Hallo Beisammen,
ich bin heute über meine erste Abschub-Fundstelle in einem Erschließungsgebiet gestolpert und wurde
dabei fast vom Forscherdrang übermannt.
Zuerst die Fundstelle: Oberrhein, Vorbergzone, Abschubfläche für Straßentrasse Neubaugebiet.
Die Fundtiefe liegt um 0,5m. Im Umkreis von 1,5km gibt es von Neolithikum bis MA verschiedene Funde.
Fundart: Bodenverfärbungen, Keramikbruchstücke, Hüttenlehm(?), Mahlsteinfragmente
-Bild 3632 zeigt die einzige größere Bodenverfäbung(Grube?), die restlichen Fundstellen sind bislang eher kleiner.
-Auch in den kleineren Verfärbungen findet sich Keramik
-Die Bilder 3633+3636+3639 zeigen eine Fundstelle, die abweichend von den anderen auch grobe Kieselsteine und Mahlsteinfragmente(Raupenkette :besorgt:) enthält. Außerdem gibt es hier außer grober Keramik eine schwarze Schicht. Die Teile liegen ziemlich kompakt und könnten vielleicht eine Steinpackung um eine Urne gewesen sein. Hier ist mir auch die Möglichkeit eines Urnenfeldes in den Sinn gekommen, da bisher nur der eine, etwas größere Befund auf eine Grube schließen läßt(mich zumindest).
Da die Baustelle mit Hochdruck betrieben wird, um die witterungsbedingte Verzögerung einzuholen, besteht die Gefahr, daß die
Fläche in allernächsten Tagen erneut bearbeitet wird.
Ich habe also zuerst die erkennbaren Fundstellen markiert, mit dem GPS(bei Spitzenempfang) eingemessen und die Keramikstücke eingetütet. Dabei stellte sich das Problem, daß der Boden unglaublich klebrig war und ich Bedenken bekam, ob ich nicht noch mehr kaputt mache, wenn ich viel drin rum latsche.
Den Abschluß der Erfassung bildete die genannte Stelle mit den Steinen. Hier habe ich vielleicht etwas zuviel des Guten getan aber dann schnell gemerkt, daß die Steine auch noch in die Tiefe gehen und es erstmal dabei belassen. (War gar nicht so einfach, ich hätte die Teile am Liebsten mit bloßen Händen aus dem Matsch gewühlt)
Ich werde jetzt erstmal bis Montag warten und mein Amt benachrichtigen. Wenn von dieser Seite keine zeitnahe Reaktion erfolgt, werde ich die tieferen Schichten selber bergen, bevor die Kanalarbeiten Tatsachen schaffen werden. Bin ziemlich gespannt wie sich das entwickelt - bei meinen Feldbegehungen ist normalerweise keine Gefahr im Verzug.
Gute Nacht
(Fehler im Text sind uhrzeitbedingt :zwinker:)
Ralph
Hi Ralph
Genau richtig.
Unverzüglich die Archäologen informieren und auf die Dringlichkeit deines
Ansinnens hinweisen.
Am besten gleich einen Ortstermin machen.
Halt uns auf dem Laufenden.
Gruß CR
Hallo Carolus,
ich war nochmals vor Ort um noch ein paar Übersichtsbilder zu schießen.
Dabei sind mir noch mehrere Stellen aufgefallen, wo Steine und Keramik zu erahnen sind.
Der dicke Brummer könnte die Hälfte von einem Unterlieger sein. Von diesem Teil war nur ein Zipfelchen
in der Raupenspur erkennbar.
Ich habe sehr vorsichtig nachgeschaut wie groß das Ding ist und so frühzeitig aufgehört, daß ich noch nichtmal sicher bin, ob es überhaupt ein Unterlieger ist.
Da sich in diese klebrige Schlammwüste ohnehin nur Irre hineinwagen, habe ich die Funde nicht zugedeckt.
Bin so gespannt auf Morgen......
:gn
Ralph
Hallo Beisammen,
Tag 1 der Fundmeldung neigt sich dem Ende und hat doch schon Einiges an Klarheit erbracht.
Dieser Bereich der Baustelle hat im Bauablauf momentan keine Priorität, so daß dem Amt wohl ein
ordentliches Zeitfenster bleibt um eine halbwegs kontrollierte Bergung der Funde durchzuführen.
Bauleitung, Gemeinde und die Arbeiter vor Ort haben die notwendigsten Informationen und in den
nächsten Tagen soll es die ersten Ortstermine geben. Das ist fast mehr als ich erwartet habe.
Bei meinem heutigen Streifzug habe ich noch einige verstreute Funde(nur teilweise mit Bodenverfärbung) in
mehr als 200m Entfernung zum Hauptfundgebiet gemacht. Bei diesem klebrigen Boden werden die Teile von der
Planierraupe weit verschleppt.
(Wobei diese Teile natürlich auch aus einem anderen Zusammenhang stammen könnten.)
Hier noch ein Keramikfragment, bei dem ich den Waschzwang nicht unterdrücken konnte :zwinker:
:gn
Ralph
Gut gehandelt; Ralph.
Lass es uns wissen, wenn es Neuigkeiten (und Funde :zwinker:) gibt.
Liebe Grüße
Bjoern
:super: :super: :super: :super: :super: :super:
Tag 2 und schon wieder was Neues:
Morgen rücken zwei Grabungstechniker an , messen ein und bergen die Funde.
Anscheinend wurde die Fundstelle heute von einem Kundigen begutachtet und eher als "letzter Rest"
eingestuft, da von den Gruben nur noch kleine Querschnitte erkennbar wären. Ich habe zwar irgendwie schon größere
Grabungsaktivitäten am Horizont gesehen und nicht so eine kleine Notbergungsaktion, aber vielleicht gibt es ja auch noch Überraschungen.
Die Keramikhäufungen, die ich abgesammelt habe, hat der Kundige nicht gesehen. Da ich morgen dabei sein werde, kann ich das Material wieder an die markierten Stellen zurücklegen und mit einmessen lassen.
Heute geh ich früher in die Kiste :winke:
Ralph
Der 3. Tag geht dem Ende zu und nix ist passiert, da die weiße Pracht sich nochmal
über die Gegend gelegt hat(3-5cm Neuschnee/ -5°C).
Ich hoffe nur, daß meine Markierungen den Umständen trotzen und die Bodenverfärbungen nach dem Abtauen
überhaupt noch erkennbar sind. Es wird jedenfalls eine ganze Weile dauern, bis die Flächen überhaupt wieder passierbar sind.
Jetzt ist also erstmal Fasent(Fasnacht/Fasching/Karneval) angesagt....
:narr:
Ralph
SUPER GEMACHT :smoke: :smoke: :smoke: :smoke: :super: :super: :super: :super:
Solche Männer und Frauen brauchen wir!!!
17. Tag, die Sonne brennt..... :zwinker:
Nein, die Sonne hat nicht gebrannt, aber heute kamen zwei Grabungstechniker um die Fundstelle einzumessen.
(Die Bauleitung kann diesen Bereich des Gebietes noch gut bis Mitte/Ende März umgehen, so daß auch das Amt nicht sooo im Druck scheint.)
Die von mir bereits eingesammelten Stücke wurden an die markierten Stellen zurückgelegt und somit der ordnungsgemäßen Auswertung zugeführt.
Wir haben dann an zwei Bodenverfärbungen gegraben und auch das von mir vermutete Grab/Gefäß freigelegt.
Es scheint sich tatsächlich um Brandgräber zu handeln - Grube mit flachem Boden, Keramikhäufung in der Mitte, viel Holzkohle/Brandreste, leider nur zwei winzige Knochenreste.
Außer mir hat noch ein ehrenamtlicher Kollege mit stolzen 82 Jahren den Spaten und natürlich auch die Kelle geschwungen. Es hat einen unglaublichen Spaß gemacht, auch wenn es sich mehr um eine Wühlung als um eine Grabung gehandelt hat. Aber für eine kleine Einmessung war das Fundaufkommen dann doch beträchtlich. Ich werde mit meinem Kollegen in den nächsten Tagen noch ein paar weitere(genehmigte) Bodeneingriffe ohne Aufsicht vornehmen und natürlich das ganze Gebiet weiterhin im Auge behalten. Weil - und das ist der kleine(?) Haken an der Sache - das Amt erst wieder frühestens übernächste Woche Zeit findet, sich der Sache weiter zu widmen. Wir werden also etwas Eigeninitiative zeigen müssen, um nicht doch noch von der Bodenwalze und den Baggern überholt zu werden.
Die spannende Frage zur Zeitstellung wurde uns leider nicht beantwortet, da dies die Aufgabe der Fachmenschen wäre :zwinker:
Als Ahnungsloser würde man nach kurzer Recherche vielleicht "irgendwas mit Hallstatt" sagen wollen.
Für den Fachmann dürften die Kreisaugen und Stichelabdrücke ihr Baujahr geradezu herausschreien.
Auffällig war das Beisammensein von wirklich groben Stücken und sehr dünnwandigen Fragmenten.
Und für uns Laien war der dicke Brummer, ein ganz besonderes Erlebnis. Die Brüche waren übrigens bereits vorhanden.
Da ich für heute zu müde bin, möchte ich nur noch ein paar Impressionen anhängen.
Heut Nacht werd ich wohl Albträume habe , ....dieses Knirschen unter dem Spaten....und die vielen
Scherben im Aushub...... :irre:
Danke...............schöner thread....................einfach Klasse.
Sowas sind die besten momente im forum.
m.
....und knirsch :besorgt:
Falls es zuviele Bilder werden, bitte melden.
Ich laß dann die anderen Tausend........... :zwinker:
Viel Spass beim Putzzeln.
M.
19. Tag
Nach viel Regen wollte ich heute unsere Sprenggrube mit der Kurve im Schnitt etwas versäubern, wie mir vom Amt aufgetragen wurde( Längsschnitt, bißchen beschreiben, ausräumen). Und wie ich so in die Tiefe gehe, zeichnet sich ein stehendes Wandstück ab. Mit einem leisen Zweifel über die Richtigkeit meines Tuns habe ich begonnen, dem Teil zu folgen...... :glotz:
....und je mehr ich dann über die Form und die Bruchkanten nachdachte, desto größer wurden meine Zweifel.
Nach langem Hadern und einem Telefonat mit meinem alten Kameraden hab ich es wieder zugeschüttet bzw. in der Hoffnung nach der Vernunft der Menschen mit etwas sandigem Aushub bedeckt. Auch wenn es für die wissenschaftlich Auswertung egal ist, ob das Teil in Trümmern liegt oder nicht:
Falls dieses Gefäß vielleicht in sich selbst verstürzt ist, kann man bei fachgerechter Bergung sicher eine Menge herausholen (Die Bruchkanten sind jedenfalls nicht rezent).
