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Sondengehen => Für ein legales Hobby! Berichte, Erfahrungen und Hinweise unserer User => Thema gestartet von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07

Titel: Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07
Ich hatte ja gesagt, dass ich den thread, den ich im Schatzsucherforum aufgemacht habe, auf Empfehlung eines dort als Kai-Erik angemeldeten Users auch hier posten werde, um die seiner Meinung nach "richtigen" Antworten zu bekommen. Hier isser also mit kleineren Zusätzen:

Ich frage mich immer wieder mal, wie die Denke der Archäologen so ist. Vielleicht liest hier ja einer mit, der mich aufklärt.
Als Erstes: Ich finde Heimatforschung und auch Altertumsforschung durchaus interessant u. kann verstehen, dass Menschen sich sehr dafür begeistern.
Warum allerdings die Sondengeher so verteufelt werden, ist mir immer noch nicht wirklich bewusst.
Mal ganz böse u. überspitzt ausgedrückt: Selbst wenn ich durch Grabungen einen Fundzusammenhang auseinanderreiße- wen interessierts? Welcher Art sind die verloren gegangenen Erkenntnisse? Wem nützen sie (und wozu)? Was könnte das für die Gegenwart und Zukunft meines Landes, meiner Mitmenschen und mich für (negative?) Auswirkungen haben?
Wem nützen die gefundenen bronzezeitlichen Armreifen, die Musketenkugeln, Uniformknöpfe, Münzschätze in Bezug auf den vorangegangenen Satz?
Das geht mir in letzter Zeit so durch den Kopf. Habe mich auch schon mit einem Heimatforscher unterhalten, der das auch nicht so wusste.
Ich will hier niemanden verarschen, aber wäre mal an Antworten, die mir das alles plausibel erklären können, interessiert.
Das Einzige, was mir einfällt, ist die Zerstörung von Kulturgut. Und die Bewertung dessen ist eine äußerst subjektive und auch moralische Sache! Aber wer bestimmt die Moral?
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Mordar in 03. September 2014, 23:34:16
 :popcorn:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 03. September 2014, 23:39:16
Sehr spannende Fragestellung.

Nur mal so zum Anfang: Du magt Heimatgeschichte und stellst die professionelle Erforschung in Frage  :kopfkratz:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 04. September 2014, 05:40:55
Zitat von: insurgent in 03. September 2014, 23:39:16
Sehr spannende Fragestellung.

Nur mal so zum Anfang: Du magt Heimatgeschichte und stellst die professionelle Erforschung in Frage  :kopfkratz:

Finde nicht das er die professionelle Forschung in Frage stellt-
Er fragt nur nach dem Nutzen von so manchen Forschungen.
Es wird in der Archäologie viel Geld für völlig unwichtige Dinge verprasst die der Allgemeinheit überhaupt nichts bringen.
Viele Archäologen können dort ihrer Fantasie freien Lauf lassen und das Volk muß das glauben was ihm erzähl wird.
Weshalb müssen Milliarden von gleichen Scherben und Steinen die keine neuen Infos bringen für viel Geld gelagert werden?
Warum werden denn keine Scherben und Steine von heute eingelagert? Die sind in 1000 Jahren ja schlieslich für die dann lebenden Menschen auch "sehr wichtige" Kulturgüter einer früheren Epoche.
Welche Erkenntnisse bringen professionelle Ausgrabungen zB vom "Barbarenschatz" wenn doch klar ist das dieser schnell vergraben wurde.
Da gibt es nichts wissenschaftlich wichtiges zu erforschen!
Loch gebuddelt, Sachen rein, Dreck drüber, fertig!

Warum müssen für sowas abertausende von Euros verpulvert werden, nur damit sich ein Archäologe provilieren und wichtig machen kann, der sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, den Schatz zu suchen!

Atrebates
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Lojoer in 04. September 2014, 08:18:12
Hallo waldheinz
Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07
Selbst wenn ich durch Grabungen einen Fundzusammenhang auseinanderreiße- wen interessierts?
Das ist einfach zu beantworten: "Die wenigsten".
Der Grund hierfür ist, dass unsere Gesellschaft immer mehr verblödet.
So das war nun auch überspitzt formuliert.
Insgesamt ist über dieses Thema hier im Forum schon viel geschrieben worden.
Es geht übrigens nicht nur um Fundzusammenhänge sondern um Befunde, die bei unsachgemäßen Eingriffen zerstört werden.
Wenn man sich mit Zeitstellungen befasst, aus denen keine oder nur ungenügende schriftliche Quellen existieren, so geben diese Befunde unter anderem entsprechenden Aufschluss auf die Lebensumstände unserer Altvorderen.
Man kann natürlich sich die Frage stellen: "Wem nützen solche Erkenntnisse was?"
Dann gehört man eben zu denen die sich für Geschichte nicht interessieren. Wenn ich zu diesen gehöre, für was will ich dann Sondeln gehen?????
Warum sind Erkenntnisse aus der Vergangenheit und die Geschichte für unsere heutige Gesellschaft wichtig.
Es tut mir leid, aber mit diesem Thema kann man Bücher füllen. Das sprengt den Rahmen.
Vielleicht machst Du Dir mal selbst Gedanken welche Erkenntnisse man daraus gewinnen kann.
Gruß Jörg




Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Esmoker in 04. September 2014, 09:19:12
Ist hier wieder Trollzeit?
Sind eure Äcker noch nicht frei?

Am besten dicht machen an der Stelle!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: stratocaster in 04. September 2014, 09:34:08
Zitat von: Esmoker in 04. September 2014, 09:19:12
Ist hier wieder Trollzeit?
Sind eure Äcker noch nicht frei?

Am besten dicht machen an der Stelle!

Meine ich nicht.
Ist doch bisher friedlich und sachlich.
Und außerdem muss man ja Grundsatzdiskussionen nicht gleich ab würgen.

Gruß  :winke:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Carolus Rex in 04. September 2014, 10:05:23
Hi

Mal eine Gegenfrage.

Wenn nützt es das da 20 Mann über den Platz hechten und 2 versuchen den Ball zu fangen und bekommen Millionen dafür.

OK, das ist Sport.

Aber was ist mit den Millionen an Steuergeldern, die dabei jährlich für Polizeieinsätze verbraten werden.

Mal ehrlich gesagt, die Gelder wären in der Archäologie besser aufgehoben.

Gruß CR
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Quellbrunn in 04. September 2014, 10:43:05
Zitat von: Carolus Rex in 04. September 2014, 10:05:23
Hi

Mal eine Gegenfrage.

Wenn nützt es das da 20 Mann über den Platz hechten und 2 versuchen den Ball zu fangen und bekommen Millionen dafür.

OK, das ist Sport.

Aber was ist mit den Millionen an Steuergeldern, die dabei jährlich für Polizeieinsätze verbraten werden.

Mal ehrlich gesagt, die Gelder wären in der Archäologie besser aufgehoben.

Gruß CR

Brot und Spiele, hat immer funktioniert und wird immer funktionieren, solange eine Linie, die zeit- und umstandsbedingt variabel ist, nicht überschritten wird.
http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-26465/blitz-abstimmung-waehrend-italien-spiels-die-strippenzieher-hinter-dem-daten-gau-im-bundestag_aid_779454.html

Zur Eingangsfrage denke ich, dass das Wort "könnte" in die Antwort eingebaut werden muss. Der Sondengänger der ein paar Musketenkugeln oder Münzen aus der Oberfläche  (10 oder 20cm) des seit 100derten Jahren gepflügten  Ackers aufsammelt wird der Wissenschaft kaum neue Erkenntnisse vorenthalten. Er "könnte" aber am Feldrand .... finden und könnte dabei ..... .

Meine persönliche Meinung durch das Schatzregal wird in dieser Hinsicht mehr Schaden angerichtet als verhindert.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: stratocaster in 04. September 2014, 11:05:05
Zitat von: atrebates in 04. September 2014, 05:40:55
Warum werden denn keine Scherben und Steine von heute eingelagert? Die sind in 1000 Jahren ja schlieslich für die dann lebenden Menschen auch "sehr wichtige" Kulturgüter einer früheren Epoche.

Das ist übrigens auch eine interessante Fragestellung, die für Philosophen, Historiker und sonstige gesellschaftspolitischen Kreise
von Interesse ist.
Von unser Kultur bleibt leider nur der Plastikmüll übrig und strahlender Atomabfall (überspitzt gesagt)
Schon eine 1,44 MByte-Floppy ist ja heute museal. Soll man einen USB-Stick einlagern ?
Oder wir lagern Blogs und Facebook-Videos ein. Wie geht das ?
Auf Spitzbergen gibt es ja immerhin die dauerhafte Einlagerung von Pflanzensamen.
Wie Lojoer schrieb: Solche Fragestellungen füllen ganze Bibliotheken (Papier oder digital ?)  :dumdidum:

This message was created with recycled electrons  :Danke2:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 04. September 2014, 11:19:08
Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07
I....
Mal ganz böse u. überspitzt ausgedrückt: Selbst wenn ich durch Grabungen einen Fundzusammenhang auseinanderreiße- wen interessierts? Welcher Art sind die verloren gegangenen Erkenntnisse? Wem nützen sie (und wozu)? Was könnte das für die Gegenwart und Zukunft meines Landes, meiner Mitmenschen und mich für (negative?) Auswirkungen haben?
Wem nützen die gefundenen bronzezeitlichen Armreifen, die Musketenkugeln, Uniformknöpfe, Münzschätze in Bezug auf den vorangegangenen Satz?
....


Wir sind ja hier in einem Sondengängerforum was auch zur Fundbestimmung beiträgt.

Aber woher haben wir unser Wissen?

Woher wissen wir aus welcher Zeit ein bestimmtes Bronzebei stammt?

Woher wissen wir wozu eine Fibel da war und wie sie getragen wurde?

Die Archäologie und die Auswertung der Befunde beantwortet diese Fragen und dazu müssen solche Befunde dokumentiert und möglichst auch fachgerecht eingelagert werden damit sie später nochmal überprüft werden können oder zu Vergleichszwecken.

Der § 5 GG sagt ja "Forschung ist frei" das gilt in erster Linie "frei" von politischer Beeinflussung und nicht jeder kann "frei" forschen (sonst könnten ja Pädophile ja auch "frei" das Sexualverhalten von minderjährigen "erforschen"  :narr:)

So gibt es z.B. in Polen Gruppen die meinen die Slawen hätten in Deutschland ein völlig Menschenleeres Gebiet vorgefunden, das von den "Deutschen" rechtswiedrig zurückerobert worden ist. Sie fordern die Elbe als Westgrenze Polens.

Oder zu Zeiten der UDSSR dürfte bei der Frage der Staatsgründung nur in Richtung Slawen oder verwanter Völker geforscht werden. Die Skandinavier dürften nicht einbezogen werden.


Also, die Archäologie hilft mit solche Fragen zu beantworten und der Mensch, na ja, der wissensbegierige, möchte solche Fragen jetzt und auch in Zukunft beantwortet haben.

Und das zu fördern und zu erhalten ist eine Aufgabe des modernen Staates.

Die ISIS hat sich auch die Frage gestellt und meint für einen Gottesstaat braucht man die Vergangenheit nicht und verkauft alles Antike an den Höchstbietenen.

Aber so einen Staat möchte ich nicht.

:winke:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 04. September 2014, 11:21:28
Zitat von: atrebates in 04. September 2014, 05:40:55
....
Warum werden denn keine Scherben und Steine von heute eingelagert? Die sind in 1000 Jahren ja schlieslich für die dann lebenden Menschen auch "sehr wichtige" Kulturgüter einer früheren Epoche.
...

Wird doch. Das "Erbe der Menschheit" wird auch zeitgemäß archiviert.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: mc.leahcim in 04. September 2014, 14:54:46
Hallo waldheinz
Warum schaust am Ende des Monats auf deine Gehaltsabrechnung?

Weil du wissen willst was du ausgeben kannst, was du verdient hast!
Weil du wissen willst ob die Summe stimmt!
Wenn es nicht stimmt willst du wissen warum nicht!
Du willst nicht nur wissen warum nicht sondern du willst wissen wo der Fehler ist!
Du willst auch wissen wie es zu dem Fehler kommen konnte und wer ihn gemacht hat!
Wenn du weißt wer ihn gemacht hat willst du wissen warum der ihn gemacht hat!
Du willst vielleicht auch wissen warum er ihn bei dir gemacht hat und ev. nur bei dir oder auch bei anderen.
Du willst wissen ob es also ein systematischer Fehler ist oder ob jemand "gepennt" hat.
All diese Fragen zielen in die nahe Vergangenheit nämlich beziehen sie sich auf den letzten Monat.

