Guten Tag allerseits,
heute habe ich hier einen Keramikfund, allerdings einen ,,gewaltigen": Schon das Fragment wiegt 3,6 Kg bei Maßen von ca. 30 x 20 cm und bis zu 5 cm Wanddicke am ringförmigen Wulst.
Ich dachte zunächst an ein Dolium, die riesigen Vorratsgefäße der Römer etwa für Getreide, in denen selbst ein ganzer Mensch Platz hatte. Was mich jetzt aber stutzig macht ist der Wulstring, der bei den Dolia den oberen Abschluss bildet. Hier aber geht die Wandung deutlich über den Wulstring hinaus. Es muß sich, wenn man den Grad der Rundung betrachtet, jedenfall um ein sehr großes, vielleicht fast schüsselförmiges Gefäß gehandelt haben. Die äußere Wandung des Gefäßes zeigt Besenstrich und auch etliche Fingerabdrücke des Herstellers.
Das Wandungsstück habe ich gestern beim Begehen eines Weinberges an einem mäßig steilen Südhang entdeckt. Er lag oberhalb der Reben, dort wo der Winzer störendes, großes Gestein im Gelände entsorgt hat. Der Weinberg hat uns seit Jahren sehr viele Metallfunde und auch Feinkeramik aus keltischer und römischer Zeit geliefert, die Epochen gehen hier ineinander über. Auch unser aller Forenchef Rheingauner kennt die Stelle unweit des Dörfchens Prad..... gut.
Was ein Dolium betrifft, so habe ich bisher noch keines mit einem Wulstring in der Mitte oder jedenfalls unterhalb des oberen Wulstrings im Netz entdeckt.
Mit Gruß aus dem Süden
St. Subrie
Moin!
Das sieht nach einem Stück Schwerkeramik aus. Für ein Dolium wäre der umlaufende Ring und die Fingertupfen eher ungewöhnlich.
lG Thomas :winke:
Moin,
vielleicht gibt die Ansicht des Profils mehr Aufschluss.
Gruß
Jürgen