Und außerdem bin ich nur ein kleiner Feldbegeher, der seit dieser blöden Fundstelle nur noch unter Strom steht :narr:
....und zum heutigen Abschluß noch ein kleiner Eindruck, wie es in wenigen Wochen im Bereich der Fundstellen wohl aussehen wird. Daß der Radlader sehr viel schlimmer ist als die Planierraupe war mir bis dahin nicht bewußt. Die große Schale lag nur ca.10-15cm unter der Raupenspur und hat praktisch nix abbekommen. Die Punktlast der Reifen hätte in dem weichen Boden alles zermalmt...... :nono:
Es bleibt zu hoffen, daß das Amt in die Gänge kommt.
:gn
Ralph
Das kann man nur verstehn wenn man es selbst erlebt hat......und das hab ich.
Man versteht plötzlich was Muttererde ist....sieht Geschichte zermalmt, Lebensraum, Projekte, kleine Wesen die um den Lebensraum kämpfen.
Man sieht genauer....... aber mit der Gefahr als hoffnungslos weltfremd zu gelten- angesichts der Sachzwänge.
Danke für Deine Impressionen
!!!
Folge regelmäßig mit großem Interesse deinen Ausführungen!!!
Hoffe wir werden noch viel mehr sehen und lesen!!!
Mach weiter so und riesen Kompliment für dein Handeln und deinen Einsatz :super:
22. Tag der Fundmeldung
Da es recht trocken und die Fundstelle damit passierbar war, hat sich doch tatsächlich jemand daran zu schaffen gemacht. Meine Schnur am Profil war weg und im Erdhaufen über dem Gefäß war ein Loch von einem Stock erkennbar. Ich denke es waren spielende Kinder und hoffe auf etwas Regen, da Schlamm der beste Schutz für diese Fundstelle ist. Das Amt kann erst wieder am kommenden Freitag vorbeikommen - in drei Tagen also.
Und noch was:
Es freut mich, daß so Viele hier im Forum für die Sache interessieren.
Es wäre schön, wenn ich in ein paar Jahren diesen Thread durchlesen und dabei zufrieden nicken könnte.
Leider bin ich im Moment etwas verunsichert, was die Einstufung der Fundstelle durch das Amt anbelangt. Vielleicht
sehe ich wie so mancher "Heimathirsch" meine Fundstelle als das "Missing Link" der Weltgeschichte an und reagiert mit Unverständnis und Ärger auf die empfundene Ignoranz der Behörden.
Es zeichnet sich halt immer deutlicher ab, daß hier mehr ist als nur noch ein paar schwarze Flecken im Boden.
Selbst der freundliche Bauleiter sagt, er hätte sich nach den anfänglichen Reaktionen mehr Aktivitäten vorgestellt.
Man hat halt das Gefühl, daß hier kostbare Zeit verrinnt, und am Ende einfach Tatsachen geschaffen werden.
Solche Argumente wie "Befunde für spätere Generationen mit besserer Technik zu bewahren" wären hier jedenfalls glatt gelogen.
Wie Eddy schon sagte, muß man es anscheinend erlebt haben, um es komplett zu verstehen.
Ich finde es jedenfalls fazinierend, wie viel man über das Heute lernt, wenn man sich mit dem Gestern beschäftigt.
Mein ehrenamtlicher Kollege ist mit 82 Jahren fast doppelt so alt wie ich und hatte mittlerweile schon resigniert im Angesicht der umfassenden Zerstörung der endlichen Ressourcen an Bodenfunden.
Seine Erfahrungen mit dem Lauf der Dinge drängen mich geradezu, möglichst frühzeitig und hartnäckig zu reagieren.
Für mich wird diese Fundstelle damit wohl auch zum Prüfstein für die zukünftige Art der Zusammenarbeit mit dem Amt werden.
Und, um die Sache komplett zu machen, habe ich auch gleich noch die nächste Baustelle (http://www.sucherforum.de/index.php/topic,41098.msg248364.html#msg248364) in nur 1km LL.....
Gruß Ralph
24. Tag
Hab grad vom Bauleiter einen Anruf bekommen, daß für Montag eine Bodenverbesserungsmaßnahme
im gesamte Bereich der Fundstelle geplant ist. :staun:
Es wird dabei flächig Kalk ca. 30cm tief in den Boden eingearbeitet und die Fundstelle damit definitiv zerstört.
Die Maßnahme könnte allerdings noch gestoppt werden, wenn die Jungs vom Amt, die Morgen, dem 25. Tag der Fundmeldung, anrücken, dies so anordnen würden. Wenn sich die Maschinerie am Montag in Bewegung gesetzt hat, läßt sich diese nicht mehr aufhalten, da es sonst teuer werden würde. Nach Rücksprache mit dem Amt scheint es schon ganz außergewöhnlicher Funde zu bedürfen, um die Aktion noch zu verlängern, da die Personaldecke dies nicht zuläßt. Allerdings steht es mir frei, den Samstag und Sonntag für eigene Aktionen zu nutzen, was ich ganz sicher auch tun werde.
Um dieses Wochenende endgültig chaotisch zu machen, wird Morgen der Humus auf römischen Baustelle (http://www.sucherforum.de/index.php/topic,41098.0.html) abgeschoben. Und irgendwie sagt der Wetterbereicht für Samstag was von Schnee!
Aber, wie mein ehrenamtlicher Kamerad aus seinen Kriegserfahrungen zitiert:"....erstmal rankommen lassen....". :weise:
Ralph
Schönes Grabungstagebuch!
Einen Tipp zur Bergung des Gefäßes. Am besten wird ein solches Stück im Block geborgen, dh. einiges an Erde um das Stück herum belassen und dann mit dem wichtigsten Hilfsmittel einer solchen Bergung, der Folie, fixieren. Ein paar Rollen Frischhaltefolie sollte man immer dabei haben!
Damit lässt sich das Gefäß oder der Block hevorragend fixieren.