Das alles kann man wenn man es rein theoretisch nimmt auf die Archäologie übertragen.

Es gibt Menschen die etwas wissen wollen ohne erst darüber nachzudenken was das Wissen, wen es dann erbracht wurde, denn nun bringt.

Aber ohne diesen Wissensdurst gäbe es z.B. viele Medikamente nicht, vieles wäre nicht erfunden worden. Und hier könnte man immer weiter schreiben.

Warum gibt es die ISS im Weltraum? Weil wir nur eine Erde haben und wir schauen wollen wo und wie wir ev. mal woanders alles besser machen wollen.

Warum fliegt Rosetta seit Jahren durch das Weltall um zu versuchen im November auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zu landen? Weil wir wissen wollen wo wir herkommen. Kamen die Bausteine des Lebens aus dem All. Kam das Wasser dieser Erde aus dem All?

Warum schauen wir mit dem Weltraumteleskop Hubble in Richtung Ende der Galaxis? Weil wir wissen wollen ob die Urknalltheorie stimmt und wo die Antimaterie hin ist. Ob sich die Galaxis ewig ausdehnt oder wieder zusammenfällt und was das bedeutet. Was war vor dem Urknall und gibt es noch andere Galaxien.

Man kann auch sagen: "Ist mir doch egal, in Facebook hat einer geile Socken an. Die will ich auch." Das ist derselbe kleingeistige Egoismus der behauptet alles was ich finde ist MEINS.

Münzen, Knöpfe, Werkzeuge, Schmuck und und... die man findet zeugen ev. von Handelsbeziehungen, das geht zurück bis in die Steinzeit. Findet man Artefakte so kann man anhand des Flintes sehen woher er stammt. Auch hier erkennt man Handelsbeziehungen und das u.U vor 10tausend Jahren.
Nun kann man sagen "eine Münze macht noch keinen Sommer" Aber z.B. wurden arabische Münzen in Dänemark, aus Zeiten von denen man denkt das da weder die Araber wussten wo Dänemark liegt und umgekehrt, gefunden. Wenn da also ein Sondler diese Münze findet und sich freut und sie in die Tasche steckt ist sie weg für immer. Niemand erfährt das die sich kannten. Findet noch jemand eine dieser Münzen und meldet sie kann man sagen Zufall. Hätte beide gemeldet würde das schon nachdenklich machen. 2 Arabische Münzen in Dänemark 50 Km voneinander entfernt. :kopfkratz:

Es geht also auch bei kleinen Puzzelteilen darum mal ein irgendwann ein Bild zu erkennen.

Nun fragst du "Was bringt das alles für die Gegenwart und Zukunft"

Die Gegenwart ist die Zukunft der Vergangenheit. Also Heute war gestern noch Morgen. :kopfkratz: Es gibt Kontinuitäten die aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinreichen und in gewisser Weise in die Zukunft hochgerechnet werden können. Was geschah damals als Volksstämme auf einander trafen. Wann haben sie sich bekriegt und warum haben sich wiederum andere friedlich vermischt. Was gab es für Voraussetzungen für das Eine oder das Andere.

Wenn man nun nichts mündlich hat und nichts schriftliches dann muss man anderes zu Rate ziehen. Die Germanische Fibel die ich tief im Römerreich finde oder umgekehrt kann gestohlen sein oder gehandelt. Es kann der eine Mensch aus Neugier zum anderen Stamm gegangen sein. Finde ich häufiger Fibeln vom einem beim anderen und dann auch noch Tonwaren passend dazu wird man Diebstahl wohl eher ausschließen, sondern an Handel denken. Finde ich z.B. in einem Depot von Fibeln und dann im Befund Samen oder Pollen, oder, oder, kann ich bestimmen wann (Jahreszeit) das Depot angelegt wurde und woher die Samen Pollen kamen. Wer hat wem etwas verhandelt. Hat er das Depot angelegt weil er Angst hatte überfallen zu werden? Hastig verbuddelt, oder mit Steinen ausgelegte Grube. Depot in fremden Landen?

Das geht nicht mehr wenn ich alles zergrabe. Funde in der Vitrine sind tot ohne Fundumstände und sind nur die Fortsetzung von MEIN HAUS, MEIN AUTO, MEIN SCHATZ. Gut dokumentierte Funde leben und erzählen. Schau doch nur mal was man durch Ötzi (http://www.icemanphotoscan.eu/) alles herausgefunden hat und immer noch herausfindet obwohl die Bergung wohl eine Katastrophe war. Wie viel mehr könnten wir erfahren wenn das mit Bedacht und Sorgfalt gemacht worden wäre. Vorbei, Weg, Erledigt. Eine wahrscheinlich einzigartige Chance vertan, versaut, unwiederbringlich unüberlegt in die Tonne der Geschichte gekloppt.

Ich könnte jetzt auch noch Seitenweise schreiben aber ich denke das es als kleinen Einblick in die Denkweise der Archäologen hier erst mal reicht. Übrigens denken auch einige von uns so oder so ähnlich. :smoke: Wenn du konkretere Fragen zu den bisherigen Antworten hast dann stell sie einfach.

Gruß

mc.leahcim

P.S. Hab noch ein Paar Änderungen gemacht.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 04. September 2014, 17:09:28
Zitat von: insurgent in 04. September 2014, 11:21:28
Wird doch. Das "Erbe der Menschheit" wird auch zeitgemäß archiviert.

Was heißt zeitgemäß archiviert :nixweiss:
Wenn heute ein Haus abgerissen wird kommt alles in den Schredder!

Ich behaupte, es liegen jetzt schon mehr römische Scherben in den Lagern der Museen
als es jemals welche aus der Neuzeit sein werden :nono:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: BWGuenni in 04. September 2014, 18:38:51

@mc.leahcim

Das ist der Beitrag des Jahres für mich. :super:

Gruß

Günni :danke:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 04. September 2014, 19:03:53
Zitat von: Carolus Rex in 04. September 2014, 10:05:23
Hi

Mal eine Gegenfrage.

Wenn nützt es das da 20 Mann über den Platz hechten und 2 versuchen den Ball zu fangen und bekommen Millionen dafür.

OK, das ist Sport.

Aber was ist mit den Millionen an Steuergeldern, die dabei jährlich für Polizeieinsätze verbraten werden.

Mal ehrlich gesagt, die Gelder wären in der Archäologie besser aufgehoben.

Gruß CR


Was ist das denn für ein Vergleich? :nono:

Fußballfans bezahlen selbst für ihr Hobby, Archäologen verursachen viele unötige Kosten für die Algemeinheit.

Jeder Cent der zum Schutz von friedlichen Zuschauern ausgegeben wird (leider ausgegeben werden muß),
ist besser ausgegeben als für irgendetwas in der Archäologie  :belehr:

Oder willst du uns erzählen das es besser wäre wenn Menschen verprügelt oder totgeschlagen werden
nur damit noch mehr Geld für Lagerkosten für zigmillionenfach vorhandene Dinge (Münzen, Scherben, Steine....), Selbstbeweihräucherung einiger Archäologen und und und verpulvert werden können? :nono:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 04. September 2014, 19:33:14
Zitat von: atrebates in 04. September 2014, 19:03:53

Was ist das denn für ein Vergleich? :nono:

Fußballfans bezahlen selbst für ihr Hobby, Archäologen verursachen viele unötige Kosten für die Algemeinheit.

Jeder Cent der zum Schutz von friedlichen Zuschauern ausgegeben wird (leider ausgegeben werden muß),
ist besser ausgegeben als für irgendetwas in der Archäologie  :belehr:

Oder willst du uns erzählen das es besser wäre wenn Menschen verprügelt oder totgeschlagen werden
nur damit noch mehr Geld für Lagerkosten für zigmillionenfach vorhandene Dinge (Münzen, Scherben, Steine....), Selbstbeweihräucherung einiger Archäologen und und und verpulvert werden können? :nono:

Wenn das so ist können auch gleich alle Museen und Theater geschlossen werden.

Und komm nicht damit "man muss ja Eintritt zahlen"

70-80 % der Kosten bei der Archäologie werden von Bauträgern bezahlt und nur der Rest von der Allgemeinheit.

Bei Museen und Theatern werden oft 50% vom Staat/Allgemeinheit bezuschusst.

Außerdem will ich, dass es die Archäologie mit ihren Wissenschaftlich Nebengebieten weiter gibt und die Funde für die Nachwelt eingelagert werden.

Und da gibt es noch sehr viel mehr Menschen die so denken (zum Glück ist nicht jeder so uninteressiert) Sieht man ja an der Aktuellen Umfrage in Östeerreich :dumdidum:

http://orf.at/stories/2244031/
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Daniel in 04. September 2014, 19:50:14
Zitat von: atrebates in 04. September 2014, 19:03:53

Fußballfans bezahlen selbst für ihr Hobby, Archäologen verursachen viele unötige Kosten für die Algemeinheit.
Ich bin kein Fussballfan und muss dummerweise für die Sicherheit der Fussballfans zahlen.
Genauso wie der Rest der Allgemeinheit, die Steuern zahlen müssen und damit die Polizei finanzieren.
Und dass ist in dem Fall wirklich unnötig!
Ginge es nach mir, dürften die Vereine diese Einsätze selbst bezahlen. :belehr:
Kohle genug haben sie ja!
Die dürften von mir aus sogar die Kosten auf die Eintrittspreise abwälzen. :-D
Bezuschusse ja durch Eintrittspreise ja auch die Museen, die ich besuche.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 04. September 2014, 20:24:15
@ insurgent und daniel

Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Ihr pickt euch nur die Stellen aus dem Text gegen die ihr seid und dann kommentiert obwohl dort noch mehr steht und reiß damit alles aus dem Kontext.

Die Polizei ist da um friedliche Bürger zu schützen!
Egal wo! Und dafür müssen wir alle zahlen!
Da gehört nun mal Fußball mit dazu.
Ich bin auch kein Fußballfan!
Aber Fußball hat nun mal eine große Tradition, nicht nur in Deutschland. Beachtet die Weltmeisterschaft.
Außerdem habe ich ja nur auf Carolus Rexs Spruch geantwortet der ja meint, das Archäologie vor die Unversehrtheit eines Menschen steht!

Das 70-80% der Kosten von Bauträgern bezahlt werden stimmt nur bei Investorengrabungen!
Alles andere wie Aufarbeitung, Lagerung, der Bau von neuen Museen um ein einziges Fundstück siehe Himmelsscheibe, und jetzt liegt sie doch wo anders), teure Austellungseröffnungen und und und, werden von der Allgemeinheit bezahlt.

Ich habe geschrieben das Archäologen VIELE unötige Kosten verursachen.
Ich habe NICHT geschrieben das Archäologen NUR unötige Kosten verursachen.
Das ist ein gewaltiger Unterschied!

Der Spruch "Und komm nicht damit "man muss ja Eintritt zahlen"
Was willst du mir damit sagen.
Weißt du ob ich nicht öffters in Museen bin als du?
Aber wenn wir schon dabei sind und du/ihr das ja hören wollt:
Archäologische Funde göhren ja der Allgemeinheit, als auch ein wenig mir.
Warum muß ich Eintritt bezahlen um MEINE Sachen zu sehen? Und dann zeigt man mir noch nicht einmal alle!

Insurgent schreibt:"zum Glück ist nicht jeder so uninteressiert"
Wer ist denn uninteressiert?

Nur weil ich nicht alles als ok hinnehme was in der Archäologie passiert bin ich nicht uninteressiert!
Ganz im Gegenteil!
Sonst würde ich ja nicht mitbekommen was alles schief/falsch läuft.

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 04. September 2014, 20:38:14
Lieber atrebates

wer lesen kann ist klar im Vorteil, das gilt auch für Dich :smoke:

Die Polizei ist da um friedliche Bürger zu schützen!
Egal wo! Und dafür müssen wir alle zahlen!
Da gehört nun mal Fußball mit dazu.
Ich bin auch kein Fußballfan!
Aber Fußball hat nun mal eine große Tradition, nicht nur in Deutschland. Beachtet die Weltmeisterschaft.


