..von einer gestern erstmals begangenen Fundstelle. 4 kleine Bruchstückchen aus einer Grubenausackerung bekrönten die hellrote Spur.....und sie passten wieder zusammen. Der feinste Ton den ich bisher aus dieser Zeitstellung fand... und mit Silberglimmer und vielleicht auch Graphit durchsetzt. Die feine Verzierungstechnik könnte vielleicht jemand kennen
.... ist jemand fit in der Datierung dieser Epoche?
Die Wandungsdicke beträgt ca. 3 mm und es dürfte sich wohl um gehobene Haushaltsware handeln...
daneben fanden sich auch etliche vorgeschichtliche Scherben
Danke
Edi
Tja, Wellenverzierungen finde ich persönlich SUPER, da macht das Scherbenlesen Spaß
Als slawisch hätte ich allerdings diese Keramik nicht unbedingt bestimmt, allerdings Frühmittelalterlich allemal.
Ich habe sowieso ein Problem mit der Bestimmung nach Volksgruppen, wie "Keltisch, Slawisch usw" ,für mich ist eine Bestimmung nach Volksgruppen etwa so wie Bayrisch oder meintewegen Salzburgerisch.
Wer kann schon sagen, das nur die Slawen diese Art von Keramik benutzt haben und nicht auch zB auch die Bayern welche bei uns zeitgleich waren.
Gruß Rambo
Hallo Edi!
Leider unterscheidet sich die slawische Keramik in Nord- und Süddeutschland erheblich von einander. Mit nördlichen Formen kenne ich mich etwas aus, zumindest im mittelslawischen. Aus dem Bauch heraus hätte ich diese Ware dem 10. Jh. zugeordnet. Aber ich weiß es nicht.
Schön das sich jemand für dieses Material begeistern kann! :super:
Bei Bedarf kann ich Dir mal ein paar Bücher leihen.
Grüße
Rambo,
Da hast du absolut Recht!
Wenn ich mich nicht irre, gibt es wellenbandverzierte Keramik bereits im 6./7. Jh, und das bei germanischer Ware.
Schon immer hat sich der Geschmack und die Mode weiter verbreitet und gegenseitig beeinflußt, als es uns heute klar ist. Die Mobilität und der Transfer in vergangenen Kulturen und bei den Volksgruppen wird unterschätzt.
Bei uns hieß es früher auch immer "karolingisch" oder "ottonisch" oder weniger genau- beides zusammengesetzt. Forschungsgeschichtlich, besser gesagt nomenklaturgeschichtlich, ist dieser Widerstreit auch mit der NS-Idio(to)logie zu sehen.
Da ich selbst schon etliche frühmittelalterliche und mittelalterliche Fundstellen entdeckt habe und das Glück hatte Herrn Dr. Losert von der Uni Bamberg einige grobkeramische Scherben datieren zu lassen (da er hier schon manchesmal eine slawische Wüstung ergraben hat) hat sich "slawisch" bei mir eingebürgert .
Ein guter Link:
http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/Lexikon/Terra_Slavorum.htm
Wenn noch jemand was zur Datierung beitragen kann?....
Danke
Edi
Typische slawische Verzierung! Unregelmässige, gegeneinander versetzte, aus mehreren Teilstrichen bestehende Wellenbänder, teils in typische "Zacken"(gut auf Bild 2 zu sehen) abgleitend. Wenn besonders dünn und fein gemagert, dürfte es wohl bereits Drehscheibentechnik sein?! Also eher so um 1100. Je nach Fundregion auch 100 Jahre älter oder jünger? Ich tippe mal auf Elb-SaaleGegend?
Eine Innen- sowie eine Seitenansicht wären interessant.
Danke für die Mühen,
hier die Fotos: Fein gemagert, stimmt
Aber nicht drehscheibenmäßig gearbeitet wie die Innenseitenansicht , hoffentlich deutlich genug, zeigt. Drehriefen sind in jedem Falle nicht vorhanden...
Servus einstweilen
Edi