Hallo Ralph,
Da könntest du am Wochenende Hilfe gebrauchen damit du das alles aus der Reihe bekommst, schade das ich so weit weg wohne sonst hätte ich dir gerne geholfen.
Also viel Glück und nimm dir ein Zelt mit dann kannst du das ganze Wochenende durcharbeiten. :narr:
LG Moonk :smoke:
@Monk
Danke für das Mitgefühl, das Glück kann ich gebrauchen, wenn ich mir den Wetterbericht anschaue :heul:
@Juppo
Die Blockbergung kenn ich nur aus der grauen Theorie und diesem Handbuch(Link hoffentlich erlaubt) (http://www.ausgrabungstechnik.de/). Aber nach deinem Tip hab ich gleich die Folie und Kreppband in die Kiste gepackt und ein paar ordentliche Blechstücke finden sich noch in der Werkstatt. Außerdem werde ich morgen den Profis über die Schulter schauen, wie die mit dem Gefäß umgehen. Mehr Zerdeppern als diese Fräse werde ich sicher auch nicht. :nono:
Ich bin sehr gespannt, wie die Profis mit der Menge an Befunden umgehen. Je mehr ich nachschaue, desto mehr findet sich. Was anfänglich aussieht wie ein verschlepptes Fragment, stellt sich nach kurzem Kratzen als Befund mit Keramik, Holzkohle und Hüttenlehm heraus. Hier und da sind auch Knochensplitter dabei. Es ist schwierig zu sagen, aber im Moment würde ich von bis zu zehn Grabbefunden ausgehen. Wobei drei davon in ca.150m Entfernung zur Hauptfundstelle liegen und auch etwas anderes sein könnten. Vielleicht siegt doch noch die Vernunft und diese Fundstelle wird auf saubere Art gegraben.
Irgendwo ist es schon ziemlich krass: Dem Amt fehlen Personal, Zeit und Geld; wobei sich alles auf das liebe Geld reduzieren läßt. Zugeben oder laut sagen darf das Amt dieses Versagen der Obrigkeit aber nicht, während der Bürger glaubt, das LDA(Referat...) wär sowas wie das LKA und könnte nach Gutsherrenart schalten, walten und Baustellen dichtmachen. Es könnte einen fast das Gefühl beschleichen, die Obrigkeit hätte gar kein Interesse daran, das fundmeldungsfeindliche Image des Amtes zu verbessern, sondern möchte den Bürger lieber im Glauben lassen, die Archäologie im Land wäre mit deutscher Gründlichkeit geregelt. Gleichzeitig beharrt man von Seiten des Amtes auf der alleinigen Herrschaft über die Bodenfunde, während sich das riesige Heer der Bagger und Baumaschinen auf PacMan-Art durch die Landschaft knabbert.
Böse Worte vielleicht, aber wenn ich sehe was für ein zahnloser Tiger das Erbe unserer Vorfahren bewacht... :nono:
:gn
Ralph
Zitat von: Buddelfisch in 04. März 2010, 21:46:02Es könnte einen fast das Gefühl beschleichen, die Obrigkeit hätte gar kein Interesse daran, das fundmeldungsfeindliche Image des Amtes zu verbessern, sondern möchte den Bürger lieber im Glauben lassen, die Archäologie im Land wäre mit deutscher Gründlichkeit geregelt.
Zwar habe ich diese Erfahrung noch nicht gemacht, aber zwei Dinge sollte man dabei im Kopf haben:
1) In den Ämtern arbeiten auch nur Menschen und Meldungen wie Deine erzeugen Arbeit, von der sowie mehr als abzuarbeiten ist anliegt. Das Rechtfertigt das Verhalten nicht, aber es ist auf einer Behörde keineswegs anders als in anderen Berufssparten auch.
2) Ich denke nicht das der Begriff Obrigkeit angebracht ist. Auch wenn die Leute studiert haben und für eine staatliche Behörde arbeiten, sind sie deswegen nicht mehr "obrig" als Du. Schließlich würdest Du auch nicht auf die Idee kommen den KFZ-Meister oder einen Architekten mit der "Obrigkeit" gleichzusetzen.
Du machst das Richtige und kannst durchaus selbstbewußt auftreten. Gibt man sich von vornerein als kleines Licht, wird man auch als solches behandelt. Aber auch das gibt es überall in der Gesellschaft.
Gerade Deine Art offen zuzugeben das Du manche Dine nicht weiß verlangt höchsten Respekt. Das sieht man nicht so häufig.
Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung Deiner Grabungsgeschichte!
Liebe Grüße
Thomas
25. Tag - Das Ende -
....nein, noch kein Ende in Sicht, am Montag geht es erstmal weiter, gekalkt wird in diesem Bereich erstmal nicht :d4:
Die Befunde haben das Bild nochmal ordentlich durcheinander gebracht. Zwei Stellen müssen dazu besonders untersucht werden,wobei auch ein Bagger zum Einsatz kommen soll, um einen möglichen Grabenbefund abzuklären.
Das Allerspannendste ist aber der ganz am Anfang gezeigte, mutmaßliche "Mahlsteinunterlieger", der sich bei genauer Betrachtung zwar als Niete entpuppte, allerdings in einer Bodenverfärbung lag. Als die fleißen Jungs im Befund flächig tiefer gingen, kamen noch mehr Steine unterschiedlicher Art ans Licht. Man kann hier von einer Steinpackung ausgehen, die eventuell noch größer wird und eine NS-Ausrichtung zeigt..... :staun:
Es könnte aber auch eine Nummer kleiner sein und sich um ein Brandgrab handeln. Um Zeit und Argumente für den Montag zu gewinnen, kann/darf/soll ich am Wochenende den Befund etwas Richtung Süden freilegen, so daß die Steinpackung eingegrenzt werden kann. Es bleibt also richtig spannend.
