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Lesefunde => Keramik, Glas und Porzellan => Thema gestartet von: Moonk in 14. März 2010, 23:06:31

Titel: Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 14. März 2010, 23:06:31
Hallo, diese Keramikscherben habe ich heute auf einer Fläche von ca. 30m² gefunden.
Zeitlich würde ich sie der Trichterbecherkultur zuordnen, da sie von der Magerung her, der auf dem Nachbaracker gefundenen Tiefstichkeramik ähnlich sind.
Es liegen da sicher noch mehr Scherben herum doch mir war der Regen zu toll und da ich kein Auto dabei hatte musste ich durchnässt auch noch über 2 Km nach Hause laufen. :heul:
Nach dem Waschen fiel mir auf das in der Magerung Goldflitter enthalten sind, und das zahlreich.
Es sind Flitter dabei mit 2mm und jetzt überlege ich schon ob ich nicht einmal bei dem Bach neben dem Acker das Goldwaschen probieren sollte. :winke:
Leider kann man auf den Bildern nicht sehr viel von den Flittern erkennen, bei Bedarf mache ich bei Tageslicht noch welche.
LG Moonk :smoke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: werter47 in 15. März 2010, 08:32:38
Hallo Monk,
die Flitterchen,so schön blättrig ung scharfkantig sind mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Muttergestein ausgewitterte Glimmerkristalle bzw.deren Bruchstücke,die im Magerungsmaterial vorkommen.
Glück auf Günter
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 15. März 2010, 10:29:53
Hallo, also soll es sich um Katzengold handeln, was mich nur stutzig macht ist das ich die Glimmer mit einer Nadel einritzen kann oder ist Katzengold auch so weich. :heul:
LG Moonk :smoke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: insurgent in 15. März 2010, 16:06:19
Die Scherben sind mit gemahlenden Granit gemagert und da ist Glimmer enthalten. Haben die Slawen gerne gemacht.
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: LITHOS in 15. März 2010, 16:16:09
Stimmt! :zwinker:
Diese Magerung hat den Vorteil, dass das Korn noch scharf und kantig ist. Abgerollte Körner (Sand, Kies) bieten weniger Halt. Könnte mir vorstellen, dass Gerölle zum Zwecke der Gewinnung von Grus erhitzt und dann abgeschreckt wurden. Bei mittelslawischer Keramik hat man oft Grus auf den Boden aufgetragen, was wohl einer besseren Standfestigkeit diente.
Grüße!
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 15. März 2010, 17:41:04
Hallo, also ich denke nicht das es sich um slawische Keramik handelt, oder liege ich falsch mit der Annahme das die Slawen nicht im Weser - Ems Gebiet (Ammerland) gesiedelt haben. :kopfkratz:
Was mich aber auch wundert ist das bei keinem Keramikstück ein Muster zu erkennen ist.
HG Moonk :smoke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: LITHOS in 15. März 2010, 17:46:17
Trotzdem wurde gern mit Grus gemagert. Angeführt wurden nur Beispiele. :zwinker:
Schätze mal, du hast da Jungbronze- oder Früheisenzeit gefunden.
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Freya in 15. März 2010, 17:55:48
gugst du Grus

http://www.sucherforum.de/index.php/topic,40163.0.html

Bild jungh_granit 018_a.JPG zeigt so ein goldiger Flitter..... der sich mit ner Nadel ritzen lässt. Ist Glimmer

Gruß Marie  :winke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 15. März 2010, 20:42:38
Hallo und danke für eurem Hilfe.
Ich habe jetzt einmal die Keramikfunde von gestern mit Tiefstichkeramik verglichen.
Was mir auffällt ist das auch in der Tiefstichkeramik Flitter zu sehen sind.
Von der Magerung erkenne ich keinen Unterschied zwischen den beiden.
Leider waren die Stücke von Gestern noch nicht richtig trocken und sahen dadurch auf den Bildern dunkler aus als sie wirklich sind.
Auf den Fotos jetzt kann man schön erkennen das auch die Scherben von Gestern sehr hell sind, also wurde vermutlich kein Grus verwendet.
Ich vermute das die Scherben von Gestern auch zeitlich in die Trichterbecherkultur passen da sie sich meiner Ansicht nach nicht von der Tiefstichskeramik unterscheiden. :friede:
Die letzten 4 Fotos sind von der Tiefstichkeramik.
HG Moonk :smoke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 17. März 2010, 14:00:41
Hallo, von dem Acker wo ich die Keramik vom Anfang dieses  Beitrages gefunden habe, sind auch diese Stücke (ich habe noch mehr gefunden).
Es sind auch ein paar Randstücke dabei aber leider keines mit Verzierungen. :heul:
Kann man mit Hilfe der Randstücke vielleicht etwas zum Alter sagen, irgendwie zweifle ich auch daran das alle aus der selben Epoche sind. :kopfkratz:
Den einige sind ganz grob gemagert andere wieder feiner und auch bei der Herstellung sieht es so aus als wären einige Stücke schlampig gemacht und andere sehen wieder aus wie frisch aus dem Ei gepeelt. :irre:
HG ein zweifelnder Moonk. :smoke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Waldläufer85 in 17. März 2010, 18:47:55
Hallo Moonk,

Sag mal wie viel Keramik hast du dort ungefähr aufgesammelt?Waren viele Randstücke dabei oder sind die hier abgebildeten bisher die Einzigen?
Ich frage aus dem Grund,weil ich im letzten Jahr eine fast identische Fundsituation hatte,mit den gleichen Typen von Keramik ( besonders die Randstücke sind sich sehr ähnlich)..
Die Archäologen datierten das Fundmaterial als bronzezeitlich und zum größeren Teil in die frühe Eisenzeit und gehen nun davon aus,dass es sich bei der Fundstelle um ein Gräberfeld handelt (Die Ergebnisse der geomagnetischen Untersuchung stehen noch aus).Die Keramik,so wurde es mir beim Denkmalamt gesagt,unterscheidet sich zwischen der normalen Gebrauchskeramik,welche bei den größeren Koch-bzw. Vorratsgefäßen eine teilweise sehr grobe Magerung aufweist (Bronzezeit und Eisenzeit ist bei kleineren Scherben teilweise kaum zu unterscheiden es sei denn,es sind kennzeichnende Randstücke , Wandscherben oder Verzierungselemente vorhanden),und zwischen der Keramik,die speziell als Grabbeigabe gefertigt wurde.Letztere kann auch teilweise etwas "schlampig" hergestellt worden sein zum Teil aber auch besonders sorgfältig geglättet und aufwendig verziert.
Ich würde die stelle auf jeden Fall weiter beobachten und bei den zuständigen Behörden melden.

Viele Grüße
Philip

Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: LITHOS in 17. März 2010, 18:52:55
Die früheisenztl. Keramik aus dem Norden ist aber wirklich oft sch... :engel:...lecht erhalten. Auf den letzten Fotos hat es älter- und auch jüngereisenzeitliche Keramik.
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 17. März 2010, 20:15:57
Hallo, das mit dem Gräberfeld könnte natürlich hinkommen, in ca. 500 Meter kann auch ein wenig mehr sein befindet sich ein zerstörtes Megalithgrab, ist also eine Ecke wo gerne gesiedelt wurde.
Ich habe noch mehr Keramik, auch Randstücke.
Das dumme ist die Stelle ist nicht weit vom Waldrand entfernt und der Bauer hat jetzt einige große Bäume gefällt und die liegen jetzt da wo ich die Keramik gefunden habe, auch ist er da noch mit seinem Traktor rumgedüst.
Als nächstes wird er die Bäume zersägen und wegbringen, und dann wird er den großen Haufen Kuhmist verteilen den er schon auf dem Acker liegen hat.
Also werde ich vermutlich erst wieder suchen können wenn der Mais geerntet ist. :heul:
Ich werde als nächstes einmal im Wald herum laufen, vielleicht kann man noch wo einen Hügel erkennen.
HG Moonk :smoke:
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: LITHOS in 17. März 2010, 20:41:31
Ohne Leichenbrand, würde ich nie von einem Gräberfeld der Zeit ausgehen.
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Waldläufer85 in 17. März 2010, 21:02:19
Naja,dieses Argument mit dem Leichenbrand hatte ich damals beim Amt auch angesprochen.Aber sie sagten mir es wäre möglich bzw. sehr warscheinlich ist,dass die Grabgefäße noch nicht soweit angeackert wurden / werden,dass die Stelle des Gefäßes an der sich der Leichenbrand befindet beeinträchtigt ist..Außerdem waren die meisten hier in der Region freigelegten Gräber dieser Zeitstellung keine Brandbestattungen..Naja behalte die Stelle einfach mal im Auge und warte ab was da noch so ans Tageslicht kommt..
Titel: Re:Keramikscherben mit Goldflitter
Beitrag von: Moonk in 17. März 2010, 21:25:47
Hallo, das einzige was mir aufgefallen ist, sind einige Holzkohle Stücke, aber die kann der Bauer auch mit dem Mist hingebracht haben.
Beim Amt habe ich mir einmal einige Urnen aus der Bronzezeit angesehen und da war ausser Asche vermischt mit vielen kleinen Knochenstücken (Splitter) nichts zu sehen.
Deshalb denke ich wenn so eine Urne vom Pflug oder von so einem Kreiselgrubber zerstört wird, das die kleinen  Knochenstücke wenn sie frei auf dem Acker liegen nach ein paar Jahren zerfallen sind.
Ist ein abgeernteter Maisacker, dann ist stellenweise auch noch ein wenig Bewuchs (Unkraut) und natürlich die Spuren von den landw. Maschinen, sowie Millionen von Steinen und Steinchen, da ist die Suche sowieso ein Glücksspiel.
Mit viel Fantasie kann man auf dem Bild was erkennen. :irre:
HG Moonk :smoke: