Hallo zusammen
Im Zusammenhang des Chemieunterrichts führten oder besser gesagt probierten mein Chemie Lehrer und ich ein Cyanid Laugenverfahren durchzuführen.
Dieses Verfahren wollten wir an einem Gold-Konzentrat, welches von mir bereitgestellt wurde, anwenden. Beim Konzentrat handelte es sich um ein sehr hoch konzentriertes Schleusenkonzentrat, welches schätzungsweise etwa 0.7 g Gold beinhalten sollte.
Zuerst gaben wir Gold-Sand-Konzentrat in ein Becherglas, mischten trockenes Natriumcyanid dazu und mengten dem Ganzen noch Wasser hinzu. Danach liessen wir das Gemisch von einem Magnetrührer etwa 15 Minuten mischen. Das Gold sollte sich nun im Cyanid auflösen und so vom Sand getrennt werden. (Gold geht eine Verbindung mit dem Cyanid-Lösung ein.)
Das Ganze haben wir nun filtriert und so die Lösung vom Sand auch noch physikalisch getrennt. Der gewonnen Lösung gaben wir nun Zink dazu. Dieses sollte sich auch unter umrühren in Lösung auflösen und dabei sollte ein chemischer Austausch zwischen Gold und Zinkatomen entstehen. So das dann am Schluss das Gold als feiner Goldsand im Becherglas ansammelt, während Zink mit dem Cyanid eine neue Verbindung eingegangen ist und so wegfällt. Durch eine weiter Filtration könnte man nun, wenn man das Gold gewonnen hätte abfiltrieren.
Jedoch: Das Experiment hat bei uns irgendwie nicht geklappt
Und nun zu meiner Frage: Was haben wir Falsch gemacht? Hat da irgend jemand eine Idee? Den Ablauf habt ihr ja jetzt gelesen.
Meine Vermutung ist, dass sich das Gold gar nicht aufgelöst hatte, da wir ja nur 15 min lang gerührt haben. Oder?
Übrigens die Mengen angaben im Verhältnis müssten stimmen. Die haben wir 1 zu 1 aus einem Buch abgelesen.
mfg
Luzzi
Hallo Luzzi,
kann sein, daß Dein Konzentrat eine Menge sulfurisches Material (Pyrit)mitbringt, was vorher per Salpetersäure "gereinigt" werden muß. Die hiesigen lassen das Konzentrat ausserdem länger "einweichen." Und führen dem Prozessbad per zupumpen Sauerstoff zu.
Quelle:
Trouble-Shooting Cyanide Problems on Hydrothermal Gold Ores, Hollaway J.; E&MJ 1993, pp.16BB NA1600
Gruß
Tecnomaster:bandit:
Eigentlich solltest du dann ja dein Gold im Filter wiederfinden, wenn es sich nicht gelöst hat????
Danke für eure Antworten
Tecno: Also sulfurisches Material (Pyrit)im Konzentrat kann ich eingentlich 100% ausschliessen, da wir das Ganze Konzentrat davor gründlich von Eisen getrennt haben. (Pyrit ist ja eine Eisen-Schwefel-Verbindung)
Im weiteren hast du geschrieben:
Zitat:"Die hiesigen lassen das Konzentrat ausserdem länger "einweichen." Und führen dem Prozessbad per zupumpen Sauerstoff zu."
Wie lange dauert dieser Einweichprozess etwa und für was ist der Sauerstoff gut?
Spürnase: Also das Konzentrat konnten wir letztes Mal noch nicht genauer untersuchen, da dieses ja noch Spuren von Cyanid enthielt. Zuerst müssen wir dieses einmal gründlich reinigen, dann sehen wir weiter. Aber ich glaube auch, dass sich die Fliter noch im Konzentrat befinden.
mfg
Luzzi
Hallo!
hier mal die RG aus meinem Komplexchemie-Hefter:
4Au+O2+8CN- -> 4[Au(CN)2]- +4OH-
die Rkt. benötigt Sauerstoff, um freiwillig abzulaufen!
Zementation des Goldes mit Zink:
2 [Au(CN)2]- + Zn ->2Au + [Zn(CN)2]2-
Hallo Tobi
Das für die Reaktion Sauerstoff gebraucht wird, war uns schon klar, dass aber dieser zusätzlich mit einem Schlauch dazu geführt werden muss, ist mir neu.
mfg
Luzzi
na der Sauerstoff löst scih recht schlecht im Wasser, vielleicht sollte man einfach etwas H2O2 mit reinschütte-die entstehenden Gasblasen dürften ausreichen, um das Konzentrat mit Sauerstoff zu durchmischen...
Danke für eure Antworten.
Morgen habe ich wieder Chemieunterricht und ich kann die Vorschläge umsetzen.
mfg
Luzzi
Luzzi schrieb:
>Im Zusammenhang des Chemieunterrichts >führten oder besser gesagt probierten >mein Chemie Lehrer und ich ein Cyanid >Laugenverfahren durchzuführen.
Aha, ich frage mich nur, ob man das
im Unterricht vorführen kann, da
das bestimmt einige Zeit kostet.
>Dieses Verfahren wollten wir an einem >Gold-Konzentrat, welches von mir >bereitgestellt wurde, anwenden. Beim >Konzentrat handelte es sich um ein sehr >hoch konzentriertes Schleusenkonzentrat, >welches schätzungsweise etwa 0.7 g >Gold beinhalten sollte.
Wie konzentriert war denn Eure Cyanidlösung? Man braucht zwar nur
geringe Konzentrationen von soweit
ich mich erinnere ca. 0.6- 0.7% aber vielleicht habt Ihr eine zu verdünnte Lösung genommen.