Archäologische Fundstellen und die Ergebnisse von Ausgrabungen müssen auch geschützt werden, egal wo und die Archäologie hat auch eine lange Tradition in Deutschland, siehe Schliemann.

Das 70-80% der Kosten von Bauträgern bezahlt werden stimmt nur bei Investorengrabungen!

Nein, dort sind es 100%  :-D

Ich habe NICHT geschrieben das Archäologen NUR unötige Kosten verursachen.

Da ich und sehr viele andere Menschen (Siehe Umfrage in Österreich mit 84 % pro Archäologie) an der Archäologie interessiert sind, gibt es für mich keine unnötigen Kosten :smoke:

Nur weil ich nicht alles als ok hinnehme was in der Archäologie passiert bin ich nicht uninteressiert!

Das klingt aber deutlich anders, was Du sonst schreibst...
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Carolus Rex in 04. September 2014, 20:58:53
Hi atrebates,

Dein Argument ist nur zu teil richtig.

Wären die Fans friedlich, bräuchten ich deine unsere und meine Steuergelder verschwendet werden.
Das meine ich damit.
Und ich bleibe dabei, in der Archäologie wären sie besser aufgehoben.

Gruß CR
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: tomdulie in 04. September 2014, 22:57:00
Hallo zusammen!

Wenn ich das hier so lese, fällt mir zwangsläufig auf, dass die Wogen
ziemlich hoch oder immer höher schlagen. Nun, die Gedanken sind ja frei
und jeder hat Gott sei Dank seine eigene, also individuelle Meinung zu
welchem Thema auch immer. Dadurch ist es nicht immer leicht, einen
Konsens zu finden. Ich finde es natürlich richtig und wichtig, Fragen und
Themen zu diskutieren. Aber was ist nun objektiv und was subjektiv?
Es wird immer pro und contra geben. In diesem Sinne kann ich nur sagen:
Vieles ist Fakt und Anderes wird manchmal an den Haaren herbeigezogen.
Ich bleibe jedenfalls die Ruhe selbst.  :keule:

Einen schönen Abend und LG, tomdulie
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 04. September 2014, 23:17:22
Ich habe hier viele Antworten gelesen u. danke erst mal allen, die hier ihren Beitrag gepostet haben.
Viele Meinungen treffen hier aufeinander, es wird kontrovers diskutiert- das gefällt mir!
Letztendlich scheint es mir eine philosophische Angelegenheit zu sein. "Woher kommen wir? Wer sind wir? Wo gehen wir hin?" Und wie kriegen wir das raus? Kriegen wir das überhaupt raus?
Abgesehen davon halte ich Philosophie für eine brotlose Kunst. :dumdidum: Ist allerdings was Feines für den Geist! :glotz:
Bitte entschuldigt, wenn ich mich jetzt nicht einzeln zu den Beiträgen äußere, aber das wäre mir zu aufwendig.
Ich nehme allerdings durchaus einige interessante Anregungen mit u. vielleicht werden es ja noch mehr.



Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 05. September 2014, 05:28:14
Zitat von: Carolus Rex in 04. September 2014, 20:58:53
Hi atrebates,

Dein Argument ist nur zu teil richtig.

Wären die Fans friedlich, bräuchten ich deine unsere und meine Steuergelder verschwendet werden.
Das meine ich damit.
Und ich bleibe dabei, in der Archäologie wären sie besser aufgehoben.

Gruß CR

Höchstens 1% ist nicht friedlich!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 05. September 2014, 05:46:20
Zitat von: insurgent in 04. September 2014, 20:38:14
Lieber atrebates


Archäologische Fundstellen und die Ergebnisse von Ausgrabungen müssen auch geschützt werden, egal wo und die Archäologie hat auch eine lange Tradition in Deutschland, siehe Schliemann.

Das 70-80% der Kosten von Bauträgern bezahlt werden stimmt nur bei Investorengrabungen!

Nein, dort sind es 100%  :-D

Ich habe NICHT geschrieben das Archäologen NUR unötige Kosten verursachen.

Da ich und sehr viele andere Menschen (Siehe Umfrage in Österreich mit 84 % pro Archäologie) an der Archäologie interessiert sind, gibt es für mich keine unnötigen Kosten :smoke:


Schliemann war kein Archäologe!
Er hat vieles falsch gemacht und war hauptsächlich am schnöden Mamon interessiert!
Siehe "Schatz des Priamos" Den hat er zwar gefunden, ihn dann aber heimlich außer Landes geschaft. Er hat ihn gestohlen. Er war nicht besser als die "ISIS" heute

Das Archäologische Fundstellen geschütz werden müssen habe ich nie bestritten!

Investoren müssen bei uns 1% der Baukosten für die Archäologie geben, das reicht bei weitem nicht um alle Kosten zu decken!
Kannst unsere Archäologen ja mal fragen.

Natürlich sind die meisten Menchen an Archäologie interessiert.
An großen Goldfunden, Münzschätzen und ähnlichem Glitzer - und Glänzzeugs. Achja, die PortaNigra und weitere Goßbauten werden auch noch im Laufschritt besischtigt.
Die wenigsten interessieren sich für Mauern, Pfostenlöchern, Bodenverfärbungen....
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Levante in 05. September 2014, 13:02:21
Zitat von: insurgent in 04. September 2014, 11:19:08
Wir sind ja hier in einem Sondengängerforum was auch zur Fundbestimmung beiträgt.

A
:winke:


Huhu,

ist das so? Ich dachte wir sind hier in einem Sucher und Finder Forum. Als Sondengänger sehe ich mich nicht, auch wenn ich gelegentlich den Detektor als mir zur Verfügung stehendes Instrument nutze.

Noch mal zum Thema.

Ich halte es durchaus für Sinnvoll, dass Funde zentral gelagert werden. Und das ein Depot nicht kostenlos ist sollte auch klar sein. Es wird so viel Geld zum Fenster rausgeworfen, da sollte für die Geschichte und deren Inventarisierung schon auch etwas Geld zur Verfügung stehen.
Als Ehrenamtlicher kann ich jederzeit in die diversen Depots und mir Material welches mich interessiert anschauen und ggf. auch ausleihen, zumindest wenn ich Forschungsansätze habe für die eine Ausleihung nötig ist.

Wenn sämtliches Material bei den Findern verbleiben würde, wäre es ja allein schon immenser zeitlicher Aufwand das Material welches einen interessiert zu sichten. Von den Kilometern und dem Benzingeld möchte ich gar nicht sprechen.

Zumindest unsere Erfahrungen zeigen, dass eine zentrale Lagerung von bestimmten Funden und Fundkomplexen durchaus sinnvoll ist. Dennoch muss man bei bestimmten Fragestellungen mehrere Depots anfahren und sich Material ausleihen.

Wir haben uns gerade erst mit dem Amt darauf geeinigt, dass unsere Vorgeschichtlichen Funde alle in die Vor-und Frühgeschichte nach Kassel gehen. Dort haben sowohl wir als auch andere interessierte und Forschende Zugriff auf das Material. Wir sehen dies eher als Vorteil und nicht als Nachteil. Ich will und ich kann nicht alle meine Funde bei mir lagern. Besonders, da in manchen Jahren über 20 Kisten zusammen kommen. Manche Begehungen oder Grabungen sind einfach sehr Fundintensiv.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 05. September 2014, 18:49:43
Zitat von: Levante in 05. September 2014, 13:02:21

Huhu,

ist das so? Ich dachte wir sind hier in einem Sucher und Finder Forum. Als Sondengänger sehe ich mich nicht, auch wenn ich gelegentlich den Detektor als mir zur Verfügung stehendes Instrument nutze.

..

Da hast Du natürlich recht  :engel:, wir sind ein Sucherforum, was auch zur Fundbestimmung beiträgt  :winke:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: tomdulie in 05. September 2014, 21:21:11
Guten Abend allerseits!

Schön, dass die hochgeschlagenen Wogen wieder etwas geglättet sind,
die befürchtete Polemik auf der Strecke geblieben ist und man wieder
zum Thema zurückgekehrt ist.
"Zur Sache Schätzchen" hieß es in den 60-er Jahren einmal.
Ich finde es gut, oder nicht?  :friede:

LG, tomdulie

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DOC.ATX in 05. September 2014, 22:07:23
Wäre das Thema frei von Fundneid  :glotz: auf beiden Seiten, dann könnte man es entspannt lösen und ein Kompromiss für beide Seiten würde schnell gefunden.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: tomdulie in 05. September 2014, 22:22:17
  :weise: Schließe mich an!

Gruß, tomdulie

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 05. September 2014, 23:10:47
Zitat von: insurgent in 03. September 2014, 23:39:16
Sehr spannende Fragestellung.

Nur mal so zum Anfang: Du magt Heimatgeschichte und stellst die professionelle Erforschung in Frage  :kopfkratz:
Ich stelle nicht die professionelle Forschung in Frage! Allerdings frage ich mich manchmal, was wirklich wichtig ist u. was weniger.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 05. September 2014, 23:14:58
Zitat von: Carolus Rex in 04. September 2014, 10:05:23
Hi

Mal eine Gegenfrage.

Wenn nützt es das da 20 Mann über den Platz hechten und 2 versuchen den Ball zu fangen und bekommen Millionen dafür.

OK, das ist Sport.

Aber was ist mit den Millionen an Steuergeldern, die dabei jährlich für Polizeieinsätze verbraten werden.

Mal ehrlich gesagt, die Gelder wären in der Archäologie besser aufgehoben.

Gruß CR

Es geht hier nicht um Vergleiche! Aber, um mal bei dem Thema zu bleiben, Fussball zieht zwar ne Menge Idioten an, aber wenn ich selber welchen spielen will, kommt mir keiner mit irgendwelchen Sachen dazwischen.
Wenn ich aber sondeln gehen will, kommen gleich ne Menge Typen, die mir erklären, warum ich das besser lassen soll!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: AndiObb in 05. September 2014, 23:46:09
Langsam langweilt´s...

Also nochmal...
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: mc.leahcim in 06. September 2014, 00:42:11
Ich habe manchmal das Gefühl ich bin falsch gestrickt, oder sind es die anderen?

Als ich angefangen habe zu sondeln hat mich doch nicht interessiert ob man das darf oder nicht, oder unter welchen Bedingungen man es darf.

Bevor ich wusste das es überhaupt Detektoren gibt habe ich auf dem Feld zufällig Scherben gefunden. Ich hab sie mir angesehen und mich gefragt "Was sind das für Scherben. Was machen sie auf dem Feld" Ich überlegte wen ich fragen kann. In der Nachbarschaft lebt ein Mann der in einem Museum arbeitet. Ich zeigte die Scherben und er sagte das ist nicht sein Gebiet aber sie sähen für ihn auch interessant und alt aus. Also frage ich wohin ich gehen sollte um mehr zu erfahren. Ich bekam die Adresse des Denkmalamt Bonn und rief dort an. Ich machte einen Termin und erfuhr das ein Teil der Scherben römisch wären.

Die nächste Frage war und nun. Ich erfuhr wer der zuständige Archäologe war und rief dort an. Ich fuhr hin und im Gespräch wurde viel erklärt über Zivilisationsschleier und die Geschichte meiner Gegend. Ich war erst einmal zufrieden und recherchierte im Internet. Dort erfuhr ich das es Detektoren gab und hab mir einen gekauft.

Ich fand die ersten Metallteile und rief den Archäologen an. Ein neuer Termin und wieder zeigte ich Scherben und das Metall. Wieder ein interessantes Gespräch und ich sagte das ich mir einen Detektor gekauft haben und mit diesem die Felder absuchen würde. Der Archäologe schluckte kurz und sagte OK, aber zeig mir alles.

Das tat ich dann. Ich erfuhr das es Fundmeldungen gäbe und das es schön wäre wenn ich die ausfüllen würde. :dumdidum: Das tat ich. Einige Funde blieben im Amt andere nahm ich mit nach Hause. Mein Archäologe sagte mir das es alle 3 Monate feste Termine gibt an denen sich Leute wie ich sich mit ihm treffen und die Funde mit brächten. Ich nahm die Termine war. Nach ca. einem Jahr bekam ich einen Ausweis der mich als Ehrenamtliche Mitarbeiter auswies.

Gut es ist einfach toll gelaufen, aber ich habe NIE für mich gesucht und nicht im Sinne von alles MEINS.
Der Gedanke ist mir nie gekommen. Ich wusste das man finden kann und wollte wissen was ich gefunden habe. Der Fund oder die Funde machten mir persönlich Freude aber mich interessierte nie ein Wert im monitären Sinn. Über manche Funde freute sich der Archäologe über manche nicht. Was ihn interessierte gab ich ihm, den Rest nahm ich wieder mit. Von den Funden die ich abgab blieb mir die Freude des Findens und das Wissen über den Fund. Das war mein Schatz. Die Freude und das zunehmende Wissen.

Und ich sage euch, so wahr ich hier sitze. Wenn das nicht so gelaufen wäre hätte ich trotzdem weitergesucht, aber auch einen anderen Archäologen. Solange bis einer gesagt hätte. Gut dann bring mir die Sachen ich sage dir was es ist. UND ICH HÄTTE EINEN GEFUNDEN. Ist mir doch egal ob er zuständig ist oder nicht. Ich habe ein Recht auf Forschung. Wenn mich dann jemand aus Dünkel oder was auch immer wegschickt ist das sein Problem, nicht meins.

Ich habe einen Haufen scharfe Gewehrmunition gefunden und habe sie zur nächsten Polizeidienststelle gebracht. "Hier, hab ich gefunden, kümmert euch drum. 1 Stunde gequatscht und die einzige Gegenfrage war. "Sollen wir da noch den KMRD hinschicken oder ist das alles."

Ich habe im Wald gesucht und die Funde zum Archäologen gebracht. Ich bekam die Meldung per Post, wie bei jedem Fund, "Ihre Fund wurden unter der Nr. xxx erfasst,

Aber es gab ein P.S.  Sie wissen das sie im Wald nicht suchen dürfen. OK, aber die Funde waren offiziell registriert.

Ich wurde von der Polizei von einem Feld "gejagt" Na, gut wenn man es nicht mag das ich da suche dann lass ich es halt. Ich hab mit Förstern diskutiert und nach einer halben Stunde führten sie mich an Stellen und baten doch da mal zu schauen weil...es folgte immer eine interessante Geschichte. Finde ich was interessantes bekommt es der Archäologe und gut ist.

Weil ich mich für Geschichte hinter den Funden interessiere lerne ich auch ständig dazu. Inzwischen ist mir klar was wissenschaftlich interessant ist und das geht zum Archäologen. NATÜRLICH!!! im wahrsten Sinn des Wortes.

Leider kann ich in den letzten Jahren aus körperlichen Gründen nicht mehr so viel suchen. Ich habe keinen Ehrenamtlichen Ausweis mehr. Er macht keinen Sinn. Aber wenn ich es mal schaffe 2 Stunden zu sondeln werde ich interessante Funde zum Archäologen bringen. Sollte es dann heißen: " Sie dürfen doch gar nicht weil sie kein Ehrenamtlicher mehr sind." ist mir das egal.

Ich bringe es hin.   

Es ist die Frage wie man auftritt. Ist man ehrlich kann man sich mit jedem arangieren und Vertrauen aufbauen.

Ich würde nie einen Fund zurückhalten und stolz in eine Vitrine packen aus Angst das mir jemand den wegnimmt. Man kann ihn mir nicht wirklich wegnehmen. Es ist und bleibt mein Fund auch wenn er vielleicht woanders liegt. Ist er registriert geh ich ihn mir anschauen. Das Amt verwaltet die Funde und kann und soll sie wissenschaftlich auswerten und ich garantiere das ich die zu sehen bekomme. Weil ich freundlich nachfrage. Für mich ist ein Fund niemals Eigentum gewesen.

So, jetzt hab ich mich mal ausgekotzt. Man braucht nicht für alles Regeln und Gesetze und Verordnungen und Auslegungen zu Gesetzen und Verordnungen. Man braucht "Verstand" und nicht Versicherungen und Rückversicherungen.

Gruß

mc.leahcim
     
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 06. September 2014, 09:45:28
Zitat von: DOC.ATX in 05. September 2014, 22:07:23
Wäre das Thema frei von Fundneid  :glotz: auf beiden Seiten, dann könnte man es entspannt lösen und ein Kompromiss für beide Seiten würde schnell gefunden.


Fundneid gibt es höchstens bei Sondlern und dann denken sie, dass es den doch auch bei Archäologen geben muss.

Ist aber Quatsch.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DonCordoba in 06. September 2014, 10:20:34
@mc.leahcim
Gut ausgekotzt...  :super:

Micha  :-)
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 06. September 2014, 11:05:48
Zitat von: insurgent in 06. September 2014, 09:45:28
Fundneid gibt es höchstens bei Sondlern und dann denken sie, dass es den doch auch bei Archäologen geben muss.

Ist aber Quatsch.

Ist kein Quatsch!
Siehe: Der Triere Goldschatz und die dazu veröffentlichte Fundgeschischte
Das passt auch nicht ganz zum Thema.
Genauso geht es nicht darum ob man für sich oder für andere etwas findet.

Das viel Geld in der Archäologie verschwendet wird ist nun mal Tatsache.
Ob unnötige Dinge konserviert und gelagert werden oder sehr wichtige Fundstücke erst mit viel Aufwand geborgen werden, die dann in den Depos vergammeln, ist doch wohl nicht zu bestreiten.
Ich muß ja jetzt keine Beispiele nennen.

@ Carolus Rex und andere
Das Beispiel mit den militanten Fußballfans (obwohl Fan in dem zusammenhang nicht das richtige Wort ist) passt überhaupt nicht!
Alle Polizeieinsätze kosten viel Geld. Warum wird hier nicht von jedem der Hilfe bekommt gefordert das er die Rechnung selbst bezahlt?
Banken, Juveliere, Millionäre... haben auch Geld genug um die Einsätze und Ermittlungen nach einem Überfall zu bezahlen.
Dann muß man die Polizei halt abschaffen weil sie ja Geld kostet. :nono:
Allerdings gibt es dann auch noch andere Berufe die man nicht mehr braucht, gell, carolus rex :narr:

@ waldheinz
Sondengänger werden dann verteufelt wenn sie Dinge finden die Archäologen nicht finden.
Zitat eine Museumsdirektors der sogar das suchen auf Deponien verbieten wollte:
"Was wir nicht finden, dass gibt es nicht! Basta"
Carolus Rex wird das (vermutlich) bestätigen können.
Und natürlich werden sie auch verteufelt wenn sie sich nicht an Regeln halten und somit die korrekte Forschung erschweren oder gar verhindern.
Einige wenige Beispiele:
Fundzusammenhänge sind wichtig um Dinge zu datieren und zuordnen zu können.
Man kann bei Gebäuden eventuell verschiedene Baufasen erkennen.
Duch Bodenverfärverbungen kann man eventuell Pfostenlöcher, Gruben...erkennen.

Es gibt durchaus eine Menge Menschen die Interesse and der Vergangenheit haben.
Es muß nicht jeden interessieren, genauso wie die kostenintensive Forschung nach anderen Dingen (Urknall undso) einen auch nicht interessieren muß. Obwohl solche Forschungen auch nzu Teil von der Allgemeinheit finanziert wird.
Deshalb muß man diese aber nicht be/verhindern.
Natürlich muß ein Museum nicht zigtausendmal die gleichen Münzen, Scherben und ähnliches besitzen. Aber eine gewisse Anzahl, zb. von Scherben aus einem größeren Fundgebiet geben Epochen ihren Namen.
Bandkeramiker, Hallstattzeit, Eifel-Hunsrückkultur,jung-mittel-alt Steinzeit, um nur einige Beispiele zu nennen.
Eigentlich sind den Archäologen Befunde wichtiger als Funde, behaupten sie jedenfalls.
Aber Funde gehören nun mal dazu.
Deine Frage nach den(negative) Auswirkungen für die Gegenwart und die Zukunft durch verlorengegangene Erkenntnisse kann ich dir ganz einfach beantworten.

KEINE

Außerdem lernt der Mensch auch durch Erkenntnisse aus früheren Zeiten sowiso nichts.

Es gibt immernoch Kriege und die Gründe sind die gleichen wie schon immer.

Wünsche allen ein schönes Wochenende
Atrebates
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 06. September 2014, 12:03:10
Zitat von: atrebates in 06. September 2014, 11:05:48
Ist kein Quatsch!
Siehe: Der Triere Goldschatz und die dazu veröffentlichte Fundgeschischte
Das passt auch nicht ganz zum Thema.
Genauso geht es nicht darum ob man für sich oder für andere etwas findet.

Das viel Geld in der Archäologie verschwendet wird ist nun mal Tatsache.
Ob unnötige Dinge konserviert und gelagert werden oder sehr wichtige Fundstücke erst mit viel Aufwand geborgen werden, die dann in den Depos vergammeln, ist doch wohl nicht zu bestreiten.
Ich muß ja jetzt keine Beispiele nennen.

@ Carolus Rex und andere
Das Beispiel mit den militanten Fußballfans (obwohl Fan in dem zusammenhang nicht das richtige Wort ist) passt überhaupt nicht!
Alle Polizeieinsätze kosten viel Geld. Warum wird hier nicht von jedem der Hilfe bekommt gefordert das er die Rechnung selbst bezahlt?
Banken, Juveliere, Millionäre... haben auch Geld genug um die Einsätze und Ermittlungen nach einem Überfall zu bezahlen.
Dann muß man die Polizei halt abschaffen weil sie ja Geld kostet. :nono:
Allerdings gibt es dann auch noch andere Berufe die man nicht mehr braucht, gell, carolus rex :narr:

@ waldheinz
Sondengänger werden dann verteufelt wenn sie Dinge finden die Archäologen nicht finden.
Zitat eine Museumsdirektors der sogar das suchen auf Deponien verbieten wollte:
"Was wir nicht finden, dass gibt es nicht! Basta"
Carolus Rex wird das (vermutlich) bestätigen können.
Und natürlich werden sie auch verteufelt wenn sie sich nicht an Regeln halten und somit die korrekte Forschung erschweren oder gar verhindern.
Einige wenige Beispiele:
Fundzusammenhänge sind wichtig um Dinge zu datieren und zuordnen zu können.
Man kann bei Gebäuden eventuell verschiedene Baufasen erkennen.
Duch Bodenverfärverbungen kann man eventuell Pfostenlöcher, Gruben...erkennen.

Es gibt durchaus eine Menge Menschen die Interesse and der Vergangenheit haben.
Es muß nicht jeden interessieren, genauso wie die kostenintensive Forschung nach anderen Dingen (Urknall undso) einen auch nicht interessieren muß. Obwohl solche Forschungen auch nzu Teil von der Allgemeinheit finanziert wird.
Deshalb muß man diese aber nicht be/verhindern.
Natürlich muß ein Museum nicht zigtausendmal die gleichen Münzen, Scherben und ähnliches besitzen. Aber eine gewisse Anzahl, zb. von Scherben aus einem größeren Fundgebiet geben Epochen ihren Namen.
Bandkeramiker, Hallstattzeit, Eifel-Hunsrückkultur,jung-mittel-alt Steinzeit, um nur einige Beispiele zu nennen.
Eigentlich sind den Archäologen Befunde wichtiger als Funde, behaupten sie jedenfalls.
Aber Funde gehören nun mal dazu.
Deine Frage nach den(negative) Auswirkungen für die Gegenwart und die Zukunft durch verlorengegangene Erkenntnisse kann ich dir ganz einfach beantworten.

KEINE

Außerdem lernt der Mensch auch durch Erkenntnisse aus früheren Zeiten sowiso nichts.

Es gibt immernoch Kriege und die Gründe sind die gleichen wie schon immer.

Wünsche allen ein schönes Wochenende
Atrebates



Zum Glück gibt es den § 5 GG und die Archäologie wird nicht durch selbstberufene "Kritiker" eingeschränkt.

Und dass mit dem Futterneid bei Archäologen ist wirklich Quatsch, da hat der Trierer Münzschatz nun wirklich nichts mit zu tun.

Was Du meinst ist was völlig anderes.

Und wenn Du schreibst

Deine Frage nach den(negative) Auswirkungen für die Gegenwart und die Zukunft durch verlorengegangene Erkenntnisse kann ich dir ganz einfach beantworten.

KEINE


Dann ist das Deine Meinung.

Da aber die Mehrheit der Menschen an ihrer Geschichte interessiert sind, ist der Verlusst von Informationen extrem negativ da immer nur einmal vorhanden.

Aber man merkt es schon, einige sind sauer auf Archäologen und zweifeln vieles (oder fast alles) an und andere haben gute Erfahrungen gemacht und sind auch an den kleinsten Erkenntnissen interessiert  :friede:

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 06. September 2014, 12:15:10
Zitat von: insurgent in 06. September 2014, 12:03:10

Zum Glück gibt es den § 5 GG und die Archäologie wird nicht durch selbstberufene "Kritiker" eingeschränkt.

Und dass mit dem Futterneid bei Archäologen ist wirklich Quatsch, da hat der Trierer Münzschatz nun wirklich nichts mit zu tun.

Was Du meinst ist was völlig anderes.

Und wenn Du schreibst

Deine Frage nach den(negative) Auswirkungen für die Gegenwart und die Zukunft durch verlorengegangene Erkenntnisse kann ich dir ganz einfach beantworten.

Du weißt doch überhaupt nichts über den Triere Goldschatz!

Und das ein Direktor sagt, dass alles was Archäologen nicht finde auch nicht exisiert belegt genau den Fundneid!

Was hat es denn für negative Auswikungen für die Gegenwart und Zukunft.

Bitter um Beispiele, Herr alles besserwissender Oberlehrer
KEINE


Dann ist das Deine Meinung.

Da aber die Mehrheit der Menschen an ihrer Geschichte interessiert sind, ist der Verlusst von Informationen extrem negativ da immer nur einmal vorhanden.

Aber man merkt es schon, einige sind sauer auf Archäologen und zweifeln vieles (oder fast alles) an und andere haben gute Erfahrungen gemacht und sind auch an den kleinsten Erkenntnissen interessiert  :friede:


Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: atrebates in 06. September 2014, 12:27:29
Zitat von: insurgent in 06. September 2014, 12:03:10

Zum Glück gibt es den § 5 GG und die Archäologie wird nicht durch selbstberufene "Kritiker" eingeschränkt.

Und dass mit dem Futterneid bei Archäologen ist wirklich Quatsch, da hat der Trierer Münzschatz nun wirklich nichts mit zu tun.

Was Du meinst ist was völlig anderes.

Und wenn Du schreibst

Deine Frage nach den(negative) Auswirkungen für die Gegenwart und die Zukunft durch verlorengegangene Erkenntnisse kann ich dir ganz einfach beantworten.

KEINE


Dann ist das Deine Meinung.

Da aber die Mehrheit der Menschen an ihrer Geschichte interessiert sind, ist der Verlusst von Informationen extrem negativ da immer nur einmal vorhanden.

Aber man merkt es schon, einige sind sauer auf Archäologen und zweifeln vieles (oder fast alles) an und andere haben gute Erfahrungen gemacht und sind auch an den kleinsten Erkenntnissen interessiert  :friede:



Du weißt doch überhaupt nichts über den Triere Goldschatz!

Und das ein Direktor sagt, dass alles was Archäologen nicht finde auch nicht exisiert belegt genau den Fundneid!

Was hat es denn für negative Auswikungen für die Gegenwart und Zukunft.

Bitte um Beispiele, Herr alles besserwissender Oberlehrer

Hier noch ein Beispiel wie interessiert selbst Archäologen an der Vergangenheit sind.

Aus einem Thraed von Levante


"Da ich mit dem Boss der Baufirma in gutem Kontakt stehe, habe ich ihn gestern mal gefragt, ob denn archäologische Voruntersuchungen durchgeführt wurden.

Dies verneinte er heute, es wäre zwar Geld da gewesen, jedoch wurde davon ausgegangen, dass sich keine Archäologischen Befunde im Bereich der Ortsumgehung finden ließen. Sehr komisch, dass ich nun schon mehrere Interessante Befundsituationen im Bereich der Trasse hatte.  mhh grübel"

Und das ist kein Einzelfall


Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: stratocaster in 06. September 2014, 14:40:49
Ich denke, dass wir die 1% Unfrieden überschritten haben und
bitte daher um Mäßigung.  :cop:

Dass Menschen mit ihren Sinnen selektiv umgehen und beispielsweise vor allem das lesen,
was sie gerne lesen wollen, ist ja nichts Neues und betrifft alle gleichermaßen.
Äussert doch bitte einfach nur Eure Meinung.

Gruß :winke:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Harigast in 06. September 2014, 15:09:07
mc.leahcim

ganz ausgezeichnet!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 06. September 2014, 22:15:08
Zitat von: AndiObb in 05. September 2014, 23:46:09
Langsam langweilt´s...

Also nochmal...

Auch auf diese Gefahr hin- ich finde dieses Schema NICHT schlüssig. Es setzt voraus, dass man immer mit dem Amt zusammenarbeitet. Das mag zwar ehrenhaft u. richtig sein, aber es als Dogma für die Ausübung eines Hobbies zu benutzen, halte ich für nicht richtig!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 06. September 2014, 22:23:03
Zitat von: mc.leahcim in 06. September 2014, 00:42:11
Ich habe manchmal das Gefühl ich bin falsch gestrickt, oder sind es die anderen?

Die nächste Frage war und nun. Ich erfuhr wer der zuständige Archäologe war und rief dort an. Ich fuhr hin und im Gespräch wurde viel erklärt über Zivilisationsschleier und die Geschichte meiner Gegend. Ich war erst einmal zufrieden und recherchierte im Internet. Dort erfuhr ich das es Detektoren gab und hab mir einen gekauft.

Ich fand die ersten Metallteile und rief den Archäologen an. Ein neuer Termin und wieder zeigte ich Scherben und das Metall. Wieder ein interessantes Gespräch und ich sagte das ich mir einen Detektor gekauft haben und mit diesem die Felder absuchen würde. Der Archäologe schluckte kurz und sagte OK, aber zeig mir alles.

Das tat ich dann. Ich erfuhr das es Fundmeldungen gäbe und das es schön wäre wenn ich die ausfüllen würde. :dumdidum: Das tat ich. Einige Funde blieben im Amt andere nahm ich mit nach Hause. Mein Archäologe sagte mir das es alle 3 Monate feste Termine gibt an denen sich Leute wie ich sich mit ihm treffen und die Funde mit brächten. Ich nahm die Termine war. Nach ca. einem Jahr bekam ich einen Ausweis der mich als Ehrenamtliche Mitarbeiter auswies.

Ich habe einen Haufen scharfe Gewehrmunition gefunden und habe sie zur nächsten Polizeidienststelle gebracht. "Hier, hab ich gefunden, kümmert euch drum. 1 Stunde gequatscht und die einzige Gegenfrage war. "Sollen wir da noch den KMRD hinschicken oder ist das alles."

Ich habe im Wald gesucht und die Funde zum Archäologen gebracht. Ich bekam die Meldung per Post, wie bei jedem Fund, "Ihre Fund wurden unter der Nr. xxx erfasst,

Aber es gab ein P.S.  Sie wissen das sie im Wald nicht suchen dürfen. OK, aber die Funde waren offiziell registriert.

Ich würde nie einen Fund zurückhalten und stolz in eine Vitrine packen aus Angst das mir jemand den wegnimmt. Man kann ihn mir nicht wirklich wegnehmen. Es ist und bleibt mein Fund auch wenn er vielleicht woanders liegt. Ist er registriert geh ich ihn mir anschauen. Das Amt verwaltet die Funde und kann und soll sie wissenschaftlich auswerten und ich garantiere das ich die zu sehen bekomme. Weil ich freundlich nachfrage. Für mich ist ein Fund niemals Eigentum gewesen.

Da kann ich nur sagen, dass du viel Glück hattest, gleich an die Richtigen zu kommen, die dein Tun wenn evtl. skeptisch, so aber doch recht moderat behandelt hatten.
Ich kenne da auch andere Geschichten! Und wenn die Geschichte dann so endet, dass du etwas abgibst u. irgendwann stehen früh um sechs Leute vor deiner Tür, die hinein wollen, siehst du die Sache bestimmt in anderem Licht. :wuetend:

Zu deinem ersten Beitrag, der mir gut gefallen hat, werde ich mich, wenn ich auch teilweise anderer Ansicht bin, noch äußern.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: mc.leahcim in 06. September 2014, 23:42:07
Hallo waldheinz,
Zitat von: waldheinz in 06. September 2014, 22:15:08
Auch auf diese Gefahr hin- ich finde dieses Schema NICHT schlüssig. Es setzt voraus, dass man immer mit dem Amt zusammenarbeitet. Das mag zwar ehrenhaft u. richtig sein, aber es als Dogma für die Ausübung eines Hobbies zu benutzen, halte ich für nicht richtig!

Da wird es wieder Grundsätzlich. Wenn ich das Sondeln als Hobby sehe und will und mich nicht geltenden Gesetzen unterwerfen will dann kann ich Spielplätze reinigen und Strände. Verabschiedete Gesetze gelten solange bis sie geändert werden, auch wenn sie einen Teil der Bevölkerung "benachteiligen"

Keiner kann mich hindern wenn ich der Überzeugung bin in der Ortschaft 80 Km zu fahren zu müssen. Werde ich nicht geblitzt habe ich meine Überzeugung gelebt. Schlägt der Blitz ein muss ich mich geltendem Recht beugen. Einfach mal grundsätzlich.

Hier geht es nicht darum ob die Messung verkehrt, das Gerät nicht geeicht, Die "Falle" der Kurve stand, der Strahl gebrochen wurde. Das ist ein neuer Schauplatz.

Empfinde ich das geltende Recht als ungerecht habe ich als Bürger das Recht das überprüfen zu lassen. Grundsätzlich! Das es da Hürden gibt ist mir bekannt und nach zu lesen.

Sondeln ist kein Hobby wie Federball spielen. Ich kann mir jederzeit ein Luftgewehr kaufen. (Wenn ich 18 Jahre alt bin) Aber der Umgang wird gesetzlich geregelt.  Grundsätzlich!

Ich glaube ich habe deinen neuen Thread  hier gleich mit beantwortet. Wenn ich mich gesetzeskonform verhalte und man mir eine Verfehlung vorwirft ist das und da gebe ich dir vollkommen Recht mehr als unangenehm :wuetend: wenn man morgens um 6 Uhr Besuch bekommt. Das sollte dann aber hoffentlich zu klären sein. Obwohl, vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.  :heul:

Gruß

mc.leahcim
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: AndiObb in 07. September 2014, 09:21:37
Zitat von: waldheinz in 06. September 2014, 22:15:08
Auch auf diese Gefahr hin- ich finde dieses Schema NICHT schlüssig. Es setzt voraus, dass man immer mit dem Amt zusammenarbeitet. Das mag zwar ehrenhaft u. richtig sein, aber es als Dogma für die Ausübung eines Hobbies zu benutzen, halte ich für nicht richtig!

Zu dem Thema Archäologen und Sondengänger habe ich schon oft geschrieben. Es wiederholt sich (idR gleicher Inhalt bei neuer Verpackung) und da war dieses Schaubild die einfachste Methode der Darstellung meiner Meinung – stark vereinfacht wiedergegeben.

Ich weiß nicht, ob das bei Dir anders ist. Bei mir ist es weder im Privat- noch im Berufsleben (egal in welcher Rolle) so, dass ich immer mit allem einverstanden bin oder jeden verstehe. Damit muss man zurecht kommen, jeder tut das auf eine andere Weise – die dann auch wieder nicht jeder gut findet.

Stell Dir mal ein Archäologenforum vor, wo die Frage umgedreht wird: ,,Denke der Sondengänger". Die Antworten werden da auch breit gefächert sein.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Jøran-Njål in 07. September 2014, 18:52:56
Hallo ,,Waldheinz",

Du stellst hier zum Teil interessante Fragen, die ich gerne beantworten möchte.

Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07Selbst wenn ich durch Grabungen einen Fundzusammenhang auseinanderreiße- wen interessierts?

Klar der Archäologie interessiert das auf jeden Fall, keine Frage. Aber wer wird am Ende tatsächlich dadurch ,,geschädigt", wenn die Fundzusammenhänge ohne vorherige fachlicher Dokumentation vernichtet werden?
Antwort: Jeder von uns, der sich für die Geschichte hinter den Funden interessiert. Und dabei denke ich nicht mal an die zahlreichen Personen, die sich wirklich intensiv für die Geschichte interessieren, also ehrenamtliche Denkmalpfleger, Amateur-Archäologen, Heimatforscher etc., sondern eher an die Museumsbesucher, die staunend vor den Vitrinen stehen, die Fundobjekte betrachten und mehr darüber ,,erfahren" möchten. Diese ,,Erfahrung" wird ihnen aber genommen, wenn die Wissenschaft dazu nicht zu sagen hat, weil einfach die benötigten (möglichen) Fakten für immer zerstört worden sind.

Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07Welcher Art sind die verloren gegangenen Erkenntnisse?

Bei dem ,,Hortfund von Rülzheim" werden für die zukünftigen Museumsbesucher immer Fragen offen bleiben, da dieser Hort nicht wissenschaftlich ausgegraben worden ist. Eine Frage, die ich mir die ganze Zeit stelle, war das wirklich eine Vergrabung eines Raubgutes? Wie waren die Funde angeordnet? Und gab es Textilreste?  Es ist leider so, das zu den Umständen der Niederlegung des Hortfundes sich wegen der Zerstörungen von einem bekannten illegalen Sondengänger, bzw. seiner Raubgräbergruppe nichts mehr zu klären ist und daher diese Fragen für immer offen bleiben.

Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07Wem nützen sie (und wozu)?

Frag die Museumsbesucher und Du erhälst tausende von Antworten. Warum gehen die in ihrer Freizeit, ohne das sie dazu verpflichtet sind, in ein Museum und zahlen sogar dafür? Zur Erinnerung, ich schreibe hier nicht über Personen, die sich intensiv für die Geschichte interessieren. Es geht mir hier nur um die Personen, die warum auch immer, in Museen gehen und dort etwas über die Vergangenheit ,,lernen", ,,erfahren" möchten. Aufgrund meiner jahrelangen Beobachtung in Museen, wollen die Museumsbesucher nicht nur die Objekte bestaunen, sondern interessieren sich auch tatsächlich für deren Hintergrundgeschichte. Ich habe selber schon miterlebt, wie sehr die Besucher darüber enttäuscht waren, das man, als Beispiel nehme ich das ,,Berliner Goldhut", ihnen nichts darüber berichten kann, weil einfach keine Befunden aufgrund von einer Raubgrabung für die wissenschaftliche Auswertung erhalten war.

Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07Was könnte das für die Gegenwart und Zukunft meines Landes, meiner Mitmenschen und mich für (negative?) Auswirkungen haben?

Als erstes gehört Geschichte zum Allgemeinwissen und steht jeden Menschen zu, steht sogar im Grundgesetz etwas versteckt. Beraubt man den Menschen diese Möglichkeit sich weiterzubilden, ein Museumsbesuch gehört ja dazu. Dann ist das nicht nur ein eindeutiger Eingriff in deren persönlichen Rechten der Meinungs-, bzw. Geschichtsbildung, sondern kann auch, aufgrund der (drastisch gesagt) ,,Verdummung" negative Auswirkung im Zusammenleben bringen. Warum negative Auswirkung? Ein Beispiel: nun ja, es gibt in Polen (noch) eine kleine Minderheit, die die Behauptung aufgestellt hatte, das die Slawen in Schleswig-Holstein, Hamburg, zum Teil in Niedersachsen und in den ganzen östlichen Bundesländer vor den ,,Deutschen" gelebt und von deren vertrieben worden sind. Also, nach deren Logik ist das alles polnisches Staatsgebiet und müsste zurückerobert werden, bzw. da wir ja ein Europa sind, von Deutschland freiwillig an Polen zurückgegeben werden. Da aber in Polen viele Menschen geschichtlich gebildet sind, halten die das natürlich für Unsinn und meiden diese Gruppierungen. Ungebildete aber, die glauben daran und würden und ,,Besetzter" gerne aus ,,Polen" vertreiben. So etwas in der Art erlebt man übrigens gerade auch in Ungarn, wo leider viele neue Anhänger gewonnen werden können, warum wohl? Wer sich mit der Geschichte auseinander gesetzt hat, wird wohl nicht die Dummheit begehen, wie kürzlich ein junger Sondengänger hier in Deutschland und das ,,Ahnenerbe" zum Thema Sondengänger in das Gespräch bringen, wenn er nicht gerade zu den Nationalsozialisten gehört.

Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07Wem nützen die gefundenen bronzezeitlichen Armreifen, die Musketenkugeln, Uniformknöpfe, Münzschätze in Bezug auf den vorangegangenen Satz?

Der Allgemeinheit in ihrer Wissenbildung nützen die was. Ein aktuelles Beispiel aus Schleswig-Holstein. In der ehemaligen wikingerzeitliche Handelssiedlung Haithabu gab es in der Zeitlinie einen Bruch, da aus dieser Zeit einfach keine Münzen gefunden worden sind. Die Wissenschaft aber, war davon überzeugt, das es Funde geben müsste, nicht nur in einer gewissen Zeit. Und siehe da, aufgrund ehrenamtliche Sondengänger, die dort danach gesucht haben, wurden diese fehlenden Münzen gefunden und offene Fragen zum Teil endlich nach vielen Jahren der Erforschung beantwortet. Leider habe das viele Haithabuforscher nicht mehr miterleben dürfen. Wo stände heute die Haithabu-Forschung, wenn diese Münzen von Sammlern ohne Geschichtsinteresse gefunden worden wäre? Und dazu existieren auch viele Beispiele über bronzezeitliche Armreifen, Musketenkugeln, Uniformsknöpfe etc..

Zitat von: waldheinz in 03. September 2014, 23:25:07Habe mich auch schon mit einem Heimatforscher unterhalten, der das auch nicht so wusste.

Das verwundert mich aber jetzt etwas. Ein Heimatforscher ist doch noch mehr auf wissenschaftliche Quellen angewiesen, als ein Museumsbesucher, der sich nicht so intensiv für die Geschichte interessiert! Wenn er etwas über seine Heimat erforschen will, dann benötigt er doch dafür Quellen, sei es aus archäologischen Grabungen (Bodenarchive), oder durch Dokumente in den Archiven. Beides wird ihn durch Steuerzahler bereitgestellt, mitunter sogar kostenlos. Der Staat ist sogar dazu verpflichtet, ihn bei seiner Weiterbildung zu unterstützen. Daher haben wir Archive, Museen etc.. Denn die Forschung ist Frei, auch für Nichtwissenschaftler!

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Antworten etwas anfangen. Zum Abschluss zeige ich eine Aufnahme von Museumsbesucher, die einfach mal so für einen Tag in ein Museum gehen, sogar an einer kostenpflichtigen Museumstour teilnahmen, nur weil die etwas mehr über die Vergangenheit ihres Bundeslandes erfahren wollten. Würde man ihnen diese Möglichkeit nehmen, sei es, weil durch Raubgrabungen nichts mehr zu zeigen und zu erklären wäre, dann ist das ein erheblicher Eingriff in deren Grundrechte.

(https://farm2.staticflickr.com/1204/4721032703_2e735970e5_n.jpg) (https://flic.kr/p/8cbwxz)32 Haithabu WMH 20-06-2010 (https://flic.kr/p/8cbwxz)

Viele Grüße,

Jøran-Njål
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Jøran-Njål in 07. September 2014, 19:01:00
Zitat von: waldheinz in 05. September 2014, 23:14:58
Es geht hier nicht um Vergleiche! Aber, um mal bei dem Thema zu bleiben, Fussball zieht zwar ne Menge Idioten an, aber wenn ich selber welchen spielen will, kommt mir keiner mit irgendwelchen Sachen dazwischen.
Wenn ich aber sondeln gehen will, kommen gleich ne Menge Typen, die mir erklären, warum ich das besser lassen soll!

Geh mal mit Deinem Fußball in ein Dom, wo man Super Fußball spielen kann. Vermutlich werden dort auch gleich eine Menge von "Typen" (sogar schwarz bekleidet) kommen und Dir das erklären, warum Du das besser lassen solltest! Oder auf der Autobahn, oder in einem Einkaufszentrum, oder ...  :-D

Ach ja, selbst auf einem Fußballplatz darfst Du auch nicht immer rauf.

Viele Grüße,

Jøran-Njål
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 07. September 2014, 22:32:17
Zitat von: Jøran-Njål in 07. September 2014, 19:01:00
Geh mal mit Deinem Fußball in ein Dom, wo man Super Fußball spielen kann. Vermutlich werden dort auch gleich eine Menge von "Typen" (sogar schwarz bekleidet) kommen und Dir das erklären, warum Du das besser lassen solltest! Oder auf der Autobahn, oder in einem Einkaufszentrum, oder ...  :-D

Ach ja, selbst auf einem Fußballplatz darfst Du auch nicht immer rauf.

Viele Grüße,

Jøran-Njål

Ich sag es ja: "Vergleiche hinken!"
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 07. September 2014, 22:41:17
@ mc.leahcim

Ich wollte ja noch auf deinen ersten Beitrag zu ,,meinem" Thema  antworten:
Es ist schon interessant zu wissen, wer den Fehler in meiner Gehaltsabrechnung gemacht hat!
Aber warum u. ob es der einzige war, darum sollten sich andere kümmern, um Ärger von noch anderen zu entgehen. :smoke:

Wissensdurst ist eine der größten Triebkräfte unserer menschlichen Existenz!
Dabei können Richtung der Forschung u. auch die Ergebnisse unterschiedlich variieren.
Nicht immer muss Wissensdurst anerkannte gesellschaftliche Konventionen bedienen!
Kann also auch mal ,,nach hinten losgehen"!  :oho: :ups:

Ich komme aus einer Gegend, die von Slawen besiedelt wurde. Auch viele Hugenotten sind später hier eingewandert.
Das sind Erkenntnisse, die im ersten Fall durch Funde und in beiden durch Überlieferungen dokumentiert sind.
Was lerne ich daraus? – Die Nationalisten in meiner Gegend sollten sich mal mehr Gedanken über ihre Ururgroßeltern (und evtl. noch viele Generationen weiter zurück) machen! :frankreich: :D3: :das_sieht:

Wer aber zu den genannten Zeiten mit wem Handel getrieben hat, was ausgetauscht wurde, welche Produkte im Umlauf waren- das mag interessant sein, aber es ist noch relevant?
Wie die Menschen früher bestattet wurden mag interessant sein, aber es ist noch relevant?
Wo Siedlungen und Arbeits- so wie Rastplätze waren mag interessant sein, aber es ist noch relevant? ...
Damit will ich allerdings nicht implizieren, dass mich das alles nicht interessiert!
Auch ich renne durch die Gegend u. finde Plätze, von denen noch niemand ne Ahnung hatte. Aber das hatte ich wohl schon mal geschrieben. (ja ja, das Alter...) :weise:

Aber wenn ich auf Anfrage vom Denkmalamt als Antwort bekomme, dass 90% aller Bodendenkmale noch nicht entdeckt sind u. ich deshalb von der Sondelei  Abstand nehmen müsse... HALLO???
Den Satz muss man sich erst mal gemütlich reinziehen u. evtl. auf andere Sachgebiete ummünzen!
Da können echt groteske Denkansätze rauskommen. :narr: :irre:
Und dann kommt man auf solche Gedanken, wie ich sie hier äußere!

Ich will mich jetzt nicht weiter ausbreiten, aber zum Schluss will ich noch was loswerden:
Der Satz ,,Man muss wissen, woher man kommt, um zu wissen, wohin man geht!" mag mitunter seine Berechtigung haben, wird aber auch oft u. schnell als Floskel benutzt.


Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Jøran-Njål in 08. September 2014, 00:06:33
Zitat von: waldheinz in 07. September 2014, 22:41:17
Wer aber zu den genannten Zeiten mit wem Handel getrieben hat, was ausgetauscht wurde, welche Produkte im Umlauf waren- das mag interessant sein, aber es ist noch relevant?
Wie die Menschen früher bestattet wurden mag interessant sein, aber es ist noch relevant?
Wo Siedlungen und Arbeits- so wie Rastplätze waren mag interessant sein, aber es ist noch relevant? ...

Komm auf den Punkt, was willst Du damit sagen?

Gruß,

Jøran-Njål
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DOC.ATX in 08. September 2014, 03:38:28
Die Archäologie gibt es nicht. Den Archäologen gibt es auch nicht.
Damit gibt es auch nicht die Denke der Archäologen.
Ins Auge fallen nur die negativen Extreme. Leider.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 08. September 2014, 11:04:10
Zitat von: waldheinz in 07. September 2014, 22:41:17
.....

Wissensdurst ist eine der größten Triebkräfte unserer menschlichen Existenz!

......

Wer aber zu den genannten Zeiten mit wem Handel getrieben hat, was ausgetauscht wurde, welche Produkte im Umlauf waren- das mag interessant sein, aber es ist noch relevant?
Wie die Menschen früher bestattet wurden mag interessant sein, aber es ist noch relevant?
Wo Siedlungen und Arbeits- so wie Rastplätze waren mag interessant sein, aber es ist noch relevant? ...
....


Die Fragen hast Du doch selber beantwortet  :dumdidum:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: mc.leahcim in 08. September 2014, 19:22:19
Hallo waldheinz,
erst einmal danke für deine ausführliche Antwort die ich in großen Teilen sehr gut verstehen kann. Die ich aber auch in einigen Teilen relativieren möchte.

Zitat von: waldheinz in 07. September 2014, 22:41:17
Aber wenn ich auf Anfrage vom Denkmalamt als Antwort bekomme, dass 90% aller Bodendenkmale noch nicht entdeckt sind u. ich deshalb von der Sondelei  Abstand nehmen müsse... HALLO???
Den Satz muss man sich erst mal gemütlich reinziehen u. evtl. auf andere Sachgebiete ummünzen!
Da können echt groteske Denkansätze rauskommen. :narr: :irre:
Und dann kommt man auf solche Gedanken, wie ich sie hier äußere!

Wenn 90% der Bodendenkmäler noch nicht entdeckt sind gibt es 2 Hauptgründe das diese auch unentdeckt bleiben sollen.
1. Die zukünftige Wissenschaft kann vielleicht noch mehr als die jetzige und man will da was übrig lassen.
2. Es ist kein Geld da. Kein Geld für Lohn und damit Arbeitsplätze. Nicht für Depots und nicht für Ausstellungsräume.

Da können doch nicht hunderte von Sondengänger einfach Funde anschleppen. "Das ist auch eine Denke" 

Zitat
Ich will mich jetzt nicht weiter ausbreiten, aber zum Schluss will ich noch was loswerden:
Der Satz ,,Man muss wissen, woher man kommt, um zu wissen, wohin man geht!" mag mitunter seine Berechtigung haben, wird aber auch oft u. schnell als Floskel benutzt.


Leider! Unser Schulsystem bricht früher oder später zusammen und Geschichte wird da jetzt schon aus dem Plan gewippt. Allgemeinwissen und Kultur sind uninteressant in der Wirtschaft denn wir brauchen jedes Jahr ZUWACHS.

Ich arbeite in einer Universitätsklinik. Eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Aber mit einem Vorstand wie in der freien Wirtschaft.
Man mag es kaum glauben aber wir sollen jedes Jahr 5% mehr Rendite erwirtschaften. Rendite in einem Umfeld das einen Lehrauftrag hat. Generiert durch "heilen" :kopfkratz: am Fließband mit reduziertem Personal aus der Tasche der Krankenkassen, also durch uns. Ich sag da nur Spirale.

Hippokrates rotiert in seinem Grab. :hilfe3: Zu besten Zeiten wurden in China "Ärzte" nur bezahlt wenn der Patient geheilt war.
Hier zitiere ich noch schnell deinen Satz ,,Man muss wissen, woher man kommt, um zu wissen, wohin man geht!" :back2:

Und nun zu deiner Frage nach Relevanz.

Die ursprüngliche Bedeutung von Relevanz war ,,schlüssig, richtig". Im 20. Jahrhundert entwickelte sich, unter dem Einfluss des englischen relevant, die heutige Wortverwendung im Sinne von ,,bedeutungsvoll, wesentlich, [ge]wichtig".

Ich sehe Relevant noch im ursprünglichen Sinn (schlüssig, richtig) So geht es bei der Archäologie auch darum zu erkennen/beweisen ob etwas schlüssig und richtig ist und das immer aufs neue, solange bis es Relevant ist. :smoke:

Gruß

mc.leahcim
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 08. September 2014, 22:41:18
Zitat von: Jøran-Njål in 08. September 2014, 00:06:33
Komm auf den Punkt, was willst Du damit sagen?

Gruß,

Jøran-Njål
Ich will damit sagen, dass wir uns hier wunderbar im Kreis drehen ...und wieder am Ausgangspunkt sind. :narr:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 08. September 2014, 22:47:47
Zitat von: DOC.ATX in 08. September 2014, 03:38:28
Die Archäologie gibt es nicht. Den Archäologen gibt es auch nicht.
Damit gibt es auch nicht die Denke der Archäologen.
Ins Auge fallen nur die negativen Extreme. Leider.


Oh, ein Nihilist!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 08. September 2014, 23:01:10
Zitat von: mc.leahcim in 08. September 2014, 19:22:19

Wenn 90% der Bodendenkmäler noch nicht entdeckt sind gibt es 2 Hauptgründe das diese auch unentdeckt bleiben sollen.
1. Die zukünftige Wissenschaft kann vielleicht noch mehr als die jetzige und man will da was übrig lassen.
2. Es ist kein Geld da. Kein Geld für Lohn und damit Arbeitsplätze. Nicht für Depots und nicht für Ausstellungsräume.

Da können doch nicht hunderte von Sondengänger einfach Funde anschleppen. "Das ist auch eine Denke" 


Schick, schick, da treffen wir uns auf einmal! Den letzten Satz habe ich in abgewandelter Form von unserem Kreisarchi schon gehört! :zwinker:
Und das 90% aller Bodendenkmale noch nicht entdeckt sind-entschuldge mal bitte, aber so eine Aussage gehört für mich ins Märchenbuch, und zwar genau in die Geschichten, in denen Kindern Angst vor dem bösen Wolf gemacht werden soll!
Ich sagte ja, wenn ich das mal in andere Bereiche umdenke, können komische Sachen rauskommen:
"Aufgrund der Tatsache, dass Sie aus einem nicht gesellschaftshomogenen Milieu kommen, rechnen wir zu 90% damit, dass Sie eine kriminelle Laufbahn einschlagen werden u. nehmen Sie schon mal sicherheitshalber in Verwahrung!"
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: AndiObb in 08. September 2014, 23:21:13
Jetzt wird's eher lustig.

Zitat von: waldheinz in 08. September 2014, 22:47:47
Oh, ein Nihilist!

Auch wenn ich mit den Aussagen von "doc.atx" nicht immer was anfangen kann... diese traf des Pudels Kern doch recht gut.
Mal eben ein Auszug aus Wikipedia: "Der Begriff Nihilismus (lat. nihil, ,,nichts") bezeichnet allgemein eine Orientierung, die auf der Verneinung jeglicher Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung basiert. Er wurde in der abendländischen Geschichte auch polemisch verwendet, so etwa für die Ablehnung von Kirche und Religion. Umgangssprachlich bedeutet Nihilismus die Verneinung aller positiven (seltener auch der negativen) Ansätze."

Mit Deinen Aussagen qualifizierst Du dich jedoch eher als solcher. Platt ausgedrückt "was man so findet braucht keiner, interessiert keinen, liefert keine Erkenntnisse...". Dass gerade Du diesen Begriff ins Felde führst?

Zitat von: waldheinz in 08. September 2014, 23:01:10
"Aufgrund der Tatsache, dass Sie aus einem nicht gesellschaftshomogenen Milieu kommen, rechnen wir zu 90% damit, dass Sie eine kriminelle Laufbahn einschlagen werden u. nehmen Sie schon mal sicherheitshalber in Verwahrung!"

Mein Freund... hast Du schon mal überlegt, wie Deine Kreditwürdigkeit berechnet wird? Guten Morgen!
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 08. September 2014, 23:25:11
Zitat von: mc.leahcim in 08. September 2014, 19:22:19

Hier zitiere ich noch schnell deinen Satz ,,Man muss wissen, woher man kommt, um zu wissen, wohin man geht!" :back2:

Und nun zu deiner Frage nach Relevanz.

Die ursprüngliche Bedeutung von Relevanz war ,,schlüssig, richtig". Im 20. Jahrhundert entwickelte sich, unter dem Einfluss des englischen relevant, die heutige Wortverwendung im Sinne von ,,bedeutungsvoll, wesentlich, [ge]wichtig".

Ich sehe Relevant noch im ursprünglichen Sinn (schlüssig, richtig) So geht es bei der Archäologie auch darum zu erkennen/beweisen ob etwas schlüssig und richtig ist und das immer aufs neue, solange bis es Relevant ist. :smoke:

Gruß

mc.leahcim

Ich würde es nie wagen, oben zitierten Satz als den meinen zu bezeichnen!

Und danach begeben wir uns jetzt in Wortklauberei. Jedenfalls lese ich, dass ich mit meiner Wortwahl nicht wirklich falsch gelegen habe. Da fällt mir doch glatt ein Stein vom Herzen!

Wir werden wohl nicht wirklich zueinander finden. Das hatte ich mir auch nicht unbedingt so vorgestellt. Obwohl man verschiedener Meinung ist, muss Respekt nicht unmöglich sein!

Mir ist es wichtig, noch Folgendes los zu werden:
Gesetze haben ihren Sinn, sind wichtig.
Aber sobald man eingeschränkt wird, obwohl großes Potential für freieres Handeln möglich wäre, darf man so was auch mal anzweifeln. Viele schreiben hier interessante Texte.
Aber bei manchen habe ich den Eindruck, dass der Blick zu sehr gerade aus fixiert ist.
Manchmal lohnt es sich, verquer zu denken. Und da sollte sich niemand angegriffen fühlen.
Man kann auch mal bei rot über eine Ampel fahren, wenn die Kreuzung vollkommen frei ist. Wenn du erwischt wirst, interessiert das allerdings nicht! Ist vielleicht richtig so, aber ich finde es komisch.
Und wenn man mitten in der Nacht an einer leblosen Straße Menschen an einer roten Fußgängerampel warten sieht, ist man wohl in Deutschland!!!

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: waldheinz in 08. September 2014, 23:32:39
Zitat von: AndiObb in 08. September 2014, 23:21:13
Jetzt wird's eher lustig.

Mit Deinen Aussagen qualifizierst Du dich jedoch eher als solcher. Platt ausgedrückt "was man so findet braucht keiner, interessiert keinen, liefert keine Erkenntnisse...". Dass gerade Du diesen Begriff ins Felde führst?

Mein Freund... hast Du schon mal überlegt, wie Deine Kreditwürdigkeit berechnet wird? Guten Morgen!

Ich weiß nicht, woher du annimmst, dass ich dein Freund sei. Meine Kreditwürdigkeit wird wahrscheinlich zu 90% aus was weiß ich hergeleitet.
Und wenn du den ersten Satz so allgemein und schnörkellos auf den Punkt bringen willst, habe ich wohl eh alles falsch gemacht u. werde es wohl auch weiterhin so machen...
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DOC.ATX in 08. September 2014, 23:47:56
Bisher warte ich immer noch auf die Wortmeldung eins zu einer Aussage zur Fragestellung qualifizierten hauptamtlichen Mitarbeiters einer Landesdenkmalschutzbehörde, am Besten eines Archäologen. Momentan sehe ich hier alle Schreiberlinge, einschließlich meiner Person, in Mutmaßungen herumtasten.
Wie sieht sie denn jetzt aus, die Denke der Archäologen, meine Damen und Herrn Kollegen vom Fach?
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Daniel in 09. September 2014, 01:30:08
Zitat von: DOC.ATX in 08. September 2014, 23:47:56
Bisher warte ich immer noch auf die Wortmeldung eins zu einer Aussage zur Fragestellung qualifizierten hauptamtlichen Mitarbeiters einer Landesdenkmalschutzbehörde, am Besten eines Archäologen. Momentan sehe ich hier alle Schreiberlinge, einschließlich meiner Person, in Mutmaßungen herumtasten.
Wie sieht sie denn jetzt aus, die Denke der Archäologen, meine Damen und Herrn Kollegen vom Fach?
Ich frage mich die ganze Zeit weshalb diese, für manche wohl weltbewegende Frage, nicht in einem Forum von Archäologen gestellt wird? :kopfkratz:
Wie z.B.  http://www.archaeologie-online.de/
Zumindest sind da die Chancen, Antworten von studierten Archäologen zu bekommen, wesentlich höher als hier.

