Hallo.
Gibt es eine einfache Möglichkeit,römische Scherben von "neueren" zu unterscheiden?
Habe diese auf einem Acker gefunden,auf dem massenweise von der Sorte liegen.
In der weiteren Umgebung vom Fundort,war eine römische Villa.
Gruß Daniel:hallo:
Hallo Daniel!
Du könntest die Isotopen-Zusammensetzung untersuchen um sie zu datieren... :-D
Nein, aber wo viele Scherben rumliegen war wohl mal was - vielleicht eine Siedlung (Deine Scherben sehen aus wie Dachziegel). Wenn Du den Acker mit der Sonde absuchst, kannst Du vielleicht aus der Gesamtheit der Funde auf's Alter schliessen. Wenn Du aber nur Scherben ohne Muster oder Schrift hast wird's wohl schwierig...
Gruss
Flinc
Hallo Daniel,
die linke Scherbe sieht auf den ersten Blick römisch aus.
Das Dach einer Villa rustica war in der Regel mit Dachziegeln gedeckt. Ähnlich der heute noch in den südlicheren Gegenden gebräuchlichen "Mönch und Nonne" Deckung.
Die Deckung bestand aus zwei Typen von Dachziegeln, Tegula unten und Imbrex oben.
Der Tegula war ca. 30cm breit und 40cm lang. Die Dicke betrug ca 20-25mm. Er hatte beidseitig eine Aufkantung, anhand derer er zweifelsfrei bestimmt werden kann.
Die Tegula wurden nebeneinander verlegt, Aufkantung an Aufkantung. Darüber wurde der Imbrex gelegt, der wie ein alter Firstziegel geformt war.
Ich stelle baldmöglichst ein besseres Bild davon ein.
Grüsse aus Bruchsal
Bernhard
Die Dicke von dem linken Teil beträgt 12mm und es ist ein leichter Radius drin.
Ich wunder mich halt,das es zweifarbig ist.
Gruß Daniel
Hallo Daniel,
nun noch einige Bilder von römischen Dachziegeln.
Die Ziegel sind original römisch, allerdings sind es Fehlbrände, die dann in der Ziegelei als "Fundament" für einen Brennofen verwendet wurden.
Deshalb sind sie erhalten.
1. Bild: Drei Dachziegel (Tegula) wie sie auf dem Dach verlegt wurden
Die Stelle, wo die Ziegel gestossen waren, wurde mit dem Imbrex überdeckt.
Auf dem Bild durch 2 Imbrex-Bruchstücke angedeutet.
[Bearbeitet am 5-7-2004 von EGS]
Der obere Punkt mit der Überdeckung durch die nächste Ziegelreihe.
Nochmal derselbe Punkt.
Man kann gut erkennen, wie die Aussparungen ineinander passen.
Der Fusspunkt
Nochmal der Fusspunkt
Hier noch einige Bruchstücke, die man jetzt vielleicht besser zuordnen kann
Hier noch ein besonders hoch ausgebildetes Randstück.
Die Aufkantung am Rand ist hier ca. 12 cm.
Normalerweise sind es ca. 6 cm.
Und nochmal
Und noch ein Foto der Seite.
Zuletzt noch die Rückseite eines Tegula.
Der Brand war nicht der beste, deshalb die Risse. Das Bild soll die Oberflächenstruktur der Rückseite zeigen.
Gruss EGS