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Lesefunde => Mineralien und Fossilien => Thema gestartet von: Freya in 12. April 2008, 22:15:37

Titel: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 12. April 2008, 22:15:37
Hallo,

auf dem Bild sind mehrere Steine zu sehen. Sie liegen öfters auf einem Acker im engeren Rahmen zusammen.
Haben sie miteinander zu tun?

Im Vordergrund links ist so was wie Kohle. Strich ist braun, Körnung sehr fein nicht sichtbar und ab und zu schiefrig/blättrig oder als Knudel an zu treffen .

Der rote Stein ist schwarz verglast. Hat ein Mineral das sich von einem Magneten anziehen läßt. Dieser Stein ist etwas fester und roter als die meisten verbrannten  roten Tonsteine die ich finde. Sie sind um einiges weicher.

Der Stein in der zweiten Reihe ist verlöchert, schwarz glasig, keine sichtbare Körnung und ab und zu mit Eisen?! das sich von einem Magneten anziehen läßt.

Im Hintergrund ist so was wie ein Verbund aus Quarzkörnern bis zu 1,5 cm groß. Läßt sich leicht brösseln.

Danke für mögliche Antworten
Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: wühlmaus in 12. April 2008, 23:21:23
Hi Freya  :winke:

Gemeingermanischer Ackerschrott ... von Berchtesgaden bis Flensburg ... von Trier bis Frankfurt an der Oder ...  :engel:

Aber gut und wichtig, dass Du es zeigst!   :belehr: (Das mein ich ernst)

Denn jeder, wirklich jeder, der sich mit der Oberflächensuche beschäftigt, wird sich früher oder später mit solchen Funden auseinandersetzen müssen ... (Was am Ende meistenteils damit endet, dass er/sie diese Dinge auf dem Acker läßt ...  :engel:  :narr: )

Links Unten/Mitte die drei schwarzen Bröckchen würde ich auf den ersten Blick als Schlacke bzw. -wenn nicht verglast- Koks/Kohle ansprechen.
Links oben dürfte ein Mörtelbröckchen sein ...
Rechts geht es dann auch mit Bauschutt weiter:
Ein verglaster Backstein. Da gibts dann drei Möglichkeiten. a) Fehlbrand bei zu großer Hitze b) intentionell eine Seite (Schauseite) mit Verglasung c) Brandschutt (zB Weltkrieg 2 )

Auf unseren Äckern tummeln sich die Jahrtausende. Das kniffelige an der Oberfläche ist tatsächlich, den Blick fürs Wesentliche bzw das Außergewöhnliche zu finden ... da ist es dann egal, ob man mit dem Spreu oder mit dem Weizen beginnt. Wichtig ist nur, dass man mit der Zeit lernt sie zu trennen ...

:winke:
Gerd

Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Der Wikinger in 13. April 2008, 00:25:50

Wollte nur bemerken, dass es diesen Kram auch nördlich von Flensburg gibt !!  :wuetend: :narr:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 13. April 2008, 09:05:23
Zitatvon Trier bis Frankfurt an der Oder ... 

und auch in der Nähe des hessischen Frankfurts (Kleinstadt-Äcker) .. sowie deutschlandweit  ..  :jump: :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 13. April 2008, 09:11:53
Hallo,
vielen Dank für die Antworten. Die blöde Schlacke macht mich noch kirr. Sie gibt es in allen möglichen Ausführungen.
Gut nun weis ich Bescheid, es bleibt ein Vergleichsstück zurück.
Alles andere fliegt auf den Steinefriedhof, damit ich bei Bedarf das Gerümpel wieder holen kann :narr:

Schönen Sonntag und Glück auf
Marie

Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 13. April 2008, 09:13:02
Hier - in Abgrenzung zu den vorher gezeigten Fotos - noch was Schwarzes .. aber keine Kohle, kein Bauschutt und keine Schlacke sondern Romanechit (Mangan-Mineral) in der Ausbildung als  "Schwarzer Glaskopf" mit gestapelt und blockig aussehenden Calcit-Kristallen etc., als Eigenfund aus dem Steinbruch Buderus in Herrmannstein.  :smoke:

Gruß Peter .. :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 13. April 2008, 09:15:40
toll, so was habe ich natürlich nicht :winke:
Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 13. April 2008, 09:19:42
Hallo Marie,   :-)

aber das könntest Du theoretisch auch auf einer Halde oder Resthalde in Deiner natürlichen Umgebung finden - nicht nur direkt in den Steinbrüchen! :-D

.. überhaupt sind viele natürliche Aufschlüsse (z.B. da wo sich viel Manganerz angereichert hat --> Manganerz-Lagerstätte) geeignet, so was zu finden - theoretisch aber auch in einem Acker .. :-)..je nachdem, wie das dann vorher z.B. vom Ursprungsort der Enstehung durch biogene Einsflüsse aufgenommen, transportiert und wieder abgelagert worden sein könnte (sedimentäre Entstehung) oder auch an / in einer frischen Baustelle, sofern sich da unter der Erde auch Manganerze befinden.. .. :jump:

Gruß Peter .. :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 13. April 2008, 09:29:57
..und dann gibt es da noch was Dunkles... nämlich die Manganknollen der Tiefsee.. schon lange potentielle Kandidaten zur Lösung unseres Rohstoff- und auch Energieproblems.. nur bei den Finanzen .. sprich Konzernen .. hapert es da .. :-D..die bräuchten, meiner Ansicht nach, nur mal ein paar mehr von den Spezial-U-Booten locker machen.. :smoke: :winke:

Gruß Peter
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 13. April 2008, 09:39:44
Hallo Peter,
die Knolle erinnert mich an einen Muschelkalk den ich habe, der hat eine schwarze Kruste, die deinem schwarzen Stein sehr ähnlich ist.
Ist Mangan magnetisch? Eher nicht.
Ich benötige ein Mineral, das sich von einem Magneten anziehen läßt. Es befindet sich staubartig in der Masse.  Ich finde öfters Steine mit diesen Krusten.
Ach Wad war schon mal im Gespräch.
Ich habe die Steine eingeschickt. Aber DHL hat das Päckchen immer noch auf der Halde und das seit über 2 Wochen  :wuetend:

Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 13. April 2008, 09:55:54
Hallo Marie,

also immer nur sämtliche Magnetite oder Pyrrhotine lassen sich von einem Magneten anziehen! Hämatit nicht, Wad bzw. Manganomelan nicht.. wie gesagt, eigentlich nur die beiden erstgenannten Mineralien und dann noch ged. Eisen - terrestrisch, Nickeleisen und Nickeleisen-Meteorite. Chondrite (Steinmeteorite sind in der Regel schwach magnetisch), Steineisen-Meteorite, wie Pallasite z.B. sind auch magnetisch. Das wars dann zu den magnetischen Mineralien! Dann sind noch Eisenschlacken magnetisch.. :-)..aber nix mit Mangan.. :-D

Gruß Peter .. :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 13. April 2008, 12:10:04
Hallo Peter,

ich hoffe das die Geteinsbetimmung Licht ins Dunkle bringt.
Marie
Titel: Definitionen des Magnetismus
Beitrag von: geoexploration in 13. April 2008, 21:30:06
Hallo Peter,

also, ich habe Freya so verstanden, dass sie versucht hat, mit einem handelsüblichen Magneten, einen "unbekannten" Stein, Artefakte und der gleichen, auch Müll, Schutt.... (der ggf. passiv magnetisch ist) auf dessen Wirkung/Einfluss auf den Magneten zu testen; sprich: ob der Magnet das vorgenannte Material anzieht - oder auch nicht.

Das Mineral Hämatit ist selber schwachmagnetisch (bei Rekristalisierung oder Erhitzung) also kann auch leicht aktiv magnetisch sein, aber in jedem Fall ist Hämatit mehr oder weniger passiv magnetisch  das heisst, dass selbiger durchaus von einem handelüblichen Magneten (je nach Erzgehalt) angezogen werden kann, wie alle Fe-haltigen Erze und selbstverständlich auch Eisenartefakte (Eisenteile) auch.

