Hallo zusammen, ich mal wieder :friede: :winke:
Ich lese nun seit Wochen alle Beiträge in diesem Forum kreuz und quer von hinten nach vorne und wieder umgekehrt und versuche das alles mal in meinem Kopf zusammenzufassen und zu verstehen.
Meine aktuelle Frage ist, wie man die Recovery-Quote von feinsten Flittern (0,1 bis 0,5 mm) in der Schleuse erhöhen kann.
Wie muss die Schleuse gestaltet sein, dass ich möglichst viel von den feinsten (dünnen!) Flittern erwische.
Der allgemeine Tenor in diesem Forum ist: Schleuse verlängern, dann erwischt man auch das feine Gold (weil es angeblich länger braucht abzusinken).
Die Erfahrungen die hier gepostet wurden zeigen aber alle, dass im hinteren Rinnenteil tendenziell nichts mehr liegen bleibt. Wenn was liegen bleibt, dann darum, weil ein größerer Stein im oberen Rinnenteil die Strömung verändert und dann das Gold wieder freikommt und eben weiter unten zu liegen kommt.
Aber dass im unteren Rinnenteil das eher feine Gold liegenbleibt, hat - was ich bis jetzt so gelesen habe - noch keiner beobachtet.
Also die Rinne verlängern bringt anscheinend nichts.
Ein paar Ideen zur Erhöhung der Recovery bei Feinstgold gab es ja schon.
1. die Spezialrinne von JoJo mit der er Gold an der Donau in Ungarn gewaschen hat (nur Fließ, wenig Wasser, gesiebt auf 5 mm)
http://www.goldblitz.de/php/ShowReport.php?sprache=ger&report=83
2. von Cesarion gab es hier mal einen Test zur Recovery der Keene
http://www.sucherforum.de/index.php/topic,18677.msg103729.html#msg103729
geoexploration gibt ja im selben Beitrag typische Recovery-Werte je Goldgröße an.
Zitat100% Wirkungsgrad für Gold-Körnchengrössen über 1.0 mm und mehr
90% 0.7 mm
80% 0.5 mm
60% 0.2 mm
20% 0.1 mm
20% Flitter mit Dicken < 0.04 2.0 mm und mehr
Also wie sollte man eine Rinne bauen, die möglichst viel von dem feinen Gold auffängt?
Ich glaube, es ist wichtig, dass über dem auffangenden Boden (Teppich, Miners Moss,...) nur ein sehr geringer Wasserstand herrscht, dadurch kann feinster Goldstaub nicht so leicht aus der Rinne surfen wenn da 10 cm Wasserstand herrschen. Wenn das ganze Material strömungsbedingt eh schon am Boden kratzt. Das erfordert aber, dass nur feinstes Material durch die Rinne geht, denn größeres Material braucht auch mehr Durchfluss, also auch einen höheren Wasserstand in der Rinne.
Hat von euch schon mal jemand probiert einen Teppich umgekehrt einzubauen?
Kleine Flitter schwimmen ja gerne, sobald sie mit der Wasseroberfläche in Berührung kommen wegen der Oberflächenspannung. Besonders bei hartem Wasser.
Wenn man ein Stück Teppich einbaut, (schwimmend auf dem Wasser in der Schleuse,) müsste dieser die Oberflächenspannung aufreißen und so schwimmende Flitter von der Oberfläche wieder ins Wasser treiben, wo sie sich dann hoffentlich unten im normalen Teppich verfangen.
Sowas ähnliches sieht man auch im Fernsehen :dumdidum: immer wieder; dort dienen diese Matten aber vermutlich dazu, die Strömung zu glätten bzw. die ganz argen Verwirbelungen zu glätten.
Gebe mal unter Google "Bayerwalddigger" ein, da geht's zu seiner HP und kaufe dir da ne "Bavaria". Diese Rinne ist mit hinterschnittenen Gummimatten und fängt alles. Und zwar im 1. bis 2. Drittel der Rinne.
Gruß
Günni :winke:
Hallo Günni,
ich will nicht einfach irgendeine Rinne kaufen, für die irgendwas versprochen wird.
Ich will verstehen, was eine Rinne braucht um vom Goldstaub (also 0,1 bis 0,2 mm) alles aus dem Material herauszuholen.
Hier gibts von geo eine Tabelle zur Größenverteilung typischer Placers
http://www.sucherforum.de/index.php/topic,18677.msg104649.html#msg104649
Was dort leider nicht hervorgeht ob die %-Angaben Gewichts-% sind oder Mengen-% sind.
Wenn es Gewichts-% sind müsste man beispielsweise von den 0,15 mm Flittern 414 mal mehr finden als von den 1,00 mm Flittern.
Na ja, dann geht es dir um die Theorie, hatte ich dann falsch verstanden. :friede:
Gruß
Günni
Kein Problem!
Mir gehts um die Theorie und um die Umsetzung bei meiner Selbstbaurinne.
Ich hab das Gefühl, dass Leinen- oder Jutesäcke als Teppich funktionieren könnten, gerade für feinstes Gold.
Ich werde ihn doppelt oder dreifach auf einen feinen Riffelgummi legen und am Ende der Schleuse einlegen. Ev. noch ein Siebblech darüber, dass nur das feine Material darüber streicht.
Da bin ich noch auf der Suche nach einem Siebgewebe aus Edelstahl mit 0,75 mm Löchern.
Ich denke, das Problem bei Teppichen, Leinen- und Jutesäcken ist, dass du das Feingold nicht so ohne weiteres extrahieren kannst.
Du müsstest diese dann noch trocknen und wieder und wieder ausschlagen....und selbst dann wird vermutlich noch was hängen bleiben. :kopfkratz:
Gruß
Günni :smoke:
Hallo
Gibt's von der Bayerwald-Digger-Matte einen guten Versuch mit Goldstaub?
Es bringt ja nichts, wenn ich sie gut reinigen kann, aber dann eben nur wenig von dem feinen Gold gefangen wird.
Wie hoch ist die Recovery-Quote bei Goldstaub, also bis 0,3 mm.
Alles was nicht rausgeht bekomme ich wenn ich das Leinen oder die Jute verbrenne. Ist auch im Vergleich zu den Kunstfaserteppichen kein Problem.
Norbert
Bei allen schleusen verlierest du, und gar nicht wenig, auch bei glaublich Optimal
Eingestellten Schleusen.
Nur unter Laborbedingungen kann man die Recovery ein bisschen steigern, und dann ist auch Schluss mit lustig,
dann werden in der Industrie auch andere Geschütze aufgefahren.
Gruß Murdigger
Servas zusammen !
Ich kann Murdigger nur recht geben !
Denn so machen es Profis und Wissenschafter !
Da gibt es noch Interessante versuche Schwermineral zu trennen.
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Downloads/Goldamalgamierung_KBB.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Gruß Murdigger
Zitat von: Murdigger in 02. Juli 2014, 11:57:00
Da gibt es noch Interessante versuche Schwermineral zu trennen.
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Downloads/Goldamalgamierung_KBB.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Gruß Murdigger
Hier geht's aber um die Konzentrataufbereitung, nicht darum überhaupt erst Konzentrat in einer Schleuse zu sammeln.
Trotzdem interessant!
Ich habe gestern noch probiert das Flotationsverfahren zu testen; funktioniert aber nicht so recht wie ich mir das vorstelle.
Unter 5.3 (f) Seite 51 ist ein Verfahren ohne Lufteinblasung beschrieben, dass vom feinsten Gold sehr viel aus Konzentrat rausholen soll.
Pine Öl (also Kiefernöl?) 200 Gramm / Tonne.
Heißt das 0,2 Gramm / Liter Wasser (das ist doch gar nix?).
Ich hab natürlich kein Kiefernöl sondern nur Sonnenblumenöl. Davon habe ich 1 Teelöffel auf 1/2 Liter Wasser mit einem Milchaufschäumer verquirlt. Dann etwa 2 Teelöffel mit Konzentrat (auf 200 µm gesiebt) reingegeben.
Irgendwie hat das nicht funktioniert???
Ich habe dann wieder mit dem Milchaufschäumer gequirlt dass es richtig schäumt. Sehr viel Schaum ist nicht entstanden, und der Schaum enthielt zwar geringe Mengen vom Konzentrat, aber kein Gold.
Servas murdigger !
Entschuldige meine verspätete Stellungnahme ! Dein Link ist super :super: Danke :winke:
Gruß woodl
vielen dank! war doch sehr aufschlussreich..
gruß graubart
Hallo Nertomarus,
Sorry für die späte Antwort.
Schau dir mal sog. Vortex Matten an. Das sind Gummimatten mit einer Struktur die feines Gold fängt und trotzdem leicht auszuwaschen ist.
Sie wird auch als Förderbandgürtel in vielen Firmen benutzt. D.h. es gibt sie auch ausserhalb von Goldgräbershops zu einem Bruchteil des € pro Inch Preises.
Grüße und Gut Fund,
Hallo Diggers
ich will euch heute mal meine neuen Feinwaschmatten zeigen.
Speziell für Gold kleiner 0.1 mm.
Gruß Nero
Jeder schwört auf seine Matte, aber gibt es auch Vergleichstests?
Also, wenn ich mir die Matte so anschaue, braucht es keine Vergleichstest, dass Schaping spricht für sich. Ausschlagebend in diesem Fall ist der Neigungswinkel und die richtige Fliessgeschwindigkeit des Wassers.
LG,
Tom
Sag ich doch, jeder schwört auf seine Matte.
Wenn du dir oben typische Recovery-Werte auf Feingold ansiehst, woher weißt du dann dass es bei dir anders ist?
Ist nicht meine Matte, verstehe gerade nicht was du meinst.
LG,
Tom