Funde hab ich heut nur wenige gesehen, da ich viele Gummistiefel-Kilometer mit dem Reflektor zurückgelegt habe. Dafür ist mir kurz vor Schluß noch dieses wunderschöne Spinnwirtelchen auf die Kelle gesprungen. Ich hab es schnell eingetütet, bevor die emotionale Bindung zu stark wurde :heul:
@Juppo und auch an Alle: Mit Obrigkeit habe ich die uns Regierenden gemeint, keinesfalls Jemanden vom Amt, der ja auch nur zur Exekutive gehört. Das es in einer Behörde natürlich auch "menschelt", habe ich heute in einem sehr langen und angenehmen Gespräch mit einem altgedienten Grabungstechniker erfahren. Er hat mit mir die Fläche begangen, mir Tips aus dem Nähkästchen gegeben und nebenbei die Realität der archäologischen Denkmalpflege vor Augen geführt - auch was die Arbeit der Ehrenamtlichen angeht. Ich habe in kompakter Form sehr viel erfahren und gelernt.
:gn
Ralph
PS: Der Abschub auf der zweiten Baustelle wurde auf Dienstag verschoben.
Hey, ihr habt die WOLF-Krallen :staun: . Werden nicht mehr hergestellt. Gut behüten!
Hi Lithos,
ich hab vor ein paar Jahren den Restbestand von 5 Stück zum Ausverkaufspreis von 5 Euro bei einer biberzähnigen Baumarktkette aufgekauft. Als Feldbegeher müßten die mir ne Weile halten :narr:
:winke:
Ralph
Wenn Du sie entbehren kannst, schick mir zwei :zwinker:
Hallo Ralph,
mit Spannung verfolge ich deine Bericht, Tag für Tag.
Mach den Spinnwirtel doch mal bitte sauber und setze hier weitere Bilder ein, verdient hätte er es allemal.
Von den Jätehänden haben wir vor einigen Jahren die Restbestände beim Hersteller aufgekauft.
Leider haben die größtenteils Beine bekommen, oder wurden Verschenkt.
Über eine Neuauflage dieses Werkzeuges würden sich sicher viele Ehrenamtliche und auch Archäologen freuen.
Grüße
Patrick
P.S. unser Oberarchie hat noch seine aus den 60ern, sie ist Grün und gänzlich aus Eisen (Stahl).
Mir sind leider schon 2 in Brocken um die Ohren geflogen.
Für zähe Böden gibt es nichts besseres. Habe selbst nur noch eine, welche schon arg verschlissen ist.
Abend,
schaut mal hier, da gibts zwar nix von Wolff aber vielleicht tuts ja auch eins der ähnlichen Werkzeuge:
http://www.gartenbedarf-versand.de/gartenwerkzeuge/
Vielleicht sowas:
http://www.gartenbedarf-versand.de/gartenwerkzeuge/Cape-Cod-Weeder.html
???
LG
Bernie
Nur die ist gut :zwinker: :
Damit kann man sehr gut Befunde zerlegen, Profile in schwerem Boden anlegen...usw.
Einfach ein sehr vielseitiges Werkzeug.
Ich habe damit in der Vergangenheit sogar Bestattungen aus dem Boden präpariert.
Meist habe ich außer der Jätehand kein weiteres Werkzeug einstecken.
Nun aber genug die Werbetrommel gerührt. Bringt ja leider nichts, da sie nicht mehr Hergestellt werden.
Die Hausfrau oder auch der Hausmann konnten damit wohl im Garten nichts anfangen. :nono:
Ich bin schon Sau gespannt auf Tag 26 vom "Urnenfeld"
Grüße
Patrick
Zitat von: Buddelfisch in 05. März 2010, 21:25:50
Hi Lithos,
ich hab vor ein paar Jahren den Restbestand von 5 Stück zum Ausverkaufspreis von 5 Euro bei einer biberzähnigen Baumarktkette aufgekauft. Als Feldbegeher müßten die mir ne Weile halten :narr:
:winke:
Ralph
Habt ihr mir die genaue bezeichnung der kralle? ich arbeite in einem Baumarkt und wir hatten erst kürzlich einen abverkauf von Wolff Gartenwerkzeug.. ich kann mal nachforschen lassen ob es noch welche gibt..
das kann ich bundesweit in allen Filialen abfragen..
also pn an mich...
26.Tag Schneefall
Hab lange mit mir gekämpft, ob ich die Arbeit heute aufnehmen soll und ob es unter diesen Bedingungen überhaupt Sinn macht. Nachdem ich mir im Geiste eine Vorgehensweise zurechtgelegt hatte, bin ich rausgefahren um zur Not auch nur mit ein paar Schneebildern heimzukommen. Mit etwas Disziplin beim Betreten der Flächen war es relativ problemlos zu arbeiten. Da es laut Grabungstechniker nur um die grobe Erkundung und nicht um Schönheit ginge, hab ich die Fläche nur teilweise nach Süden verlängert. Obwohl ich in der Tiefe zurückhaltend war, würde ich hier das Ende des Befundes verkünden - leider. Um die Fläche nach Norden auszuweiten zu können, mußte ich erst den Aushub von gestern wegschaufeln und mir eine halbwegs trockene Standfläche erarbeiten.
Im Bild "SuedNord" ist links ein Haufen mit Erdklumpen erkennbar, den mein Kamerad gestern zum Schutz der zur Packung gehörenden, losen Steine aufgesetzt hatte. Beim Anheben des obersten Klumpens, ist eine Ecke abgebrochen und ein museumstauglicher Spinnwirtel ragte aus der gefrorenen Erde. Das Teil lag nur wenige Zentimeter unter dem Raupenplanunm und gehört damit vielleicht in eine wahrscheinlich vorhandene Siedlungsschicht und nicht zur Steinpackung.
Maße Spinnwirtel:
Durchmesser 50mm
Höhe 39mm
Bohrung 6-7mm
Gewicht 78gr
Leider setzte gleich darauf starker Schneefall ein, so daß ich abbrechen mußte und die Fläche nur provisorisch mit einer etwas zu kleinen Plane zudecken konnte. Es besteht im Moment immer noch die Chance, daß die Steinpackung eine Verlängerung nach Norden hat und vielleicht eine intakte Körperbestattung beinhaltet. Die Erhaltungsbedingungen könnten einigermaßen passen, da wir gestern in einem Befund auf Tierknochen(1 Unterkieferfragment mit Zähnen/1 Langknochen) gestoßen sind, was ich ganz vergessen habe zu schreiben.
Was ich auch völlig vergessen habe, ist der Fund eines eisernen Tüllenbeils im Raupenplanum. Davon habe ich leider kein Bild gemacht, da die Ansprache zuerst in Richtung landwirtschaftliche Gerätschaft ging und vom Erhaltungszustand her fast schon zu gut aussah um dazuzugehören. Ich habe im Netz ein herrlich vergleichbares Stück aus Holland gefunden, daß zwischen 800 - 675 v. Chr. datiert ist und aus einem Grab stammt. Also, Achtung, das Bild ist nur ein Beispiel, ein bißchen Rost war bei uns dann doch dran :-)
Wenn morgen kein Matschwetter herrscht, werde ich vielleicht weitermachen, um die Zeit bis Montag zu überbrücken.
Ich könnte morgen auch den bereitstehenden "Monster-JohnDeere" mit der Fräse auseinanderschrauben..... :teufel:
@Augenauf!
Teilenummer steht nicht auf der Klinge, ich glaub aber die Bezeichnung war Grabehand. Vielleicht sollten wir von Wolf eine Forumsedition machen lassen
@Levante
Wirtel 1 ist leider schon beim Amt, in ein paar Jahren werden wir also mehr erfahren :-)
:gn
das sollte sie sein, oder?
http://www.gartensommer.de/shop/product_info.php?products_id=14937
Aber auch nicht lieferbar
:heul:
Hallo Buddelfisch,
der Spinnwirtel ist ja der absolute Hammer, der dickste Brocken den ich bislang gesehen habe, bei einem Durchmesser von 50 mm.
@Auricular
Ja das ist sie, wenn welche verfügbar sind nehme ich gleich ne Kiste. :-)
Grüße
Patrick
Hi Levante,
ich hab schon gegrübelt ob dieser Brummer nicht auch eine andere Funktion gehabt haben könnte z.B. als Gewicht.
Die Bohrung scheint zwar konisch, was aber je nach Meßtiefe schwer zu bewerten ist. Außerdem möchte ich nicht solange mit der Schieblehre(Kunststoff) dran rummachen, bis es paßt. Vielleicht, und da geht jetzt die Phantasie mit mir durch, war das Teil ja gar nicht zum Arbeiten gedacht......
Ich werde heute noch rausfahren(zum 3. Mal) und den Befund ggf. abdecken oder auch etwas erweitern. Die Verlängerung der Packung nach Norden scheint mir immer mehr gegeben.
Heut nacht soll es hier strengen Frost bis -10°C geben, was für die morgige Arbeit nicht unbedingt hilfreich sein wird.
Gruß
Ralph
Hi,
Das Teil ist definitiv ein Spinnwirtel. Webgewichte sehen anders aus.
Deckt die Befunde mit Styroporplatten und Abdeckplane ab. Hilft :zwinker:
Grüße,
Jan
27.Tag
So, trotz der widrigen Umstände ist die Sache einen Schritt weiter und der Montag kann kommen. Falls der Befund eine Ausrichtung hat, geht sie nicht in NS sondern in OW-Richtung. Nachdem der Eiswind die Fläche einigermaßen abgetrocknet hatte, konnte ich in NS-Richtung die Befundgrenzen sichern. Beim Entfernen von Restmaterial vom Freitag, bin ich im östlichen Teil der Fläche auf Knochen gestoßen - eigentlich war das Stelle schon freigelegt, nur nicht geputzt. Ich hatte dabei einfach nur das Glück des Ahnungslosen und wollte das Keramikfragment etwas freilegen. Ohne dieses Teil wäre ich eventuell doch grober vorgegangen.
Zum Abdecken hatte ich leider nur eine Plane zur Verfügung, mit den Styroporplatten wär es bei diesem Wind aber eh spannend geworden. Ich hoffe es hilft trotzdem ein bißchen und werde die Idee natürlich speichern :winke:
:gn
Ralph
Uiui jetzt wird es richtig interessant :super:
28.Tag Strahlender Sonnenschein, -6°C
Heute war ich bereits um 7:30 Uhr auf der Baustelle und wurde fast erschlagen vom Anblick der Bodenverbesserungsmaschinerie. Die Fräse war doch kein großer JohnDeer sondern ein Wirtgen Bodenstabilisierer mit ein paar hundert PS und einer max. Arbeitstiefe von 0,5m. Daß sich dieser Tross von Fahrzeugen und Maschinen nicht mehr aufhalten ließ war irgendwo klar.
Um die Zeit bis zum Eintreffen des Grabungsteams zu überbrücken hab ich versucht, die völlig gefroren Aushubhaufen aus dem Weg zu schaffen und mir Material aus der Spinnwirtelumgebung zur späteren Untersuchung zu sichern. Nachdem das Team eingetroffen war, zeigte sich schnell, daß bei diesen Bodenverhältnissen(Frosttiefe 10-15cm) nicht mehr viel möglich sein würde. Der potentielle Grabbefund wurde etwas geputzt, photogrammetrisch aufgenommen und anschließend grob zerlegt. Dabei wurde erkennbar, das sich zwar die Bodenverfärbung, nicht jedoch die Steinpackung nach Westen verlängerte. Für die mögliche Ansprache als Urnengrab mit Steinpackung fehlte in der Tiefe die Keramik. Zur weiteren Untersuchung wurde dann ein Bagger hergebeten. Bis zu dessen Eintreffen war etwas Zeit, ein paar Befunde mit der Hacke zu schlachten so gut es ging. Der Bagger hat dann an verschiedenen Stellen Schichten abgetragen, wobei sich das vermeintliche Grab endgültig mit den Merkmalen einer Grube zeigte. Während dieser Arbeiten war die Fräse bis auf wenige Meter an uns herangefahren, so daß wir zum Abschluß kommen mußten. Schon kurze Zeit, nachdem unsere Befunde wieder zugeschüttet waren, fuhr bereits der Kalkwagen drüber.
Die Verabschiedung vom Grabungsteam war knapp, freundlich und mit einem guten Schuß Mitgefühl. Es war allen Beteiligten klar und wurde auch gesagt, daß diese Fläche das Potential für eine richtig ordentliche Grabung gehabt hätte.(Der Bauleiter hat mir später angeboten, im Bereich der zukünftigen Bauplätze so ganz unbürokratisch mit dem Bagger ein paar Flächen zu öffnen...;-)
Es bleibt jetzt noch die Festlegung von Auflagen für die Einzelbaumaßnahmen. Außerdem wird es, mit einem großen Vielleicht, ein paar Sondierungschnitte geben. Ich werde jedenfalls in den kommenden Wochen versuchen, das wenige verbliebene Aushubmaterial zu durchsuchen und mich ansonsten der nächsten Baustelle zuwenden.
Bei allen Widrigkeiten wurde doch erreicht, Befunde vor der undokumentierten Zerstörung zu bewahren. Dabei konnte ich viel über die Abläufe eines solchen Vorgangs lernen. Auch der nicht unwichtige Aspekt der Kommunikation zwischen den Beteiligten war lehrreich und wird mir bei zukünftigen Aktionen helfen. Zu diesem Punkt muß ich leider die Rolle der Gemeinde als Bauträger negativ erwähnen. Anscheinend wurde im Hintergrund die Kalkung massiv vorangetrieben, obwohl die Dringlichkeit für den Bereich technisch und organisatorisch nicht so brisant scheint. Dafür war während der Grabungsaktivitäten nie ein Mitarbeiter vor Ort um die Maßnahmen direkt zu begutachten. Aber das ändert sich mit der Zeit vielleicht auch noch, wenn man merkt, daß es gar nicht sooo arg wehtut, sich um das vielzittierte Erbe der Vergangenheit zu kümmern.
Vorerst bleibt mir nur ein ganz besonderes Souvenir - die Befund-Nr.1 vom ersten Grabungseinsatz der auf meine Fundmeldung folgte - mit orginal Nagel.... :winke:
...und hier die Fortsetzung vom 28. Tag.
:gn
Ralph
Hallo Ralph,
Aus meiner Erfahrung wird die Zusammenarbeit über die Jahre leider nicht besser, eher noch schlechter, da die Ignoranz wächst.
Es stimmt mich doch sehr traurig von dem nicht gerade positiven Grabungsausgang zu hören.
Leider durfte ich schon mehrfach vergleichbare Ausgänge erleben.
Mich tröstet in solchen Fällen immer der Gedanke:
Hättest du es nicht gesehen, hätte es garkeine Untersuchungen gegeben.
Dadurch das du es gesehen und gemeldet hast, gab es immerhin in die Möglichkeit, Funde und Befunde zu sichern.
Wärst du nicht gewesen, währe die Fläche ohne jegliche Erkenntnisse umgegraben worden.
Das die Leute vom Amt nicht, oder nur zögerlich handeln, ist leider auch keine Seltenheit. Das hat aber sicherlich etwas mit den geringen finanziellen Mitteln und der dünnen Personaldecke zu Tun. Einen Vorsatz oder System möchte ich da nicht unterstellen.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, das an anderer Stelle noch weitere Funde und Befunde zu Tage kommen, und dass du dann mehr Zeit und Unterstützung finden wirst.
Grüße
Patrick
P.S. Und der Spinnwirtel ist immernochd er HAMMER. :boh:
Hallo
Du sagst -6 Grad Boden gefroren. Aufgrund desen das ich selber von zeit zu Zeit solche Maschienen "diregiere" kann ich dir sagen das daß vorsätzlich geschehen ist.
Wie du sagst kann auch ich dir sagen das da mit sicherheit die Gemeinde ihre Finger mit im Spiel hat. Aufgrund der bereits geborgenen Funde könnte man bei beserer
Witterung sicher davon ausgehen das das Interesse des zuständigen Amtes wächst. Eventuelle Probleme der gemeinde. Zuwendungsbeschlüsse. Bereits verkaufte Bauplätze.
Es gibt einschlägige Vorschriften wie eine Bodenverbesserung stattzufinden hat. ZB ZTVE :
- Die Herstellung einer bodenverbesserung mit gfrorenem Boden ist nicht zulässig.
- Bodenverbesserungen mit feinkalk und Kalkhydat sollten min. 2 Monate vor Eintreten von Frost stattfinden. Andernfalls sind sie zu Schützen.
Der weiter Bauablauf wird sein: Durch dei verbesserte Fläche graben sie sich jetzt durch und verlegen die notwendigen Kanäle.
Sollte dei Witterung nicht entsprchend sein ( nass) wird ie bereits verfestigte Fläche zerört und eine erneute Verbesserung oder Bodenaustausch notwendig.
Bei den Dimensionen der Rohre die ich Hintergrund erkenne, wird von der Fläche nicht viel übrig bleiben.
Kleiner Tipp. Aushub Haufen Mutterboden nach jedem regen absuchen wirst erstant sein wieviel da drin liegt. ( Weiter neuer Post)
Weiter gehts
Beim aushub des Kanales aushub begutachten Flanken der Grabenwände.
Beim Fräsen mit so einer Maschiene kommt ein Objekt in Grösse einer Spinnwirtel ofmals unbeschadet durch.
Wiederum interesant wird es wenn dei Strasse fertig ist und der oberboden der in einer Stärke von ca 30 bis 50 cm abgetragen wurde ind einer Stärke von ca 20 cm wieder
angedeckt wird. Beim Verlegen der Hausanschlüsse werden sie über die Abgeschobene Trasse hinausgehen. Schauen wird sich da sicher lohnen.
Ich seh grad unten das ich als mal en paar buchstaben vergessen habe. ich schiebst mal auf den blöden Rechner der net das schreibt was ich denke.
Schöne Grüsse und hofft das ich auf so ne Baustelle komme. Dann läufts zumindest im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas anderst. Und die Möglichkeiten eines Verantwortlichen auf so einer Baustelle sind schon groß.
Habe da andere Beispiele.
30.Tag
Hab heut einen kleinen Kontrollgang gemacht und nach dem Aushub geschaut. Leider ist die Fräse ziemlich knapp am Abschub entlang gefahren, so daß viel Material in die Spur gekommen ist. Die Brocken aus der Spinnwirtelumgebung waren noch total durchgefroren und ließen sich nur oberflächlich zerbröseln. Da ich ja auch noch ein anderes Leben habe, werde ich meine Aktivitäten in diesem Gebiet auf regelmäßige Besuche beschränken und die Entwicklung des Gebietes weiterhin photographisch dokumentieren. Vielleicht meldet sich zwischendurch ja auch der wirklich aufgeschlossene Bauleiter der Tiefbaufirma. Zukünftige Entwicklungen und Informationen werde ich natürlich in diesen Thread einstellen - vielleicht könnte man mit solchen Baustellenberichten sogar einen eigenen Themenbereich schaffen.
@Levante
Danke für die tröstenden Worte.
Auch wenn es so dramatisch zu Ende ging, sehe ich es als Anfang und Auftakt für zukünftige Einsätze des A-Teams(Ausgrabungsteam) in "meinem Revier". Der dicke Spinnwirtel ist bis jetzt von allen Kundigen als "Brummer" eingestuft worden, was vielleicht für eine winzige wissenschaftliche Auffälligkeit dieser Fundstelle sorgt.
Ich bin mir im Übrigen bewußt, daß ich durchaus Gefahr laufe, der verrückte Alte zu werden, der immer erzählt, was unter diesem Baugebiet alles drunter liegt.... :weise:
@Jolinar
Wenn es so ist wie du schreibst, dann werden die Profis vom Amt vermutlich auch wissen, daß gegen sie gearbeitet wurde. Vielleicht wirkt sich das auf die zukünftigen Auflagen für die Einzelbaumaßnahmen aus. Wobei solche Sachen wie "baubegleitende Maßnahmen" dann auch mit Leben erfüllt werden sollten. Wenn das Amt z.B. vor einem Aushub nicht benachrichtigt wird, weil ja auch irgendwie keine Sanktionen drohen, dann zeugt das schon von einer gewissen Hilflosigkeit. Andererseits wird das Amt so manchen Aushub oder Abschub trotz Benachrichtigung aus Zeitgründen ohnehin nicht beobachten können. Ich werde versuchen, dieses Gebiet nach besten Kräften zu begleiten, mir die Sache aber nicht allzusehr zu Herzen gehen lassen.
49.Tag
Mittlerweile wurden im Fundbereich zuerst der Kanal und dann die Schächte für die Hausanschlüsse gesetzt. Dabei gab es, wie es scheint, einen Volltreffer in eine Grube, die deutlich entfernt vom bisherigen Grabungsgebiet liegt und zuvor nicht als Befund erkennbar war. Der Schacht ist zwar wieder angefüllt, dennoch läßt sich das Aushubmaterial gut zuordnen. Der Grubeninhalt war massiv mit hervorragend erhaltener Holzkohle durchsetzt; Hüttenlehm gab es dafür nur sehr wenig. Die Keramikfragmente, die ich in den größeren Erdbrocken finden konnte, waren vorwiegend Einzelstücke ohne erkennbaren Verband.
Die Holzkohle war in einem dermaßen guten Zustand, daß ich ohne die Keramik eher an eine recht frische Feuerstelle gedacht hätte. Zur Sicherheit hab ich einen ganzen, kiloschweren Erdklumpen, der mit Keramik und Holzkohle gespickt war, sozusagen als Blockbergung eingetütet. Den Rest hab ich verhackstückt um wenigstens die Keramik zu sichern. Vielleicht fließt dieser Befund ein bißchen in die Bewertung der Ausmaße des relevanten Gebietes ein.
Fortsetzung folgt.....
:gn
Ralph