Servus Leute,
Winterzeit ist Fundberichtzeit und so kämpft man sich gerade durch die Funde durch.
Habe hier ein Teil, wo ich einen römischen Spielstein sehe. Das Teil ist knapp 20 mm im Durchmesser und ca. 7/8 mm hoch der Querschnitt ist plan/konvex.
Vergleiche gibts ein paar im Netz. Liege ich mit meiner Vermutung richtig?
Hier ein Beispiel, die sehen oft so aus.
https://owl.museum-digital.de/object/1008
Liebe Grüße Daniel
Ist Dein Fundstück auch aus Glas ?
Beste Grüße und gute Zeit :winke:
Servus Strato,
ja, ist Glas und blau/schwarz und nicht durchscheinend. Genau wie beim Beispiel.
Liebe Grüße, für dich auch :winke:
Zitat von: RockandRole in 02. Januar 2024, 15:30:48Servus Leute,
Winterzeit ist Fundberichtzeit und so kämpft man sich gerade durch die Funde durch.
Habe hier ein Teil, wo ich einen römischen Spielstein sehe. Das Teil ist knapp 20 mm im Durchmesser und ca. 7/8 mm hoch der Querschnitt ist plan/konvex.
Vergleiche gibts ein paar im Netz. Liege ich mit meiner Vermutung richtig?
Hier ein Beispiel, die sehen oft so aus.
https://owl.museum-digital.de/object/1008
Liebe Grüße Daniel
Servus Daniel,
ich habe exakt denselben Spielstein im Lagerdorf eines Kastells vor über 20 Jahren aufgelesen.
Grüße Peter
Zitat von: Furchenhäschen in 02. Januar 2024, 16:36:33Servus Daniel,
ich habe exakt denselben Spielstein im Lagerdorf eines Kastells vor über 20 Jahren aufgelesen.
Grüße Peter
Ich hatte auch schon so einen.
Hier im Forum findet man sie auch https://sucherforum.de/keramik-glas-und-porzellan/romische-spielsteine-aus-glas/ :-)
Liebe Grüße
Andreas
Servus Daniel,
mit deiner Vermutung liegst du goldrichtig.
Hatte vor zig Jahren zwei fast identische Stücke, einen dunklen und einen etwas helleren, im Bereich des vicus des Zugmantel-Kastells auflesen können.
Die schlummern nun leider unauffindbar in einem Magazin des Landesamts in Wiesbaden :heul:
LG
Holger
Hallo Leute,
danke für die Bestätigungen :-D krass wie standardisiert dieser Typ ist. Kein Zweifel.
Liebe Grüße Daniel
Zitat von: RockandRole in 02. Januar 2024, 23:14:52Hallo Leute,
danke für die Bestätigungen :-D krass wie standardisiert dieser Typ ist. Kein Zweifel.
Liebe Grüße Daniel
Da wäre ich, wie zumeist,, vorsichtig, denn diese "Spielsteine" aus Glas gibt es in identischer Form bis heute noch.Ich weiss nicht ob es sie nicht auch über die Zeiten hinweg durchgängig gegeben hat.
Prinzipiell ist das ein allübliche Spielsteintyp im römischen Reich gewesen und wurde auch gerne mal ins Grab gelegt und mit ins freie Germanien verlagert.
So etwas sicher zu bestimmtn vermag wohl am ehesten ein provinzialrömischer Archäologe. Auf dessen Meinung wäre ich sehr gespannt.
Nach meinem Eindruck werden diese Glasartefakte auffallend häufig gefunden. Etwas zu häufig um dann tatsächlich alle römischer Herkunft zu sein. Man darf nicht vergessen, dass in nachrömischer Zeit Metalle aber auch Glasbruch, Glasstücke aus Mosaiken (Tessalie) usw. wieder eingeschmolzen worden sind.
Was mir zu diesem konkreten Spielstein noch vollkommen fehlt ist eine Angabe aus welchem Fundzusammenhang das Stück denn kommt. Von irgendweiner Wiese mit spätmittelalterlicher Wüstung, oder aus einem Kastell. Auch das macht einen Unterschied aus.
Diese Informationen sind ja grundlegend für eine näheren Einschätzung und Einordnung!
lG Thomas :winke:
Hi,
ich habe mich etwas mit dem Thema beschäftigt, vor allem, da ich ja einige dieser Spielsteine als Referenz vorliegen habe. Thomas Einwand ist grundsätzlich nicht falsch ,,Aber". Es gibt zwar rezente Glas Stücke die typologisch den antiken Spielsteinen ähneln, aber faktisch nicht zu verwechseln sind. Die Oberflächen des Glases weichen stark voneinander ab. Auch die Zusammensetzung der Glasschmelze ist so unterschiedlich, dass sie rein optisch nicht zu verwechseln sind. Ich meine mich zu erinnern, dass wir das Thema schon einmal im Forum erörtert haben.
Die scheinbare relative Häufigkeit der Funde solcher Spielsteine sollte nicht verwundern. Im römischen Kontext, und zwar nicht nur von Legionären wurde sehr gerne gespielt. Bereits für das damals sehr beliebte und heute noch geschätzte Mühlespiel braucht man 18 dieser Spielsteine, normalerweise 9 weiße und 9 schwarze. Es wird also solche Spielsteine vermutlich auf fast jeder römisch überprägten Fundstelle, oder Fundstelle mit römisch kulturellem Einfluss solche Spielsteine gegeben haben. Natürlich waren diese nicht ausschließlich aus Glas. Daher sollte es tatsächlich nicht verwunden auch heute noch gelegentlich solch einen Steilsten finden zu dürfen. Tatsächlich habe ich in über 30 Jahren Feldbegehung erst einen finden dürfen.
Natürlich können ältere Stücke auch noch später verwendet worden sein. So verhält es sich aber mit fast allem, was wir finden dürfen.
Daher würde ich bei der Beschreibung auch lediglich folgendes schreiben. Typologisch römischer Spielstein aus schwarzem Glas.
MfG
Patrick
Danke Patrik für Dein gutes Wissen in dem Bereich! :super:
Fehlt donnoch ein Einordnung in den Fundzusammenhang, der sagt ja dann grundsätzlich immer noch etwas aus.
lG Thomas :winke:
Hallo Großer,
das Teil lag mitten auf einer römischen Fundstelle, eine mittelalterliche oder früh neuzeitliche Bebauung gibt es hier nicht :winke: wobei hier die römischen Funde nur Beifunde sind :zwinker:
liebe Grüße Daniel