Im Bergbau wird übrigens nicht nur das Mineral Magnetit, sondern auch der Hämatit per Elektromagneten in der Aufbereitung konzentriert, um ein hochwertiges hochprozentiges Hämatit-Erz zu gewinnen. Dabei sprechen wir von einem hochprozentigen Erz mit Gehalt über > 80%

Ich selber habe genug solcher Muster von passiv-magnetischem Hämatit in meiner Sammlung. 

In Brasilien werden gerade solche passiv-magnetische Hämatite getrommelt-poliert gerne als Schmucksteine/Heilsteine verkauft.

Gruss

Geo  :winke: :prost:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 13. April 2008, 22:33:05
Hallo Geo,
mein Anliegen hast du gut aus gedrückt  :winke:
Habe ich das richtig verstanden,
hochprozentiges Hämatit-Erz ist magnetisch,läßt sich also anziehen? Dann wäre diese Frage, die mich schon ewig beschäftigt gelöst?!  :cool1:
Danke für diese Antwort

Maria

Das ist die "Schlacke" vom oberen Bild

Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 14. April 2008, 22:29:08
Hallo Freya,
Hallo Peter,

nun ja, betreffend des Magnetismus beim Hämatit wird in der Fachwelt schon seit 40 Jahren heftig diskutiert.  http://en.wikipedia.org/wiki/Hematite  Mir wurden selber seit etwa 15 Jahren die Differenzen der alten Schulbuchweisheiten und die praktischen Erfahrungen im Gelände, aber auch bei den Mineralaufbereitungstechniken vor Augen geführt; dass halt gerade in der Geowissenschaft, noch vieles in Diskussion ist. Sprich: nix ist fix! 

Was den Hematit nun angeht, weis man, dass der selbige nach Erhitzung sogar leicht aktiv-magnetisch wird, als ob man ein Eisen- (Fe)- Artefakt auch auf diesem Wege aktiv-magnetisch machen könnte

Nun, andere Autoren http://webmineral.com/data/Hematite.shtml sagen dem Hämatit ja nach, dass der selbige nach Erhitzung magnetisch wird. Das ist richtig.

Hoppla, ein anderer Autor http://www.minerals.net/mineral/oxides/hematite/hematite.htm  schreibt dem Hämatit zu, dass dieser einen "paramagnetism" aufweist... Auch dies stimmt.

Auch nicht mehr ganz neues ist, wenn der Hämatit durch Rekristallisation sogar von Natur aus aktiv-magnetisch wird. (Facharbeit uneditiert)  (Der Link wird nachgeliefert)

Nun, wenn man per Erhitzung den Hämatit  aktiv-magnetisch machen kann, dann müsste doch dieses Mineral zumindest auf einen starken Magneten ansprechen....

Als ich damals einem Bergbaubetrieb mit enormen Reicherz-Hämatit-Vorkommen (Erzgehalt > 80%) vorgeschlagen habe, das Mineral nach dem Gesteinsbrecher einem starkem Elektromagneten zur Mineralkonzentrierung zuzuführen, wurde ich damals etwas dumm angesehen.  Aber ein Versuch an der Pilotanlage brachte gerade an dieser Mine recht erstaunliche Ergebnisse, so dass  dann diese von der Magnetit-Produktion bekannte Technik auch auf dieses Mineral übernommen wurde.  Damit wurde ein hoch angereichertes Konzentrat produziert.  Klar ist: Je schlechter der Erzgehalt war, um so schlechter wurde natürlich die Auslese per Elektromagneten. Auch in Brasilien, wo der Hämatit oft in bester Qualität vorkommt, wird an vielen Minen der Hämatit per Elektromagneten konzentriert.

Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 14. April 2008, 22:32:53
Bei Normaltemperatur besitzt Hämatit keine magnetischen Eigenschaften. Allerdings wird er in der Reduktionsflamme bei hoher Temperatur magnetisch, wobei eine Umwandlung in Magnetit stattfindet. .. :smoke:

Ich besitze übrigens genügend Hämatite in meiner Sammlung - kein einziger davon spricht auf meinen Magneten an!!!

Dass Hämatit auch bei Normaltemperatur magnetisch sein soll, kann nicht sein..sonst müsste ich mindestens 20 meiner Mineralienbücher wegwerfen!!

FAZIT: MAGNETIT = magnetisch, HÄMATIT mitnichten!
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 14. April 2008, 22:42:04
Danke für die Antworten,

wenn ich rot gebrannte "Ziegelsteine" habe, die wenn  nass sind, ich mit malen kann,
sind diese Ziegel dann hoch gebrannt?

Eher wohl nicht. Sie haben aber auch dieses Mineral
Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: wühlmaus in 14. April 2008, 23:09:17
Rot=Eisenoxid vulgo Rost
Eisen=magnetisch

Was die Umwandlung von Hämatit zu Magnetit angeht:
Denkt bitte dran, das Keramik jedweder Form erst gebrannt werden muß, um nach Jahrhunderten (Jahrzehnten  :engel: ) von Freya auf dem Acker gefunden werden zu können. Da ist also ordentlich Hitze im Spiel ...

Ich hatte mal ein uraltes Metallsuchgerät ohne Metallunterscheidung, das hat die knattschroten, römischen Ziegel tatsächlich orten können  :engel:

:winke:
Gerd
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 14. April 2008, 23:11:04
sind römische Ziegeln zum Teil auch schwarz verglast?

Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: wühlmaus in 14. April 2008, 23:21:34
Zitatsind römische Ziegeln zum Teil auch schwarz verglast?
Nein, zumindest nicht die, die in den Handel und damit schlußendlich für uns Sucher auf die Äcker kamen ...

Ob es in den Manufakturen Fehlbrände mit Verglasung gab, oder ob sich verglaste Ziegel im Schutt abgebrannter Häuser finden ... ist mir nicht bekannt. Ich wage es auch zu bezweifeln ...

Hab eben noch mein oberes posting editieren müßen ... mir kam da so ein Gedanke ...
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 14. April 2008, 23:40:55
Zitat von: McSchuerf in 14. April 2008, 22:32:53

Ich besitze übrigens genügend Hämatite in meiner Sammlung - kein einziger davon spricht auf meinen Magneten an!!!

Dass Hämatit auch bei Normaltemperatur magnetisch sein soll, kann nicht sein..sonst müsste ich mindestens 20 meiner Mineralienbücher wegwerfen!!


Hallo Peter,

auch ich habe einige Exponate vom Hämatit, die auf einen Magneten nicht ansprechen. Aber mit Neodym und Cobalt-Samarium-Magnete lassen sich zumindestens davon einige Hämatite anziehen.  Manche zeigen sich auch von diesen Supermagneten unbeeindruckt.

Ja, hinsichtlich der Mineralien-Fachbücher hast Du schon Recht.  Aber deshalb bitte nicht wegwerfen.

Gruss

Geo  :winke:

Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 15. April 2008, 07:01:24
Hallo Gerd,
ich habe die Verbesserung gelesen :winke:

Marie
die sich freut, das sie Hilfe bekommt
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 15. April 2008, 07:22:07
Hallo,
noch noch so ein verbrannter Tonstein.
Die wilde Wutz hat gebuddelt und mir den Haufen mit roten Tonsteinen frei gelegt.


Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 15. April 2008, 18:33:20
Hallo Geo,

Zitat..A ber mit Neodym und Cobalt-Samarium-Magnete ..

Gut, an diese Sorte Magnete habe ich wieder nicht gedacht..  :-)..wohl weil ich keinen solchen Magneten zu Hause habe.. höchstens im Kühlschrank eingebaut.. :-D

Gruß Peter .. :winke:H
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 15. April 2008, 18:51:34
Hallo Peter,

ich habe heute einen meiner alten Kollegen zu diesem Thema gefragt - dieser wollte sich noch nicht festlegen. Feststeht soweit jedenfalls, dass eine Erzlagerstätte von Sta. Barbara ein ziemlich ungewöhnliches Vorkommen an Hämatit hat, wo gerade das hochprozentige Reicherz, auf Magnete anspricht. Auch in Brasilien ist mir bei Minas Gerais so eine Lagerstätte bekannt. Das Erz mit etwas schlechteren Erzgehalt reagiert wie ein "normaler" Hämatit auf Magnete nicht.  :-D   Zwischen der Umwandlung von Hämatit auf Magnetit, ware aber als Zwischenstufe noch das Mineral Marite . Das müsste eigentlich noch untersucht werden.

Ich habe vor nicht vor all zu langer Zeit mit dem Magnetometer eine Lagerstätte von Pyrrhotin (Magnetkies) gefunden, die nebenbei etwas Nickel/Cobalt, nebst Spuren von Platin aufweisst. Ja und was magnetische Minerale angeht, gibt es hier eine Platin-Varietät mit Eisenanteil, die auch auf Magnete anspricht... 

Mit besten Gruss

Geo :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 16. April 2008, 20:46:10
Hallo Geo,

kleine Korrektur: Die Pseudomorphose von Hämatit nach Magnetit nennt sich Martit!  :-D..  Marrit ist ein Sulfosalz aus der Schweiz. :-)

Sowohl mein Martit aus der Eifel als auch mein argentinischer "Fumarolen-Martit" sind tatsächlich ganz schwach magnetisch!  :-)

Hier mal mein argentinischer Martit .. :jump:
Stahlgrau metallischglz., skelettförmig gruppierte Martit-Oktaeder bis 1,5 cm Größe
Stufengröße: 5 x 3,5 cm
Fundort: Schildvulkan Cerro Payun Matru, Malargüe Region, Payuna, Mendoza Provinz, Argentinien (genauer Fundpunkt geheimgehalten wegen Naturschutzgebiet!)
Entstehung aus der Gasphase (wahrscheinlich Fumarolenbildung - 'pneumatolytisch-exhalativ'), reichliche Funde noch in 01 u. 02, Vulkan erloschen.

ZitatJa und was magnetische Minerale angeht, gibt es hier eine Platin-Varietät mit Eisenanteil, die auch auf Magnete anspricht... 

Ja, davon habe ich auch schon gehört.. :-D

Gruß Peter .. :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 16. April 2008, 21:03:03
Hallo Peter,

Herrlich, wunderschön diese Mineral-Aufnahmen.

Marite Das könnte tatsächlich die Lösung der Frage sein. Das Mineral sieht den Fotos w.o. dem ziemlich von hier ähnlich; allerdings nur ganz rar vereinzelt mit Oktaeder - und etwas mehr schmutzig, metallgrau. Verzeihung: Ich habe das Mineral so naturbelassen - und nicht gereinigt.


Mit besten Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 17. April 2008, 13:05:28
Hallo Gerd und hallo Geo
Ich lese eure Beiträge intersessiert mit. Und ich hätte da noch eine Frage zu dem Magnetkies. Welches Begleitgestein ist in diesem Magnetkies zu finden? Sicher besteht der Kies nicht nur aus Magnetit.
Gibt es eventuell ein Bild zu dem Magnetitkies?
Danke für die Antwort
Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: McSchuerf in 17. April 2008, 17:45:16
Hallo Marie,

ich wurde jetzt zwar nicht von Dir angesprochen aber ich will trotzdem einen Teil zu Deiner Frage beitragen.. :-)

Es wurde ein Bild zum Pyrrhotin (FeS) gewünscht:
Braune Pyrrhotin-Tafeln (Magnetkies) - 2 cm Größe mit Quarz- XX usw.
Stufengröße: 6 x 5 cm
Fundort: Trepca, Serbien

Da die Genese von Magnetkies sowohl magmatisch, hydrothermal, durch Kontakt, meteoritisch oder auch metamorph sein kann, kommen auch die zu allen möglichen Bildungen entsprechenden Muttergesteine in Frage. :-)

Begleitminerale können sein: Quarz, Siderit, Sphalerit (Zinkblende) von Trepca oder aber auch Cobaltit von Hakansboda, Schweden z.B. oder Pentlandit und andere Nickelsulfide..

