servus Leute,
10 steinerne Pfeilspitzen stammen von diesem kleinen Acker- etwas Mesolithikum und viele diverse Metallzeiten. Am Sonntag machte ich mich auf die Suche nach Keramikkleinstteilen da die Fundstelle jährlich spürbar die Scherblis halbiert, was die Größe anbetrifft. Mehr kriechend als gehend konnte ich Hunderte von Fragmenten auflesen..... und zu meiner Überraschung waren diese dünnwandigen, verzierten Teile dabei die ich noch nie so oder in ähnlicher Ausführung gesehen habe. Kennt jemand ähnliche Verzierungen ??
Meine Vermutungen gehen in Richtung Neolithikum...Wenn Jemand was weiss... es wäre wichtig.... der Landmann hat vor etlichen Jahren einen großen Wall samt Hecke wegplaniert und jetzt auch noch das kleine Wäldchen welches die Hangerosion verhinderte.... jetzt läuft die ganze Soße hunderte von Metern den Steilhang hinunter
... und neolithische Keramik könnte bei der Sicherung der Fundstelle vielleicht Wunder wirken..... da diese bei uns quasi nicht existent ist..... war?
danke
Bis bald
Edi
:platt:
Lieber Edi :-)
Ich war so platt, ich musste mal nachdenken und nachschlagen :engel:
Ich glaube tatsächlich es handelt sich hier um Neolithische Keramik, und zwar wohl frühe Endneolithikum, so um 2300 - 2000 v.Kr.
Was mich so unmittelbar störte waren die eingesteckten Löcher, die bei uns nicht gewöhnlich waren in diesem Zeitalter.
Ich weiss, dass man Keramik bei dir und bei uns nicht unmittelbar vergleichen kann, aber die Ähnlichkeit ist doch wohl hier deutlich.
Hier ein Foto von Keramik dieser Zeit hier in DK gefunden:
(http://img519.imageshack.us/img519/4628/nye1049ta.jpg)
PS: Super wäre, wenn du eine Randscherbe in Profil präsentieren könntest ?? :super:
Danke alter Däne,
Du liegst wieder mal vermutlich richtig
meine Archäologin hat mir gerade zu nachtschlafener Zeit auch eine Ferndiagnose zukommen lassen. Sie kennt "ähnliches" nicht vermutet aber frühe Bronzezeit oder Glockenbecherkultur. Das wären die ersten Glockenbechererzeugnisse in meiner Heimat.
Ich hab mal gelesen dass diese Menschen ganz gewiefte Händler waren die ein berauschendes Getränk für ihre Expansion gewinnbringend eingesetzt haben und damit Europa erobert haben.
Gute Nacht
Edi
Mit der Keramik ist das nach wie vor so eine Sache. Sehr schwierig diese hier sicher zu bestimmen. Stichgefüllte Dreiecke kommen z.Bsp. auch in der römischen Kaiserzeit im elbgermanischen vor. Auf Anhieb würde ich die Keramik für jünger als neolithisch halten, was aber auf Grund mangelnder Materialkenntnis eurer Keramikformen nur aus dem Bauch heraus geschehen kann.
Da hast du ja völlig recht, Fennek !!
Solche Stücke müssen schon richtige Experte in den Händen haben, ehe man da eine exakte Bestimmung bekommt.
Du musst doch mal hinaus und noch mehr davon sammeln, Edi !! :zwinker:
Danke Wüstenfuchs und Danke agersoe, war also wieder draussen auf diesem seltsam , bedrohlichen Acker. Ich gehe da irgendwie nicht gerne hin.... zwar bin ich frei von esoterischen Angst- und Wahnvorstellungen... aber der Platz hat etwas unheimliches.. zumindest heutzutage.. die Menschen damals müssen diesen Nordhang mit bester Aussicht wohl auch aus strategisch- angsterfüllten Gründen aufgesucht haben. Denn Nordhänge sind bei uns fast immer unbesiedelt.Ein seit vielen Jahren unbenutzter Altweg führt direkt vom Fluss an diese Fundstelle . Der weggeschobene Wall , die zahlreichen Holzkohlepartikel und die vielen Pfeilspitzen könnten vielleicht auf eine Siedlung hinweisen die trotz aller Vorsicht von Invasoren eingenommen wurde.
Aber das ist wie immer nur Spekulation. Vielleicht könnte ein kleines Gefäßknubbenteil von vorgestern ein kleines Puzzleteil beitragen zu dieser abenteuerlichen Stelle.....
Dieses Teil wirkt auch neolithisch oder zumindest frühbronzezeitlich.
Eine daneben aufgefundene neue Pfeilspitze folgt....
Danke
Edi
Und von heute Nachmittag noch ein paar Funde von dieser Stelle. Die erste Miniwandscherbe weist eine geschwungene "Leiste" auf die mit winzigen Tupfen ornamentiert ist. (2 Ansichten).
Die Zweite ist mit 2 langrechteckigen Einsstempelungen versehen...
und hier noch 2 Handhaben von da.....
Alles aber stark fragmentiert und ziemlich verrollt...so dass man wohl nicht allzuviel dazu sagen kann... und manches ist auch schwer zu fotografieren
Danke
Edi
Am Wochenende wurde der gegrubberte Acker mit Himmelsmilch benetzt und wenige Fragmente kamen zum Vorschein.
Links oben ein Wandscherblein mit vermutlich abgesprengter Knubbe von der wohl die noch sichtbaren Radialstrählchen "ausgegangen" sind.
Oben rechts eine kleine, dünne Randscherbe (mit dem Rand nach links abgebildet) .
Die früher gepostete Keramik (oben) ist übrigens , nach Datierung durch die Archäologin, "in eine sehr früher Bronzezeit" einzuordnen.
Die neuen vermutlich auch....
Außer der roten Randscherbe vielleicht - die separat abgebildet ist.
Edi
Und hier die Ergebnisse der Archäologen:
Reihenfolge stimmt nicht mit den Abbildungen überein. Teilweise sind die beschriebenen Objekte nicht abgebildet:
3 WS mit Ritz- und Stichverzierungen, darunter punktgefüllte Dreiecke (FBZ)
3 WS mit formstichverzierten Leisten, endneolithisch/ frühbronzezeitlich
12 RS, metallzeitlich, nach der Machart z.T. sicher bronzezeitlich
....
1 WS mit Ansatz einer Ritzverzierung , bestehend aus parallelen Linien, wohl BZ.....usw.
Hier die Zeichnungen...zum Suchen und Finden
Gute Nacht
Edi