Etwa 150 Meter von der Fundstelle einer merowingerzeitlichen Glasflasche entfernt habe ich ein rund 4 cm großes Glasfragment (Randstück) gefunden. Das Grundglas zeigt einen grünlichen Farbton, mit Glaspest überzogen.
In der weiteren Umgebung sind mehrere villae rusticae sowie weitere merowingerzeitliche Funde nachgewiesen.
Hat jemand eine Einschätzung zum möglichen Alter oder zur Herkunft des Stückes?
Wie so oft bei korrodierenden Gläsern im Naturton grün. Es ist schwer sich dabei auf eine genaue Zeit festzulegen. Römische und frühmittelalterliche Gläser kenne ich so zerfressen aus eigenen Funden nicht.
Meist sind das aber mittelalterliche oder neutzeiliche sogenannte Waldgläser, die in schlechter Materialqualität gefertigt worden sind.
lG Thomas
lG Thomas
Vielen Dank für deine Einschätzung,
Ich bin immer davon ausgegangen, dass das Glas mit zunehmendem Alter korridiert und habe daher auf ein hohes lter "gehofft". Aber es leuchtet ein, dass die Korrisionsanfälligkeit insbesondere mit der Qualität des Glases zusammenhängt.
Gruß
Achim :winke:
Ob Glas korrodiert oder nicht, hängt neben der Zusammensetzung auch von der Lagerungsbedingungen ab. Die Glasperlen von den slawischen und germanischen Fundplätzen (Alter: ca. 1000-2000 Jahre), die mir aus eigener Anschauung bekannt sind, sind so frisch wie am ersten Tag.
Viele Grüße
Sprotte
Guten Abend,
Es ist ein Bodenfragment eines Glases, hier kommt als Grundform beispielsweise ein Stangenglas des 15. / 16. Jahrhunderts infrage. Die Böden dieser Gläser waren oft relativ dick.
Mit Römisch oder Frühmittelalter hat das vermutlich wenig zu tun.
Die Waldglashütte hat vermutlich nicht in bester Qualität gearbeitet. Das hat mit der Glasschmelze begonnen und der Glasbläser hat hier auch keine so gute Arbeit geleistet, da das Bodenfragment relativ dick ist.
Die Lagerung im Boden war bedauerlicherweise ebenfalls nicht optimal für das Fragment. Daher wirkt es tatsächlich älter als es vermutlich ist.
Bei Glas ist es sehr schwierig, anhand der Erhaltung auf das mögliche Alter zu schließen. Bei der Berücksichtigung der zugrundeliegenden Gefäßform kann man eher auf das mögliche Alter Rückschlüsse ziehen.
LG
Patrick