe und riecht würzig.
Zur Zeit des Paracelsus gehörte Theriak zu den kostbarsten und unentbehrlichen Heilmitteln.
In früheren Zeiten war Theriak außerdem ein beliebtes Mittel bei Zahn- und Kopfschmerzen, Husten, Entzündungen im Hals, Verdauungsbeschwerden und Menstruationsproblemen, ja sogar nach dem Biss giftiger Tiere wurde es verabreicht.
Die alten Bücher empfehlen hier als mittlere Arzneigabe 1 Gramm Theriak
Warum Blei?
Diese Verschlüsse sind auch als Markenzeichen und somit Qualitätsmerkmale zu sehen - frühe Werbung sozusagen.... und Blei war einfach und billig zu formen bzw. zu prägen.
Hallo Gratian
Hier ist noch eins für Deine Sammlung...
Die Umschrift lautet:
THERIACHA F AL PARADISO IN VEN
das könnte folgnedermassen interpretiert werden:
THERIACHA F(ina) AL (...) PARADISO IN VEN(EZIA)
"Feines Theriacum aus der Apotheke "Zum Paradies" in Vendig"
Venedig scheint dafür einer der wichtigsten Umschlagplätze in Wuropa gewesen zu sein. Und zu PARADISO fällt mir nichts anderes ein als dass es wohl der Hersteller oder Vertreiber gewesen sein könnte...
Grüsse
Flinc