Moin!
Bis heute einer meiner wirklichen Glücksfunde aus Glas: eine 1.6 cm lange "Millefioriperle" des 9. Jhs. n. Chr.
Die tonnenförmige Perle besteht aus sechs Kreissegmenten und einem Mittelstreifen, die untereinander fest zusammengeschmolzen worden sind.
Die Segmente weisen die Farben Weiss, Blau, Rot, Gelb und Grün auf. Die grünfarbige Glasmasse war weniger beständig und ist bereits deutlich verwittert.
Die Kreissegmente zeigen in ihrer Mitte ein Kreuz.
Diese Perlen wurden in Europa in vergleichsweise geringer Stückzahl von Russland über Skandinavien bis in die Region des historischen Byzanz verbreitet. Dabei scheint auch der Handel der Wikinger/Waräger eine Rolle gespielt zu haben.
Byzanz war vermutlich das Zentrum, über das diese Perlen verbreitet worden sind, die identisch auch in der Grundfarbe grün vorkommen.
Es waren sehr hochwertige Glasarbeiten, die nach der Annahme der Forschungsliteratur, auf die Arbeit von nur wenigen Meistern einer Glasmanufaktur in Ägypten zurückgeht.
Deren Verbreitung wurde vermutlich infolge einer Gesandschaft die Karl der Große 797 an den Hof des Kalifen Harun Ar-Rashid ausgelöst. Infolge dieser Gesandschaft setzte ein intensiverer Austausch von Gütern ein, zu denen dann auch diese spezifischen Segmentperlen gehört haben.
Bis ich bei einem Gespräch in Bonn lernte, wie alt und wichtig diese einzelne Perle ist, hatte ich sie jahrelang in einem kleinen Karton aufbewahrt.
lG Thomas :winke:
:staun:
Was für eine Schönheit
Klasse. :super:
Vielen Dank fürs zeigen.
Das ist ein wunderschönes Stück, einfach ein Traum.
Gruß CR
Wow ist die schön!
Und dank der Alterung garantiert über jede Altersdiskussion erhaben!
Ein genialer Fund :staun: .
Herzlichen Glückwunsch dazu :super:
Liebe Grüße
Andreas
Ich bin platt,wer kann so etwas erwarten. So ein Fund führt einen in eine Welt mit der man nur selten in Berührung kommt. Herzlichen Glückwunsch.
Gruß Heino
Alter Falter, ist die schön :staun: :super:
Ein Kunstwerk und Beleg für frühmittelalterlichen Handel.
So was findet man wohl nur einmal im Leben.
Danke für's Zeigen.
LG
Holger
Euch einen sehr späten guten Abend!
Ja, das ist ein sehr schönes altes Schmuck- und Fundstück. Die Perle entdeckte ich bei der Prospektion einer spätbronzezeitlichen Siedlung. Weil ich nicht davon ausgegangen war, dass sie alt ist bzw. sie nicht in den bronzezeitlichen Fundkontext gepasst hatte, ich sie dennoch ungewöhnlich und schön fand, hatte ich sie doch aufgehoben und mitgenommen.
Jahre später habe ich mit Prof. Dr. Joachim in Bonn über spätlaténezitliche Glasarmringe und deren für mich weiterhin definitiv nicht belegte Produktion im Rheinland diskutiert und weil es thematisch passte, hatte ich die Perle doch mal mitgenommen um sie ihm zu zeigen. Er kannte den Typus aus Grabzusammenhängen und ging sehr auf die Perle ein.
Nun konnte ich sie endlich einmal gut ablichten und mit den gewonnenen Erfahrungen über deren Entstehung ist das ein faszinierendes kleines Fundobjekt. Es gibt einen recht ausführliche Publikation zu diesen Perlen und ihrer Herkunft aus Ägypten mit einer genauen Typisierung. Die müsste ich mal suchen, wenn ich an meine alten Ordner und Unterlagen komme.
Sie bleibt und liegt weiterhin geschätzt und gut verwahrt.
lG Thomas :winke: .
Tolle kleinformatige Handwerkskunst, ein sehr schöner Fund.
Viele Grüße
Ein Hammer fund. :staun: Da fehleln mir echt die Worte. Klasse Farben. Klasse Qualität. Einfach schön.
Gruß
Thomas
Servus Thomas,
sehr kunstvoll, mein Neid ist dir gewiß :zwinker:
Grüße
Robert
Absolut eine Schönheit.
Vielen Dank für´s zeigen und Glückwunsch dazu
Beste Grüße
Mike