Testet doch mal chemisch auf Gold
(etwa mit Rhodamin-B), sofern ihr keines unter einem Mikroskop schon seht.
>Zuerst gaben wir Gold-Sand-Konzentrat in >ein Becherglas, mischten trockenes >Natriumcyanid dazu und mengten dem >Ganzen noch Wasser hinzu. Danach >liessen wir das Gemisch von einem >Magnetrührer etwa 15 Minuten mischen. >Das Gold sollte sich nun im Cyanid >auflösen und so vom Sand getrennt >werden. (Gold geht eine Verbindung mit >dem Cyanid-Lösung ein.)
Ich fürchte, ihr müsst einige Luft einblasen,
um das Gold aufzulösen.
Sonst fehlt Euch ein Oxidationsmittel,
um das Gold aufzulösen.
Wie man das genau macht, sollte etwa im Gmelin nachlesbar sein. Das dauert ausserdem vermutlich Stunden.
Tobi schrieb:
>na der Sauerstoff löst scih recht schlecht >im Wasser, vielleicht sollte man einfach >etwas H2O2 mit reinschütte-die >entstehenden Gasblasen dürften >ausreichen, um das Konzentrat mit >Sauerstoff zu durchmischen...
Auf diese Idee könnte man kommen.
Jedoch reagiert H2O2 selbst mit Cyanid
bei höheren Temperaturen in Minuten
und es bleibt nur CO2 und Cyanat
übrig. So vernichtet man Cyanidlösungen.
Ich würde einfach die Lösung mit dem
Sand in eine Gaswaschflasche füllen und
Luft oder besser noch Sauerstoff für Stunden durchleiten.
verdammt, daran hab ich nich gedacht!:platt:
man sollte das ganze evtl. in ne flache wanne schütten, sodass die fläche zum "luftaufnehmen" am größten ist...
und das braucht dann seine zeit, befürchte ich.:cop:
[Bearbeitet am 3-2-2004 von tobi]
Stellungnahme 1 zu Andreas12:
Das Experiment führten nur ich und mein Chemielehrer durch, da Vorsicht geboten ist, viel Zeit benötigt und somit nicht während der Stunde vollzogen werden.
Nach einer gestrigen Disskusion mit dem Chemielehre könnte das Problem auch eine zuhohe Konzentration von Cyanid gewesen sein oder wie du das auch Angesprochen hast zu dünn. (Auch bei kleinsten Verhältnisabweichung kann die Konzentration vom Cyanid schlussendlich sehr stark schwanken). (Kosten trägt Schule --- die Kanti an die ich gehe, fördert sollche halbprivaten Projekte)
Zum Gold: Also beim Gold bin ich mir 100% sicher, dass es ech ist --- Napfgoldflitter.
Zitat:"Ich fürchte, ihr müsst einige Luft einblasen,
um das Gold aufzulösen.
Sonst fehlt Euch ein Oxidationsmittel,
um das Gold aufzulösen.
Wie man das genau macht, sollte etwa im Gmelin nachlesbar sein. Das dauert ausserdem vermutlich Stunden."
Danke für diesen sehr hilfreiche Anmerkung + Tipp. (ist sicher auch ein Grund, welcher für das Scheitern des Experimentes verantwortlich war.)
mfg
Luzzi
Welchen Spruch wollt ihr nochmal auf eurem Grabstein? *grins*
In Frieden mit seinem Gold gestorben.
Nein Spass beiseite. Wir arbeiteten sehr sauber mit Plastikanzügen und Handschuhen. Dazu experimentierten wir in einem extra Laborraum in einer Vitrine mit Abzug.
Übrigens das Experiment war am Montag geglückt.
Das Problem war, dass das zuerst verwendete Kaliumcyanid irgend ein anderes Pulver war. Auf jeden Fall funktionierte das ganze Experiment nachdem wir anderes Cyanid verwendeten einwandfrei ab. Auch der Tipp mit der Sauerstoff Zufuhr erwiess sich als sehr hilfreich.
Merci noch einmal allen die hier mit geschrieben haben.
mfg
Luzzi:cool1:
wie habt ihr das Gold wieder ausgefällt?mit zink wie vorher beschrieben?
war das ausgefallene Matall schlammartig oder als Goldbäumchen abgeschieden?
Hallo Luzzi
Wenn da wo KCN drauf steht was anderes drin ist, ist das sehr bedenklich!!! Hoffentlich ist das fehlende Cyanid nicht da wo NaCl drauf steht...:icon_eek::icon_eek::icon_eek:
Grüsse an die Überlebenden
Flinc
Hallo Flinc
Das habe ich mir auch gedacht. Bis jetzt war wohl das Cyanid nur Anschauungsobjekt. Zwar wird dieses Verfahren Theoretisch gelernt jedoch nicht praktisch im Labor gezeigt.
mfg
Luzzi
P.S. wir waren die ersten an der Kanti, die ein Cyanid-Laugungsverfahren durchführten.
Zu den Fragen von Tobi:
Ja wir haben es mit Hilfe von Zink wieder ausgefällt. Noch etwas wie wir festgestellt haben ist es sehr wichtig, dass das Zink nicht Oxidiert ist. So ist es besser, wenn man für das Ausfällen Zinkkörner verwendet.
Weiter wurde das Gold in einem Goldschlamm ausgeschieden.
Dazu noch eine Frage aus was besteht dieser Schlamm?
Gold + Silber und ?
mfg
Luzzi
nun, theoretisch könnten ja alle Metalle drin vorhandensein, die edler als Zn sind und mit CN- Komplex bilden.
wo soll das Ag herkommen?aus dem Gold?
jep