Hallo Geo,

ZitatHerrlich, wunderschön diese Mineral-Aufnahmen.

Danke Dir! .. :-D

Gruß Peter  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 17. April 2008, 19:17:19
Hallo Peter,
danke für dein Bild von dem Magnetkies. Jetzt weis ich auch wie Magnetkies aussieht  :winke: Hat aber keinerlei Ähnlichkeit mit dem "Mineral" das in so manchem "Geraffel" sitzt das ich habe.

Aber dennoch interessant zu sehen was die Natur so alles hervor bringt. Toll

Nochmals Danke an alle für die Hilfe  :super:
Maria


Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: woodl in 20. April 2008, 11:11:00
Servas zusammen!
Zum Thema magnetische Eigenschaften von Mineralien möchte ich Euch eine kleine Geschichte aus meiner Suchtätigkeit erzählen.
Vor einigen Jahren erfuhr ich über die Forschungsarbeiten zum "Chiemgau-Impakt" und über den dabei entstandenen Meteoritenkrater
Tüttensee ( östlich vom Chiemsee). Mein Sohn und ich beschloßen im Tüttensee mit unseren Unterwasserdedektoren einen Tauchgang
durchzuführen. Dabei hatten wir ständig Signale an unseren Geräten, ohne irgendwelche metallische Relikte zu finden. Wir entnahmen
eine Handvoll Kies und untersuchten diesen auf Metall, aber ohne Erfolg. Nachdem ich anschließend einen am Seil hängenden Bergemagnet
in den See warf und nach dem Einholen viele kleine Steine am Magnet hingen, wußten wir , daß sie die Ursache für unsere Anzeigen waren.
Ich nahm Kontakt zum Leiter der Forschungsarbeiten ( Hrn. Prof. Kord Ernstson) auf und schickte ihm Gesteinsproben. In einem Brief erklärte
er mir, daß dem Untersuchungsteam dieses Phänomen ebenfalls schon aufgefallen ist. Bei den Steinen handelt es sich um gewöhnlichen
Srpentinit. Man vermutet ( Forschung ist noch nicht abgeschlossen), daß der passive Magnetismus durch die Hitze und den Druck beim Impakt
entstanden ist.
Im Bild 2 hängen einige Steinchen an einem Neodym-Magnet, und im dritten Bild ist zwischen dem Magnet und einem Steinchen Plexiglas.
Gruß woodl
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: woodl in 20. April 2008, 11:27:58
Nachdem ich hier von wühlmaus über die Ortung von römischen Ziegeln gelesen habe, machte ich sofort mit meinen Dedektor ( Fisher Aquanaut 1280-x) einen Test an einem beim Goldwaschen im Elvo gefundenen Römerziegel. Und tatsächlich wird er durch das Metallsuchgerät
angezeigt!
Gruß woodl
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 20. April 2008, 11:32:12
Hallo Woodel,
das ist ein römischer Ziegel? Aha.....

Ist er weich und man kann mit ihm malen?
Hat er Eisensplitter?
Und hat er leichte Luftbläschen?

Maria
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: woodl in 20. April 2008, 13:43:42
Hallo Maria!
Er ist hart! Rote Linien auf einem Papier sind nur schwer zu zeichnen! Ob er Eisensplitter hat , kann ich nicht erkennen, aber , ein auf einem Faden aufgehängter Magnet wird vom Ziegel abgelenkt! Er ist außerdem sehr schwer! Die Maße betragen ca. 30x 20x 7 cm.
Der Ton ist stark gemagert. Er war ca. 1Meter tief im Flußgeschiebe gelegen.
Gruß woodl
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 20. April 2008, 21:15:40
Hallo,
hier habe ich einen dieser Tonsteine, die zum Teil in den Feldern liegen. Wenn ich die schwarzen Punkte abschabe und sie an einen Magneten halte, lassen sie sich anziehen.
Der Ton ist recht weich und hat keine Ähnlichkeit mit den heutigen Ziegelsteinen.

Sind sie alt?
Nicht hoch gebrannt?

Danke für die Antwort
Maria
Titel: In Tonerde reichert sich auch manchmal Seifen-Gold an
Beitrag von: geoexploration in 20. April 2008, 23:03:35
Hallo Freya,
Hallo Woodl,

nun ja, zum einem in Tonerde, auch im roten- oder grauen Lehm reichern sich von Natur aus, mehr oder weniger Schwerminerale an, darunter auch Magnetit-Sande.  In vielen gebrannten Tonziegel (auch am industrial hergestelltem...) , auch im hoch gebrannten Klinker kann man daher einen passiven - teils sogar einen aktiven Magnetismus feststellen; letzterer kann durch den Ziegel-Brand-Vorgang herkommen bzw. verstärkt werden.

Zum anderen, sind äusserst goldreiche Placers (vor allem während der glacialen Epoche gebildet) gerade "in roter Erde" zu finden....


Morgen stelle ich dazu ein dazu typisch passendes Bild ein.

Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 21. April 2008, 05:16:55
Moin, moin Geo,
was ist ein goldreiche Placers? Sagt mir nix unds google auch net.
Danke für deine Antwort
Maria
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: woodl in 21. April 2008, 11:10:56
Hallo Maria, servas Geo!
Maria, Deine Zeichnung gefällt mir! :winke:
Römische Ziegel waren immer hart gebrannt, während man in den Zeiten vorher die dafür notwendige Hitze nicht zustande bekam!
Zum Magnetismus hat Geo bereits alles erklärt! :super:
An meinen Ziegelbildern kann man die Oberfläche mit seinen zum Teil groben Einschlüssen erkennen.
Im Bild 3 seht Ihr einen aus Ton am Lagerfeuer gebrannten Fisch, bei dem ich dem Ton viel Schwarzsand (damit auch Magnetit) beigemengt habe. Auf einem Faden aufgehängt, richtet er sich immer in Nord-Süd/ Richtung aus.
Gruß woodl
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 21. April 2008, 11:21:33
Hallo Wood,

was ein puzzeliges Fischlein :zwinker:

So und was sagt mir jetzt der Tonklumpen? Is er alt oder nur ein "Weichei" aus der heutigen Zeit.

Schön das dir meine geliebten Hühner gefallen *lach

Maria
Titel: Goldplacer in roter (Ton)Erde aus glaciarer Epoche gebildet
Beitrag von: geoexploration in 21. April 2008, 18:32:20
Hallo Freya,
Hallo Woodl,

nun, wie versprochen einige passende Fotos dazu.  Ich überlege, aber ob das Thema nicht fast zu > Goldgraben < rüber soll, da dies mit dem angefangenen Grundthema schon fast gar nichts mehr zu tun hat.

Bild 1: 
zeigt eine paar Vergrösserungen von Goldflitter, die im Orginal etwa 0.3 mm gross sind. Goldflitter mit Einschlüsen von Ton, (im Bild als "arcilla" gekennzeichnet) und oxidiertem Eisen (z.B. Magnetit, Hämatite..) 

Bild 2:
Typisches Goldplacer in "roter Erde" in höher gelegenen (Fluss)Terrassen. Diese Gold-Placer ist herkunftsmässig ein (Moränen)Placer und wurden in der Eiszeit gebildet. (Durch mechanische Erosion der Gletschermassen wurde/wird aus dem Fels das Material herunter geschürft und transportiert) Solche Placer's sind besonders goldreich. Die typisch rote  Farbe ist Tonerde, die auch zur Produktion von Ziegel verwendet werden.  Die Goldkonzentrationen können durchaus 5 g/ m/3 erreichen. Bild zeigt einen Kollegen mit einer eher schwierig bedienbaren Waschpfanne, dem Chinesenhut. Natürlich ist nicht in jeder Tonerd-Schicht auch Gold enthalten. :-D

Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 21. April 2008, 22:50:48
Hallo Geo,
ja suppi, ich lege mir jetzt eine Pfanne an und wasch hier den Lem *lach
Sag die eiszeitlichen Moränen was schleifen sie noch mit an Gestein? Kann da auch Sandsteingebröckel dabei sein?
Marie
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 21. April 2008, 23:35:15
Zitat von: Freya in 21. April 2008, 22:50:48
was schleifen sie noch mit an Gestein? Kann da auch Sandsteingebröckel dabei sein?
Marie

Hallo Marie,

nun für "Sandsteingebröckel" habe ich mich nicht interessiert; (kann schon sein dass so etwas dabei ist ... :narr: )  Schwerpunkt meiner Untersuchung sind die Schweremineralien, die durch Konzentration in der Waschpfanne, Sluicebox, Konzentratorzentrifuge, oder Table-Shaker gewonnen werden. Der Sandstein landet da gleich auf der Halde für steriles.  :-D

Die Mineralien im Schwerekonzentrat reichen von (Namen mal in spanisch  :-)) Magnetita, Ilmenita, Epidota, Molibdenita, Cromita, Esfeno (Titanita), Granate, Andalucita, Hematita, Hornblenda, Granate, Circón, Hipersteno (piroxeno) Rutilo, Zoisita, Turmalina, Monzacita, Leucoxeno, Anatasa, Silimanita, Rubi, Oro, platino (diversos)

Je nach Vorkommen und Orte variert die prozentuale Verteilung dieser Minerale im Konzentrat  z.T. sehr stark.

Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 22. April 2008, 18:08:53
Zitat von: geoexploration in 21. April 2008, 23:35:15
Die Mineralien im Schwerekonzentrat reichen von (Namen mal in spanisch  :-)) Magnetita, Ilmenita, Epidota, Molibdenita, Cromita, Esfeno (Titanita), Andalucita, Hematita, Hornblenda, Granate (Rubi), Circón, Hipersteno (Piroxeno) Rutilo, Zoisita, Turmalina, Monzacita, Leucoxeno, Anatasa, Silimanita, Rubi, Oro, Platino (diversos)

Hui, da hat sich glatt ein Fehler eingeschlichen - und keiner hat's bemerkt  :kopfkratz:   Das Mineral "Rubi" ist Granate. Na sowas, den Quartz habe ich auch unterschlagen....

Da habe ich noch Fotos von vom Schwermineralkonzentrat. Leider sind diese Fotos nicht so gut geworden. Fotos (10x) vergrössert.

Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 22. April 2008, 18:29:42
Hallo Geo,
danke für die Bilder.
Die Mineralien (Magnetit) hast du in Buntsandstein/Lehm gefunden?
Auch in dem Maß das es lohnt einen Rennofen an zu werfen?

Maria
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 22. April 2008, 18:40:36
Hallo Maria,

genau gerade dieser vom Foto ist aus der beschriebenen "Tonerde"  Allerdings kommt Magnetit beim Goldwaschen überall mehr oder weniger vor.  Bei uns lohnt sich bem kommerziellen Goldwaschen, wo grosse Mengen an Schweremineralkonzentrate anfallen, durchaus eine Erzaufbereitung; das hängt aber davon ab, wie weit der Transportweg per LKW zu einer Erzaufbereitung ist.

Gruss

Geo  :winke:
Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: Freya in 22. April 2008, 18:55:40
Hallo Geo,

lache bitte nicht, ich habe "Gold" gewaschen.

Außer Sandstein, winziges Muschelkalkgebrössel, kleine weise, rote  und glasige "Quarzkörnchen" habe ich nichts gefunden. Ich habe mit der Lupe nach geschaut. Gold war net dabei.  :nono:

Ich habe im Internet auch noch keine Seite gefunden wo beschrieben wird, wie reichhaltiger Magnetit?! in Buntsandstein kommt. Aber das muß auch nichts bedeuten, suche möglicherweise mit den falschen Worten.

Maria


Titel: Re: Diese Steine treffe ich öfters in Gemeinschaft an
Beitrag von: geoexploration in 22. April 2008, 19:05:34
Hallo Maria,

aufgrund seiner Porosität käme da in Frage

http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1988017123882

www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Sandstein


Gruss

Geo  :winke: