Hallo Leute,
nachdem wir 2 Monate lang auf einer Burggrabung geholfen haben, konnte ich gestern mal wieder über einen heimischen Acker streifen. Dabei habe ich im weiten Umfeld von einer völkerwanderungszeitlichen Fundstelle diese ´rhombische´ Perle finden können. Auf dem Acker gibt es aber keine relevante Keramik bisher, obwohl ich ihn bestimmt schon einmal vollständig abgelaufen bin.
Erst habe ich das Material für einen Edelstein bzw Halbedelstein gehalten, jetzt ist es aber klar, dass das Glas ist. Mit 11 mm Länge und 7 mm Breite an der breitesten Stelle ist sie relativ klein für eine solche Form m. E.
Das Glas ist grün, hat aber auch einen kleinen roten Streifen. Ich halte es für möglich, dass die Zeitstellung durchaus VWZ bwz. Anfang Frühmittelter ist, konnte aber bisher keine Vergleiche finden.
Vielleicht fällt ja euch gleich etwas ein.
Liebe Grüße und eine fundreiche neue Saison euch allen
Daniel
Grüß Dich Daniel,
nettes Stück! Ansonsten bin ich auch auf Rückmeldungen gespannt. :winke:
Solche doppelkonischen Perlen passen wunderbar in die Völkerwanderzeit. Hab evtl. Ein passendes PDF zu drm Fund. Muss ich heute Abend mal suchen.
Hallo ihr beiden,
ich finde sie auch herzallerliebst :-) ich habe schon in dem PDF, welches du vermutlich meinst gesucht, aber eine 100% ige Übereinstimmung hatte ich nicht. Muss ja nix heißen.
http://www.archaeology.ru/Download/Tempelmann/Perlen.pdf Die Perlen der römischen Kaiserzeit und der frühen Phase der Völkerwanderungszeit im mitteleuropäischen Barbaricum
Liebe Grüße Daniel
Genau das ist auch mein PDF.
Sind ja nur beispiele. Und jeder Glasmacher hatte seine eigene Collektion.
Ich denke schon das man diese doppelkonische Perle in die VWZ stellen kann.
Das wäre ein Träumchen :winke:
Ich habe mal noch ne ganze weile das Netz nach doppelkonischen Glasperlen abgesucht. Die Hauptverbreitungszeit dieser Perlenform und mit diesen Abmessungen war von der VWZ bis zu den Merowingischen Gräberfeldern.
Also ein spannender Zeitbogen. Wie genau es den auch sei.
Zitat von: RockandRole in 18. Juli 2019, 20:15:42
Das wäre ein Träumchen :winke:
Na sicher!
Allerdings wundere ich mich immer wie selten man Perlen dieser Zeitstellng findet, weil das Tragen von Perlenketten zur Trachttradition gehört hat.
lG Thomas :winke:
Um nichtmetallische Funde machen zu können, ist es ja auch immer von Vorteil, wenn es vorher kräftig geregnet hat und der Himmel noch bedeckt ist. So ein Wetter kommt in meiner Gegend leider nicht mehr sehr oft vor. Und die Felder werden sehr schnell wieder bestellt! Als ich 1982 mit Augensuche angefangen habe, war das noch anders. Bisher habe ich nur eine alte Glasperle gefunden - seit 1982!!!! :wuetend:
Tatsächlich SIND sie auch insgesamt sehr selten!
Perlen gingen nicht eben mal verloren.
Wenn eine Kette riss, dann wurden die Perlen auch wieder aufgesammelt und neu aufgezogen.
Das waren persönliche "Schätze" die nur selten frei verloren gingen.
Funde stammen weit überwiegend aus zerstörten Bestattungen, aus dem Umfeld von Produktionsstellen und von Handelsplätzen.
lG Thomas
Servus Daniel,
ein sehr schöne Perle, Glückwunsch zum seltenen Fund.
Was die Zeitstellung angeht, kann ich dir leider nicht helfen. Perlen dieser Form gibt es durch alle Zeiten, bereits bei den Sumerern.
Eine ganz gute Bestimmungshilfe bietet das Buch: Alle Perlen dieser Welt, ISBN: 9783770140398 .
LG
Holger