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DOC.ATX in 09. September 2014, 08:08:09
Die Diskussionen welche ich in den vergangenen zwei Jahren im AO verfolgt habe ließen nicht unbedingt darauf schließen das dort auch Archäologen mit an Bord sind.
"Die Archäologen" werden schon einen Grund dafür haben ihre Geweggründe nicht öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Daniel in 09. September 2014, 08:53:47
Und weshalb erwartest Du dann hier Antworten von ihnen? :kopfkratz:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: mc.leahcim in 09. September 2014, 17:50:13
Hallo waldheinz,
ich nochmal. :-D

Hier (http://www.sucherforum.de/index.php/topic,63879.0.html) in Antwort 15 ist ein kleines Beispiel zum Interesse eine Archäologisch Instituts an einem "unbedeutendem" Plombenfund gut dokumentiert. Dann kommt zufällig noch der Fund von St. Subrie (http://www.sucherforum.de/index.php/topic,60614.0.html) dazu. 2 kleine Puzzelsteinchen für die Archäologen in Mechelen.

Ich würde genau mit dieser kleinen Geschichte noch einmal bei deinem Ansprechpartner beim Amt vorstellig werden. Du kannst dir aus den beiden Fundthreads alles was du möchtest herauskopieren und und in ein Worddokument kopieren. und so eine kleine Dokumentation machen.
Vielleicht schreibst du auch noch Nadevy (http://www.sucherforum.de/index.php?action=profile;u=12422) an und bittest ihn um den Brief aus Mechelen. Er kann ja den Brief ja vielleicht scannen als Bild.jpg In diesem Bild kann er seine Adresse schwärzen und dir dann das Bild per E-Mail schicken. Vielleicht kommt dann auch noch ein Brief von St.Subrie auf die selbe Art dazu.

Wenn du dann zeigst und erklärst das du vorhast mit deinen Funden genauso akribisch vor zu gehen zeigt das ein reges Interesse, an der Geschichte, deinerseits. Die Wahrscheinlichkeit auf einem Feld ein Bodendenkmal zu entdecken ist auch bei den von ihm erwähnten "90% unentdekten" recht unwahrscheinlich.

So wie du schreibst sehe ich das du nicht auf den Mund gefallen bist. Mach einen rührende Geschichte daraus und umranke sie mit Worten von aufopfernder Hilfsbereitschaft. Kurz versuch ihn um den Finger zu drehen. Manch einer will "Bauchgepinselt" werden. Man muss Menschen auch schon mal das Gefühl geben das sie wichtig sind. Das bewirkt häufig einen Sinneswandel.

Kleines Beispiel:
Ich sondle auf einem Feld so für mich hin. Direkt an einem Wald. Am Waldesrand ein Hochsitz. Plötzlich eine inferalische Stimme:
KOMMEN SIE MAL SOFORT HIER HIN. WAS MACHEN SIE DA EIGENTLICH. Ich habe immer ein paar Münzen für solche Leute in der Tasche. Meist Klimpergeld aus dem Deutschen Reich. Also tue ich so als hätte ich gerade ein Signal, bücke mich und grabe. Hebe scheinbar etwas aus dem Loch und rufe. MOMENT ICH KOMME GLEICH. ICH WILL DAS NUR NOCH AUSGRABEN. Ich stecke "nichts" in die Tasche und gehe auf ihn zu. Guten Tag. Ich suche hier mit einem Metalldetektor nach verlorenen Gegenständen. Ist das ihr Hochstand? Mein Name ist XXXXXX. Er WAS HABEN SIE DA GEFUNDEN. Och nur ein paar Münzen und ein wenig Schrott. MÜNZEN? Ja. Ich greife in die Tasche und hole das Klimpergeld hervor und halte es ihm auf der flachen Hand hin.
ZEIGEN SIE MAL. Er nimmt die Münzen und sagt:(Achtung ab hier hat er in normaler Lautstärke gesprochen) Oh, die könnten glatt von meinem Vater sein, der war auch schon Förster und hat hier gejagt. Ich: Ja, so ein Zufall. Möglich ist alles. Behalten Sie die. Ist das ihr Waldstück oder sind sie Pächter? Er gibt mir die Münzen zurück. (Sein Stolz verbietet ihm die anzunehmen)

Ab hier hatten wir ein längeres Gespräch. Es Endete mit den Worten: Kommen sie nur nicht nach Anbruch der Dunkelheit hier her. Ich könnte sie, wenn sie sich so bücken für ein Wildschwein halten. Er lacht. Ich etwas gequält auch. Wir verabschieden uns und ich sondele weiter fürbass vor mich hin.

Gruß

mc.leahcim  

P.S. Ach ja, fast vergessen. Nimm ihm noch ein paar Lesefunde mit (noch gehst du ja nicht mit dem Detektor :zwinker:) Ein paar Scherben oder wenn du schon Flintartefakte gefunden hast halt da auch was. Vielleicht bringt das ein Gespräch in Gang.Es muss ja nicht gleich eine NFG sein. Erst mal vertrauendsbildene Maßnahmen einleiten. :friede:
   
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DOC.ATX in 10. September 2014, 22:57:13
https://www.facebook.com/groups/614041748713094/?fref=ts

Passt zum Thema. Diesmal mit ein paar Stellungnahmen der Archäologen.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: Daniel in 10. September 2014, 23:00:56
Zitat von: DOC.ATX in 10. September 2014, 22:57:13
https://www.facebook.com/groups/614041748713094/?fref=ts

Passt zum Thema. Diesmal mit ein paar Stellungnahmen der Archäologen.
Bin nicht bei Fratzenbuch angemeldet, deshalb bleibt es für mich unsichtbar.  :kopfkratz:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: insurgent in 10. September 2014, 23:22:52
Zitat von: DOC.ATX in 10. September 2014, 22:57:13
https://www.facebook.com/groups/614041748713094/?fref=ts

Passt zum Thema. Diesmal mit ein paar Stellungnahmen der Archäologen.

Oh ja, es gibt viele frustierte Archäologen  :nixweiss:
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: St. Subrie in 11. September 2014, 11:50:54
Nach einem Blick in die Mitgliederliste, nein Danke. Nichts gegen einzelne honorige Leute.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: historia-invenire in 12. September 2014, 20:13:15
Die ganze Diskussion zeigt doch dass hier von allen Seiten ein gewaltiger Redebedarf besteht.
Das hier ist ja nicht das erste Thema diesbezüglich und wird auch nicht das letzte sein.
Tatsache ist, es gibt weder DEN Archäologen noch DEN Sondler somit wird es in nächster Zeit auch nicht DIE Lösung geben.
Bis dahin gibt es Gesetzte und an die muss man sich halten. Wie in dem Beispiel mit den 80 km/h in der Ortschaft.
Kann ich machen, aber wenn´s blitzt muss ich mit den Konsequenzen leben.
Sicher wird oft der Fehler gemacht und der MD als Teufelswerk verschrien aber auch nur weil es in der Vergangenheit (leider bis heute) Personen gab und gibt, welche ihn auch als illegales Instrument genutzt haben. Dies Trifft ganauso auf PS starke Autos, Waffen, Motorräder usw... zu. Es gibt immer Idioten, welche das "Werkzeug" nicht im Griff haben und der Besonnene, der sich an die Regeln hält ist letztendlich genauso verschrien. Ich selber bin Motorradfahrer. Manchmal schäme ich mich einer zu sein wenn ich so auf die Straße schaue.
Ich hoffe ich habe nicht zuweit ausgeholt und dass meine "denke" rübergekommen ist.

PS: Sondeln ist ein geiles Hobby.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: DOC.ATX in 12. September 2014, 22:46:40
Wie verzwickt die Situation ist kommt schon in FB rüber. Wie wenig einige wissen auch.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: AndiObb in 12. September 2014, 23:19:50
Zitat von: DOC.ATX in 12. September 2014, 22:46:40
Wie verzwickt die Situation ist kommt schon in FB rüber. Wie wenig einige wissen auch.

Ich bin nicht bei FB - werde ich auch nicht sein.

Dass es verzwickt ist, da gebe ich Dir aber auch so Recht.

Wie schon geschrieben wurde, gibt es "sowohl als auch" "diese und jene". Das lässt sich auch nicht an den Landesgesetzen ablesen. Es gibt in Bayern genügend "Schwarzsondler", genauso wie in BaWü auch. Und die Gesetze könnten unterschiedlicher nicht sein. Noch mehr als in der freien Wirtschaft ist der Amtsschimmel obrigkeitshörig. In Bayern ist das Gesetz nicht so streng wie anderswo, die Führung aber sehrwohl.

Meine Darstellung aus einem vorherigen Beitrag ist stark vereinfacht. Und dennoch ist sie korrekt: was ärgere ich mich über "das Amt"... ständig... Aber: was ärgere ich mich über Sondengänger... ständig und deutlich ausgeprägter! Gerade in Bayern ist es nicht so schwer, sich an die Regeln zu halten. Erleben tue ich allerdings Anderes. Und wenn mir jemand ein Stück Vergangenheit meiner Heimat aus der Erde buddelt, um es dann daheim in der Stadt in die Hauseigene Vitrine zu stellen, dann werde ich allergisch. Ich bin vergleichsweise wenig mit der Sonde unterwegs, dennoch konnte ich schon das ein oder andere Gespräch mit diversen Landwirten führen. Gerade dort, wo BD in der Nähe sind, stellt es mir die Haare auf.

Was habe ich mir die Finger wund geschrieben um Unbekehrbare zu bekehren. Das tue ich mir nicht mehr an. Ich bin selbst nicht von der Lage begeistert. Deshalb sehe ich das für mich persönlich so: ich bin ein kleines Licht und ich versuche an den richtigen Stellen zu leuchten. Ich interessiere mich für unsere lokale Geschichte, daraus hat sich inzwischen mehr ergeben als ich eigentlich wollte. Ich beantworte Fragen aller bayerischer Sondler zur Lage gerne. Daraus ergab sich auch schon einiges. Für mich ist das in erster Linie zwar ein Zeitaufwand - aber der dahinter liegende Zweck rechtfertigt dies.
Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: historia-invenire in 13. September 2014, 09:13:12
Da bin ich voll bei AndiObb.
Wobei ich nicht das Problem sehe wenn sich jemand was in die eigene Vitrine stellt, vorausgesetzt natürlich der Fund ist gemeldet und freigegeben.
Was mich etwas stört ist einfach, dass manche Funde in irgendwelchen Archiven des Landes landen und dort verstauben oder an einem Ort ausgestellt, an dem Bürger aus dem Raum des Fundortes nichts davon haben. Das ist einfach nur schade.
Ich erinnere mich an einen Münschatz aus dem Ries mit mehr aus 500 Münzen der nun in der Staatlichen Münzsammlung München liegt.
Da hat von den "Riesern" niemand was davon und ich bin mir sicher viele wissen von diesem spektakulären Fund nichts.
Das eine gewisse Technik vorhanden sein muss um manche "Schätze" zu sichern ist mir klar und das dies ein kleines Bauernmuseum nicht haben kann auch.

Titel: Re:Denke der Archäologen
Beitrag von: tomdulie in 14. September 2014, 12:23:57
Zitat von: historia-invenire in 13. September 2014, 09:13:12
Da bin ich voll bei AndiObb.
Wobei ich nicht das Problem sehe wenn sich jemand was in die eigene Vitrine stellt, vorausgesetzt natürlich der Fund ist gemeldet und freigegeben.
Was mich etwas stört ist einfach, dass manche Funde in irgendwelchen Archiven des Landes landen und dort verstauben oder an einem Ort ausgestellt, an dem Bürger aus dem Raum des Fundortes nichts davon haben. Das ist einfach nur schade.
Ich erinnere mich an einen Münschatz aus dem Ries mit mehr aus 500 Münzen der nun in der Staatlichen Münzsammlung München liegt.
Da hat von den "Riesern" niemand was davon und ich bin mir sicher viele wissen von diesem spektakulären Fund nichts.
Das eine gewisse Technik vorhanden sein muss um manche "Schätze" zu sichern ist mir klar und das dies ein kleines Bauernmuseum nicht haben kann auch.



Hallo historia-invenire,

es ist wirklich nach wie vor ein Problem, Funde größerer Bedeutung in regionalen Museen unterzubringen, weil viele Museen auf dem Land
immer noch nicht über geeignete Sicherungsanlagen verfügen. Da verstehe ich schon, dass diese "Schätze" dann in staatlichen Museen o.ä.
Instituten untergebrcht werden. Habe selber jahrelang museale Arbeit betrieben in einer Kleinstadt. Wegen mangelhafter Sicherung wurde
damals zweimal hintereinander eingebrochen. Dabei kamen die wichtigsten und wertvollsten Exponate logischerweise abhanden. So auch
die klomplette Münzsammlung.

LG, tomdulie  :winke: