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Lesefunde => Keramik, Glas und Porzellan => Thema gestartet von: mike 81 in 07. April 2023, 17:11:34

Titel: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: mike 81 in 07. April 2023, 17:11:34
Servus, :winke:

heute war der Greifreflex schneller  :zwinker:
Wie würdet ihr den zeitlich ansprechen?
Römer sind auf der Fläche vertreten. Sonst bis in die Neuzeit alles zu finden.

Beste Grüße
Mike
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: Birk in 07. April 2023, 18:21:02
Da wird irgend etwas rum getüdelt  gewesen sein . Das zerfiel dann wohl vor Jahren.

Gruß
  Thomas
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: Harigast in 08. April 2023, 15:12:42
Das wäre für mich eine Perle
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: mike 81 in 08. April 2023, 15:14:24
Zitat von: Harigast in 08. April 2023, 15:12:42
Das wäre für mich eine Perle

:nixweiss: das Loch ist aber spinnwirteltypisch konisch  :nixweiss:

Beste Grüße
Mike
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: thovalo in 08. April 2023, 21:22:56


Sieht eher so aus als wäre die äußere dunklere Schicht teileise abgelöst und darunter wird dann der andersfarbige Untergrund sichtbar. Für römisch halte ich diesen Wirtel nicht. Eher für hohes Mittelalter.

lG Thomas  :winke:
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: mike 81 in 09. April 2023, 08:37:32
Zitat von: thovalo in 08. April 2023, 21:22:56

Sieht eher so aus als wäre die äußere dunklere Schicht teileise abgelöst und darunter wird dann der andersfarbige Untergrund sichtbar. Für römisch halte ich diesen Wirtel nicht. Eher für hohes Mittelalter.

lG Thomas  :winke:

Besten Dank  :super:

Gruß Mike
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: thovalo in 09. April 2023, 11:20:59


Frohe Ostern und guten Tag!  :winke:


Vorgestern konnte ich auf der Flur einer frühmittelalterlichen Siedlung ein entsprechend ausgeprägtes Belegstück eines Keramikgefäßes auflesen, dessen Bilder ich hier mit anhänge. es ist ein seltener Fundbeleg einer Keramik "Badorfer Machart" mit aufgelegten und mit Fingertuopfen gegliederten Tonband. Es datiert in das späte 8. bis in die erste Hälfte des 9. Jhs.

Das Gefäß "sollte" im gelb-beigen Oxydationsbrand gearbeitet werden, doch hat es aus irgendeinem Grund zuletzt eine Reduktionsphase des Brandes gegeben, die einen grauen äußere Schicht erzeugt hatte. Dadurch wirkt es, als wäre dem Scherben eine Engobe aufgelegt worden. Es ist aber im Profil zu erkennen, dass der Scherben farblich so geshichtet ist und diese äußere Schicht bereits partiell abgeplatzt oder aberodiert ist.


lG Thomas
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: Fabulas in 09. April 2023, 14:10:32
Das ist interessant. Ähnliche "Brandfehler" habe ich auch schon gesehen. Aber kein Exemplar dieser Machart.

:winke:

Anita
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: Levante in 11. April 2023, 14:12:17
Mahlzeit,

es handelt sich um eine sekundär verbrannte Glasur oder Engobe. Tatsächlich scheint der ganze Wirtel davon bedeckt gewesen zu sein. Wenn man sich die Oberfläche genauer betrachtet, grenzen sich die grauen Flächen von den rotbraunen Flächen nicht klar ab. Daher ist das Erscheinungsbild vermutlich verfälscht.
LG

Patrick
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: Signalturm in 11. April 2023, 14:29:26
Nach Alfred Höllhuber:  ".Wirtelformen des Hoch- und Spätmittelalters und der frühen Neuzeit..."
Er bezeichnet deinen Typ als:" BIRN = birnförmig, rundlich gebaucht, beide Abplattungen schmal..."
das Werk lautet:
SPINNWIRTEL AUS DEM FUNDGUT VON MÜHLVIERTLER BURGEN Von Alfred Höllhuber
Titel: Re: Bemalter Spinnwirtel
Beitrag von: mike 81 in 11. April 2023, 17:20:55
@ Levante und Signalturm:

Dankeschön euch beiden für die Erläuterungen  :super:

Beste Grüße
Mike